Helfen hilft ♥

Es ist ja kein Geheimnis, dass meine geliebte Katze Mathilde kürzlich verstarb. Und es ist auch kein Geheimnis, dass sie einst zuvor eine Strassenkatze war, die 10 Jahre lang bitterlichst litt. Bis…

… selbstlose Menschen – man nennt sie in diesem Fall oft „Tierschützer“ 😀 – sogar länderübergreifend alle Hebel in Bewegung setzten, damit diese eine Katze, die Zeit ihres Lebens vom Glück übersehen wurde, endlich von diesem gefunden wird.

Wie ihr alle wisst, hinterlässt jede Katze ein Testament. Nein – nicht dieses für den Moment. Mathilde hinterliess mir den innigsten Wunsch, zu helfen Mehr als alles andere.

Natürlich betrifft dieser Wunsch gleichermassen Mensch, Tier und Umwelt – so weit ich kann.

Da Mathilde ja aber nunmal in diesem Leben eine Katze war, möchte ich hier gern euch allen zwei Katzenschutzprojekte vorstellen, die mir im Moment besonders am Herzen liegen.

Kürzlich hatte ich ja Geburtstag und bat meine Gäste, statt Blumen oder Geschenke lieber einen Zustupf in meine kleine Katzenkollekte zu geben.

katzenkollekte

Wie gut, dass wir nur eine kleine familiäre Runde waren – mehr hätte in dem kleinen Ding kaum Platz gehabt: Es kam eine recht beeindruckende wenn auch global gesehen kleine Summe zusammen smiley_emoticons_hurra2, die vollumfänglich dem Tier- oder konkret dem Katzenschutz zugute kommen soll ❤

Zum einen plane ich, mit einem Teil davon ein nächstes Portrait eines meiner Zwerglis von Stefania Re teilzufinanzieren (ich habe ja erst 5 von 11 smiley_emoticons_razz). Es ist lange her, dass ich mir ein solches Portrait leisten konnte, und Stefania hat mir ja immerhin mein geliebtes Thildchen anvertraut ❤ Ich denke, es ist ganz in Mathildes Sinne, wenn ich mit einem Teil der Spenden einen Teil des Portraitpreises finanziere und damit zugleich ihre Retterin Stefania unterstütze wie auch eins ihrer Zwerglis-Kumpels optisch so einzigartig verewige.

Je 100 Euro der Geburtstagsspenden sollen aber an zwei weitere Projekte gehen, die mir derzeit auf der Seele brennen und die ich euch hier gern vorstellen möchte. Vielleicht mag sich ja der eine oder die andere ebenfalls helfend einbringen, wer weiss? ❤

Ein Herz für Streuner der Katzen-Hilfe Uelzen
Horror in der Tötung Nyirbator in Ungarn 😦

Ein Herz für Streuner – Katzen-Hilfe Uelzen
Das eine ist → „Ein Herz für Streuner“ der Katzen-Hilfe Uelzen, die mir mein zauberschnuckelzuckerschockiges Felize-Mauserl anvertraut hat ❤ Mels Bitte um Hilfe in ihren eigenen Worten:

Malene auf Rhodos ist für mich ein Engel. Sie leistet so wahnsinnig viel.
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Doch auch Engel können weinen, auch Engel leiden.

Die Morgensonne scheint, der Himmel ist blau. Malene kommt zur Futterstelle. Doch was findet sie vor? Katzenkinder, tot. Im Fell klebt Blut. Getötet von Straßenhunden.
Charlie Charming und so viele andere Katzen sind seit Monaten weg. Vom Auto erwischt? Vom Menschen gequält? Von Hunden getötet? Wir wissen es nicht.

Ein Herz für Streuner – kleiner Kastrationseinsatz auf Rhodos im Mai
Bei der Kastration wird den Katzen Fell in Form eines Herzens wegrasiert. Für uns ein Erkennungshinweis, denn so können wir auch aus weiter Entfernung an den Folgetagen sehen, welche Katze noch eingefangen werden muss. Unsere „Botschaft“ vor Ort zeigt auch: wir haben ein Herz für Straßenkatzen.

Ein Herz (Kastration) für eine Katze kostet 60€
Ein Herz (Kastration) für einen Kater kostet 30€

Zeige auch du dein Herz für diese Katzen.
Auch viele kleine Spenden ergeben ein Herz.
Es sind oft die kleinen Dinge, die Großes bewirken.

Wer die Gesamtkosten einer Kastration übernimmt, darf auch den Namen der Katze/des Katers bestimmen, soweit das Tier noch keinen Namen hat. (Fotos gibt es dann im Mai)

Spendenkonto
Katzen-Hilfe Uelzen e.V.
Sparkasse Uelzen
Kto.- Nr.: 230056210
BLZ: 258 501 10
IBAN: DE98 2585 0110 0230 0562 10
BIC: NOLADE21UEL
PayPal ist natürlich auch möglich:
kontakt@katzenhilfe-uelzen.de
Verwendungszweck:

„Ein Herz für Streuner “ (+ Adresse, wenn eine Spendenbescheinigung benötigt wird)

Das zweite Projekt, das ich gern mit 100 Euro unterstützen möchte, ist:
Horror in der Tötung Nyirbator in Ungarn 😦
Eine liebe Freundin machte mich – just um Mitternacht zu meinem Geburtstag, und ich wurde ja gemäss Urkunde kurz nach MItternacht geboren… –  über Facebook darauf aufmerksam und bat mich um Hilfe. Ich wusste nicht, wie ich konkret helfen kann – also trat ich mit den Zuständigen in Kontakt und pflege seither einen sehr schönen und vertrauenserweckenden Austausch mit ihnen ❤ Es war die letzten Tage einfach grossartig und herzerwärmend zu erleben, wie diese Leute trotz aller Widrigkeiten, teils auch Missverständnissen mitunter und Zeitnot so gezielt an einem Strang zogen – und so das scheinbar Unmögliche in kürzester Zeit Realität werden liessen. So haben sie mein Vertrauen gewonnen Darum Hier also die tragische Geschichte in ihren Worten:

Dieses Video (leider nur für Facebook-Mitglieder einsehbar) bekamen wir heute von unserer Kollegin Rácz Gabriella Pcas.
Die Tötung ist voll und zudem verstarb ein alter Mann, der 11 Katzen zurückließ.
Sie wurden in die Tötung gebracht.
Sie sind in winzige Käfige eingepfercht, die Tötung ist nicht auf Katzen eingestellt
Wir haben kaum Platz für Katzen vor Ort, da wir mit Hunden voll sind 😦
Wer kann helfen?

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Vor Ort in Ungarn kümmerte sich die PCAS ungarische Hundehilfe (PCAS Állatmentés), ein eingetragener ungarischer Verein, um die Tiere.

Wir haben auch eine (leider noch nicht fertige) Homepage, allerdings für unsere Hunde in den ungarischen Tötungen und von der Straße. Die versuchen wir zu retten. Diese Katzen in der Tötung Nyirbator sind sozusagen ein Sonderfall, da dort zum ersten mal jetzt Katzen sind, sonst sind es nur Hunde. Aber da wir alle Tiere allgemein lieben, lassen wir auch sie natürlich nicht im Stich, nur ist das Problem, dass wir vor Ort null auf Katzen eingestellt sind, wir sind übervoll mit Hunden.

Die gute Nachricht: Die österreichische Tierschützerin Selina Myhre wird die noch auffindbaren sieben Katzen nach Österreich holen und vorerst auf einer bereits vorhandenen Pflegestelle unterbringen. Sie arbeitet ohne Verein im Rücken und ist somit umso mehr auf Unterstützung angewiesen, da sie alles privat finanziert und organisiert ❤ Die Berichte über ihre Arbeit können Facebook-Mitglieder hier mitverfolgen: Selinas Tierhilfe. Zu gegebener Zeit werden für die sieben Katzen Endstellen gesucht.

Im Moment werden am dringendsten benötigt:
– Futter
Wurmmittel
– Zecken- und Flomittel
– Breitbandantibiotika
– Welpenmilch und Kittenmilch für Babykatzen

Sach- und Futterspenden bitte an folgende Adresse:
Selina Myhre
Libellenweg 3
4030 Linz, Österreich

Oder man unterstützt sie über ihren Wunschzettel bei Amazon.

Wer Selina Fragen stellen möchte (zB. über bevorzugte Futtersorten oder so), kann das direkt über ihr Facebook-Profil Selina Myhre tun – oder direkt per Mail: selinastierhilfe@gmx.at oder auch über mich: iwon@kamikatze-zwerglis.com.

Falls jemand nicht die Möglichkeit hat, direkt Sachspenden zu schicken (zB. weil das Porto aus der CH Irrsinn ist) kann nach Rücksprache mit mir auch gern direkt Zuwendungen finanzieller Natur leisten (selbstredend bekommt jeder umgehend Auskunft und Beleg, was mit seinem Zustupf geschah):

Über PayPal an iwon@ameise.com
oder
Postkonto
IBAN CH97 0900 0000 8766 5636 7
BIC POFICHBEXXX

Mir ist klar, dass es unglaublich viele gute Projekte für Mensch, Tier und Umwelt gibt, die mehr als unterstützenswürdig sind. Vielleicht trägt dieser Beitrag ja auch nur schon dazu bei, dass jemand sich an sein eigenes Herzensprojekt wiedermal erinnert und sich sagt, ja – da könnte ich mal wieder helfen.

Denn das allein ist mein und Mathildes Wunsch zu unserem gemeinsamem Geburtstag ❤
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Bitte helft uns zu helfen Und glaubt mir bitte: Das Glück, wenn auch nur ein klein wenig geholfen zu haben, hält länger als jeder neue Schuh oder dergleichen im Schrank. Ich weiss es Und Mathilde und ihresgleichen auch Danke euch.

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Nachtrag 30. April: Die ungarischen Katzen sind nun soweit ich informiert wurde aus der Tötungsstation herausgeholt und auf einer sehr guten PS in Ungarn untergebracht, bis sie dann nach Österreich ausreisen können. Es ist einfach herzerwärmend zu erleben, wie so eine Rettung laufen kann, wenn Tierschützer wirklich alle an einem Strang ziehen und zusammenarbeiten Weiterhin sind Futter- und Sachspenden aber natürlich überaus willkommen, falls jemand helfen kann 🙂

Wir denken an dich.

Geliebte Mathilde. Heute habe ich mir all die alten Fotos und Videos angeschaut. Ich durfte so oft lachen, mein Herz

Hier ist irgendwie gerade alles auf „Pause“ gestellt. Es gäbe so vieles zu tun – was wir Menschen halt so tun: Haushalt, Wäsche, Spaziergänge und so vieles mehr. Ich habe es noch nicht einmal geschafft, all den lieben Menschen zu antworten, die mit uns hofften, bangten und nun trauern. Aber ich denke, sie verstehen das

Ich habe heute alle Fotoarchive durchwühlt – Bilder von dir angeschaut. Ich habe ja trillarden gemacht. Fotos von Omar und LouLou auch. Von Mogwai und Sahib gibt es ja leider kaum welche 😦 Die Zeit vergeht so schnell – wo ist sie nur geblieben?

Heute Nacht habe ich das erste Mal seit 2 Jahren wieder in meinem Bett geschlafen, liebstes Thildchen. Ich muss ja nun deine Atmung nicht mehr überwachen. Und du nicht meine. Es war seltsam. Aber weisst du, was dann passiert ist? Faramee, Moriah, Tünn und Shakti stürmten das Bett – ich musste so lachen. Ich dachte, ich hätte mal wieder Platz zum Schlafen und müsste meine Knochen nicht um Katzen herum im Slalom arrangieren. Ganz schön naiv, gell?

Faramee hörte nicht auf, mich anzustarren
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Moriah war der Meinung, dass das Kopfkissen ihrs ist. Aber das kennst du ja von ihr 😀
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Sogar Tünn kam ganz selbstverständlich ins Bett als hätte er nie etwas anderes getan. Hat er vielleicht auch nicht – wir waren ja nie dort.
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Shakti wurde es dann doch zu eng und so beobachtete sie alles von ihrem Hochsitz aus.
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Schon in der Nacht musste ich also lachen, als ich weiterhin mit Moriah ums Kopfkissen kämpfte 😀

Und heute Morgen war mir danach, alte Fotos anzuschauen – und so wurde es Abend. Ich bin sehr froh, dass ich dank meiner Forenaktivitäten so viele Fotos von euch habe. Ohne diese „fotogeilen“ 😉 verhaltensoriginellen Katzen-Mädels gäbe es die meisten dieser Aufnahmen wohl nicht. Fotografieren ist ja nicht meine Stärke, wie du weisst.

Besonders schön fand ich aber das eine oder andere Video, das ich von dir fand. Sie anzuschauen, macht alles wieder so greifbar, was für immer verloren schien. Weisst du, nun da ich auf den Bildern auch die ganze Entwicklung nachvollziehen kann, kann ich besser begreifen, dass unsere gemeinsame Zeit hier auf Erden um war. Es war schon lange nicht mehr so wie einst – ich wollte oder konnte das nur nicht erkennen. Es schien mir nur so als wäre vor drei Tagen noch alles wie immer gewesen. Bei Omar und LouLou hatte ich Zeit, weisst du – ich wusste, dass der Abschied naht. Bei dir schien es so aus „heiterem Himmel“, deswegen kam es irgendwie nicht bei mir an.

Nun erkenne ich, dass du wirklich wie eine Blume warst, die hier zunächst nochmal zur vollen Blüte fand – und dann ihren Herbst verlebte. Doch du hast dabei immer so gestrahlt, dass ich dein Verblühen nicht erkennen wollte. Aber das ist der Kreislauf des Lebens

Ich verstehe das jetzt und werde es irgendwann auch begreifen. Aber noch ist alles in Watte gehüllt – sanft und weich, aber doch auch unwirklich, taub und reduziert. Es sind die tausend kleinen Dinge, die plötzlich anders sind. Sogar Dinge, die vor kaum drei Tagen noch nervten, sie fehlen nun schmerzlich. So konnte ich gestern zB. staubsaugen, ohne dass du dauernd dazwischen gesprungen bist, du albernes kleines Ding, du  Und dann konnte ich nicht mehr staubsaugen, weil mir einfiel, dass ich gerade alles wegsauge, was von dir physisch noch da ist. Dumm, gell?

 

Aber genug gelabert – du weisst eh, was ich denke und fühle ♥ Schwelgen wir einfach nochmal in Erinnerungen.

Wie alles begann, wissen wir beide ja noch zu gut.

Deine Küsse waren die nassesten und kratzendsten – und schönsten ever

Und du warst der grösste Leckerli-Junkie, den man sich denken kann. Weisst du – als du nicht mal die mehr haben wolltest, war mir klar, was los ist 😦

Mathilde, my love

Bei Omar sprachen wir immer vom omaresken Blick (oh – dazu habe ich heute auch wieder Fotos gefunden – so ein bezaubernder Griesgram 😀 ). Aber du hattest ganz eindeutig deinen thilliesken Blick – so wunderbar doof, verpennt und weise zugleich zu gucken. Das soll dir mal einer nachmachen

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Tiersterne.de

 

 

Ein grosses Kämpferherz hat aufgehört zu schlagen.

Geliebte Mathilde, mein Herz Du hast heute entschieden nicht mehr kämpfen zu wollen. Ich hatte dir versprochen, deinen Wunsch zu respektieren. Und das tat ich – auch wenn das mein Herz in Stücke reisst.

Du hattest ein verdammt schweres Leben auf Italiens Strassen einst. Es kostete dich ein Bein, deine Zähne, dein Immunsystem und fast deinen Lebensmut.

Doch über Umwege, die nur das Schicksal einer grossen Liebe finden kann, fandest zu uns nach Zürich. Allen, die daran beteiligt waren, danke ich nochmal aus tiefstem Herzen Dir, Mathilde, ganz besonders.

Du hast mich so viel gelehrt, mir trotz deiner schrecklichen Vergangenheit sofort dein Vertrauen und deine Liebe geschenkt. Ich werde den Moment nie vergessen, als ich dich damals das erste Mal sah. In einer Tierarztpraxis irgendwo zwischen Turin und Mailand. Du kanntest mich nicht und doch hast du mich sofort erkannt Auf deinen drei dürren Beinchen kamst du auch mich zu gehoppst – seither waren wir ein Herz und eine Seele.

Hier konntest du endlich leben. Und du hast dein Leben genossen – so tief und innig und dankbar man sein Leben nur geniessen kann. Und du hast um dein Leben gekämpft: Trotz aller gesundheitlicher Probleme hast du mich und auch die tiermedizinische Fachwelt immer wieder staunen lassen, was eine kleine dreibeinige Strassenkatze alles schaffen kann.

Bis heute.

Heute wolltest du nicht mehr kämpfen. Die Ärztin rief mich vor der geplanten Narkose an: Du würdest sie nicht überstehen, es wäre besser, wenn ich mich verabschieden komme.

Ich durfte im Tierspital von dir Abschied nehmen – sie haben das alles sehr liebevoll „arrangiert“. Ich hatte natürlich wiedermal keine Taschentücher dabei – das hab ich nie, Mathilde. Du hast noch mit dem Beatmungsschlauch genasbusselt – verzeih, wenn ich lache, während ich weine. Und du hast so laut geschnurrt wieder. Das war immer das Problem, dass man deine Herztöne nicht abhören konnte, weil du immer so laut geschnurrt hast.

Als sie heute ein letztes Mal deine Herztöne abhörte, hast du nicht mehr geschnurrt. Man hörte laut und deutlich – diese Stille. Kein Schnurren, kein Herzschlag, einfach nur Stille. Friedlich. Sanft. Heute um 11.10 Uhr.

Es ist vorbei.

Ich hoffe, dass du trotz vieler Jahre voller Leid die wenigen Jahre voller Liebe in Erinnerung an diese Welt behältst. Es ist eine gute Welt – und wir alle können sie täglich ein wenig besser machen, wenn wir nur wollen.

Jetzt ist diese Welt um ein intergalaktisches Kampfschiffchen ärmer. Aber dein Erbe wird weiterleben. Nach Jahren des stillen Leids, nach denen du allen Grund gehabt hättest, uns Menschen zu hassen, hast du stattdessen so viele liebe Menschen erreicht, bezaubert und verzückt Ich bin sicher, sie werden dich auch weiterhin in ihren Herzen tragen und lächeln, wenn sie an dich denken.

So wie ich es tun werde, mein Herz

Und eines Tages werden wir uns wiedersehen und du wirst mich mit deinem Geschnurre wieder um den Schlaf bringen und mir die Haare aus dem Gesicht lecken. Mich dazu bringen, in den unbequemsten Haltungen zu schlafen, nur damit du deinen hübschen klugen Kopf auf meine Hände betten kannst – so wie du es so liebtest.

Grüsse uns unsere Sternchen alle, leuchtet heute Nacht besonders hell für alle, die euch schmerzlich vermissen.

Ich liebe dich – für mich wirst du immer meine kleine grosse Rose sein, die niemals verblüht: The Rose

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Du bist nicht fort. Nur woanders.

Mathilde: Zwischenbericht aus dem Tierspital

Ich war gerade Mathilde besuchen. Was soll ich sagen?

Die nunmehr für Mathildchen zuständige Tierärztin im Spital hat lange mit mir gesprochen. Hoffnung machte sie mir wenig. Die Ärzte nennen Mathildes Gesamtkonstitution „multimorbide“ – ich bevorzuge den Ausdruck „ungünstig“.

Aufgrund von Mathildes Zustand mit all ihren Vorerkrankungen sowie ihres FIV ist das Leben an sich für Mathilde im Moment lebensgefährlich. Sozusagen. Das Herz als Ursache für die Atemnot wurde inzwischen von den Kardiologen ausgeschlossen. Sie sind sich sicher, dass die Lunge nicht nur Symptom, sondern auch Ursache für ihren momentanen Zustand ist. Die eine Lungenhälfte ist vollkommen deformiert und ingesamt hochgradig in Mitleidenschaft gezogen. Sie gehen davon aus, dass es entweder ein Infekt sei oder Krebs (sie nennen es anders – aber es sei faktisch dasselbe).

Medizinisch gesehen gibt es jetzt – wiedermal… – genau zwei Möglichkeiten:
1. direkt einschläfern
2. eine Biopsie und ein CT unter Narkose

Ihre Chancen, die dafür notwendige Narkose überhaupt zu überstehen, stehen etwa 50:50. Wenn man nichts unternimmt, stirbt sie sowieso.

Wenn es Krebs ist, lässt man sie gar nicht erst wieder aufwachen.

Wenn es ein Infekt ist, schicken sei ein Atomwaffenarsenal an Antibiotika in meine kleine Maus – aber ihre Chancen seien dann doch relativ intakt, das alles zu schaffen. Ich habe gefragt, ob ich sie angesteckt haben könnte – ich könnte nur schwer damit umgehen. Die Ärztin meinte, dass das sehr sehr sehr unwahrscheinlich sei – bei Katz und Mensch seien da wohl unterschiedliche Bakterien im Spiel. Ich habe nicht genauer nachgefragt. Ich will einfach glauben, dass ich nicht schuld bin.

Ich vermute, es gibt Stimmen, die meinen, ich solle es gut sein und Mathilde gehen lassen. Ich halte dagegen: Wenn sie die Narkose nicht übersteht, ist das ja faktisch wie einschläfern. Und wenn sie Krebs feststellen, wird die Narkose so weit vertieft, dass es ist wie einschläfern. Wenn es hingegen eine Chance gibt, dass das nur ein vermaledeiter Infekt ist, werden wir sie ergreifen. Mathilde hat jederzeit „die Wahl“ aufzugeben, man wird sie zu nichts zwingen.

Morgen zwischen 10 und 12 Uhr finden also Biopsie und CT statt. Wann immer davor oder während irgendwas anders läuft als geplant, werde ich benachrichtigt. Sonst danach.

Ich habe Mathilde selber heute nur kurz sehen können – auf der Intensiv sind Besuche immer ein wenig schwierig. Dennoch durfte ich sie kurz streicheln und ihr sagen, dass wir alle an sie denken – und ihre Entscheidung akzeptieren. Sie sah wirklich ziemlich schlecht aus, ehrlich gesagt. Aber sie habe heute „munter gefuttert, dabei schon fast abenteuerlustig geschaut“, sagte die betreuende Pflegerin.

Was ich am Zürcher Tierspital – neben der medizinischen Versorgung natürlich – wirklich grossartig finde, ist die „Stimmung“ dort. Das klingt jetzt seltsam, oder? Aber wirklich jeder dort vom Chefarzt bis zum Pfleger, von der Empfangsdame zu den teils verzweifelten Menschen in der Wartehalle – Fragen werden geduldig beantwortet, es werden wortlos Taschentücher gereicht, man versteht einander, hofft und bangt mit, wildfremde Menschen drücken einem die Schulter und wünschen alles Gute – nur schon deswegen muss ich dort immer heulen. Ich weiss Mathilde an einem der liebevollsten Orte der Welt

Morgen also. Mir ist schlecht.

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Nachtrag: Ein grosses Kämpferherz hat aufgehört zu schlagen

Geliebte Mathilde – atme! Atme und lebe! ♥

Ich komme gerade aus der Notaufnahme des Tierspitals. Mit einer leeren Transporttasche 😦

Am 12. April jährte sich ein schrecklicher Vorfall zum zweiten Mal. Ganz bewusst hatte ich das Datum nirgends erwähnt: Solch → schlimmer Ereignisse sollte nicht extra gedacht werden. Meinte ich. Nun werde ich exakt 2 Jahre und 3 Tage später doch dazu gezwungen: Mathildes und mein Albtraum wiederholt sich gerade.

Ich vegetiere ja hier seit bald 2 Wochen krankheitshalber zu Hause rum. Meistens schlafe ich und bekomme eh nichts mit. Heute gegen 15 Uhr ging ich verpennt auf der Terrasse ein wenig Luft schnappen. Ich sah Mathilde da liegen – aber irgendwie anders als sonst. Nicht entspannt sonnend, sondern irgendwie … seltsam. Ich sah näher hin und bemerkte, dass sie statt relaxed zu atmen die Luft regelrecht pumpte, dazu das Mäulchen immer wieder öffnete und verkrampft wirkte.

Irgendwie in meinem eigenen Delirium entscheidungsunfähig, zählte ich ihre Atmung: 40 Atemzüge pro Minute – so weit ich von ihrer Perikarditis damals wusste, durchaus noch im „OK-Bereich“. Dennoch kam mir das alles nicht gut vor und so rief ich unseren Tierarzt an und schilderte ihm meine Beobachtung. Er meinte nur: „Wie schnell können Sie hier sein?“

15 Minuten später stand ich unfrisiert, aber notdürftig öffentlichkeitsfähig mit Mathilde in der Praxis. Dort wurde sie geröntgt: Die eine Lungenhälfte zeigte deutliche weisse Masse auf den Röntgenbildern, auch schien die Lunge dort deformiert – womöglich kollabiert. Unser Tierarzt überwies uns umgehend an die Notaufnahme des Tierspitals. Während man uns ein Taxi rief, wurden die Ärzte im Spital auf unser Kommen vorbereitet – mit allem, was sie wissen mussten. Inzwischen zeigte Mathilde Maulatmung.

Wir waren Ende März zur Kardio-Kontrolle. Alles war prima. Wir waren letzte Woche zum erneuten grossen Blutbild. Alles war prima – naja, so weit. Ich hab die Schallbilder und das Blutbild gesehen. Alles unverdächtig. So schnell kann es gehen. All das schiesst mir durch den Kopf, während wir zum Tierspital rasen.

Weitere 10 Minuten später wurden wir in der Notaufnahme schon erwartet, Mathilde wurde umgehend in eine Sauerstoffbox gesetzt und zusätzlich per Schlauch beatmet. Derweil erzählte ich alles zu ihrer → Vorgeschichte und auch, dass ich selber seit rund zwei Wochen mit einer Bronchitis/Lungenentzündung kämpfe – ob ich sie vielleicht angesteckt habe, was bei bakteriellen Infekten (anders als bei viralen offenbar) durchaus denkbar sei.

Die Ärzte meinten, Letzteres sei Mathildes beste Chance. Aber leider unwahrscheinlich, da sie kein Fieber hat. Wahrscheinlicher als Ursache seien ein Ödem oder auch ein Tumor.

Dass Mathilde stationär bleibt, war eh schnell klar. Sie liegt jetzt auf der Intensivstation – dort wird sie von Maschinen und Menschen rund um die Uhr überwacht. Sterben kann sie trotzdem. Das hat man mir auch noch mal ganz klar gesagt. Mathildes Gesamtsystem kann derzeit jederzeit kollabieren. Aber immerhin kann sie nicht elendiglich unbemerkt lautlos ersticken. Das immerhin nicht. Und wer schonmal ein Wesen (fast) ersticken gesehen hat (oder es selbst erlebte), weiss, dass das schon viel wert ist.

Und dann wie immer diese grauenvolle Frage: „Wie weit sollen wir gehen? Rot, gelb oder grün?“ Rot = keine lebensrettenden Massnahmen, im Zweifel ausknippsen. Gelb = teure Massnahmen nur nach Rücksprache. Grün: Go for it!!!!!!!!!!!!!!!!!! Alles, was Medizin hergibt und Ethik erlaubt.

Natürlich tiefgrün. Was sonst?

Sie melden sich – je länger nicht, desto besser. Spätestens morgen mittag. Sagten sie.

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Geliebte Mathilde. Ich weiss dich in den besten Händen der Tierarztwelt. Ich weiss, dass du eine Kämpferin bist, die schon das Undenkbare geschafft hat. Wenn du magst – wenn du magst, dann bitte kämpfe weiter. Komm zu uns zurück, ja? Und aber wenn nicht, dann lass los. Ok? Quäle dich nicht. Aber wenn du nur den geringsten Grund siehst, hier bei uns zu bleiben, dann kämpfe. Wir sind bereit, diesen Weg mit dir zu gehen – so weit er uns trägt. Gemeinsam – für immer ♥ Ich liebe dich weit weit mehr, als Worte es je sagen könnten. Ich bin bei dir, auch wenn ich gerade nicht da bin.

Mathilde, ich liebe dich – whatever it takes.

ps: Ich hatte mir ja zum Geburtstag eine dieser supertollen Filzhöhlen von Dornröschen gewünscht – das haben vielleicht einige über FB gesehen. Falls jemand ernsthaft daran dachte, uns sowas Tolles zu schenken (was ich ja nicht glauben könnte) – wir brauchen bitte im Moment eher jeden Cent für Mathildes Behandlung ♥ Das ist kein Spendenaufruf! Ich nehme keine Spenden an, da bin ich stur. Aber man schenke mir wenn denn überhaupt zum Geburtstag bitte keine Bücher, Weine, Gutscheine oder sonstwas – wer mir etwas schenken möchte, drückt meiner Mathilde die Daumen. Und vielleicht – ob man dran glaubt oder nicht – betet er für sie?

Danke! smiley_emoticons_liebhab

Gerade hat Faramee im Schlaf gefiepst – ich stand sofort bei ihr wie die Weltallpolizei. Ich weiss gerade nicht, ob Tierhaltung mich nicht überfordert.

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Nachtrag: Zwischenbericht aus dem Tierspital

1 Jahr Kamikatze-Zwerglis-Blog

Eigentlich hätten wir hier ja Grund zu feiern: Den Kamikatze-Zwerglis-Blog gibt es nun seit genau einem Jahr smiley_emoticons_kolobok-party-dancers

Die Zwerglis und ich danken allen, die uns in der Zeit nicht davongelaufen sind smiley_emoticons_blume – und natürlich auch jenen, die in der Zeit zu uns gefunden haben smiley_emoticons_hug

Auch wenn ich hier nicht ganz so fleissig schrieb wie ursprünglich geplant, fühlt es sich weiterhin richtig an, hier unser eigenes kleines virtuelles Reich zu haben, wo wir uns nach Belieben austoben können. Doch auch wenn hier noch einiges geplant ist, ist jetzt nicht der Moment für grosse Worte. Vor wenigen Tagen erfuhr ich, dass Faramees Patenonkel, der ebenfalls hier ihre Geschicke nach unserem Foren-„Ausstieg“ (…) weiter mitverfolgt hatte, tragischerweise verstorben ist – es fühlt sich ausgesprochen eigenartig an zu wissen, dass er hier nie wieder kommentieren wird. Natürlich nicht nur das – ich hoffe, ihr versteht. Es macht mich einfach gerade irre traurig.

Zudem legt mich gerade eine mysteriöse Bronchitis mit Hang zur Lungenentzündung in jeder Hinsicht auf Sparflamme. Und so gammle ich die Tage hier zwischen Koma, Halbschlaf und Fieberträumen so rum und geniesse in den wenigen wachen Stunden die Aussicht von meinem Krankenlager aus:

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Die Aussicht heute Nachmittag jedoch freute mich ganz besonders: Ich ertappte Moriah (einmal mehr) dabei, wie sie ganz von sich aus ihre nähere Umgebung hier unten selbständig erkundete – es sind erst wenige Meter, aber immerhin – ein weiterer grosser Schritt für Moriah:
moriah-erkundungstour

… und schliesslich auf der Terrasse landete:
moriah-erkundungstour2

Demnächst dann mal wieder mehr (ja, auch Fotos und so smiley_emoticons_razz)

Für den Moment einfach mal wieder: Danke euch allen, die immer noch dabei sind smiley_emoticons_herzen02 1 Jahr – hipphipp, hurra! smiley_emoticons_kolobok-party-dancers Die grosse Party holen wir dann nach smiley_emoticons_torte

ps: Und weil wir ja keine Pausen kennen, geh ich morgen früh trotz Bronchitis mit Thillie zum Tierarzt: Sie hat doch wieder abgenommen und trinkt auffällig viel in letzter Zeit. Und wenn ich schonmal Zeit habe… smiley_emoticons_rolleyesnew

Moriahs Training, Fortsetzung

Nur weil ich nicht mehr regelmässig berichte, heisst das nicht, dass wir hier faul rumliegen. Also. Die Katzen schon. Mehrheitlich. Aber nicht nur.

Die Zusammenführung zwischen Moriah und den anderen Zwerglis ist ja noch immer am Laufen. Wobei, nein: Die Zusammenführung zwischen Moriah und 5 von 6 anderen Zwerglis ist abgeschlossen. Nur zwischen Moriah und Shakti noch nicht. Wobei, nein: Genau genommen ist alles ziemlich prima 🙂 Ausser dass Moriah ihren Radius noch immer aus Ängstlichkeit unnötig einschränkt 😦

Konkret verfolgt sie mich im Alltag wie ein Schatten bzw. wagt sich nicht weiter von mir weg als so ca. 2 Meter. Ich möchte aber gerne aus diversen Gründen, dass Moriah ihr Wohlbefinden nicht so extrem an mich kettet.

Darum hatten wir vor rund 3 Wochen wieder mal ein Telefonat mit der Verhaltenstherapeutin unseres Vertrauens. Für Interessierte möchte ich hier gern nachtragen, wie das weitere Vorgehen definiert wurde, um Moriah zu mehr Unabhängigkeit zu verhelfen:

1. Gittertür: In meiner Anwesenheit ist die Gittertür zum Arbeitszimmer (aus psychologischen Gründen weigere ich mich, es weiterhin „Moriahs Zimmer“ zu nennen – das ist für uns alle hier wichtig. Vor allem für Shakti) nun stets offen. Auch nachts. Es kommt zu vereinzelten Fauchereien, aber nie mehr zu Eklats wie früher (man erinnere sich, dass Moriah die anderen Zwerge teils mit Verletzungsabsicht angriff, weils sie solche Angst vor ihnen hatte). Dennoch wird die Gittertür in Absprache mit unserer TP weiterhin geschlossen, wenn ich aushäusig bin. Denn es darf nun auch nichts mehr passieren. Das wäre sehr, sehr kontraproduktiv.

2. Radiuserweiterung: Moriah kommt zwar inzwischen fast selbstverständlich runter zu uns, wenn ich da bin und Shakti nicht direkt vor der Zimmertür hockt. Aber: Sie klebt dann förmlich an mir. In wohl dosierten Einheiten wird nun darum gezielt Moriahs Bewegungsradius spielerisch erweitert, aber nie so, dass sie Gefahr läuft, überfordert zu sein. Das heisst zB. auch, dass ich meine Gewohnheiten verändern muss, indem ich mich unter anderem auch mal an ungewohnten Orten hinsetze (sprich: Nicht abends auf dem Sofa festklebe – das tut mir auch mal ganz gut 😉 ), beim Spielen mehr Raum schaffe, und Moriah zu Spaziergängen einlade, damit sie die Wohnung besser kennenlernt und auch die Terrasse.

3. Shaktis Training: Da ja nur noch zwischen Shakti und Moriah Spannungen bestehen bzw. Shakti inzwischen rasend wird, wenn sie nicht ins Arbeitszimmer kann, wenn sie möchte, gehe ich noch bewusster auf sie ein, indem ich sie anspreche, auf sie eingehe und sie durch Aufmerksamkeit belohne, wenn sie sich entspannt benimmt.

4. Entspannungstraining: Sowohl für Shakti wie für Moriah gibts eine „Entspannungskonditionierung“. Das geht so: Wann immer eine von beiden sich tiefenentspannt in Wohlergehen suhlt, sage ich ein bestimmtes Wort (bei Moriah ist das „easy“, bei Shakti „wohlig“). Das muss so trilliardenfach wiederholt werden, bis sich das jeweilige Wort für die jeweilige Katze im Hirnchen als Entspannungssignal eingebrannt hat, so dass man es später auch in kritischen Situationen eben als solches einsetzen kann. Bis es so weit ist, darf das Wort aber wirklich nur in entspannten Situationen eingesetzt werden. Unsere TP meinte, dafür müsse das Wort jeweils so ca. eine Million Mal korrekt eingesetzt worden sein 😀 Aber hey: Wir habens ja ned eilig 😛

5. Unterstützende Mittel: Moriah bekommt zudem wieder Calmex zur Stärkung ihres Selbstvertrauens in nun wieder doch recht ungewohnten Situationen, Shakti bekommt die BB Gentian gegen Misstrauen.

Unsere Handlungsanleitungen sind natürlich sehr viel konkreter und minutiös individuell auf Moriahs und Shaktis Charaktere abgestimmt. Da ist unsere TP sehr genau und spezifisch – nicht dass jemand meint, das sei hier so unspezifisches Wischiwaschi, wie ich es hier beschreibe. Meines Erachtens bringt es aber nichts, wenn ich das hier in aller Ausführlichkeit schildere, da dies a) recht anstrengend für mich und zugleich ohne jeden Nutzen für andere wäre; und b) andere dazu verleiten könnte, unsere Massnahmen auf ihre Probleme 1:1 zu übertragen, wovor ich genau „warnen“ möchte: Im Grundsatz schildere ich sozusagen als Mutmacher/Inspiration sehr gern, was die Überlegungen hier bei uns so grob runtergerissen sind, welche Mittel und Wege wir als Lösungsansätze sehen, und wie begeistert ich bin, was wir dank all dem hier schon entgegen allen Vorzeichen erreicht haben. Aber meine Schilderungen/Erfahrungen sind niemals für irgendjemanden Ersatz, sich selber für die individuelle Situation bei Fachkräften kundig zu machen. Ich möchte aber jeden ermuntern, genau das zu tun.

Für alle, die uns gerade erst kennenlernen, nochmal ein Vergleich meiner Katze Moriah früher (3 Monate lang hinter meiner alten Staffelei lebend):
moriah_januar2

Und kürzlich:
moriah_terrasse

moriah_terrasse2

Die Umsetzung der neuen Tipps funktioniert so weit gut. Keine Eklats mehr, Moriah wird zunehmend neugieriger, Shakti zunehmend entspannter – kurz: Es läuft echt ziemlich grossartig. Ich bin echt einfach nur froh und dankbar, dass ich meine früheren Vorurteile gegen Tierpsychologie bzw. Verhaltenstherapie (wie ichs heute lieber nenne) überwunden habe und seither den Zwerglis und mir in so vieler Hinsicht geholfen ist.

Gleichzeitig möchte ich – aus meiner persönlichen Erfahrung – daran erinnern, dass nicht jeder „Tierpsychologe“ einem helfen kann. Manche irritieren einen eher. Es ist genau wie bei einem Tierarzt immens wichtig, an den/die richtigen für die individuelle Situtation und Bedürfnisse zu „geraten“. Recherche, Bauchgefühl und Hinterfragen hilft. Wie so oft 😉 Die Zwerglis und ich sind überaus gesegnet, genau die Frau der Stunde für unsere Bedürfnisse gefunden zu haben (wer hatte mir damals eigtl. Frau Hauschild empfohlen? Herrgott, wie undankbar, dass ich das grad nimmer präsent habe – sorry!) – unglaublich, was ihre Tipps hier schon bewirkt haben, selbst wenn die Ausgangslage teils hoffnungslos schien (LouLou, Moriah). Und nebenbei profitierten auch die unkomplizierteren Zwerge, weil ich einfach insgesamt auf diesem Wege so unglaublich viel lernte

Das alles ist einfach nur faszinierend und toll – alle profitieren. Solche Win-win-Situationen gibts ja selten genug. Einfach grosse Klasse, macht mich sehr happy – und die Zwerglis auch 😀 ❤
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Nachtrag, 9. April: Moriahs erste Radiuserweiterungen auf eigene Faust

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Danke euch!! Felize ist beim Fotowettbewerb Dritte geworden ♥

Und beim Preis dürft ihr nun mitreden – im Wortsinne 😀

Kürzlich hatte ich euch ja gebeten, ob ihr beim Fotowettbewerb der Katzen-Hilfe Uelzen für → Zuckermotte Felize voten mögt. Offensichtlich wurde ich erhört: Felize hat es bei ihrem allerersten Fotowettbewerb auf den dritten Platz geschafft!  smiley_emoticons_cooler  Wir sind ein wenig überrascht (die Konkurrenz war ja zauberhaft), aber vor allem ganz furchtbar stolz und happy: Ich auf meine „Fotografierkünste“ (höhö), Felize auf ihr Posing und vor allem auf so tolle Unterstützer wie euch!  smiley_emoticons_kolobok-party-dancers  Felize wurde gerade schon durchgenudelt und beglückwünscht ♥

Neben Ruhm und Ehre gab es ja auch ganz tolle Preise zu gewinnen (Danke an die Katzen-Hilfe Uelzen fürs Organisieren und an die Sponsoren!). Und ich bin eigentlich besonders happy mit unserem Preis:
3. Preis: Gutschein für ein Fellnasengespräch mit Tierkommunikatorin Alexandra Hilfrich-Becker www.fellnasengespraeche.de

Ich habe ja zu Tierkommunikation ein sozusagen unklares Verhältnis: Einerseits bin ich offen dafür und kenne auch aus eigener Erfahrung Beispiele, die mich echt beeindruckt haben. Anderseits habe ich auch Vorbehalte – gerade als vor einiger Zeit in meinem Katzenumfeld ein gewisser Hype darum entstand und plötzlich scheinbar jeder mit seinen Tieren kommunizieren konnte… (äh: ausser ich 😛 ) allerdings mehrheitlich ohne jedes Ergebnis hinsichtlich bestehender Probleme. Heikel finde ich es auch, wenn es um Notsituationen geht – eine Katze zB. verschwunden ist, das verzweifelte Dosi nach jedem Strohhalm greift, und dann womöglich nach weiterhin erfolgloser Suche noch Vorwürfe ertragen muss, sie habe sich halt nicht genug angestrengt, die Angaben aus der Tierkommunikation richtig zu interpretieren. Den traurigen Erfahrungsbericht einer lieben Freundin möchte ich hierzu gern verlinken: → www.meow.ch/tierkommunikation

Da ich dem Thema aber dennoch sehr neugierig gegenüberstehe, freue ich mich sehr, dass wir nun die Möglichkeit haben, uns mal ganz tiefenentspannt darauf einzulassen, ohne dass irgendwas davon „abhängt“. Normalerweise greift man ja in Notlagen/bei Problemen zu solchen Hilfestellungen – umso spannender finde ich es, dass die Situation hier nun nicht so ist. Ihr versteht, was ich meine? 🙂

Mein erster Reflex war zwar, dass ich der Tierkommunikatorin gern Fragen zur Situation mit → Shakti und Moriah stellen würde. Aber ich komme davon eher wieder ab: Für die Situation werden wir ja von unserer Verhaltenstherapeutin hervorragend beraten. Womöglich bringt mich das dann nur durcheinander oder es nimmt schlicht das Freudvolle aus der Chance.

Und nun steh ich da, freue mich riesig über unseren Preis und habe keine Ahnung, wie ich das am besten nutze 😛 Grundsätzlich läuft hier alles prima, ich habe den Eindruck, dass die Zwerglis und ich uns (mehrheitlich) auch ohne grosse Worte verstehen – und so weiss ich grad gar nicht, was ich wen nun fragen soll.

Ich nehme jetzt mal an, dass ich nur einem der Zwerge Fragen stellen „darf“ – sonst wirds vermutlich zu kompliziert? Ich habe auch überlegt, mit einem Sternchen zu sprechen – zB. mit → Mogwai oder → Sahib, bei denen ich meinen Frieden ja noch immer nicht damit geschlossen habe, was ich da geschehen liess. Aber ich glaube, das traue ich mich nicht smiley_emoticons_sad

Hier kommt ihr nun ganz konkret zu Wort: Was wolltet ihr schon immer von den Zwerglis wissen? 😀
Was würdet ihr wen hier fragen? Oder andersrum: Was würdet ihr eure eigenen Katzen fragen?

Ich hoffe auf regen Input von euch, um diese spannende und zugleich so entspannte Möglichkeit optimal zu „nutzen“: Wenn ihr je etwas von den Zwerglis direkt vernehmen wolltet, dann jetzt ♥ Tobt euch aus 😀

Und nochmal ganz ganz herzlichen Dank an alle, die für mein kleinmoppeliges-zuckerschock → Schiefköpfchen gevotet haben – wir freuen uns wirklich sehr!  smiley_emoticons_liebhab

Felize macht bei ihrem 1. Fotowettbewerb mit…

… und würde sich über eure Stimme freuen! Es darf bis zum 09.03.2014 abgestimmt werden.

Felize nimmt am ersten Fotowettbewerb ihres Lebens teil, und ist schon mal ganz stolz, es überhaupt in die letzte Runde geschafft zu haben smiley_emoticons_panik4 Wenn ihr für sie abstimmt, damit sie noch weiter nach vorne kommt, freut sich das kleine Dingelchen erst recht:

es ist Bild Nr. 009

Felize
Herzlichsten Dank schonmal fürs Voten und vielleicht sogar teilen? 😀

Bitzeli fies ist, dass wir beim Wettbewerb mit dem Motto „Frühjahrsputz“ in Konkurrenz zu anderen zauberhaften Katzis stehen (liegt wohl in der Natur eines Wettbewerbs) und auch zu befreundeten Katzen. Wir nehmens sportlich und freuen uns einfach für jeden, der bei dem Wettbewerb gewinnen möge – es sind alles tolle Bilder ♥

Auf Bild Nr. 006 und Bild Nr. 012 erkenne ich zB. jetzt auf Anhieb befreundete Katzen – also gern auch für die voten (man darf allerdings nur einmal).
Mein persönlicherTop-Favorit – jetzt ohne jede persönlich geprägte Präferenz, sondern allein aufgrund Motto und Umsetzung – ist ganz klar Bild Nr. 001, das finde ich klasse.

Für wen ich dann stimme, sagsch noch nüch 😛

Dabei sein ist alles! 😀

Ach so: Und Spenden nimmt der kleine feine Verein, der Felize damals gerettet hat, auch immer gern 🙂 Ich meine ja nur… Geht auch ganz einfach zB. über PayPal – schaut euch gern mal die Website der Katzen-Hilfe Uelzen e.V. an 🙂 Danke! ♥

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Nachtrag, 10. März: Felize ist dank euch auf dem → dritten Platz gelandet! Danke ♥ ♥ ♥

Lernfähigkeit ist eine Gnade – für Mensch und Tier

Nachdem ich endlich begriffen hatte, welch grosse Verantwortung ich als Tierhalter trage, und dass es definitiv nicht reicht, das Beste nur zu wollen, versuchte ich mich darin, das Bestmögliche zu tun.

Nach → Sahibs unnötig langem Todeskampf und → Mogwais ebenso unnötigem Leiden, stürzte meine Welt ein: Ich hatte bei beiden auf ganzer Linie versagt. Ich hatte bis zu diesem Punkt meine Verantwortung als Tierhalter komplett unterschätzt, war der Aufgabe ganz offenkundig nicht gewachsen und musste also dringend dazulernen.

Als Erstes wechselte ich die Tierarztpraxis. Ich liess mir in einem Schweizer Katzenforum einige Zürcher Kliniken empfehlen und schrieb jener, die mir den modernsten Eindruck machte, eine E-Mail, in der ich freundlich aber bestimmt darauf hinwies, dass ich alte, chronisch kranke und behinderte Katzen habe – ja: auch solche aus dem Ausland – und sie mir bitte direkt sagen möchten, falls sie da eine „kritische“ Haltung haben, so dass ich weitersuchen kann.

Die Antwort der noch heute dort tätigen Assistentin war herzerwärmend ♥

Als Nächstes las ich mich in alles ein, was bei meinen Katzen bisher diagnostiziert worden war. Namentlich hier genannt Omars CNI und Mathildes → FIV. Ich vermied dabei Communities, da ich keine Horrorgeschichten wie zB. über Mathildes FIV damals, sondern so weit vorhanden Fakten wollte. Das ist jetzt keine Kritik an Communities – sie sind nur oftmals einfach nicht der richtige Ort, um sich inhaltlich auf womöglich dereinst lebenswichtige Entscheidungen vorzubereiten.  Aber ich erfuhr damals in einer Community grossartige emotionale Unterstützung dabei, diese teils sehr schweren Entscheidungen dann auch durchzuziehen – das ist die Stärke von Communities ♥

Und dann kam unsere grosse Prüfung. Das Jahr 2012.

Es wäre zu viel, alles hier nochmals zu erzählen, und einigen von euch geht die ewige Leier wahrscheinlich auch schon langsam auf die Nerven 😛 Doch der Zeitraffer zeigt vielleicht jenen, die uns noch nicht kennen, welche Lawine der Angst, des Schmerzes und auch des Lernens uns damals plattwalzte.

Ich beginne den Rückblick sinnigerweise dort, wo alles anfing, und beschränke mich auf die Aspekte, um die es mir hier geht:

Februar 2012
Ruhe vor dem Sturm

Anfang Februar beginnt der damals 22-jährige CNI-Patient Omar stark abzubauen – sein Zahnfleisch ist extrem entzündet und er nimmt weiter drastisch ab. Iwon verkracht sich mit Omars Homöopathen – man trennt sich im Streit. Na – Hauptsache, man trennte sich.

März
5. März: Schock-Diagnose für Mathilde. Beim jährlichen Kardio-Schalltermin (wegen HCM) zeigt sich, dass einer von Mathildes rechten Lungenlappen kollabiert ist. Nur eine OP kann die Ursache klären und mutmasslich – wenn überhaupt – ihr Leben retten. Sollte sich bei der OP zeigen, dass ein Tumor oder ein Infekt schon weit fortgeschritten ist, würde man sie schlafen lassen. Die OP wird schliesslich für Donnerstag, den 8. März, angesetzt. Ein langer Leidensweg nimmt seinen Lauf…

8. März: Mathilde übersteht die OP mit Bravour! Kein Tumor, „nur“ ein Abszess.

Schicke Frisur:

12. März: Mathilde darf nach Hause.

Mathilde braucht unendlich viele Medikamente, die sie aber brav annimmt. Sie erholt sich langsam, aber stetig.

Auch Omar hält sich derweil tapfer. Er speichelt sich zwar regelmässig voll und muss von mir entsprechend regelmässig „gebadet“ werden, um den blutverschmierten Kleister aus seinem Fell zu bekommen – aber ansonsten ist er fidel und munter. Wohlwollende Menschen empfehlen mir dennoch, „dem ein Ende zu setzen“.

21. März: Omar muss nun doch in Narkose – die Zahnfleischentzündung ist so schlimm, dass man nicht mehr drumrum kommt. Erneut wird mir geraten, ihn direkt einschläfern zu lassen, weil er die OP ja eh kaum überleben könne. Oder sonst die OP zu unterlassen, weil er ja dabei sterben könnte. Ich sehe das nicht ein: Ihn direkt töten oder sonst leiden lassen, weil ihn die Hilfe töten könnte?

Bei der OP sollte sich herausstellen, dass seine Zähne wider Erwarten in gutem Zustand sind – er aber eine urämische Anämie hat, die es notwendig macht, 2x pro Woche zur Infusion zu fahren. Gut, dann machen wir das.

Mathilde erholt sich derweil weiter von der schweren OP:

23. März: Mathildes Fäden werden gezogen. Inzwischen weiss man, dass ein eingeatmeter Fremdkörper Ursache für den Lungenlappenkollaps war. Also keine weiteren Folgen zu erwarten, keine Krankheit.

April
12. April: Die schlimmste Nacht überhaupt: → Ich fand Mathilde gegen 0.30 Uhr erstickend halb unter dem Sofa. In der Notaufnahme konnte ihr Leben in allerletzter Sekunde gerettet werden.

Diagnose: Perikarditis, Herzbeutelentzündung. Eine Krankheit, die bei Katzen eigentlich gar nicht vorkommt.

Wieder eine endlose Zeit der Ungewissheit, des Hoffens und Bangens – des nicht Wissens, was richtig oder falsch ist… Die Ärzte im Tierspital kommen zum Schluss, eine erneute Brustkorböffnung sei Mathildes einzige Chance: Herzbeutelentfernung. Die OP wird auf den 25. April angesetzt.

Nette Menschen, die es wirklich gut mit uns meinen, raten mir davon ab, Mathilde erneut durch diese Strapazen zu schicken. Ich dachte natürlich darüber nach und kam zum Schluss: „Es gibt nur drei Möglichkeiten. 1. Ich lasse sie direkt einschläfern. 2. Ich lasse sie langsam ersticken – denn die Flüssigkeit wird bald wieder auf Lunge und Herz drücken. 3. Die OP. Ich wähle die OP.“ Wenn Mathilde die OP nicht überlebt, hatte sie dennoch wenigstens eine Chance.

Der eine oder andere meint, wie vielen notleidenden Katzen ich mit dem Geld für die OP helfen könnte, statt „nur einer“. Auch diese Überlegung nehme ich ernst: Mehrere Tausend Franken, was könnte man damit alles machen… Aber darf man so rechnen? Ich halte mich an Antoine de Saint-Exupery: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

Mehrmals täglich muss ich Mathildes Atmung kontrollieren: Maximal 40 Atemzüge pro Minute sind noch ok, 50 wären kritisch, bei 60 alles stehen und liegen lassen und ab zur Notaufnahme. Mathildes Atmung ist stabil zwischen 38 und 42. Ich schlafe nachts bei ihr auf dem Sofa.

23. April: Lucie kommt heute mit zu Omars Infusion, weil sie wieder geröchelt und gekeucht hat. Das wird schnell behoben, aber es zeigt sich, dass ihre süssen Vampirzähne raus müssen.

24. April: Lucie bekommt die Zähne gezogen und übersteht die OP einwandfrei. Vampirzähnchen in loving memory:

Lufie ift auch ohne Fangfähne fön:

25. April: Mein Geburtstag. Mathilde wird am Herzen operiert. Sie überlebt. Von nun an wird es UNSER Geburtstag sein. Meine herzensgute Freundin Cheesy half mir auf diesem so angstvollen und schmerzlichen Weg so sehr – danke! ♥

Doch Mathilde erholt sich nicht wie erhofft – das Bangen geht weiter.

30. April: Mathilde darf heim.

Mai
7. Mai: Mathilde schien sich inzwischen doch sehr gut gefangen zu haben, Atemfrequenz an der oberen Grenze knapp über 40. Beim Entfernen der Tacker im Spital wurde nochmal ein Schall gemacht. Die Flüssigkeit ist wieder da: Die OP habe nichts gebracht, die Entzündung sei wohl schon aufs ganze Herz übergesprungen – nichts mehr zu machen. Ausser: Cortison. Die letzte Hoffnung… Trotz FIV.

8. Mai: Wir beginnen mit dem Cortison. Wenig Hoffnung ist besser als keine.

9. Mai: Omar feiert seinen 23. Geburtstag. Und wir begehen auch LouLous ersten Todestag.

14. Mai: Mathilde hat Kardio-Kontrolle. Der worst case ist eingetreten: Das Cortison schlägt nicht an – Mathildes Herz vernarbt weiter. Die Ärzte geben sie auf.

Es folgt eine nervenaufreibende Zeit, in der ich (scheinbar) zwei sterbende Katzen begleite und oft nicht ein noch aus weiss. Ich messe Atemfrequenzen, wasche nun täglich einen verspeichelten Katzenopi ♥, vertüfftle mich darin, wie ich all die Medis in Katzis bekomme, fahre zweimal pro Woche mit Omar morgens vor der Arbeit zur Infusion in die Praxis – er geniesst diese Ausflüge. Aber ich muss irgendwie auch Job, Haushalt und alles andere irgendwie hinkriegen. Freunde kommen zu kurz, werden teils wütend, wenden sich von uns ab.

22. Mai: Kontrolltermin mit Omar und Mathilde. Mathilde ist stabil, aber sehr schwach. Omar baut nun radikal ab: nur noch 3 Kilo von einst über 7. Der Tierarzt will am 25. Mai entscheiden, ob Omars Lebensqualität noch ausreichend gegeben ist.

Es ist, als hinge ein Damoklesschwert über uns: Wie verbringt man „letzte Tage“?

25. Mai: Omar wiegt nur noch 2,8 Kilo. Aber der Tierarzt meint, Omar sei noch voll da – und solle noch bleiben dürfen.

Juni
Eine emotional sehr wacklige Zeit. Aber es gibt viele schöne Momente, die wir bewusster als sonst geniessen. Es ist wahnsinnig schwierig – irgendwie soll diese letzte Zeit „besonders“ sein. Wie dumm. Unsere Lebenszeit sollte immer besonders sein ♥

Juli

Mathilde nimmt zu, Omar ab. Erst freute ich mich über Mathildes Gewichtszunahme, bis mir klar wurde, dass diese zusätzlichen 400 Gramm auch Flüssigkeit sein können. Es stellt sich jedoch heraus, dass das runde halbe Kilo mehr durch und durch Mathilde ist, keine Flüssigkeit ♥

Omar wird inkontinent. Erst tappe ich in alte Muster und bin geneigt, dies auf seinen Gesamtzustand zu schieben. Aber ich habe ja dazugelernt: Der Tierarzt stellt einen Harnwegsinfekt fest, der schnell kuriert ist. Omar bleibt dennoch inkontinent. Der Parkett wird grossflächig mit Windelunterlagen abgedeckt. Omar kann ja nichts dafür. Der Parkett auch nicht.

18. Juli: Der Tierarzt hatte darauf gedrängt, dass wir Mathilde nochmal zum Kardio-Schall bringen, um zu sehen, wie es um die Herzentzündung steht. Grosses Erstaunen in der Kardio-Abteilung des Tierspitals: Mathilde ist stabil – weiterhin keine Flüssigkeitsansammlung.

27. Juli: Wir sind erneut beim Tierarzt wie so oft. Er gibt Omar noch letzte 24 Stunden – nun steht es fest: Omar tritt seine grosse Reise am 28. Juli um 11 Uhr an. Der Tierarzt erklärt mir sanft aber eindringlich, was nun mit Omar passieren wird. Ich weine. Der Tierarzt gibt Omar ein letztes Mal Schmerzmittel und seine Infusion, damit er seine letzten 24 Stunden einfach noch leben kann, ohne zu leiden.

28. Juli: Ein grosser Kämpfer hat diese Welt verlassen – der Übertritt war ganz sanft.

Omars Tod schmerzt mich sehr – so viele gemeinsame Jahre ♥ Doch es zerfetzt mich diesmal nicht. Der Tod steht nunmal am Ende eines jeden Lebens, das ist unvermeidlich. Was es auf dem Weg dorthin zu vermeiden gilt, ist Leid. Diesmal habe ich alles richtig gemacht.

August
Das erste Mal seit einem Jahr besuche ich wieder meine Familie in Berlin – zuvor war ich fast ein Jahr lang nicht mehr verreist um Omars Willen.

22. August: Das Wunder. Mathildes Kardio-Kontrolltermin ergibt: Sie ist geheilt – ihr Herz zeigt keine Entzündungsanzeichen mehr. Das war medizinisch eigentlich gar nicht möglich. Der Chef-Kardiologe hat Tränen in den Augen – er kann es selber nicht fassen und sagt: „Wenn eine das schafft, dann eine gebeutelte Strassenkatze – die sind so stark.“ War ich je glücklicher?

Zurück im Jahr 2014
Mathilde liegt gerade glücklich schnarchend neben mir auf dem Sofa ♥ Ich weiss nicht, wie viel Zeit ihr noch bleibt (das weiss man eh nie). Sie ist ca. 14 Jahre alt (eher älter gemäss Schätzung der Klinik), ist FIV-positiv, hat SDÜ, Herzprobleme… Aber sie geniesst ihr Leben, sie spielt auf ihren drei dürren Beinchen, meckert, geniesst die ersten Anzeichen des Frühlings. Und sie hat – HEY – die tiermedizinische Fachwelt mal eben umgehauen 😀

An Omar kann ich dankbar zurückdenken, ohne jedesmal in Tränen und Selbstzerfleischung auszubrechen ♥ Sein letzter Weg war richtig und gut begleitet von einem einfühlsamen und fachkundigen Tierarzt, der stets auf ihn und mich achtete.

Omars letzte Monate hier bei uns waren eine stete Zerreissprobe für mich. Ich hatte jedes Urteilsvermögen über sein Wohlbefinden verloren – ich pendelte immer nur zwischen der Sorge, ihn zu früh aufzugeben oder aber ihn zu lange hier zu halten. Er war am Ende kein schöner Anblick mehr (fürs Auge – fürs Herz war ers immer) – ich habe auch keine Fotos mehr von ihm gezeigt. Einerseits, um seine Würde zu wahren, anderseits weil bei seinem Anblick wohl viele entsetzt einen Schritt zurückgewichen wären. Doch Omar war das Einerlei: Er sah zwar teils aus wie ein blutverklebtes strubbeliges Gerippe, sprang aber dennoch weiterhin auf die Küchenanrichte, ging auf die Terrasse, spielte sogar noch mit den anderen Zwerglis.

Aber an jenem 27. Juli, als es „so weit war“, sah sogar ich das in seinen Augen: Er war müde, unendlich müde.

Wer diesen Weg noch nie oder vielleicht erst einmal so traumatisch wie ich damals bei Sahib gehen musste, traut sich womöglich zu wenig oder auch zu viel zu. Man kann sich ohne eigene – wiederholte – Erfahrungswerte auf „so etwas“ nicht emotional vorbereiten – ich glaube nicht, dass das geht. Aber man kann sich thematisch und dahingehend darauf vorbereiten, dass man sich eingesteht, keine Ahnung zu haben, was nicht nur emotional auf einen zukommt. Und bereit zu sein, dazuzulernen, indem man Fehler nicht beschönigt, sondern daraus lernt. Auch aus den Fehlern anderer. Damit ist sowohl Tier wie Mensch geholfen ♥

Und darum wird mein Rat in allen Krankheitsfällen immer nur einer sein: Sucht euch einen fähigen Tierarzt, der sowohl seine Patienten wie auch seine Kunden stets ernst nimmt. Fürchtet nicht den Tod eures geliebten Wegbegleiters, sondern sein Sterben. Erspart eurem geliebten Wesen nichts, was klischeehaft als „stressig“ gilt. Wir haben Verantwortung übernommen – lasst sie uns wahrnehmen.

Sterbebegleitung für jemanden, für den man die vollumfängliche alleinige Verantwortung übernommen hat, ist schwer, ja. Aber: Sie kann auch in gewisser Weise „schön“ sein. Doch, ehrlich ♥ Man kann einem geliebten Wesen bis zuletzt an der Seite stehen und es dann sanft an der Hand nehmen, um es in Liebe, Geborgenheit und Respekt loszulassen.

Seid tapfer, wenn es so weit ist, und lasst euch auf eurem Weg nicht beirren ♥

Siehe dazu auch unser neues Kapitel: → Der Abschied

„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“
Antoine de Saint-Exupery