Sicherung von Dachfenstern

Ungesicherte Fenster stellen für Katzen bekanntermassen eine → tödliche Gefahr dar. Auch wenn Katzen sehr vorsichtig und gute Balancierer sind: ein vorüberfliegendes Vögelchen, ein brummendes Insekt, ein im Wind tanzendes Blatt – und schon wars das mit der für Katzen sonst so typischen Contenance.

Wie man normale Fenster mit Hilfe von Holzrahmen und Katzennetz oder Draht sichert, kann sich vermutlich fast jeder auch ohne Anleitung vorstellen. Falls nicht, gibt es hier eine schöne → Anleitung.

Bei schrägen Dachfenstern wirds etwas kniffliger. Unsere Ausgangslage ist zB. diese hier:

Wie man sieht, kann man das Fenster nur öffnen, indem man es nach innen kippt – ein Netz inseitig davor ginge also nicht, sofern man das Fenster auch mal öffnen will. Will man das nicht, muss man es wiederum ja nicht sichern  smiley_emoticons_rolleyesnew

Unsere Lösung hier sieht nun so aus: Wenn es geöffnet ist, oben dicht, unten dicht:

Wenn es geschlossen ist, ist die Sicherung mehr oder weniger „dezent“ sichtbar:

Wir brauchen dafür pro Fenster zwei Gitterkonstruktionen, eine für die Öffnung unten, eine für oben.

Man nehme pro Fenster:

  • 8 Holzlatten (4 in der Breite der Fensteröffnung, 2 in der Höhe der Fensteröffnung unterhalb des Drehwinkels des Fensters, 2 in der Höhe der Fensteröffnung darüber)
  • pro Rahmen: 16 kleine Schrauben (ca. 4 mm lang – je nach Holzdicke der Gitterrahmenleisten) – macht pro Fenster: 32 Schrauben  smiley_emoticons_gucker2
  • pro Rahmen 4 Winkel – pro Fenster also 8
  • pro Fenster: 4 kleine Scharniere – 2 für den unteren Rahmen (wird unten erklärt), 2 für den oberen Rahmen – und die dazugehörigen Schrauben (kann man im Pack so kaufen)
  • 2 Ösen mit 2 Einhängern (wird unten erklärt)
  • 1 Bilderaufhäng-Öse (mit Schrauben – gibts auch im Pack), um den oberen Gitterrahmen oben befestigen zu können, wenn man ihn nicht braucht
  • 1 son „L-förmiges“ Dings, das man in Holz schrauben kann, um was dran aufzuhängen (dafür gibt es bestimmt einen spezifischen Namen – aber den kenn ich nicht)
  • Hasendraht
  • Schraubenzieher
  • Tucker
  • Drahtschere
  • evtl. Farbe (und Pinsel)

Los gehts:
Die Holzlatten in Breite und Höhe zurecht sägen (kann man im Baumarkt direkt machen lassen).

Achtung 1: nicht vergessen, dass man bei der Bemessung entweder in der Höhe oder in der Breite die Breite der Latten abziehen muss!  Wenn also das Fenster zB. 1 Meter breit ist, die Latten je 1 cm breit sind, muss ich für die Rahmenbreite 1 Meter minus 2 cm rechnen)

Achtung 2: Damit die Fenstersicherungsrahmen ohne Zwängerei in den Fensterrahmen einpassbar sind, zieht am besten bei der Breite der Fenstersicherungsrahmen noch ein paar wenige Millimeter ab. Weitere Erläuterung dazu siehe ganz unten.

Dann werden die Latten eines Rahmens mit Hilfe der Winkel miteinander sicher verschraubt (also viermal pro Rahmen, logisch).

Zwischendurch hab ich die Rahmen noch dunkelbraun angemalt, damit sie im Fensterrahmen bei uns nicht so auffallen.

Dann wird der Hasendraht angetuckert – es lohnt sich, den Draht vor dem Festtuckern mit Zwicken zu fixieren, damit das dann auch alles stimmt und nicht verrutscht und so, denn beim Tuckern werden teils ziemliche Kräfte frei.

Ich hab das Ganze eben wegen dieser Kräfte auch mit einem Handtuch unterlegt beim Tuckern, damit der Boden keinen Schaden nimmt. Zudem hab ich für optimale Fixierung immer abgewechselt zwischen senkrecht und horizontal tuckern.

Das war der einfache Teil.

Jetzt zur Befestigung der Rahmen im Fenster: Ich möchte die Gitterrahmen ja möglichst mietwohnungsfreundlich (sprich: schadensarm) an den Fensterrahmen anbringen und die Gitterrahmen flexibel halten (Fenster putzen. Doch, doch: Muss auch mal sein). Daher: Der untere Gitterrahmen wird unten mit zwei Scharnieren am Fensterrahmen fixiert (minimale Einbohrlöcher), der obere oben:

Also: zwei Scharniere pro Rahmen = vier pro Fenster.

Beim unteren: unten einen ganz links aussen, einen ganz rechts aussen, beim oberen ebenso nur halt oben.

Achtung: Die Scharniere auf der Oberseite des Rahmens anbringen – nicht auf der Unterseite (ich hab das bei 4 Fenstern fast jedesmal beim ersten Mal falsch gemacht, daher… Ein bisschen konzentrieren muss man sich schon 😛 )

Dann die Gitterrahmen an den Scharnieren am Fensterrahmen festschrauben.

Damit ich den unteren Rahmen katzensicher befestigen, aber auch runterkippen kann, wenn ich zB. das Fenster putzen möchte (was man ja dauernd möchte) wird der untere Rahmen an seiner oberen Seite mit diesen Einhak-Ösen-Dingern am Fensterrahmen fixiert. So kann sich eine Katze auch mit ihrem vollen Gewicht ans Gitter hängen – der Rahmen hält:

Den oberen Rahmen braucht man an der Unterseite nicht zu sichern (ausser man möchte unbedingt) – der untere Teil des oberen Rahmens wird ja im ganz aufgeklappten Fenster eingeklemmt bzw. befindet sich in einer Höhe, wo keine Katze zugleich die Sicherung nach oben und das Fenster nach unten drücken kann.

An den Seiten bleibt ein bisschen was offen – das könnte man auch noch dichten, wenn nötig, in unserem Fall ist ein Entwischen durch den schrägen Dachbalken direkt daneben ausgeschlossen (oder man öffnet das Fenster einfach nicht weiter als bis schlüssig zum Fensterrahmen):

Nochmal das Ergebnis: Wenn das Fenser zu ist, sieht das so aus:

Der obere Rahmen wird der Optik halber im geschlossenen Zustand durch eine Öse oben am Balken fixiert (eben zB. dank Bilderrahmen-Öse und dem „L-förmigem“ Dings).

Wenn ich das Fenster putzen möchte, kann ich den unteren Rahmen dank Scharnieren und Ösen einfach runterklappen, dann ist es, als wäre gar kein Rahmen da.

In unserem Fall seht ihr auf dem Foto seitlich an den Fensterrahmen nun leichte „Schrammspuren“, da mein Kater Max im Sommer 2016 vor seinem Tod gerne über die Dächer wanderte, und mich öfter übers Dach im Arbeitszimmer besuchen kam – so musste ich die Sicherung weit öfter öffnen als zum Fenster putzen. Wie oben schon geschrieben, könnte es darum sinnvoll sein, die Sicherungsrahmen in der Breite einige Millimeter schmaler zu machen als der Fensterrahmen es ist, damit das Ganze nicht schrammend satt sitzt:

Ähm – kann man das nachvollziehen? Ist das hilfreich? Also wir sind hier sehr sehr happy damit.

2 Gedanken zu „Sicherung von Dachfenstern

    1. kamikatzezwerglis Autor

      Liebe Vlexigana – das wusste ich ja gar nicht (mehr?)! Dann versteht mans also einigermassen? Es freut mich natürlich sehr, dass dir die Anleitung nützlich war ❤ Ich bin hier so happy mit der Lösung – gerade als es letzten Sommer doch wieder über mehrere Tage fast 40 Grad heiss war, war es sehr erfrischend abends/nachts die Fenster weit aufzureissen und zu wissen: Da kommt keiner raus 😀

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