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1 Jahr Kamikatze-Zwerglis-Blog

Eigentlich hätten wir hier ja Grund zu feiern: Den Kamikatze-Zwerglis-Blog gibt es nun seit genau einem Jahr smiley_emoticons_kolobok-party-dancers

Die Zwerglis und ich danken allen, die uns in der Zeit nicht davongelaufen sind smiley_emoticons_blume – und natürlich auch jenen, die in der Zeit zu uns gefunden haben smiley_emoticons_hug

Auch wenn ich hier nicht ganz so fleissig schrieb wie ursprünglich geplant, fühlt es sich weiterhin richtig an, hier unser eigenes kleines virtuelles Reich zu haben, wo wir uns nach Belieben austoben können. Doch auch wenn hier noch einiges geplant ist, ist jetzt nicht der Moment für grosse Worte. Vor wenigen Tagen erfuhr ich, dass Faramees Patenonkel, der ebenfalls hier ihre Geschicke nach unserem Foren-„Ausstieg“ (…) weiter mitverfolgt hatte, tragischerweise verstorben ist – es fühlt sich ausgesprochen eigenartig an zu wissen, dass er hier nie wieder kommentieren wird. Natürlich nicht nur das – ich hoffe, ihr versteht. Es macht mich einfach gerade irre traurig.

Zudem legt mich gerade eine mysteriöse Bronchitis mit Hang zur Lungenentzündung in jeder Hinsicht auf Sparflamme. Und so gammle ich die Tage hier zwischen Koma, Halbschlaf und Fieberträumen so rum und geniesse in den wenigen wachen Stunden die Aussicht von meinem Krankenlager aus:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Aussicht heute Nachmittag jedoch freute mich ganz besonders: Ich ertappte Moriah (einmal mehr) dabei, wie sie ganz von sich aus ihre nähere Umgebung hier unten selbständig erkundete – es sind erst wenige Meter, aber immerhin – ein weiterer grosser Schritt für Moriah:
moriah-erkundungstour

… und schliesslich auf der Terrasse landete:
moriah-erkundungstour2

Demnächst dann mal wieder mehr (ja, auch Fotos und so smiley_emoticons_razz)

Für den Moment einfach mal wieder: Danke euch allen, die immer noch dabei sind smiley_emoticons_herzen02 1 Jahr – hipphipp, hurra! smiley_emoticons_kolobok-party-dancers Die grosse Party holen wir dann nach smiley_emoticons_torte

ps: Und weil wir ja keine Pausen kennen, geh ich morgen früh trotz Bronchitis mit Thillie zum Tierarzt: Sie hat doch wieder abgenommen und trinkt auffällig viel in letzter Zeit. Und wenn ich schonmal Zeit habe… smiley_emoticons_rolleyesnew

Lernfähigkeit ist eine Gnade – für Mensch und Tier

Nachdem ich endlich begriffen hatte, welch grosse Verantwortung ich als Tierhalter trage, und dass es definitiv nicht reicht, das Beste nur zu wollen, versuchte ich mich darin, das Bestmögliche zu tun.

Nach → Sahibs unnötig langem Todeskampf und → Mogwais ebenso unnötigem Leiden, stürzte meine Welt ein: Ich hatte bei beiden auf ganzer Linie versagt. Ich hatte bis zu diesem Punkt meine Verantwortung als Tierhalter komplett unterschätzt, war der Aufgabe ganz offenkundig nicht gewachsen und musste also dringend dazulernen.

Als Erstes wechselte ich die Tierarztpraxis. Ich liess mir in einem Schweizer Katzenforum einige Zürcher Kliniken empfehlen und schrieb jener, die mir den modernsten Eindruck machte, eine E-Mail, in der ich freundlich aber bestimmt darauf hinwies, dass ich alte, chronisch kranke und behinderte Katzen habe – ja: auch solche aus dem Ausland – und sie mir bitte direkt sagen möchten, falls sie da eine „kritische“ Haltung haben, so dass ich weitersuchen kann.

Die Antwort der noch heute dort tätigen Assistentin war herzerwärmend ♥

Als Nächstes las ich mich in alles ein, was bei meinen Katzen bisher diagnostiziert worden war. Namentlich hier genannt Omars CNI und Mathildes → FIV. Ich vermied dabei Communities, da ich keine Horrorgeschichten wie zB. über Mathildes FIV damals, sondern so weit vorhanden Fakten wollte. Das ist jetzt keine Kritik an Communities – sie sind nur oftmals einfach nicht der richtige Ort, um sich inhaltlich auf womöglich dereinst lebenswichtige Entscheidungen vorzubereiten.  Aber ich erfuhr damals in einer Community grossartige emotionale Unterstützung dabei, diese teils sehr schweren Entscheidungen dann auch durchzuziehen – das ist die Stärke von Communities ♥

Und dann kam unsere grosse Prüfung. Das Jahr 2012.

Es wäre zu viel, alles hier nochmals zu erzählen, und einigen von euch geht die ewige Leier wahrscheinlich auch schon langsam auf die Nerven 😛 Doch der Zeitraffer zeigt vielleicht jenen, die uns noch nicht kennen, welche Lawine der Angst, des Schmerzes und auch des Lernens uns damals plattwalzte.

Ich beginne den Rückblick sinnigerweise dort, wo alles anfing, und beschränke mich auf die Aspekte, um die es mir hier geht:

Februar 2012
Ruhe vor dem Sturm

Anfang Februar beginnt der damals 22-jährige CNI-Patient Omar stark abzubauen – sein Zahnfleisch ist extrem entzündet und er nimmt weiter drastisch ab. Iwon verkracht sich mit Omars Homöopathen – man trennt sich im Streit. Na – Hauptsache, man trennte sich.

März
5. März: Schock-Diagnose für Mathilde. Beim jährlichen Kardio-Schalltermin (wegen HCM) zeigt sich, dass einer von Mathildes rechten Lungenlappen kollabiert ist. Nur eine OP kann die Ursache klären und mutmasslich – wenn überhaupt – ihr Leben retten. Sollte sich bei der OP zeigen, dass ein Tumor oder ein Infekt schon weit fortgeschritten ist, würde man sie schlafen lassen. Die OP wird schliesslich für Donnerstag, den 8. März, angesetzt. Ein langer Leidensweg nimmt seinen Lauf…

8. März: Mathilde übersteht die OP mit Bravour! Kein Tumor, „nur“ ein Abszess.

Schicke Frisur:

12. März: Mathilde darf nach Hause.

Mathilde braucht unendlich viele Medikamente, die sie aber brav annimmt. Sie erholt sich langsam, aber stetig.

Auch Omar hält sich derweil tapfer. Er speichelt sich zwar regelmässig voll und muss von mir entsprechend regelmässig „gebadet“ werden, um den blutverschmierten Kleister aus seinem Fell zu bekommen – aber ansonsten ist er fidel und munter. Wohlwollende Menschen empfehlen mir dennoch, „dem ein Ende zu setzen“.

21. März: Omar muss nun doch in Narkose – die Zahnfleischentzündung ist so schlimm, dass man nicht mehr drumrum kommt. Erneut wird mir geraten, ihn direkt einschläfern zu lassen, weil er die OP ja eh kaum überleben könne. Oder sonst die OP zu unterlassen, weil er ja dabei sterben könnte. Ich sehe das nicht ein: Ihn direkt töten oder sonst leiden lassen, weil ihn die Hilfe töten könnte?

Bei der OP sollte sich herausstellen, dass seine Zähne wider Erwarten in gutem Zustand sind – er aber eine urämische Anämie hat, die es notwendig macht, 2x pro Woche zur Infusion zu fahren. Gut, dann machen wir das.

Mathilde erholt sich derweil weiter von der schweren OP:

23. März: Mathildes Fäden werden gezogen. Inzwischen weiss man, dass ein eingeatmeter Fremdkörper Ursache für den Lungenlappenkollaps war. Also keine weiteren Folgen zu erwarten, keine Krankheit.

April
12. April: Die schlimmste Nacht überhaupt: → Ich fand Mathilde gegen 0.30 Uhr erstickend halb unter dem Sofa. In der Notaufnahme konnte ihr Leben in allerletzter Sekunde gerettet werden.

Diagnose: Perikarditis, Herzbeutelentzündung. Eine Krankheit, die bei Katzen eigentlich gar nicht vorkommt.

Wieder eine endlose Zeit der Ungewissheit, des Hoffens und Bangens – des nicht Wissens, was richtig oder falsch ist… Die Ärzte im Tierspital kommen zum Schluss, eine erneute Brustkorböffnung sei Mathildes einzige Chance: Herzbeutelentfernung. Die OP wird auf den 25. April angesetzt.

Nette Menschen, die es wirklich gut mit uns meinen, raten mir davon ab, Mathilde erneut durch diese Strapazen zu schicken. Ich dachte natürlich darüber nach und kam zum Schluss: „Es gibt nur drei Möglichkeiten. 1. Ich lasse sie direkt einschläfern. 2. Ich lasse sie langsam ersticken – denn die Flüssigkeit wird bald wieder auf Lunge und Herz drücken. 3. Die OP. Ich wähle die OP.“ Wenn Mathilde die OP nicht überlebt, hatte sie dennoch wenigstens eine Chance.

Der eine oder andere meint, wie vielen notleidenden Katzen ich mit dem Geld für die OP helfen könnte, statt „nur einer“. Auch diese Überlegung nehme ich ernst: Mehrere Tausend Franken, was könnte man damit alles machen… Aber darf man so rechnen? Ich halte mich an Antoine de Saint-Exupery: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

Mehrmals täglich muss ich Mathildes Atmung kontrollieren: Maximal 40 Atemzüge pro Minute sind noch ok, 50 wären kritisch, bei 60 alles stehen und liegen lassen und ab zur Notaufnahme. Mathildes Atmung ist stabil zwischen 38 und 42. Ich schlafe nachts bei ihr auf dem Sofa.

23. April: Lucie kommt heute mit zu Omars Infusion, weil sie wieder geröchelt und gekeucht hat. Das wird schnell behoben, aber es zeigt sich, dass ihre süssen Vampirzähne raus müssen.

24. April: Lucie bekommt die Zähne gezogen und übersteht die OP einwandfrei. Vampirzähnchen in loving memory:

Lufie ift auch ohne Fangfähne fön:

25. April: Mein Geburtstag. Mathilde wird am Herzen operiert. Sie überlebt. Von nun an wird es UNSER Geburtstag sein. Meine herzensgute Freundin Cheesy half mir auf diesem so angstvollen und schmerzlichen Weg so sehr – danke! ♥

Doch Mathilde erholt sich nicht wie erhofft – das Bangen geht weiter.

30. April: Mathilde darf heim.

Mai
7. Mai: Mathilde schien sich inzwischen doch sehr gut gefangen zu haben, Atemfrequenz an der oberen Grenze knapp über 40. Beim Entfernen der Tacker im Spital wurde nochmal ein Schall gemacht. Die Flüssigkeit ist wieder da: Die OP habe nichts gebracht, die Entzündung sei wohl schon aufs ganze Herz übergesprungen – nichts mehr zu machen. Ausser: Cortison. Die letzte Hoffnung… Trotz FIV.

8. Mai: Wir beginnen mit dem Cortison. Wenig Hoffnung ist besser als keine.

9. Mai: Omar feiert seinen 23. Geburtstag. Und wir begehen auch LouLous ersten Todestag.

14. Mai: Mathilde hat Kardio-Kontrolle. Der worst case ist eingetreten: Das Cortison schlägt nicht an – Mathildes Herz vernarbt weiter. Die Ärzte geben sie auf.

Es folgt eine nervenaufreibende Zeit, in der ich (scheinbar) zwei sterbende Katzen begleite und oft nicht ein noch aus weiss. Ich messe Atemfrequenzen, wasche nun täglich einen verspeichelten Katzenopi ♥, vertüfftle mich darin, wie ich all die Medis in Katzis bekomme, fahre zweimal pro Woche mit Omar morgens vor der Arbeit zur Infusion in die Praxis – er geniesst diese Ausflüge. Aber ich muss irgendwie auch Job, Haushalt und alles andere irgendwie hinkriegen. Freunde kommen zu kurz, werden teils wütend, wenden sich von uns ab.

22. Mai: Kontrolltermin mit Omar und Mathilde. Mathilde ist stabil, aber sehr schwach. Omar baut nun radikal ab: nur noch 3 Kilo von einst über 7. Der Tierarzt will am 25. Mai entscheiden, ob Omars Lebensqualität noch ausreichend gegeben ist.

Es ist, als hinge ein Damoklesschwert über uns: Wie verbringt man „letzte Tage“?

25. Mai: Omar wiegt nur noch 2,8 Kilo. Aber der Tierarzt meint, Omar sei noch voll da – und solle noch bleiben dürfen.

Juni
Eine emotional sehr wacklige Zeit. Aber es gibt viele schöne Momente, die wir bewusster als sonst geniessen. Es ist wahnsinnig schwierig – irgendwie soll diese letzte Zeit „besonders“ sein. Wie dumm. Unsere Lebenszeit sollte immer besonders sein ♥

Juli

Mathilde nimmt zu, Omar ab. Erst freute ich mich über Mathildes Gewichtszunahme, bis mir klar wurde, dass diese zusätzlichen 400 Gramm auch Flüssigkeit sein können. Es stellt sich jedoch heraus, dass das runde halbe Kilo mehr durch und durch Mathilde ist, keine Flüssigkeit ♥

Omar wird inkontinent. Erst tappe ich in alte Muster und bin geneigt, dies auf seinen Gesamtzustand zu schieben. Aber ich habe ja dazugelernt: Der Tierarzt stellt einen Harnwegsinfekt fest, der schnell kuriert ist. Omar bleibt dennoch inkontinent. Der Parkett wird grossflächig mit Windelunterlagen abgedeckt. Omar kann ja nichts dafür. Der Parkett auch nicht.

18. Juli: Der Tierarzt hatte darauf gedrängt, dass wir Mathilde nochmal zum Kardio-Schall bringen, um zu sehen, wie es um die Herzentzündung steht. Grosses Erstaunen in der Kardio-Abteilung des Tierspitals: Mathilde ist stabil – weiterhin keine Flüssigkeitsansammlung.

27. Juli: Wir sind erneut beim Tierarzt wie so oft. Er gibt Omar noch letzte 24 Stunden – nun steht es fest: Omar tritt seine grosse Reise am 28. Juli um 11 Uhr an. Der Tierarzt erklärt mir sanft aber eindringlich, was nun mit Omar passieren wird. Ich weine. Der Tierarzt gibt Omar ein letztes Mal Schmerzmittel und seine Infusion, damit er seine letzten 24 Stunden einfach noch leben kann, ohne zu leiden.

28. Juli: Ein grosser Kämpfer hat diese Welt verlassen – der Übertritt war ganz sanft.

Omars Tod schmerzt mich sehr – so viele gemeinsame Jahre ♥ Doch es zerfetzt mich diesmal nicht. Der Tod steht nunmal am Ende eines jeden Lebens, das ist unvermeidlich. Was es auf dem Weg dorthin zu vermeiden gilt, ist Leid. Diesmal habe ich alles richtig gemacht.

August
Das erste Mal seit einem Jahr besuche ich wieder meine Familie in Berlin – zuvor war ich fast ein Jahr lang nicht mehr verreist um Omars Willen.

22. August: Das Wunder. Mathildes Kardio-Kontrolltermin ergibt: Sie ist geheilt – ihr Herz zeigt keine Entzündungsanzeichen mehr. Das war medizinisch eigentlich gar nicht möglich. Der Chef-Kardiologe hat Tränen in den Augen – er kann es selber nicht fassen und sagt: „Wenn eine das schafft, dann eine gebeutelte Strassenkatze – die sind so stark.“ War ich je glücklicher?

Zurück im Jahr 2014
Mathilde liegt gerade glücklich schnarchend neben mir auf dem Sofa ♥ Ich weiss nicht, wie viel Zeit ihr noch bleibt (das weiss man eh nie). Sie ist ca. 14 Jahre alt (eher älter gemäss Schätzung der Klinik), ist FIV-positiv, hat SDÜ, Herzprobleme… Aber sie geniesst ihr Leben, sie spielt auf ihren drei dürren Beinchen, meckert, geniesst die ersten Anzeichen des Frühlings. Und sie hat – HEY – die tiermedizinische Fachwelt mal eben umgehauen 😀

An Omar kann ich dankbar zurückdenken, ohne jedesmal in Tränen und Selbstzerfleischung auszubrechen ♥ Sein letzter Weg war richtig und gut begleitet von einem einfühlsamen und fachkundigen Tierarzt, der stets auf ihn und mich achtete.

Omars letzte Monate hier bei uns waren eine stete Zerreissprobe für mich. Ich hatte jedes Urteilsvermögen über sein Wohlbefinden verloren – ich pendelte immer nur zwischen der Sorge, ihn zu früh aufzugeben oder aber ihn zu lange hier zu halten. Er war am Ende kein schöner Anblick mehr (fürs Auge – fürs Herz war ers immer) – ich habe auch keine Fotos mehr von ihm gezeigt. Einerseits, um seine Würde zu wahren, anderseits weil bei seinem Anblick wohl viele entsetzt einen Schritt zurückgewichen wären. Doch Omar war das Einerlei: Er sah zwar teils aus wie ein blutverklebtes strubbeliges Gerippe, sprang aber dennoch weiterhin auf die Küchenanrichte, ging auf die Terrasse, spielte sogar noch mit den anderen Zwerglis.

Aber an jenem 27. Juli, als es „so weit war“, sah sogar ich das in seinen Augen: Er war müde, unendlich müde.

Wer diesen Weg noch nie oder vielleicht erst einmal so traumatisch wie ich damals bei Sahib gehen musste, traut sich womöglich zu wenig oder auch zu viel zu. Man kann sich ohne eigene – wiederholte – Erfahrungswerte auf „so etwas“ nicht emotional vorbereiten – ich glaube nicht, dass das geht. Aber man kann sich thematisch und dahingehend darauf vorbereiten, dass man sich eingesteht, keine Ahnung zu haben, was nicht nur emotional auf einen zukommt. Und bereit zu sein, dazuzulernen, indem man Fehler nicht beschönigt, sondern daraus lernt. Auch aus den Fehlern anderer. Damit ist sowohl Tier wie Mensch geholfen ♥

Und darum wird mein Rat in allen Krankheitsfällen immer nur einer sein: Sucht euch einen fähigen Tierarzt, der sowohl seine Patienten wie auch seine Kunden stets ernst nimmt. Fürchtet nicht den Tod eures geliebten Wegbegleiters, sondern sein Sterben. Erspart eurem geliebten Wesen nichts, was klischeehaft als „stressig“ gilt. Wir haben Verantwortung übernommen – lasst sie uns wahrnehmen.

Sterbebegleitung für jemanden, für den man die vollumfängliche alleinige Verantwortung übernommen hat, ist schwer, ja. Aber: Sie kann auch in gewisser Weise „schön“ sein. Doch, ehrlich ♥ Man kann einem geliebten Wesen bis zuletzt an der Seite stehen und es dann sanft an der Hand nehmen, um es in Liebe, Geborgenheit und Respekt loszulassen.

Seid tapfer, wenn es so weit ist, und lasst euch auf eurem Weg nicht beirren ♥

Siehe dazu auch unser neues Kapitel: → Der Abschied

„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“
Antoine de Saint-Exupery

Konkurrenzveranstaltung zu Sotschi :D

Wen interessieren die olympischen Winterspiele, wenn sich zeitgleich die Kamikatze-Zwerglis in sportlichen Disziplinen messen? Eben.

Wenn man – wie ich gerade – krank daheim rumliegt, mag man ja nicht so gern ständig wieder aufstehen, nur weil man mit Schrecken feststellt *dramatische-Musik-einblend*, dass man ganz dringend was Wichtiges braucht, sich folglich genötigt sieht, sich aus seiner bequemen Kuschelhöhle zu schälen, um sich mit letzter Kraft zum Bestimmungsort zu schleppen, um dann wiederum völlig ermattet wieder aufs Bett/Sofa zurückzusinken. Nein, man spart endlich mal wirklich Energie: Darum holt man beizeiten alles Benötigte möglichst nah ans Bett/Sofa und drappiert alles schön bequem in Reichweite um das leidende Ich herum. So auch die Katzen 😀 Während ich also meinen Bewegungsradius aufs maximale Minimum reduzierte, übten sich die Zwerglis dennoch diszipliniert in der Mannschaftssportart „Da-ohne-Bird fangen“:

Man beachte den Teamgeist – insbesondere jenen von → Moriah. Ok, gut: Dass sie die erbeutete Spielangel auch mal wieder loslassen müsste, um das Spiel in Schwung zu halten, ist noch nicht ganz bei ihr angekommen… Das sind halt noch so die Überbleibsel ihrer Einzelkämpfernatur smiley_emoticons_charly_bissig 😉 Aber ansonsten ist das alles in allem doch nicht schlecht, oder? (Nein, ich meine damit nicht die Bildqualität – die ist gewohnt schlecht. Das muss so 😛 )

Und auch unsere alterstabellarische Statistik-„Seniorin“ smiley_emoticons_rolleyesnew Mathilde macht mit ihren 14 (bzw. tabellarisch angeblich 72) Jahren noch ziemlich engagiert mit. Ok – aufstehen würde sie dafür jetzt nicht, ne 😛

Moriahs sportliche Königsdisziplin → „Katzenzusammenführung“ wurde in ihrer Reinform natürlich auch nicht vernachlässigt – eigtl. hätte ich gern endlich mal auf Video festgehalten, wie Moriah und Felize oder Moriah und Faramee nasbusseln, doch natürlich spielten die Protagonisten da wiedermal nicht mit smiley_emoticons_ins-auge-stechen So konnte ich nur ein „Po-Schnuppern“ einfangen. Na, immerhin Silber 😀

Und was machte eigentlich Shakti derweil? Unsere Sportministerin und Cheftrainerin verfolgte alles mit gestrengem Blick von ihrer Trainerbank aus:
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Nun ruhen auch unsere Athleten nach diesem gelungenen Eröffnungstag 😀 Und ich tue es ihnen gleich und kuriere weiter meine Bazillen-Attacke aus 😀 smiley_emoticons_fips_eazy_wink

Gute Vorsätze für 2014? Hier wird jetzt Sport getrieben!

Sport treiben? Ich doch nicht. Wo denkt ihr hin. Aber die Zwerglis. Die haben jetzt ihren eigenen Sportplatz.

Regelmässigen Lesern ist bekannt, dass Mathilde auch auf ihren drei Beinchen ein begeisterter Sportfan ist, der jeden Abend zum Sportplatz in unserem Hausflur joggt und dort dann – naja. Irgendwas macht:

 

Leider gehört Mathildes Sportplatz aber unseren Nachbarn, die ihn – man staune – als Fussabtreter missbrauchen! smiley_emoticons_gucker2 Und so kam eine ganz liebe Freundin auf die brillante Idee, den Zwerglis ihren eigenen Sportplatz zu schenken ♥ Und heute kam er an 😀 Seht selbst:

Unsere Paket-Kontrollinspektorin Lucie geht sofort gewissenhaft ihrer Aufgabe nach:
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Mathilde war sofort klar, dass da was Interessantes angekommen ist (nein: Nicht die Dreamies 😛 )
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Regieanweisung aus dem Off: „Pssst, Faramee: nicht die Dreamies!!!“
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Kaum war der neue Sportplatz ausgepackt, hoppelte Mathilde denn auch umgehend zu dem quadratischen roten Ding, das da plötzlich in der guten Stube lag:
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Mathilde macht ne Ansage: „Ey Loidde, mal herhören! Das ist MEINER, klar?“
Alle: „Ja, ist klar“ pf.
Faramee derweil stretcht sich im Hintergrund schonmal warm…sport0

Faramee: „Mach mal Platz hier, Thillie. Ich muss meinen Luxuskörper auch mal wieder in Form bringen und mich lässt der Zweibein-Riese ja nicht auf den Hausflur raus zu Nachbars Sportplatz, also rutsch ma’n Stück, ja?“ *streeeeeeeetch*streching

Nachdem sich Faramee geschmeidig gemacht hat, erklärt sie Lucie die Regeln fürs Ringen: „Wer über den Rand rutscht, hat verloren. Alles klar?“
Lucie: „Blöde Kuh.“
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Lucie erklärt ihrerseits dann Faramee und den anderen, dass sich der neue Sportplatz ganz hervorragend für die Königsdisziplin des Katzensports anbietet: Rollmopsen.

Rollmops-Trainer Lucie: „Ok, Zwerge: Ohren spitzen und Schnauze halten! Erstmal gekonnt in Position bringen – ganz wichtig!“
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„Material erfühlen, eintauchen, spüren.“
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„So ganz sensitiv, ne?“
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„Und gaaaaaaaaaaaanz sachte hin- und herrollen für den Anfang. So – nu macht ihr mal nach!“
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In der Folge taten alle wie geheissen: Jeder hüpfte, rollte und schnuppelte auf dem neuen Sportplatz rum und lief sich anschliessend im mitgelieferten Karton warm – und dann gings ab: Staffette raus auf die Terrasse, rein von der Terrasse, hoch die Treppe, runter die Treppe, zu fünft auf den Kratzbaum Moriah erschrecken, und dann von vorn 😀

Liebste Brigitte: ganz ganz herzlichen Dank für das grossartige Geschenk!!!! ♥ ♥ ♥ Hier war gerade echt die volle Gaudi – alle haben getobt und neue Disziplinen ausprobiert, ich sass nur noch lachend auf dem Sofa smiley_emoticons_rofl3 (und lachen ist ja auch gesund 😀 )

Ich hoffe, dass die anderen Zwerglis nach der ersten Aufregung morgen oder so Mathilde auch mal auf die Matte lassen, ohne sie ständig umzurennen 😛 Mathilde ist ja mehr so der Yoga-Typ 😉

Herzlichsten Dank!!! Du hast den Zwerglis und mir eine riesige Freude gemacht – einfach zauberhaft: Wir haben jetzt unseren eigenen Sportplatz, das ist Hammer! ♥

Welche neuen Disziplinen sich die Zwerge dazu noch ausdenken, die Austragungen olympischer Wettkämpfe und weitere News werden natürlich vermeldet!! 😀

Danke ♥ *knuuuuuuuuuuuuuutsch* ♥

Weihnachten naht: Einzigartige Geschenke kaufen und damit Gutes tun <3

Wahrscheinlich habt ihrs schon gemerkt: Weihnachten naht 😀 Darum möchte ich mich hier gerne nochmal für eine zauberhafte Geschenkidee stark machen: Tierportraits von Stefania Re.

Stefania Re ist nicht „nur“ eine → aufopferungsvolle Tierschützerin in Italien, die sprichwörtlich ihr letztes Hemd für ihre Schützlinge gibt und mir vor vier Jahren meine → Mathilde anvertraute. ♥

Sie ist auch eine begnadete Künstlerin, die sich auf Tierportraits spezialisiert hat. In diesen Gemälden liegt so viel Liebe und künstlerische Kraft, dass sie eigentlich „unbezahlbar“ sind 😉 Und vor allem: Mit jedem bestellten Gemälde unterstützt man ihre Arbeit für verlorene Seelen ♥

Einige Beispiele möchte hier gerne zeigen:
Nicht für alle habe ich noch die Fotovorlagen gefunden – wo ja, mit, wo nicht, ohne 😛

Stefania bietet zwei verschiedene Techniken an: Acryl (fotorealistisch) und gemischt (interpretiert). Hier ein Eindruck:

Acryl
Meine Lucie als Gemälde
Lucie_painting

Sternchen LouLou – Fotovorlage:
LouLou_portrait.resized

LouLou als Acryl-Bild:
LouLou_portrait

Mathilde in der Fotovorlage:
Mathilde_sw

Das Acrylbild von Mathilde:
mathilde_acryl

Sternchen Omar in Acryl:
Omar_portrait

Sternchen Mogwai (die Fotovorlage hier war mangels existenter Bilder nach Mogwais Tod ein kleines Mini-JPG von Mogwais Vermittlungsanzeige damals) Das Ergebnis von Stefanias Arbeit ist ein A3-Format wunderschönes Bild meiner leider viel zu früh verstorbenen Katze Mogwai):
mogwai_portrait

Gemischte Technik
Mathildes Fotovorlage:
Mathilde_front_mm

Stefanias Interpretation der Vorlage:
mathilde_gemischtetechnik

Cheesys Galerie ihrer 3 plus ein *:
http://meow.ch/katzenkram.html

Das aktuellste und neuste Beispiel für eine Bestellung aus meinem Freundeskreis: Die Vorlagen
img_1140a7uwu

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Stefanias Interpretation nach Wunsch der Kundin:img_1585k0sd3

Mehr Beispiele von Stefanias Arbeit findet ihr auch hier:
www.ameise.com
www.illustrations.it

Diese grossartigen Bilder sind nicht nur für uns eine grosse Freude und für die Ewigkeit, sondern reale Hilfe hier und jetzt für notleidende Tiere in Italien, für die Stefania alles tut ♥ Das Honorar für ein Bild ist IMMER eine direkte Hilfe für den Tierschutz ♥

Lassen Sie Ihren kleinen Liebling von der italienischen Künstlerin Stefania Re als Gemälde verewigen. Die vielseitige Künstlerin Stefania Re hat sich im Laufe der Zeit auf Tierporträts spezialisiert; die Acrylgemälde entstehen auf Leinwand oder stabilem Karton.

Preise auf Anfrage (abhängig von Format und Technik); als Anhaltspunkte:

Acryl-Bild
– im Format 28×35 cm: ab 150 Euro (zzgl. Versand)
– im Format 35×50 cm: ab 250 Euro (zzgl. Versand)

Bild in gemischter Technik ab 75 Euro (zzgl. Versand)

Die Preise sind jedoch je nach Kundenwunsch Verhandlungssache. Bitte bedenkt, dass Stefania in jedes Bild nicht nur viel Liebe, sondern auch viel Zeit investiert: So ein Acrylbild umzusetzen, dauert schonmal bis zu zehn Tage. Rechnet selber hoch, wie man nicht nur davon leben, sondern auch noch all die guten Taten finanzieren soll 🙂 Diese Bilder sind weit weit mehr „wert“ – zollt einer grossen Künsterlin Respekt ♥

Und man kann sowas auch wunderbar als Gutschein verschenken 😀

Mein Weihnachtswunsch hat sich erfüllt ♥

Das diesjährige Weihnachts-Katzenforums-Wichteln war mit das schönste, das wir hier erleben durften. Gestern kam unser Wichtelpaket an. Doch das war nicht die einzige Überraschung 😉

Da für uns zu einem ordentlichen Wichtelpaketfest auch der Weihanchtsbaum dazugehört, wurde gestern also erstmal aufgebaut:
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Es kann losgehen:
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Faramee checkte die Lage (einer muss ja, ne?):
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Lucies Logik: Karton leer = Karton guuuuut!
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Lucie rappelt im Karton (über die Videoqualität darf grosszügig hinweggesehen werden – wir wollen das so! 😛 ):

Nur eins ist noch besser als Karton: Stinkekissen im Karton 😀

Sogar Tünn traute sich dann trotz Staubsaugertrauma heute noch raus:
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Moriah bekam als Erste ihr Geschenk:
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Ihre Reaktion:
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Moriah im Glück:

Mathilde reagierte auf ihr Geschenk nicht unähnlich:
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Andere gucken derweil und staunen:
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Wem das neue Bettchen gehört, war schnell geklärt 😛
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All diese grossartigen Geschenke für die Zwerglis und mich ♥♥♥
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Doch das allerschönste und unbezahlbarste Geschenk für uns hier: Wer → Moriahs Geschichte kennt, weiss, dass mir bei solchen Bildern das Herz schier platzt – Ex-Angstkatze Moriah ist mitten dabei:
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Wichteln 2013 – und alle machen mit ♥♥♥

Doch das Highlight: Später kam auch Shakti noch dazu – und gerade zwischen Shakti und Moriah gibt es ja immer noch das eine oder andere Akzeptanzproblem :-O
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Darum ist dieses Foto für mich das allergrösste Weihnachtsgeschenk, das man mir machen konnte: Wir feiern Weihnachten und Moriah ist mittendrin ♥
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Liebste weltbeste Wichtelmama 2013: Du hast uns eine RIESENfreude gemacht und uns zauberhafte Vorweihnachtsstunden beschert – ich weiss gar nicht, wie ich mich dafür bedanken könnte. Ein hilfloser Versuch daher: DANKE!!! ♥♥♥ smiley_emoticons_herzen02

Mathilde – vier Jahre mit dir ♥

Heute vor vier Jahren überschritt ich Grenzen. Und das ist gut so. Danke, Mathilde! ♥

Als vor vier Jahren Anfang Oktober meine erste „eigene“ Katze mit 21 Jahren altersbedingt starb, brach meine kleine heile Welt zusammen.

Auch wenn Sahib mit 21 Jahren für eine Katze ein schönes Alter erreichte, konnte ich mit seinem Tod nur sehr schlecht umgehen. Da mein reales Umfeld nicht wirklich verstehen konnte, warum mich der Tod einer Katze so fertig machte, wandte ich mich bald ans Internet: Ich meldete mich in einem Schweizer Katzenforum an 😉 Dort fand ich den Trost, den ich suchte, Menschen, die die tiefe Trauer „um ein Tier“ verstanden, akzeptierten und nicht klein redeten ♥ Und es dauerte – natürlich, wie ich heute weiss 😛 – nicht lange, eh man mich auf das „Testament einer Katze“ verwies ♥

Die liebe Foren-Admin verpasste die Chance nicht, mir auch direkt eine konkrete Katze als Sahibs „Erbe“ vorzuschlagen, die dringend ein Zuhause brauchte: Als unerwünschte Streunerkatze in Italien irgendwo zwischen Turin und Mailand geboren, bei einem Autounfall das linke Vorderbein verloren, jahrelang unter misslichsten Umständen gehalten, dann in ein „Heim“ verfrachtet und verwahrlost – gab sich die damals rund 10-jährige Katze langsam auf, verweigerte das Futter und erwartete nichts mehr vom Leben.

Diese Katze war die da:

IF

Nach meiner Zusage konnte Stefania Mathilde in Sicherheit bringen und bis zu ihrer Ausreise in der Praxis einer befreundeten Tierärztin einquartieren. Erst dann konnte Mathilde auf FeLV und FIV getestet werden. Den Rest möchte ich Mathilde erzählen lassen:

Eines Tages war die italienische Tierärztin sehr traurig. Sie schüttelte den Kopf und meinte: „Arme Mathilde, ich weiss nicht, was jetzt wird.“ Ich hörte nur das Wort „FIV“.

Es vergingen weitere Tage in Ungewissheit, was sollte nun aus mir werden? Doch dann kam eines Tages Besuch – zwei Frauen, die ich noch nie gesehen hatte, mich aber anschauten, als ginge es um mich. Die eine stand am anderen Ende des Metalltischs, während die Tierärztin mich nochmal untersuchte. Als die Untersuchung abgeschlossen war, hielt die Tierärztin meinen Kopf mit beiden Händen, sah mich an und sagte immer wieder: „Sei fortunissima! Fortunissima!“ Ich sei ein Glückspilz. So hatte ich das ja ehrlich gesagt noch nie gesehen. Dann strahlte sie die Frau am anderen Ende des Tisches an und sagte: „Grazie – mille grazie!“

Da begriff ich. Ich wand mich aus dem sanften Griff der Tierärztin, die lachen musste, als ich auf meine neue Mamma zuhumpelte. Die wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte, tat darum beides, kuschelte mich und meinte in einer Sprache, die mir noch fremd war: „Nun sind wir bald daheim. Ich kann sie leider nicht alle retten, aber dich schon.“

Zwischen mir und meinem neuen Zuhause in Zürich lagen zwar noch fünf Stunden Autofahrt, die ich mehrheitlich schlafend auf Iwons Schoss verbrachte, während ihre Freundin Esther uns fuhr – doch ich wusste: Nun war ich „zu Hause“.

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Ankunft in Mortara, Italien

Wir fahren heim:
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Als bei Mathilde FIV diagnostiziert wurde, war ich erstmal völlig überfordert – ich hatte keine Ahnung von der Krankheit. Ich recherchierte, befragte Tierärzte und FIV-Katzen-Halter, las alles über Ansteckungsgefahr und Krankheitsverlauf – und kam zum Schluss, dass FIV kein Grund ist, Mathilde im Stich zu lassen.

Die Schweizer → Einfuhrbestimmungen für Haustiere verlangen jedoch eine Tollwutimpfung, die in Anbetracht von FIV und Mathildes damals eh schon geschwächtem Gesamtzustand nicht ganz ungefährlich gewesen wäre. Ich reichte also beim Schweizer Bundesamt für Veterinärwesen ein Gesuch für eine Ausnahmebewilligung ein, dass Mathilde ohne Impfung einreisen dürfe – obwohl ich ziemlich sicher war, dass das Gesuch abgelehnt würde: Was kann ein Veterinäramt schon davon halten, dass jemand eine behinderte, kranke Katze aus dem Ausland in die Schweiz bringen will? 😦

Nur vier Tage später kam die Ausnahmebewilligung per Post.

Wir fuhren also nach Italien, um Mathilde heimzuholen.

Das ist nun schon vier Jahre her – vier wundervolle Jahre, in denen viel passiert ist, und in denen mich dieses kleine fahnlofe dreibeinige intergalaktische Kampfschiffchen so vieles lehrte, meinen Horizont erweiterte und mein Herz immer wieder tief berührt ♥

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Mathilde ♥

Ich verneige mich vor dir – du bist „nur“ eine Katze, mag manch ein Mensch denken. Für mich aber bist du ein Wunder auf drei Pfoten ♥ Danke, dass du uns als Zuhause ausgesucht hast. Und Danke an die Foren-Admin Michaela sowie Stefania und Cornelia, die Mathilde eine Zukunft schenkten! ♥

HAPPY MOVE-IN-DAY

Mathilde

Mathilde

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Wer Tiere aus dem Ausland aufnehmen möchte, beachte bitte die gesetzlichen Bestimmungen: → Einreisebestimmungen Haustiere für die Schweiz

Mit Wildchen Tünn zum Tierarzt. Und Mathildes Blutwerte :-(

Ich sollte gestern mit Mathilde zur Blutwertkontrolle und mit Tünn zur Impfung. Das war der Plan 😛

Unser Schrebergarten-Wildchen Tünn vom Katzenschutzbund Köln hatte gestern morgen zur Grundimmunisierung einen Impftermin. Ich war auch knallhart und wild entschlossen, mit dem Scheuling den Termin wahrzunehmen.

Aber Tünn nicht.

Ich ging also vor, wie ich es von klugen Menschen lernte: Treibe die scheue Katze in ein überschaubares Zimmer, schliesse die Tür und dann: Zugriff!

Nur.

Es gibt in unserer Wohnung eigtl nur zwei „überschaubare“ Zimmer – das sind das Bad und das Gäste-WC. Ansonsten gibt es hier nicht wirklich „Zimmer“ – alles offen. Und so versuchte ich mit Raffinesse und auch Tücke, den nicht hochhebbaren Tünn in eins der Bäder zu manövrieren. Es endete damit, dass fünf Katzen völlig fasziniert zuguckten, wie Iwon um 6 Uhr morgens mit einem Bettlaken durch die Wohnung tappst, Tünn ihr hakenschlagend ständig entkam, Felize jaulend unterm Sofa das Leid der Welt beklagte (sorry, liebe Nachbarn: Wat mut, dat mut) und ich derweil dem Ziel keinen Schritt näher kam. Ich lernte nur: Tünn ist überaus wendig, raffiniert und SCHNELL. 😛

Irgendwann flüchtete er sich ins Dachgebälk. Okeee. In dreieinhalb Metern Höhe – Scheisse. Ich habe keinen Schimmer, wie er da hochkam. Ich legte den gesamten Boden unterm Gebälk mit Kissen, Decken und dergleich mehr aus und kam zum Schluss: Schnapp dir denn nun Mathilde und geh mit ihr zum Blutwerttest. Tünn muss jetzt selber schauen. Sorry – was soll ich machen??

Also fuhr ich halt nur mit Thillie zum Arzt.

Mathilde hatte ja nach der OP bisserl arg heftig viel zugenommen… Nun hat sie arg heftig viel abgenommen (400 Gramm seit April) – das ist noch im Normbereich, aber irgendwas stimmt nicht, wenn eine gut futternde Katze plötzlich doch so viel abnimmt. Der Blutcheck zeigte immerhin, dass ihre Grundwerte (Niere, Schilddrüse etc.) gut stabil sind. Aber: Sie hat seit der Perikarditis zu wenige weisse Blutkörperchen 😦 Das sei nicht akut schlimm, könne aber ein Hinweis auf einen FIV-Ausbruch sein. Das hiesse dann, dass ihr Immunsystem nun nach und nach kollabieren würde. ABER: Es ist NUR ein mögliches Indiz! Unsere Klinik ist um die Fivies halt besonders besorgt – noch nichts weiter ❤

Natürlich war ich dennoch erstmal ausgenockt. Ich bin aber zuversichtlich. Wir könnten wenn denn eh nicht viel tun. Wir werden jetzt versuchen, Mathilde homöopathisch zu unterstützen ❤ Dafür muss ich aber in eine andere Praxis, da deren Homöopathin sich leider selbständig machte und nicht mehr zur Verfügung steht 😦

Wir können ein paar Daumendrücker brauchen – aber Thillie ist so fit und vital, dass ich persönlich nicht an einen FIV-Ausbruch glauben mag.

Und der Witz in alldem Stress: Als ich dann mit Mathilde heimkam, sass Tünn im Gäste-WC unter der Schüssel, liess sich streicheln und hochheben und in den Kennel setzen. Allein: Es war inzwischen 9 Uhr morgens – und ich hatte keine Zeit mehr, mit ihm nochmal zum Tierarzt zu fahren, weil ich wirklich unabdinglich ins Büro musste 😦

Aber es zeigte mir: Ich kriege ihn auch noch 😉

Katzen.

Blühende Phantasie

Als ich mich kürzlich in einem Gartencenter zu Giftpflanzen beraten liess, bekam ich alles Mögliche zu hören – ausser korrekte Informationen.

Mitsamt den todbringenden Pflanzen wurde ich beim Kundendienst des Gartencenters vorstellig und erklärte, was sich zugetragen hatte: Wenige Tage zuvor hatte ich, beseelt vom Wunsch, meine Terrasse aufzuhübschen, in just diesem Gartencenter vertrauensvoll die Beratung eines Mitarbeiters in Anspruch genommen. In Sachen Botanik völlig ahnungslos, hatte ich extra betont, dass die Pflanzen ungiftig sein müssen, da sich meine Katzen auf der Terrasse frei bewegen dürfen. Nach einem längeren Beratungsgespräch erstand ich schliesslich zwei sehr hübsche und nicht ganz billige Exemplare von Euonymus japonica, die der Fachmann in toxikologischer Hinsicht als absolut unbedenklich einstufte.

Nachdem ich die Sträucher zu Hause eingepflanzt hatte, gab ich mehr der Form halber «Euonymus japonica» bei der Online-Giftpflanzendatenbank der Universität Zürich ein – und war wenig erbaut festzustellen, dass die Pflanze dort nicht nur als giftig, sondern als stark giftig eingestuft wird. Diese Angabe wich so eklatant von jener des Gartencenter-Mitarbeiters ab, dass ich beschloss, die beiden Sträucher vorsichtshalber umzutauschen.

Während ich die Gewächse unter Fluchen und Schimpfen wieder ausbuddelte, gingen mir Auszüge des Beratungsgesprächs durch den Kopf: Der Verkäufer hatte mir zum Beispiel dringend von Bambus abgeraten. Wenn Katzen Bambus anknabbern, könnten sie die Pflanzenteile nicht verdauen, die dann für immer im Magen blieben, weshalb die Katzen denken, sie seien satt, und in der Folge verhungern – hatte er behauptet. Die einzigen Tiere, die Bambus verdauen könnten, seien nämlich Koalas. Vielleicht hätte ich spätestens da misstrauisch werden müssen, als er Koalas und Pandas verwechselte.

Beim Kundendienst stiess mein Umtauschbegehren zunächst auf Widerstand: Die Angestellte mochte nicht an die Giftigkeit der Pflanzen glauben. Siegesgewiss schlug sie ein dickes Pflanzenkundebuch auf, tippte triumphierend auf den entsprechenden Eintrag – und blickte beschämt auf. Ich bekam den Kaufpreis zurückerstattet plus einen Gutschein als Entschuldigung.

Im Bemühen, alles wieder gutzumachen, begleitete mich die Dame beschwingt in die Gartenpflanzenabteilung und meinte: «Buchsbäume sind komplett ungiftig, das weiss ich ganz sicher. Oder Thuja, auch ganz unbedenklich.» Was die gute Frau offensichtlich nicht wusste, ich inzwischen aber schon: Wenn man in der Datenbank für Giftpflanzen «Buchs» eingibt, geht so eine kleine, schrille Sirene los – bei «Thuja» stürzt vor Schreck das System ab.

Nachdem ich die Dame freundlich, aber bestimmt abgeschüttelt hatte, gönnte ich mir schliesslich zwei Rosenbäumchen, einen Bambus für meine Koalas und einige Küchenkräuter, die ich wiederum unter Ächzen und Stöhnen nach Hause schleppte. Endlich konnte der Aussenbereich katzenverträglich hergerichtet und die Terrassensaison eröffnet werden.

Zwei Tage später vernichtete eine apokalyptische Gewitterfront jedes pflanzliche Leben auf meiner Terrasse.

→ Online-Giftpflanzendatenbank

Terrasse reloaded:

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So sah es zumindest aus, als 2013 hier mal einen Tag die Sonne schien. Jetzt fände ich es nach einem triefend nassen Frühling wirklich schön, wenn ich nicht nur auf Fotos sehen könnte, wie unsere Terrasse trocken aussähe…