Die Zwerglis

Ich bin Journalistin und lebe in Zürich. Um mich gehts hier aber nicht, sondern um die Katzen: Das sind die Kamikatze-Zwerglis (in order of appearance)

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Lucie, behindert, geb. ca. 2005/2006

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Lucie kam 2007 aus Madrid zu uns. Sie hat ein steifes Hinterbein sowie einen in der Hälfte abgerissenen Schwanz, seit man sie daran festhielt, um sie kopfvoran gegen eine Wand zu schlagen.

Trotz ihrer schlimmen Vergangenheit ist sie durch und durch Sonnenschein zu Mensch und Tier. Sie heisst hier sofort jeden Neuankömmling aufs Herzlichste Willkommen und hüllt ihn in Liebe ein. Sie ist eine richtige kleine Hippiekatze, die zweifellos Blumen im Haar trüge, sofern Katzen so etwas täten.


Shakti, früher absolut unberührbar, geb. ca. 2006

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Shakti kommt ebenfalls aus Spanien, wo jemand sie von einer Müllhalde eingefangen und dann mit ihr Katzenbabys «produziert» hat. Als sie im August 2008 bei mir ankam, war sie extrem scheu – eher hätte sie einen geschreddert und aufgefressen als sich anfassen zu lassen. Mittlerweile ist sie jedoch zum Schmusemonster mutiert, das sich ständig vor meine Füsse schmeisst und am Bauch gekrault werden möchte.

Seit mein «Chefkater» Omar letzten Juli gestorben ist, hat hier eindeutig Shakti die Rolle des Ordnungshüters übernommen. Sie ist aber auch die dauergurrende Katzenmama, die alle Katzen am liebsten mit ihrer Liebe erdrücken würde.


Faramee, FIV+, geb. ca. 2007/2008

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Faramee ist FIV+ und stammt ebenfalls ursprünglich aus Spanien, kam dann aber auf Umwegen zu einer Tierschutz-Freundin von mir nach Berlin. Als ich ihre Vermittlungsanzeige sah (ich schwöre: Ich wollte die gar nicht anschauen!! Ich gucke NIE Vermittlungsanzeigen an – genau aus dem Grund –>), war es für «Vernunft» zu spät: Eine Katze, die so aussieht und dann auch noch Faramee heisst und dann auch noch superscheu ist – ich war hin und weg. Und so kam es, dass Faramee und ich am 13. Juni 2010 auf einem abenteuerlichen Trip von Berlin heim nach Zürich flogen.

Faramee war zunächst sehr sehr scheu und Menschen gegenüber ziemlich feindselig: Ihre Spitznamen «fauchendes Schrankeckchen», «Flurfratze» oder auch «Kammervampir» hatte sie sich wirklich redlich verdient.

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Rund sechs Monate lang war sie praktisch unsichtbar für mich – ich hörte sie nur fauchen, wenn ich ihr aus Versehen zu nahe kam. Eines Tages – am 15. Januar 2011 um genau zu sein – entschloss sie sich von jetzt auf gleich, ihr Leben grundsätzlich zu ändern: Sie kam auf mich zu und liess sich streicheln. Seither ist sie die aufdringlichste Schmusekatze, die ich kenne.


Felize, leichte Ataxie, geb. ca. 2010

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Im Sommer 2011 machte mich eine Tierschutzfreundin auf Felize aufmerksam, die dringend ein Zuhause suchte. Felize ist taub* und hat eine leichte Ataxie (Störung der Bewegungsabläufe). Sie neigt zudem zu Panikattacken, bei denen sie sprichwörtlich Rot sieht und die Wände hochgeht.

* Im Mai 2013 hatte Felize ein → Vestibulärsyndrom infolge einer schweren →Mittelohrentzündung – im Verlauf der Behandlung zeigte sich, dass Felize zwar aufgrund des Eiters und eines tiefen Risses im Trommelfell tatsächlich vorübergehend zumindest halbseitig wohl nahezu taub war, nachdem die Mittelohrentzündung jedoch ausgeheilt und das Trommelfell links wieder zugewachsen war, hört Felize nun einwandfrei. Sofern sie hören will

Sie ist durch und durch zauberhaft, sehr verschmust und anlehnungsbedürftig. Ihr liebstes Hobby aber ist es, ihr Spiegelbild zu betrachten – ob im Fernseher, im Kugelgrill oder in der Fensterscheibe.


Moriah, FIV+, geb. ca. 2010

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Just zu Sahibs drittem Todestag letztes Jahr meldete sich eine entfernte Bekannte und machte mich auf ein Notfellchen aufmerksam: FIV+, scheu und schwarz – drei Faktoren, die eine Vermittlung in ihrem Heimatland Spanien so gut wie aussichtslos machten. Einige Monate zuvor war mein Kater Omar im Alter von 23 Jahren gestorben, somit war gewissermassen hier wieder ein Platz frei. Kurz vor Weihnachten 2012 halfen mir liebe Freunde, Moriah in die Schweiz zu holen.

Moriah wurde mir als sehr menschenscheu, aber sehr katzensozial vermittelt. Es stellte sich heraus, dass es genau andersrum ist: Moriah war sehr schnell sehr zutraulich zu mir, hatte aber panische Angst vor anderen Katzen. Dank der grossartigen und unermüdlichen Unterstützung der Verhaltenstherapeutin unseres Vertrauens wurde aus Moriah dann doch noch ein voll integriertes Mitglied der Kamikatze-Zwerglis-Familie. →Moriahs Geschichte


Tünn, geb. Anfang Juni 2012

Eine siebte Katze war nie geplant (wie es eine fünfte und sechste auch nie war… ha-ha) – doch bekanntlich kommt es ja immer anders… Als ich Tünn das erste Mal bei einer Freundin, wo er auf Pflegestelle war, sah, glaubte ich die Reinkarnation meines Katers Omar vor mir zu haben: Auf den ersten Blick sehen die beiden aus wie ein und dieselbe Katze. Umso mehr «weigerte» ich mich, mich in Tünn zu verlieben – völlig vergeblich. Tünn hatte sich längst in mein Herz geschlichen und so zog mit ihm hier Mitte Januar 2013 erstmals eine vollkommen gesunde, unversehrte Babykatze ein. Immerhin ein «Problem» hat er (hihi ;-)): Als wildgeborene Schrebergartenkatze war seit je her gegenüber Menschen sehr scheu. Inzwischen ist er allerdings nur noch scheu – ohne sehr.

Er ist ein zauberhafter, verspielter kleiner Bub, der vor Lebensfreude nur so sprüht und sich glänzend mit seinen Katzenmädels hier versteht, besonders in Lucie hat er eine verwandte Seele gefunden. Und mich findet er jeden Tag ein kleines bisschen weniger gruselig.


Malik, blind, geb. ca. 2015/2014

Von Maliks Situation erfuhr ich Anfang November 2016 kurz vor Max‘ Tod – wir wussten ja, dass Max bald an einem Lymphom sterben wird. Dennoch fühlte ich mich wie ein Verräter, Max‘ Platz hier schon zu seinen Lebzeiten neu zu vergeben. Allein: Wir konnten nicht warten, Malik sass in Spanien in einer Tötungsstation. Hätten wir gewartet, wären jetzt wohl beide tot.

Also wurde beschlossen, dass Malik zu uns kommen darf. Sein Schutzvertrag traf wenige Stunden nach Max‘ Tod am 16. November hier ein.

Am 3. Dezember 2016 fuhr ich zum Übergabeort nach Deutschland, um Malik gesetzeskonform als neue Besitzerin in die Schweiz heimzubringen. Der kleine blinde Kater, der mir als extrem verstört und menschenscheu geschildert worden war, blühte schon auf der Heimfahrt auf, zeigte sich beim Erstcheck beim Tierarzt alles andere als verängstigt und war mit dem ersten Schritt aus der Transportbox hier daheim angekommen.

Er ist ein zauberhaftes, liebestolles und verspieltes Katzenkind. Die Vorstellung, dass dieses anhängliche Wesen in einer Tötung abgeben wurde, treibt mir noch immer die Tränen in die Augen. Wenn er auf mir rumklettert und sich rückversichert, dass ich auch wirklich noch da bin, muss ich ihm denn auch immer wieder versichern, dass er nie nie niemals wieder allein gelassen wird ❤


Die Kamikatze-Sternchen

7 Gedanken zu „Die Zwerglis

  1. Britta

    Ich gratuliere dir zu deinem Blog, liebe Iwon. Ich freu mich über deine Initiative, kann ich doch auch hier noch mal verfolgen, auf welchem Wege du deine Zwerglis bekommen hast und begleitest. Mir sind durch das Lesen hier nach und nach auch wieder viele Dinge eingefallen, die ich schon vergessen hatte. Das Schicksal von Lucie hat mir auch jetzt wieder Tränen in die Augen getrieben. Ich mag gar nicht daran denken, wie viele solche armen Vierbeiner es noch gibt, die leider nicht das Glück haben wie Lucie und in einem Paradies landen. Besonders gut erinnere ich mich natürlich an Shakti, die unter keinen Umständen in die Transportbox wollte. Und das Mathildchen, die kleine große Kämpfernatur. Dann die Geschichte mit Faramee und die Geduldsprobe beim Zoll sowie deine schwer verletzte Hand – und das alles für ein fauchendes Schrankeckchen *lach*. Es ist sehr schön, das alles zusammen gefasst hier nachlesen zu können und ich möchte natürlich weiterhin gern hier dabei sein 🙂 .

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    1. kamikatzezwerglis Autor

      Liebste Britta ❤ Ich freue mich sehr, dass du auch hier bei uns bist – so wie du damals in unseren Anfängen bei MM bei uns warst ❤ Und ja, da sagst du was: Ich vergesse manchmal selber schier, welche Vergangenheiten meine Katzen teils haben – aber: Unsere Erfahrung zeigt auch, dass wir Menschen noch die einzigen sind, die daran zurückdenken – Katzen können so viel besser vergeben, "vergessen" und die Gegenwart geniessen als wir es teils können. Sie sind ein grosses Beispiel für uns ❤ Lucie zB. ist aufgrund schwerster Misshandlungen behindert – aber sie ist voller Sonnenschein ❤ Sowas beeindruckt mich sehr 🙂

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  2. Erzesel

    Zugegeben ich bin nur über den Zusammenstoß mit einem „etwas“ unangenehmen Vertreter der Fraktion „Tierschutz und Ernährung“ auf Deine Seite gestoßen….
    Ich gehöre zu den Wanderern des Web. Ich brauche keine Tolle eigene Seite und das Was ich zu sagen habe bringe ich dort zum Ausdruck, wo es für Richtig halte.
    Deine Seite finde ich ganz toll…vor allem Dein Schreibstil whau…
    Ich konnte Förmlich hinter Deine Augen schlüpfen….
    Mach weiter so… Ich schaue sicher mal wieder vorbei…

    PS: Deine Faramee sieht aus wie meine ehemalige Perser Angie…*schluchtz*

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    1. kamikatzezwerglis

      Hallo Erzesel, willkommen bei den Zwerglis! 🙂 Danke für dein Lob, ich freue mich, dass dir die Seite gefällt! ❤ Und ja: Ich weiss, wen du da meinst… 😉 Es ist immer schade, wenn die Liebe zum Tier zu blinder Verachtung für seinesgleichen führt… Hier darfst du gern zum Ausdruck bringen, wenn du etwas zu sagen hast 😉

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  3. Pingback: Moriah: Zusammenführung reloaded <3 | kamikatze-zwerglis

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