Archiv der Kategorie: die Zwerglis

Time to say goodbye

Veränderungen sind – für mich zumindest – immer erstmal bedrohlich. Ich sehe zunächst immer nur den Verlust des vermeintlich „Sicheren“ – und dann erst die Chance des Neuen. Der Sprung ins kalte Wasser liegt mir nicht. Nicht mal, wenn mir das Wasser schon bis zur Stirn steht.

Und doch bin ich – bislang zumindest – noch nie ertrunken. Nicht mal als knapp Dreijährige, als ich wirklich fast ertrunken wäre. Meine Angst ist so gesehen also doch ein bisschen albern.

Seltsamer Einstieg in ein Katzenthema.

Heute vor fünf Jahren dachte ich, es sei ein Wahnsinnswagnis nach Mortara in Italien zu fahren und eine FIV-positive Katze nach Hause zu holen. Niedlich. Offensichtlich bin ich keine sehr mutige Seele. Ganz im Gegensatz zu der Seele, die ich damals mit nach Hause brachte: Mathilde

Regelmässige Leser dieses Blogs werden→Mathildes Geschichte nach all meinen Berichten schon auswendig auf Finnisch oder wahlweise Swaheli aufsagen können während sie rückwärts Seilspringen und gleichzeitig Teller auf der Nase balancieren – darum also nur für Neuleser die Kurzzusammenfassung: Dreibein, FIV-positiv, sehr schlimme Vorgeschichte, dann hier Lungen- und Herz-OP, kurz: intergalaktisches Kampfschiffchen.

Und ich heule rum, weil ich meine Irrenhaus-Hamsterrad-Lebensbedingungen grad mal wieder an die Wand hauen könnte.

Ich bin ein Weichei. Ein feiges noch dazu. Man muss auch mal ehrlich sein.

Mir fällt dabei übrigens doch auch auf: Es wird viel über „artgerechte“ Haltung von Tieren diskutiert derzeit. Das ist sehr gut so! Aber vermisse zugleich ein wenig das Thema „artgerechte“ Menschenhaltung.

Naja. Wie auch immer.

Heute vor einem Jahr holte ich mir ein Wesen nach Hause, das mir so ein gutes Beispiel hätte sein können. Aber irgendwie merke ich dieser Tage, dass ich im Grunde nichts dazugelernt habe: Immer noch Angst vor dem kalten Wasser.

Regelmässige Leser dieses Blogs wissen ja auch, dass ich bisweilen zum Pathos neige. In diesem Sinne: It’s time to say goodbye – nicht zu euch oder zum Blog. Quatsch – wer meinen Quark weiterhin lesen möchte, soll nicht zu kurz kommen. Aber dies ist für mich eine Zeit des Abschieds – schon die letzten Jahre, in denen ich mehrere Zwerglis in kurzer Zeit gehen lassen musste, auch die letzten Monate von verschiedenen Menschen, die ich oder die mich für Freunde hielten, es aber für Freundschaft nicht wirklich reichte, aus welchen Gründen auch immer. Von Illusionen des Mottos „wird schon werden“, von trügerischen „Sicherheiten“ aller Art – und nicht zuletzt von Mathilde, die ich heute vor fünf Jahren so überglücklich begrüsste wie ich sie heute so todtraurig endlich loslassen muss: Ich muss akzeptieren, dass sie nicht mehr bei uns ist.

Eine Hommage an ein Wesen, das so viel klüger und weiser war, als so mancher Mensch, dem in meinem Leben begegnete – die Trulla, die mir jeden Morgen im Badezimmerspiegel entgegen schaut inklusive:

Mathilde – ich werde das Wochenende heute vor fünf Jahren niemals vergessen. Es war ein Abenteuer, mit meinem uralten Auto unterwegs in einer apokalyptisch vernebelten italienischen Pampalandschaft, in Mortara gibt/gab es übrigens ein absolut hammergeiles Hotel (woahh: Die können lecker kochen! Und die Zimmer sind einfach geil), wir haben Stefania und Cornelia kennengelernt, und nachdem du mich schon in der Tierarzt-Praxis bei Mortara sofort erkannt hattest (was so viele Menschen nach Jahren nie tun), hast du dich auf der Heimreise nach Zürich an mich gekuschelt und versucht, mir mein Sandwich zu klauen!  smiley_emoticons_gucker2

Mathilde – wie gerne hätte ich unser 5-jähriges Jubliäum  smiley_emoticons_torte heute mit dir zusammen gefeiert – leider ist uns das nicht vergönnt. Auch eine Veränderung, die ich natürlich nicht gern akzeptiere – aber habe ich eine Wahl? Ich möchte dir gerne sagen: Du bist für immer in meinem Herzen und noch immer lerne ich von dir. Und ich verspreche dir: Ich lerne endlich schwimmen. Egal, wie kalt das Wasser ist. Dein Motto war: „Ich mag zwar keine Chance haben – aber ich werde sie nutzen“ – wie viel mutiger du warst, mein Herz.

It’s time to say goodbye – zu allem und jedem, was einen vom Leben ablenkt.

Ich liebe dich – für alle Zeiten und immerdar. Und darum sage ich goodbye: auf Wiedersehen, mein Herz ♥♥♥

Con te partirò.

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ps: Und allen, die an Mathildes Rettung und daran, sie mir anzuvertrauen, beteiligt waren: nochmal von Herzen meinen verbindlichsten Dank! Ihr alle hättet mir keinen grösseren Gefallen tun können.

Lucie – mein kleiner grosser Zwerg ♥

Als ich dich heute vor sieben Jahren das erste Mal sah, entfuhr es mir: „Die wächst aber noch, oder?“ Deine Pflegemama sah mich daraufhin ein bisschen entgeistert an smiley_emoticons_muede

Bis zu jenem Zeitpunkt hatte ich mein ganzes Leben lang nur mit gut genährten und wohl behüteten erwachsenen Schweizer Katzen zu tun gehabt. Auf dem Vermittlungsbild damals war nicht erkennbar gewesen, dass du… Hm. Naja.

Ein Zwerg bist. Und zwar ein kleiner Zwerg.

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Und ein fröhlicher, unbeschwerter, seelisch scheinbar sonnendurchfluteter Zwerg. Sozusagen ein Sonnenscheinchen. Und das hat mich umgehauen.

Lucie

Lucie

Wer aus einer Vergangenheit wie deiner als Sonnenschein hervorgeht, gehört definitiv zu den ganz Grossen.

Dass du ein steifes Hinterbein und einen mittig abgerissenen Schwanz hast, wusste ich ja. Nur wie es dazu gekommen war, konnte niemand mit Sicherheit sagen, da du eine Fundkatze auf Madrids Strassen warst. Unfall?

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Der Spezalist, zu dem ich dich brachte, um abzuklären, ob man dein Beinchen wieder hinbekommt oder evtl. gar amputieren sollte, rekonstruierte aufgrund seiner Untersuchungen, deiner Verletzungen und der erhobenen Daten, was dir wohl widerfahren sein musste: Jemand habe dich wohl am Hinterbein festgehalten und dich mehrmals kopfvoran gegen eine Wand oder dergleichen geschlagen. Allein: Du mochtest nicht sterben. Dann muss es jemand wohl nochmals versucht haben, indem er dich diesmal am Schwanz festhielt, und gleich mit dir verfuhr wie jener zuvor. Doch dein Schwanz riss – und du musst die Chance wohl ergriffen haben, trotz der Verletzungen und des Schmerzes das Weite zu suchen.

In der Folge hieltest du das ausgerenkte und gnadenlos überdehnte Bein wohl lange Zeit in einer Schonhaltung, so dass die heilenden Sehnen es in einer grotesken Haltung fixierten und unwiederbringlich versteiften.

Wer schon einmal eine Bänderüberdehnung hatte, ahnt, welche Schmerzen du ertragen musstest, kleiner Zwerg. Dazu der mehrfache Schädelbruch und der abgerissene Schwanz.

Man versicherte mir  jedoch an verschiedener fachkundiger Stelle, dass du nun keine Schmerzen mehr in dem Bein hast, es ist halt einfach „nur“ steif. Aber wenn man dich an den Zehen kitzelt, lachst du und spreizt sie als würdest du sagen: „Ihhhh, geh weg, das kitzelt“

Ich las mal ein wunderschönes Gedicht einer halbseitig gelähmten, schwerst gehbehinderten klugen Frau. Sinngemäss schrieb sie, dass das, was für die meisten nicht mal einen Gedanken wert ist, nämlich von A nach B zu laufen, für sie ein Tanz sei, ein Tanz, den sie jedesmal spontan neu choreographiere – und auch wenn andre Menschen darob erschreckten, Mitleid empfänden oder sich sogar vielleicht „ekeln“, so sei es doch für sie ihr Tanz durch ihr Leben. Und sie tanze ihn leidenschaftlich gern.

Diese Sichtweise hat mich tief berührt. Ihre und deine Haltung im Umgang mit dem, was wir wohl „Behinderung“ nennen würden, hat meine Sicht auf Normabweichungen radikal verändert.

Ich sehe ja auch oft die erschreckten Blicke, wenn Menschen dich das erste Mal sehen.

Du weisst es aber auch perfekt zu nutzen, dein Beinchen: Wenn du langsam läufst, benutzt du es wie eine Krücke, wenn du aber wie ein adrenalingeschocktes Eichhörnchen durch die Bude rast, klappst du es einfach hoch und rast auf deinen drei gesunden Beinchen durch die Wohnung, Treppen hoch und runter. Und wenn deine Freundin Shakti mal wieder schräg-fies von der Seite kommt und dich mit einem gezielten Arsch-Bodycheck aus dem Gleichgewicht bringt, verdrehst du nur die Augen, um sie anschliessend spielerisch durch die Wohnung zu jagen.

Du bist so unerschütterlich freundlich – jeden Neuankömmling hier (und es waren ja viele nach dir), hast du immer liebevollst angeköpfelt und angegurrt Wenn ein Lieferant an der Tür klingelt, kommst du angesaust und willst wissen, welch nette Seele da Einlass verlangt. Auch Gäste beäugst du stets wohlwollend – nur anfassen muss dich ja dann doch nicht gleich jeder dürfen 😉 Der Tierarzt aber, der darf – auch wenn er wiedermal an deinem Bein rumzuppelt, um zu testen, ob dir Verschleisserscheinungen der „Fehlhaltung“ inzwischen Schmerzen bereiten. Und nach der Untersuchung fahren wir heim, damit alle anderen Zwerglis dich sofort auch wieder freudig begrüssen, und du ihnen deine Abenteuer in den schillerndsten Farben schildern kannst smiley_emoticons_hoplit_sword2_m

Ich habe dich noch nie fauchen oder knurren gehört – ich glaube, die Sprache sprichst du gar nicht.

Und nein: Du bist in den letzten sieben Jahren kein bisschen gewachsen. Du bist immer noch mein zauberhaftes Katzen-Bonsai Und mit deinen inzwischen acht Jahren so verspielt und verrückt wie eh und je.

Liebste Lucie – möge es noch viele viele Jahre so bleiben, mögest du dein sonniges Gemüt nie verlieren und nie wieder Schmerzen oder Sorgen erfahren. Und manchmal, wenn ich mich gräme, die Welt total doof finde oder einfach nur biorhythmusbedingt schlechte Laune habe – dann schaue ich einfach dich an und lache wieder

Bleib wie du bist, meine kleine dancing queen smiley_emoticons_kolobok-party-dancers – du bist perfekt in jedem erdenklichen Wortsinne.

Ich liebe dich mehr als Worte ausdrücken könnten.

 

Ja, stimmt schon: Weihnachten ist noch weit weg. ABER!

Ich bin auch kein Freund davon, wenn im April schon wieder Weihnachtsdeko in den Läden hängt, klar. Und doch spricht ja eigtl. nix gegen eine wohlüberlegte Geschenke-Organisations-Strategie 😉 Zumal einige – ganz besondere – Geschenke halt auch ein wenig Vorlaufzeit brauchen.

Darum möchte ich euch hier jetzt schon unseren kleinen Online-Weihnachtsshopping-Guide für Tierfreunde präsentieren. Schenken ist doch eigentlich eine sehr glückbringende Aktivität – wenn man mit einem Geschenk jedoch nicht „nur“ den Beschenkten glücklich macht, sondern damit auch noch gute Projekte und womöglich sogenannt „kleine Gewerbetreibende“ unterstützt, dann ist das doch eine Win-win-win-win-Situation. Und mal ehrlich: Wie oft hat man das schon?

Hier geht es darum um Geschenke, die ganz direkt mit unseren tierischen Mitbewohnern zu tun haben – und/oder auch „indirekt“, da ihr mit dem Einkauf stets den (Haus-)Tierschutz unterstützt 🙂

Und ja: Dieser Shopping-Guide erhebt null Anspruch auf Vollständigkeit und ist total unobjektiv subjektiv zusammengestellt – weitere Vorschläge von euch werden aber gerne wohlwollend geprüft und ggf. mitaufgenommen.*

Ihr werdet hier liebevollst handgefertigte Produkte empfohlen bekommen, die vom Portrait eures Haustiers über Schmuck aus dessen Haaren über Kalender und Spielzeug für eure Lieblinge reicht. Lasst mich mit jenen beginnen, die mutmasslich die längste Vorlaufzeit haben, und darum zeitnah in Auftrag gegeben werden müssten:

1. Unglaubliche Tierportraits von Stefania Re:
Stefania Re ist nicht nur eine unglaublich begnadete Malerin, sondern vor allem auch eine bis zum persönlichen und finanziellen Ruin engagierte Tierschützerin – jeder Cent, den sie mit ihrer leider karg bezahlten, aber zugleich so unbezahlbaren Kunst verdient, fliesst direkt in Tierschutzprojekte vor Ort in Italien. Stefania hat mir meine Herzenskatze Mathilde damals anvertraut – ich darf sie seither wohl meine Freundin nennen.

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Wer sich für ein Portrait der einzigartigen Künstlerin und Tierschützerin Stefania interessiert, findet hier weitere Infos:
Auf meiner alten Website (ich übertrage das dann mal noch hierher): ameise.com/stefania
Stefanias Website: www.illustrations.it
Anfragen gern auch direkt an: iwon@kamikatze-zwerglis.com

2. Fellnasenschmuck
Eine ganz grossartige Idee:
Zu viele Tierhaare im Haus? Dann mach ich Euch was Schönes draus. Ganz egal ob Katze oder Hund,ob schwarz-weiss, grau oder eher bunt:Ein Schmuckstück filz‘ ich aus den losen Haaren,die zuvor dir lästig waren.
Zauberhaft und stets ein Unikat,was ganz Besonderes, das garantiert nicht jeder hat.

Diese Schmuckstücke sind nicht nur einzigartig, sondern die Schöpferin spendet von ihren Einnahmen auch immer an aktuelle Tierschutzprojekte. Besucht sie und ihr Angebot bitte auf:
Dawanda
Facebook/fellnasenschmuck

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3. Online-Shop Laracats
Ich habe ja mehrere Katzen aus Spanien – diese TS-Orga brachte mir Lucie und Mogwai und auf Umwegen auch Shakti.

Zitat von der Website: Wir sind ein Team von Privatleuten, die sich ehrenamtlich für „Laracats – Hope for Animals“ engagieren. Uns geht es hier hauptsächlich um die Katzen, denen wir zu helfen versuchen, indem wir sie vermitteln und so ein wenig dazu beitragen können, dass es ihnen in ihrem neuen Leben besser geht.

Ich möchte Laracats aus verschiedenen Gründen gerade jedem sehr zur Unterstützung ans Herz legen. Bitte schaut mal in ihren Shop.

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Mehr Infos findet ihr hier:
laracats.com
Laracats bei Facebook

4. Kreativ-Basar bei der Katzenhilfe Uelzen
Die Katzenhilfe Uelzen hat mir ja meine Felize anvertraut – dieses kleine verrückte Huhn 😀 Das ist ein ganz toller und liebevoller Verein – der auch noch einen grandiosen Kreativ-Basar anbietet, schaut doch bitte mal rein: Kreativ-Basar der Katzenhilfe Uelzen.

Die hier angebotenen Artikel werden ausschließlich zu Gunsten unserer Schützlinge in Deutschland bzw. der Straßenkatzen auf Rhodos verkauft. Es handelt sich ausschließlich um handgemachte Unikate.

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Ich habe dort übrigens auch schon eingekauft: Super unkompliziert, schnell, zack zack – also: Top!

5. Strolchis Flohmarkt
Ich habe da schon ganz viel geshoppt 😀

Guckt mal bitte: Der lange Winter steht vor der Tür und es müssen 46 Hunde und 80 Katzen mit Futter versorgt werden. Einige Katzen und Hunde werden vor dem Winter vielleicht noch ein Zuhause finden, viele Freunde werden aber bleiben und für die sammel ich Geld damit Futter gekauft werden kann. Frieren ist ja schon schlimm, aber Hunger haben ist noch schlimmer. Ein Teil vom Erlös wird für Futter verwendet, wir werden von dem Geld Kohle und Holz kaufen, damit meine Freunde nicht frieren müssen. Da wir oft Notfelle haben, wird auch ein Teil des Geldes für den Tierarzt sein. Da das ganz schön viel Geld kostet, deshalb veranstalte ich für meine Menschenfreunde einen Flohmarkt mit gebrauchten aber auch vielen neuen Sachen. Ich danke Euch schon mal im voraus. EUER STROLCHI, der das beste Zuhause der Welt bekommen hat.

Ihr findet Strolchis Flohmarkt hier bei Facebook

Nun habe ich euch meine persönlichen Lieblings-Weihnachts-Shopping-Adressen genannt 🙂

Wie gesagt erweitere ich die Liste sehr gern: Schlagt mir weitere tolle Shoppingmöglichkeiten bitte sehr gerne vor auf: iwon@kamikatze-zwerglis.com

*Ich persönlich möchte hier halt Tierschutzprojekte „kleiner Gewerbetreibender“ und/oder kleiner TS-Orgas fördern. Gemeint ist: Auch WWF und andere „Worldplayer“ haben immer sehr schöne Geschenkideen zum Schutz der Eisbären, Regenwälder und allem, was wichtig ist im Leben. Aber die haben Marketingmöglichkeiten… – ne? Und auch die Grossverteiler des Heimtierbedarfs haben super Stinkekissen, Spielzeug und Co. – und es ist natürlich „umständlicher“ mal was beim Kleinhersteller zu bestellen, was man „Made in Taiwan“ womöglich günstiger auch beim Grossverteiler bekommt. Das sei jedem selbst überlassen. Ich denke, ihr versteht die Idee dahinter

Ich habe mich bei solchen Gelegenheiten echt schon total glücklich geshoppt: Win-win-win.

Probiert es aus

 

Geliebter Sahib – fünf Jahre schon.

Sahib, mein Herz ♥ Heute soll es schon fünf Jahre her sein, dass du uns verlassen hast. Kaum zu glauben, was seither im Kamikatze-Zwerglis-Land alles passiert ist.

Du warst meine erste eigene Katze, die ich beim Sterben begleitete, das erste Mal, dass ich ganz allein die Verantwortung trug und alles richtig und gut machen wollte – und ich machte so ziemlich alles falsch, was ich nur → falsch machen konnte.

Ich war völlig überfordert.

Nur wenige Wochen nach deinem Tod folgte dir völlig überraschend → die kleine Mogwai – fünf Tage zuvor erst war → Mathilde hier eingezogen. Mathilde war ja dein „Erbe“ – und sollte eigentlich Mogwais Freundin werden. So war der Plan. Und so lernte ich vor fünf Jahren in unerschütterlicher Gewissheit, wie viel Wahrheit in dem berühmten Zitat von John Lennon steckt:

„Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu machen.“

Also hörte ich auf, Pläne zu machen, und wandte mich stattdessen dem zu, was das Leben mich lehren wollte. Und das war eine ganze Menge.

Zwerglis kamen und gingen: Mathilde, LouLou, Faramee, Felize, Moriah und Tünn sind im Laufe der Zeit hier eingezogen. LouLou, Omar und Mathilde sind inzwischen schon wieder bei dir und Mogwai – grüss sie mir alle ♥

Von den Zwerglis, die du im Leben kennenlerntest, sind „nur“ noch Lucie und Shakti übrig – es geht ihnen gut ♥ Auch den anderen vier verbliebenen Zwerglis Faramee, Felize, Moriah und Tünn.

Geliebter Sahib, so viel ist passiert in den letzten fünf Jahren. So viel hat sich verändert – hier im Alltag, in meinem Denken – nicht mehr viel ist so, wie es damals war.

Dein geliebter Gartenzwerg jedoch steht immer noch auf der Terrasse. Nach deinem Tod dachte ich erst, jetzt könne ich ihn endlich entsorgen. Aber ich habs nicht übers Herz gebracht. Er sieht inzwischen etwas mitgenommen aus. Doch so sehr seine Optik litt, sein Lack blätterte, das Material Risse und sogar Löcher bekam, so sehr bin ich an all dem gewachsen, was ihr mich die letzten fünf Jahre gelehrt habt – nichts war umsonst. Und gratis war es auch nicht 😛 Die Tierarztkosten der letzten Jahre haben fast mein ganzes Erspartes aufgefressen. Das ist nur eine der Lektionen, die ich lernte: Mein Geld in Leben zu investieren, statt in tote Dinge, die hier dann doch nur einstauben. Banale Einsicht, nicht wahr? Nun ja – ich kann halt nicht schneller begreifen als ich denken kann.

A propos denken: Geliebter Sahib – ich denke oft an dich. Wie könnte ich anders – Omar und du habt euch ja einen raffinierten kleinen Scherz erlaubt, als ihr dafür sorgtet, dass Moriah und Tünn hier einzogen…

Du mit Omar vor vielen, vielen Jahren:

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Moriah und Tünn, die vor anderthalb Jahren hier sozusagen „fremdgesteuert“ 😉 einzogen:
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Ihr Schelme ♥

Geliebter Sahib – ich danke euch für eure Nachsicht all meinen Fehlern gegenüber, eure unerschütterliche Liebe, vor allem aber für eure gnadenlosen Lektionen. Ich habe keine Zweifel, dass ihr mich zu einem besseren Menschen gemacht habt. Das heisst nicht, dass ich ein guter Mensch bin – aber ein besserer als vor fünf Jahren. Klüger und reicher an Erfahrung zumindest. Zum Bestmöglichen meiner Schutzbefohlenen.

Der Weg dahin war steinig und schwer. Hätte ich am 8. Oktober 2009 gewusst, was noch vor mir liegt – ich weiss nicht, ob ich ihn eingeschlagen hätte. Zum Glück hat es mir damals keiner gesagt. Denn heute bin ich froh, dass du mich losgeschickt hast. Heute vor fünf Jahren.

Du bist für immer in meinem Herzen – grüsse mir bitte auch Mogwai, LouLou, Omar und Thillie ♥

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Eines Tages werden wir uns wiedersehen. Und bis dahin versuche ich es besser zu machen. Besser als bisher. Jeden Tag aufs Neue.

Das ist dein Erbe.

Ich habe eine Entscheidung getroffen. Ich hoffe, dass sie folgenreich ist.

Und zwar werde ich ein Buch schreiben. Ich meine, ein richtiges Buch mit Buchstaben und allem, was dazugehört: Drama, Liebe, Verrat und Totschlag. Und natürlich Katzen. Was sonst?

In meinem Urlaub hatte ich viel Zeit. Zeit, zu lesen. Zeit, nachzudenken. Ich erspare euch die Details. Euch zuliebe direkt das Fazit: Es gibt eigentlich nur zwei Fähigkeiten, für die ich je von anderen Menschen wohlwollende Rückmeldung bekam: ein gewisses Talent zu zeichnen und ein gewisses Talent zu schreiben.

Die Zeichnerei habe ich ja schon in Buchform festgehalten: „Anderswo zuhause“. Die englische Version und das Malbuch sollten übrigens pünktlich zu Weihnachten fertig werden 😀 Doch dies nur so am Rande (höhö).

Ich sollte überhaupt wieder mehr zeichnen. Solange ich noch kann. Statt mich zB. auf Facebook mit mitunter sehr sehr seltsamen Gestalten rumzuschlagen. Womit ich natürlich nicht meine FB-Freunde meine. Aber (fast) alle anderen.

Und ich sollte endlich mal ein Buch schreiben. Das wollte ich schon immer, allein: Ich wusste nicht, worüber. Nun weiss ich es.

So viel sei vorweg verraten: Mathilde hat auch aus dem Jenseits eine unglaublich inspirierende Wirkung auf mich. Nicht falsch verstehen, bitte: Alle meine Zwerglis bedeuten mir die Welt – jedes einzelne. Aber… wer Thillie und unsere Geschichte kannte, beziehungsweise, wer mich davor kannte, kann vielleicht immerhin im Ansatz nachvollziehen, wie sehr diese Seele mein Leben umgekrempelt hat. Und damit meine ich nicht, dass ich zum besessenen Tierschützer wurde, wie manche in meinem Umfeld es sehen. Ich meine damit auch nicht, dass ich vielleicht zu einer Katze ein spirituelleres Verhältnis hatte, denn je zu einem Menschen. Ich meine damit schlicht und ergreifend, dass diese Katze mir die Augen für Dinge öffnete, die ich zuvor nicht sah.

Nur wenige Menschen schafften dasselbe. Oder werden es in Zukunft tun.

Jaja, jetzt kommt so ein Laien-Katzenhaltungsratgeber oder son Scheiss, denkt ihr vielleicht. Weit gefehlt. Naja – ok: Der eine oder andere Aspekt zum Thema Respekt gegenüber Mitlebewesen könnte evtl. tatsächlich eine Rolle spielen. Aber da kennen sich andere viel besser aus als ich.

In meinem bahnbrechenden Buch soll es vielmehr um folgende Themen gehen: Liebe, Freundschaft, Verrat, Dummheit, Facebook, Internetforen, Lernfähigkeit, Krankheit, Trauer, Tod, Mord, Ausserirdische, das Universum. Und natürlich um Katzen. Worum sonst?

Als Cover hätte ich gern Stefania Res Gemälde von Mathilde, das sie mir einst schenkte – falls das Buch ein Bestseller wird, könnte ich sie sogar endlich dafür bezahlen 😉
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Ich bin total gespannt, was dabei rauskommt. Sonst noch jemand? 😛

„Please, help me“ – ein dringender Aufruf ♥

Heute erreichte mich eine E-Mail von Moriahs ehemaliger Pflegestelle in Cádiz. Ihre Worte berühren mich sehr. Umso mehr, als ich genau nichts weiter tun kann, als euch um Hilfe zu bitten. Es geht nicht um Spenden, „nur“ um Kontakte.

Ich stehe seit Moriahs (die Katze im Bild) Einzug mit ihrer ehemaligen Pflegestelle in Cádiz in losem, aber sehr liebevollen Kontakt. Olga war immer sehr interessiert an Moriahs Entwicklung hier und berichtete mir manchmal auch von der Situation vor Ort, wo ja auch Moriahs „Babys“ noch immer sind 😦 Nie bat sie mich um Hilfe. Bis heute.

Aber ich kann nicht helfen. Darum frage ich, ob jemand von euch vielleicht helfen kann?

Sie schrieb mir heute (aus dem Englischen übersetzt):
„Ich weiss es sehr zu schätzen, dass du uns hier unten nicht vergisst. Ich werde deine Hilfe dabei brauchen, eine verlässliche Tierschutzorganisation in der Schweiz (oder in Deutschland – siehe weiter unten) zu finden, die uns hilft, ein neues Zuhause für unsere Katzen zu finden. Ich habe niemanden, keine Kontakte. Und die Situation in diesem Jahr ist schrecklich, so viele Leute ohne Jobs werfen ihre Katzen raus auf die Strassen. Ich rettete kürzlich eine Perserkatze beim Fluss. Zu meinem Entsetzen sagte mir der Tierarzt am nächsten Tag, dass sie säugend sei. Wo ich sie fand, musste also noch mind. eine Babykatze sein. Gott sei Dank fand ich das Kitten noch am Abend im Taschenlampenlicht unter Steinen versteckt. Ein schönes Kitten, einen Monat alt, mit demselben flachen Persergesicht wie ihre Mutter. Da waren noch mehr Katzenbabys, aber dieses hatte dieselben langen Haare und das Gesicht der Mutter.

Das ist nur ein Beispiel für die Verzweiflung, die wir täglich erleben mit all den Katzenbabys in den Müllcontainern entlang den Strassen. Es ist herzzerreissend. Ich habe gerade 25 Katzen (in Pflege) – manche wunderschön, alle von ihnen dankbar und lieb und an Hunde gewöhnt.

Ich brauche nur deine Hilfe, eine seriöse und relativ bekannte Tierschutzorganisation zu finden, die gewillt ist, uns dabei zu helfen, für unsere Schützlinge gute Endstellen in der Schweiz oder in Deutschland zu finden. Wir kümmern uns um Impfungen und Kastration. Ich komme gerne persönlich, damit allfällige Tierschutzvereine mich kennenlernen können, wenn sie das wünschen. Bitte, hilf mir.“

„Bitte, hilf mir.“

Diese Worte einer Frau, die ich durch unseren Kontakt über Moriah als so aufopferungsvoll, selbstlos und zugleich hilfsbereit erlebte, brechen mir schier das Herz. Ich bin hier in der Schweiz tierschutztechnisch nicht wirklich vernetzt. Ich habe heute gegoogelt und konnte nur immer wieder feststellen, dass die meisten grösseren/offiziellen TS-Vereine in der Schweiz Auslandtierschutz bzw. die Vermittlung ausländischer Notfellchen in die Schweiz ablehnen. Und jene, die es nicht tun, sind komplett eingedeckt mit ihren eigenen Notfellchen.

Der Notstand mit „weggeschmissenen Haustieren“ ist überall gross – das weiss ich. Ich habe mich auch nicht entblödet, mal wieder kurz in „Katzenvermittlungsportalen“ nach Abgabekitten umzusehen. Und war geschockt. Überall, rundherum werden Katzenbabys in die Welt gesetzt – ich kann nur den Kopf schütteln. Und die berechnenden, herzlosen Verbrecher (sorry – das ist mein Blog, da übernehme ich die volle Verantwortung für meine Wortwahl und ich meine: berechnende, herzlose Verbrecher), die Rassekatzenmixe für Hunderte von Franken mit sechs Wochen abgeben, sterben leider auch nicht aus. Und offensichtlich die schlecht informierten Käufer auch nicht 😦 – bis zu 1000 Franken zB. für einen Perser-Mix ohne Papiere, ohne Impfungen, ohne nix. Aber geht weg wie warme Semmel. Hallo? Na, dann doch lieber einen ausgesetzten Perser aus Cadiz aufnehmen – ist „billiger“ und die Katze ist ohne Zweifel besser grundversorgt. Naja – aber ob so ein „Käufer“ einer solchen Katze dann würdig ist? …

Wer ein Herz hat, „kauft“ kein Haustier – sondern adoptiert

Doch zurück zum Thema: Hat irgendjemand von euch „da draussen“ eine Idee, wie man Moriahs ehemaliger Pflegestelle helfen kann? Bitte Moriahs Babys sind noch dort 😦 und es kommen immer mehr. Bitte: Wenn ihr einen Verein kennt oder selber einer seid, der sich um die Vermittlung weiterer momentan 25 Katzen aus Cadiz kümmern kann – BITTE: helft

Schreibt mir an iwon@kamikatze-zwerglis.com

Ich habe übrigens noch nie von einer Pflegestelle aus Südeuropa ein trotz FIV so dermassen gut versorgtes TS-Fellchen übernommen, wie von Olga. Sogar unsere Klinik war begeistert 🙂

Ich danke euch für eure Unterstützung – ihr dürft den Aufruf auch gerne teilen. Danke

Ps: Zum Thema „Auslandtierschutz“ ist der Aufklärungsbedarf offensichtlich auch noch gross. Meine Meinung zum Thema folgt demnächst. Ich gehe davon aus, dass die meisten regelmässigen Leser dieses Blogs spätestens nach diesem Beitrag meine Meinung dazu kennen. Aber: Ich habe auch Argumente 😀

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Originalwortlaut des Mails auf Englisch:
„I really appreciate that you do not forget us down here. I will need your help to find a reliable animal charity in Switzerland which finds homes for our cats. I do not have anybody, no contacts. And the situation this year is dire, so many people without jobs throwing their cats to the streets. I recently rescued a Persian cat by the river. To my horror, the vet next day told me that she was nursing. Thus, there had to be a baby somewhere in the place by the river where I found her. Thanks God, I located the baby that evening with flashlights hidden underneath big stones. A beautiful baby, one month old with a very flat face, like her mothers. There were more babies there but this one had long hair and his flat face.

The above is only example of the desperation we feel every day with so many babies in garbage containers, along the roads. It is heart-wrenching. I have now 25 cats some of them beautiful, all of them very sweet, used to dogs.

I only need your help to find out a serious and well-known charity that is willing to help us to find good homes in Switzerland or Germany. We will take care of the vaccinations and spaying-neutering. I am willing to travel and meet with them if necessary. Please, help me.“

Karibikgefühle in Ehren – „Scheisse“ (sorry)

Karibikfeeling ist ja schön, aber ich wollte es mal wieder spüren, indem ich einfach faul unterm Sonnenschirm auf der Terrasse liege, statt hier täglich im Wohnzimmer bald meterhoch durch Katzenstreu (kein ganz gleichwertiger Strandersatz…) zu waten und täglich Lastwagenladungen davon wegzuschaufeln.

Also habe ich mir heute ein Herz gefasst, Mathildes ehemaliges behinderungsgerechtes 1×0,6m Grossraum-Gerontologie-Offenklo im Wohnzimmer weggeräumt und durch ein kleineres Haubenklo ersetzt.

So.

Dachte ich.

Fazit vier Stunden später: Deutlich weniger Katzenstreu im Wohnzimmer (yehaa!). Und zwei (scheinbar) demonstrativ VOR das Klo platzierte Kackhaufen. Und gerade eben pinkelte Tünn freihaus VOR das Klo. Gmpf.

Ich fänds einfach schon schnieke, wenn meine geliebten, nunmehr zum Glück alle wieder gesunden und mobilen Fellzwerge sich wieder an ein marktübliches Haubenklo gewöhnen könnten, zumal der eine oder andere sich gern nach seinem Geschäft bis nach Australien durchbuddelt (und mir dabei mitunter schonmal ein, zwei Katzenstreukrümel direkt an die Brille katapultierte, während ich zwei Meter entfernt gemütlich auf dem Sofa lümmelte. Notiere: Brillenträger zu sein, kann auch Vorteile haben).

Vor Mathildes Palliativ-Zeiten ging das doch auch?

Weniger wurfgeschosstaugliches Streu habe ich schon ausprobiert (zB. Fatto von der Migros) – wird leider nicht angenommen. Wir verwenden hier eigtl. sehr zufrieden Natusan Klumpstreu und ich habe – sofern es vermeidbar wäre – auch wenig Lust, hier zig Streusorten anzuschleppen und mit 6 Katzen eine Stubenreinheitsdiskussion zu eröffnen.

Gibt es evtl. irgendwelche genialen katzenstreuverbreitungshemmenden Offenkloerfindungen, die behindertengerecht sind?

Tipps? Erfahrungswerte?

Ompf.

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Nachtrag, 16. August: Heute wurde das neue behindertengerechte Grossraum-Offenklo mit hightech Streukörnchenantikatapult-Vorrichtung installiert: ein voller Erfolg! Danke nochmal an alle, die mich darauf hinwiesen, dass sowas Geniales schon erfunden wurde! Die Zwerglis lieben es und ich auch

Klos wurden umgeräumt, aufgeräumt und aufgebaut
katzenklo

Lucie kanns nicht abwarten und testet gleich mal, ob das was taugt 😀 (das Streu im Hintergrund kommt vom Auf- und Umräumen, nicht von ihr 🙂 )
katzenklo2

Warum ich manchmal omaresk gucke ;-)

Geliebter Omar Heute vor zwei Jahren genau, liess ich dich nach langer und am Ende schwerer Krankheit gehen. Doch bisweilen bist du mir gerade in letzter Zeit präsenter denn je. Ich habe nämlich eine Eigenart von dir übernommen.

Am 28. Juli 2012 waren der dich so liebevoll begleitende Tierarzt, du und ich uns „einig“, dass es Zeit für dich sei, deine grosse Reise anzutreten. Du hattest fast sieben Jahre lang dank hervorragender Betreuung durch unsere Tierklinik praktisch symptomfrei mit CNI gelebt – doch dann forderte die Krankheit ihren Tribut. Du wurdest 23 Jahre alt.

Ich bin dir für all die rund 15 gemeinsamen Jahre unendlich dankbar – besonders vielleicht aber für deine letzten Monate hier bei mir, in denen ich sehr viel über Verantwortung, Krankheit, Tod, Abschied – vor allem aber über Liebe lernte.

Oft denke ich an dich, mein kleiner Freund Inzwischen lächle ich dabei wesentlich öfter als ich weine. Vor allem eine Eigenart von dir werde ich mit in mein eigenes Grab nehmen: diesen unvergleichlichen Blick.
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Gerade in letzter Zeit gucke ich innerlich ziemlich oft exakt genau so. Eine Hommage an euch Katzen:

Geliebte Zwerglis: Warum ich so gern mit euch Katzen zusammenwohne

  • Ihr redet nie übers Wetter.
  • Ihr schickt mir nicht ständig Spieleinladungen über Facebook.
  • Ihr doziert nicht immer und immer und immer wieder eure Meinung zu irgendwas denselben Anwesenden gegenüber, die eure Meinung inzwischen besser kennen als ihr selber.
  • Ihr schreibt nie meterlange E-Mails, die zwar möglichst umgehend, aber bitte nicht wirklich ehrlich beantwortet werden sollen.
  • Ihr bittet einen nicht ständig um (kostenlose) Gefallen in jenen Tätigkeitsfeldern, von denen man eigentlich zu leben versucht.
  • Ihr versucht nicht ständig, einen zu „verbessern“, indem ihr einfach eure Lebensweise anderen aufs Auge drücken wollt. (zB. Stichwort Rauchen, Sport, Gesundheitsvorsorge etc. – Gäh-hhhääään)
  • Ihr bildet euch nicht ein, jemanden zu kennen, nur weil ihr über Social Media ein paar Mal punktuell Kontakt mit demjenigen hattet, und erfrecht euch nicht, haarsträubende „Persönlichkeitsanalysen“ über diese Bekanntschaften anzufertigen, die letztlich wesentlich mehr über euch aussagen als über die betreffende Bekanntschaft. Und wenn ihr sowas tun würdet, wärd ihr zumindest schlau genug zu wissen, dass ihr gerade massiv Grenzen überschreitet und schlichtweg Müll verzapft.
  • Kurz: Ihr urteilt nicht permanent und ohne Unterlass pausenlos über andere – um euch vielleicht von eigenem Fehlverhalten abzulenken?
  • Und vor allem werdet ihr NIE beleidigend.
  • Und wenn ich euch mal auf die Füsse trete, was in der Hektik des Alltags halt mal passieren kann, werdet ihr nicht zu feuerspeienden Furien, die mir ohne Umwege ins Gesicht springen und die Augen auskratzen, sondern ihr wendet euch erstmal irritiert um mit einem Blick, der fragt: „Das meintest du jetzt nicht wirklich so wie ich es aus meiner subjektiven Sicht verstehen könnte, wäre ich verbohrt – oder?“
  • Das Leben mit euch ist kein permanentes Minenfeld – man vertraut einander und koexistiert grundsätzlich friedlich. Und wenn es Knatsch gibt, versucht man zu verstehen, wie es dazu kommen konnte und es künftig zu vermeiden (und engagiert zB. einen Verhaltenstherapeuten 😉 )
  • Wenn ihr das hier lesen würdet und euch angesprochen fühltet, würdet ihr evtl. etwas verunsichert nachfragen und das klären wollen. Aber idealerweise fühlt ihr euch nicht angesprochen, wenn ihr das lest – weil ihr mich inzwischen kennt, und wenngleich wir vielleicht mal Konflikte hatten, die aber längst geklärt haben.
  • Wir hoffen und arbeiten nicht hin auf eine „optimierte Version“ des anderen. Wir respektieren und achten einander, so wie wir sind.

Auf die Quintessenz runtergebrochen: Ich liebe alle meine Zwerglis genau exakt präzise so, wie sie sind. Und sie mich umgekehrt auch.

Es gibt keine angenehmere Gesellschaft ♥ Und ich habe sie viel zu oft vernachlässigt, weil ich vermeintlichen „Freunden“ zu Diensten sein wollte. Das ist hiermit zu Ehren Omars Vergangenheit 🙂 Wenn irgendwer aus meinem Plus-Minus-Freundeskreis Probleme hat: Erzählt sie irgendwem, aber nicht mir. Ausser: Meine Meinung dazu interessiert euch. Sonst nicht. Danke.

Omar – du armes Wesen musstest es bislang am längsten mit mir aushalten: 15 Jahre lang Tag und Nacht. Und ich kann nicht mal sagen, du habest es ja auch überlebt 😉 DU, mein Herz, weisst, wie ich das meine. Weil du mich kennst und mir vertraut hast – bis zum allerletzten Atemzug.

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Ok – du warst nicht immer NUR begeistert 😛

Geliebter kleiner Lehrmeister Du wirst immer unvergessen sein – ob zwei Jahre, zwei Jahrzehnte oder zwei Welten zwischen uns stehen: Nichts kann uns trennen.

Ich liebe dich

3 Monate ohne dich. Und doch auch mit dir. Eine Liebesgeschichte.

Gestern war es gemäss Datum genau drei Monate her, dass ich mein Thildchen zugleich überraschend und doch auch nicht überraschend gehen lassen musste. Gefühlt hingegen ist seither kein Tag vergangen und zugleich ein ganzes Leben. Und: Ich möchte schon wieder Werbung machen.

Im April hatte ich eine Lungenentzündung, die ich selber eigtl. nicht weiter spektakulär fand. Gut. Ich verschlief sie mehr oder weniger. Als der Arzt in einem meiner wenigen wachen Momenten zu mir meinte, er hätte noch nie eine so tiefe Leukozytenzahl wie bei mir gesehen, musste ich erstmal googeln, was das heisst. Ich hatte sozusagen keinerlei körpereigene Abwehr mehr. Die nächsten Tage sollten über mein Schicksal entscheiden. Und das taten sie.

Überraschend schnell erholte sich mein Immunsystem und in der Folge ich mich selbst. Stattdessen starb meine geliebte Mathilde, die während meiner Krankheit so liebevoll über mich gewacht hatte. Ihre Lunge kollabierte.

Statt meiner.

Die Tierärzte meinten zwar, Ursache sei eher ein äusserst bösartiger Tumor als dass ich sie angesteckt hätte. Doch die Koinzidenz bleibt bemerkenswert.

Wer uns vielleicht noch nicht kennt: Ich liebe alle meine Katzen mehr als ich in Worte fassen kann. Aber Thillie und ich – ja, das war/ist schon etwas speziell.


Wenn ich ehrlich bin, begreife ich noch immer nicht, dass sie nicht mehr „hier“ ist. Sie ist fort, was mir täglich schmerzlichst bewusst ist – und doch ist sie nicht weg. Ganz seltsam. Für einen Menschen wie mich, der keinen festen Glauben an ein „Dasein danach“ hat.

Kurz nach Mathildes Tod bot mir eine sehr liebe Internetbekanntschaft an, mir ein Schmuckstück zur Erinnerung zu fertigen. Die Krux daran: Sie brauchte dafür Haare von Thillie, da sie die wunderhübsche Idee umsetzt, aus Tierhaaren Anhänger zu fertigen:

Zu viele Tierhaare im Haus?
Dann mach ich Euch was Schönes draus.
Ganz egal ob Katze oder Hund,ob schwarz-weiss, grau oder eher bunt:
Ein Schmuckstück filz‘ ich aus den losen Haaren,die zuvor dir lästig waren.
Ein Schmuckstück, zauberhaft und stets ein Unikat, was ganz Besonderes, das garantiert nicht jeder hat.
So ist dein so sehr geliebtes Tier
wann immer du es wünschst ganz nah bei dir.

Doch Mathilde war tot. Ich konnte keine Haare mehr sammeln. Eine Handvoll brauche sie. Ich fing also ernsthaft an, von Mathildes früheren Lieblinsplätzen die Haare fein säuberlich einzusammeln, sogar von meinen Kleidern. Nie im Leben hätte ich eine Handvoll zusammenbekommen. Doch dann fand ich meine Fusselsammelrolle wieder, mit der ich immer vornehmlich Thillies Lieblingsplätze enthaart hatte. Ein Griff in die Rolle und woala:

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Das schickte ich ihr also.

Nicht mal zwei Wochen später bekam ich dieses wunderschöne Erinnerungsstück retour:
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Ok – entschuldigt bitte: Fotos, auf denen ich abgebildet bin, sind per se immer misslungen 😛 Aber ihr solltets ja auch am lebenden Objekt sehen.

Diese Kette bedeutet mir unendlich viel Ich finde sie nicht nur wunderschön (erkennt man, dass mal der Metallring heller und das „Herz“ dunkler ist – mal umgekehrt? Ich finde das umwerfend)

Diese Kette ist das wertvollste Schmuckstück, das ich habe. Und glaubt mir: Ich habe viele 😛 Ich finde sie wirklich unendlich zauberhaft. Nochmal ganz ganz herzlichen Dank dafür an die liebe Künstlerin

Sie bietet übrigens ganz unterschiedliche Designs für sozusagen jede Vorlieben an, wenn ihr mögt, schaut doch mal auf ihre Facebookseite: Fellnasen-Schmuck aus Tierhaar
oder in ihrem Dawanda-Shop: Fellnasenschmuck

Mit dem Verkauf ihrer Artikel unterstützt sie übrigens mit 2 Euro (!!) pro verkauften Artikel Tierschutzprojekte

Ich werde jedenfalls nie nie wieder das ausgebürstete Fell meiner geliebten Katzis achtlos in den Müll schmeissen. Damit kann man echt so viel Besseres anstellen

Mathilde – mein Herz. Nichts kann dich „ersetzen“. Aber dein Fell weiterhin auf meiner Haut zu spüren, ist irgendwie ein Zauber. Ich vermisse dich, mein Herz

Du bist nicht fort. Nur woanders. Warum nur vermisse ich dich dann so?

Katzenzusammenführungen: Eine Wissenschaft für sich ;-)

Heute möchte ich gern ein bisschen Werbung machen. Nicht, weil ich davon etwas habe, sondern weil hoffentlich alle, die in der Zukunft Katzenzusammenführungen planen, etwas davon haben – und vor allem aber deren Katzen ♥

Es ist ein längst überholter Mythos, dass Katzen strikte Einzelgänger seien. Im Gegenteil sind sie für ein erfülltes Dasein auf Sozialkontakte mit Artgenossen angewiesen. Wenige Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Eine Katze mit Freigang findet allenfalls draussen mit Nachbarskatzen Sozialkontakte. Wohnungskatzen hingegen haben diese Möglichkeit nicht und sollten gemäss Schweizer Tierschutz auf keinen Fall allein gehalten werden.

Doch genau wie der Mensch verträgt sich die Katze aber nicht mit jedem beliebigen Artgenossen: Sie würden ja vermutlich auch nicht einfach raus auf die Strasse gehen und mit irgendeinem Passanten eine Wohngemeinschaft gründen. Nehme ich mal an.

Sollen Katzen, die einander noch nicht kennen, zusammengeführt werden, gilt es, Gemeinsamkeiten zu beachten: Meist vertragen sich Katzen mit Katzen und Kater mit Katern besser, weil sie ein ähnliches Spielverhalten haben (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel). Weiter sollten die Katzen altersmässig nicht zu weit auseinanderliegen: So wird eine gesetzte Katzen-Omi kaum Freude an einem quirligen Katerbengel haben, der ihr dauernd auf die Nerven geht. Katzen weisen charakterlich zudem eine ähnliche Bandbreite auf wie Menschen: Es gibt Schüchterne, Draufgänger, Diven, Hitzköpfe, Sanftmütige und so weiter. In der Regel gilt hier: Gleich und gleich gesellt sich gern. Das sind mal einige Grundregeln. Doch auch die garantieren noch kein Gelingen des Unterfangens.

Ich habe hier ja eine sehr soziale Truppe von derzeit sechs ehemaligen Strassenkatzen aus verschiedenen Ländern. Unsere Zusammenführungen (bislang 9 in den letzten fast 5 Jahren – da ich auch Palliativfälle aufnehme, ist leider die „Fluktuation“ hier entsprechend hoch) liefen in der Vergangenheit eigtl. immer vollkommen problemlos.

Bis auf zweimal.

Bei beiden Problemfällen handelte es sich um Katzen, die aufgrund ihrer Vorgeschichte panische Angst vor anderen Katzen hatten. So war LouLou in ihrem früheren Zuhause leider von anderen Katzen massiv gemobbt worden (ich hatte die Folgen völlig unterschätzt), bei Moriah wiederum war es so, dass sie mir als superkatzensozial vermittelt wurde – was sich hier dann zu unser aller Entsetzen leider als Fehlinformation herausstellte. Erst dachte ich bei Moriah an den alten Zauberspruch, der bei Zusammenführungen grundsätzlich gilt: Zeit und Liebe werden es schon richten.

Aber das reicht halt nicht immer.

Als Moriah anfing, meine anderen Katzen hier mit mutmasslicher Verletzungsabsicht zu attackieren, war mir dann doch endlich klar, dass wir – wiedermal – professionelle Hilfe von unserer bewährten Verhaltenstherapeutin Christine Hauschild brauchten, die uns schon zuvor bei LouLou geholfen hatte. Natürlich prüfte ich auch den Gedanken, Moriah zu ihrem eigenen Besten wegzugeben – doch: wohin? Sie stammt aus Cadiz, ihre Vermittlungsorga ist in Deutschland daheim und wir sind hier in der Schweiz. Naja – und scheue, schwarze Katzen sind jetzt auch nicht unbedingt ein Bestseller auf dem eh schon völlig überfluteten „Markt“ des Katzenangebots. Wenn sie dann auch noch FIV+ ist, ist eh Sense. Das alles waren ja genau die Gründe, warum sie herkam: Unvermittelbar 😦 Also gaben wir uns rund ein halbes Jahr Zeit, die Zusammenführung hier doch noch hinzubekommen: Stichtag war Weihnachten 2013.

Wer uns noch nicht (so gut) kennt, kann Moriahs ganze Geschichte und unser hartnäckiges Training (Gott sei Dank liegt das nun hinter uns – verzeih, Christine) bei Interesse hier nachlesen: Moriahs Therapie geht weiter

Es war ein langer und steiniger Weg. Und ich gebe zu: Bisweilen fehlte mir der Glauben, dass wir es schaffen. Ich überlegte zwischendurch auch, wohin ich Moriah denn geben würde – Einzelhaltung? Sie war doch erst zwei Jahre alt – den Rest des Lebens allein? Oder zu einer einzigen anderen sehr sozialen Katze? Wo sollte die zu finden sein? Wie reagiert ihre Orga? Wird es ihr gut gehen?

Und während all diese Gedanken in meinem Hirn rotierten, hielt ich mich eisern an den Trainingsplan, den unsere Verhaltenstherapeutin für uns erdacht hatte – auch wenn ich es oft hasste, es Zeit und Nerven raubte. Wir mussten es versuchen. Wenigstens versuchen.

Heute sind wir eine glückliche kleine Katzentruppe. Ja, Moriah hat noch viel zu entdecken, ihr Bewegungsradius muss noch grösser werden, sie mutiger und unabhängiger von mir. Aber das Gröbste ist geschafft. Bilder wie diese lassen mein Herz im Dreieck hüpfen:

Und auch wenn Moriahs Fall durch die Missverständnisse bei der Vermittlung (was immer passieren kann) gar arg speziell gelagert war, möchte ich aufgrund unserer mitunter erschütternd beglückenden Erfahrungen mit Verhaltenstherapie eine Buchempfehlung aussprechen, zumal zum Thema gerade das neue Buch unserer Verhaltenstherapeutin Christine Hauschild erscheint:

Buchtipp
KATZENZUSAMMENFÜHRUNG mit Herz und Verstand
von Christine Hauschild

Der Inhalt:
Es gibt verschiedene Varianten, zwei Katzen miteinander bekannt zu machen. Da wir bei den ersten Begegnungen die Weichen für das zukünftige gemeinsame Leben stellen, lohnt es sich, mit Bedacht vorzugehen.

Mit diesem Buch lernen Sie:
· Was gilt es bei der Auswahl der passenden Partnerkatze zu beachten?
· Wie einfach oder schwierig wird die Zusammenführung?
· Welche Risiken und Fehler können Sie vermeiden?
· Und vor allem: Es werden drei verschiedene geeignete Wege der Katzenzusammenführung erklärt. Dazu gibt es viele praktische Hinweise zur Ausführung.

„Katzenzusammenführung mit Herz und Verstand“ ist ab sofort im Buchhandel und Internetbuchhandel erhältlich.
ISBN 9783735740748, BoD, Paperback, 116 Seiten, €14,90

Hier kann man auch schon mal vorab virtuell drin blättern.

Und falls jemandem das Cover positiv auffällt … sagt es ruhig 😛 ❤

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