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Geliebte Mathilde – atme! Atme und lebe! ♥

Ich komme gerade aus der Notaufnahme des Tierspitals. Mit einer leeren Transporttasche 😦

Am 12. April jährte sich ein schrecklicher Vorfall zum zweiten Mal. Ganz bewusst hatte ich das Datum nirgends erwähnt: Solch → schlimmer Ereignisse sollte nicht extra gedacht werden. Meinte ich. Nun werde ich exakt 2 Jahre und 3 Tage später doch dazu gezwungen: Mathildes und mein Albtraum wiederholt sich gerade.

Ich vegetiere ja hier seit bald 2 Wochen krankheitshalber zu Hause rum. Meistens schlafe ich und bekomme eh nichts mit. Heute gegen 15 Uhr ging ich verpennt auf der Terrasse ein wenig Luft schnappen. Ich sah Mathilde da liegen – aber irgendwie anders als sonst. Nicht entspannt sonnend, sondern irgendwie … seltsam. Ich sah näher hin und bemerkte, dass sie statt relaxed zu atmen die Luft regelrecht pumpte, dazu das Mäulchen immer wieder öffnete und verkrampft wirkte.

Irgendwie in meinem eigenen Delirium entscheidungsunfähig, zählte ich ihre Atmung: 40 Atemzüge pro Minute – so weit ich von ihrer Perikarditis damals wusste, durchaus noch im „OK-Bereich“. Dennoch kam mir das alles nicht gut vor und so rief ich unseren Tierarzt an und schilderte ihm meine Beobachtung. Er meinte nur: „Wie schnell können Sie hier sein?“

15 Minuten später stand ich unfrisiert, aber notdürftig öffentlichkeitsfähig mit Mathilde in der Praxis. Dort wurde sie geröntgt: Die eine Lungenhälfte zeigte deutliche weisse Masse auf den Röntgenbildern, auch schien die Lunge dort deformiert – womöglich kollabiert. Unser Tierarzt überwies uns umgehend an die Notaufnahme des Tierspitals. Während man uns ein Taxi rief, wurden die Ärzte im Spital auf unser Kommen vorbereitet – mit allem, was sie wissen mussten. Inzwischen zeigte Mathilde Maulatmung.

Wir waren Ende März zur Kardio-Kontrolle. Alles war prima. Wir waren letzte Woche zum erneuten grossen Blutbild. Alles war prima – naja, so weit. Ich hab die Schallbilder und das Blutbild gesehen. Alles unverdächtig. So schnell kann es gehen. All das schiesst mir durch den Kopf, während wir zum Tierspital rasen.

Weitere 10 Minuten später wurden wir in der Notaufnahme schon erwartet, Mathilde wurde umgehend in eine Sauerstoffbox gesetzt und zusätzlich per Schlauch beatmet. Derweil erzählte ich alles zu ihrer → Vorgeschichte und auch, dass ich selber seit rund zwei Wochen mit einer Bronchitis/Lungenentzündung kämpfe – ob ich sie vielleicht angesteckt habe, was bei bakteriellen Infekten (anders als bei viralen offenbar) durchaus denkbar sei.

Die Ärzte meinten, Letzteres sei Mathildes beste Chance. Aber leider unwahrscheinlich, da sie kein Fieber hat. Wahrscheinlicher als Ursache seien ein Ödem oder auch ein Tumor.

Dass Mathilde stationär bleibt, war eh schnell klar. Sie liegt jetzt auf der Intensivstation – dort wird sie von Maschinen und Menschen rund um die Uhr überwacht. Sterben kann sie trotzdem. Das hat man mir auch noch mal ganz klar gesagt. Mathildes Gesamtsystem kann derzeit jederzeit kollabieren. Aber immerhin kann sie nicht elendiglich unbemerkt lautlos ersticken. Das immerhin nicht. Und wer schonmal ein Wesen (fast) ersticken gesehen hat (oder es selbst erlebte), weiss, dass das schon viel wert ist.

Und dann wie immer diese grauenvolle Frage: „Wie weit sollen wir gehen? Rot, gelb oder grün?“ Rot = keine lebensrettenden Massnahmen, im Zweifel ausknippsen. Gelb = teure Massnahmen nur nach Rücksprache. Grün: Go for it!!!!!!!!!!!!!!!!!! Alles, was Medizin hergibt und Ethik erlaubt.

Natürlich tiefgrün. Was sonst?

Sie melden sich – je länger nicht, desto besser. Spätestens morgen mittag. Sagten sie.

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Geliebte Mathilde. Ich weiss dich in den besten Händen der Tierarztwelt. Ich weiss, dass du eine Kämpferin bist, die schon das Undenkbare geschafft hat. Wenn du magst – wenn du magst, dann bitte kämpfe weiter. Komm zu uns zurück, ja? Und aber wenn nicht, dann lass los. Ok? Quäle dich nicht. Aber wenn du nur den geringsten Grund siehst, hier bei uns zu bleiben, dann kämpfe. Wir sind bereit, diesen Weg mit dir zu gehen – so weit er uns trägt. Gemeinsam – für immer ♥ Ich liebe dich weit weit mehr, als Worte es je sagen könnten. Ich bin bei dir, auch wenn ich gerade nicht da bin.

Mathilde, ich liebe dich – whatever it takes.

ps: Ich hatte mir ja zum Geburtstag eine dieser supertollen Filzhöhlen von Dornröschen gewünscht – das haben vielleicht einige über FB gesehen. Falls jemand ernsthaft daran dachte, uns sowas Tolles zu schenken (was ich ja nicht glauben könnte) – wir brauchen bitte im Moment eher jeden Cent für Mathildes Behandlung ♥ Das ist kein Spendenaufruf! Ich nehme keine Spenden an, da bin ich stur. Aber man schenke mir wenn denn überhaupt zum Geburtstag bitte keine Bücher, Weine, Gutscheine oder sonstwas – wer mir etwas schenken möchte, drückt meiner Mathilde die Daumen. Und vielleicht – ob man dran glaubt oder nicht – betet er für sie?

Danke! smiley_emoticons_liebhab

Gerade hat Faramee im Schlaf gefiepst – ich stand sofort bei ihr wie die Weltallpolizei. Ich weiss gerade nicht, ob Tierhaltung mich nicht überfordert.

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Nachtrag: Zwischenbericht aus dem Tierspital

Lernfähigkeit ist eine Gnade – für Mensch und Tier

Nachdem ich endlich begriffen hatte, welch grosse Verantwortung ich als Tierhalter trage, und dass es definitiv nicht reicht, das Beste nur zu wollen, versuchte ich mich darin, das Bestmögliche zu tun.

Nach → Sahibs unnötig langem Todeskampf und → Mogwais ebenso unnötigem Leiden, stürzte meine Welt ein: Ich hatte bei beiden auf ganzer Linie versagt. Ich hatte bis zu diesem Punkt meine Verantwortung als Tierhalter komplett unterschätzt, war der Aufgabe ganz offenkundig nicht gewachsen und musste also dringend dazulernen.

Als Erstes wechselte ich die Tierarztpraxis. Ich liess mir in einem Schweizer Katzenforum einige Zürcher Kliniken empfehlen und schrieb jener, die mir den modernsten Eindruck machte, eine E-Mail, in der ich freundlich aber bestimmt darauf hinwies, dass ich alte, chronisch kranke und behinderte Katzen habe – ja: auch solche aus dem Ausland – und sie mir bitte direkt sagen möchten, falls sie da eine „kritische“ Haltung haben, so dass ich weitersuchen kann.

Die Antwort der noch heute dort tätigen Assistentin war herzerwärmend ♥

Als Nächstes las ich mich in alles ein, was bei meinen Katzen bisher diagnostiziert worden war. Namentlich hier genannt Omars CNI und Mathildes → FIV. Ich vermied dabei Communities, da ich keine Horrorgeschichten wie zB. über Mathildes FIV damals, sondern so weit vorhanden Fakten wollte. Das ist jetzt keine Kritik an Communities – sie sind nur oftmals einfach nicht der richtige Ort, um sich inhaltlich auf womöglich dereinst lebenswichtige Entscheidungen vorzubereiten.  Aber ich erfuhr damals in einer Community grossartige emotionale Unterstützung dabei, diese teils sehr schweren Entscheidungen dann auch durchzuziehen – das ist die Stärke von Communities ♥

Und dann kam unsere grosse Prüfung. Das Jahr 2012.

Es wäre zu viel, alles hier nochmals zu erzählen, und einigen von euch geht die ewige Leier wahrscheinlich auch schon langsam auf die Nerven 😛 Doch der Zeitraffer zeigt vielleicht jenen, die uns noch nicht kennen, welche Lawine der Angst, des Schmerzes und auch des Lernens uns damals plattwalzte.

Ich beginne den Rückblick sinnigerweise dort, wo alles anfing, und beschränke mich auf die Aspekte, um die es mir hier geht:

Februar 2012
Ruhe vor dem Sturm

Anfang Februar beginnt der damals 22-jährige CNI-Patient Omar stark abzubauen – sein Zahnfleisch ist extrem entzündet und er nimmt weiter drastisch ab. Iwon verkracht sich mit Omars Homöopathen – man trennt sich im Streit. Na – Hauptsache, man trennte sich.

März
5. März: Schock-Diagnose für Mathilde. Beim jährlichen Kardio-Schalltermin (wegen HCM) zeigt sich, dass einer von Mathildes rechten Lungenlappen kollabiert ist. Nur eine OP kann die Ursache klären und mutmasslich – wenn überhaupt – ihr Leben retten. Sollte sich bei der OP zeigen, dass ein Tumor oder ein Infekt schon weit fortgeschritten ist, würde man sie schlafen lassen. Die OP wird schliesslich für Donnerstag, den 8. März, angesetzt. Ein langer Leidensweg nimmt seinen Lauf…

8. März: Mathilde übersteht die OP mit Bravour! Kein Tumor, „nur“ ein Abszess.

Schicke Frisur:

12. März: Mathilde darf nach Hause.

Mathilde braucht unendlich viele Medikamente, die sie aber brav annimmt. Sie erholt sich langsam, aber stetig.

Auch Omar hält sich derweil tapfer. Er speichelt sich zwar regelmässig voll und muss von mir entsprechend regelmässig „gebadet“ werden, um den blutverschmierten Kleister aus seinem Fell zu bekommen – aber ansonsten ist er fidel und munter. Wohlwollende Menschen empfehlen mir dennoch, „dem ein Ende zu setzen“.

21. März: Omar muss nun doch in Narkose – die Zahnfleischentzündung ist so schlimm, dass man nicht mehr drumrum kommt. Erneut wird mir geraten, ihn direkt einschläfern zu lassen, weil er die OP ja eh kaum überleben könne. Oder sonst die OP zu unterlassen, weil er ja dabei sterben könnte. Ich sehe das nicht ein: Ihn direkt töten oder sonst leiden lassen, weil ihn die Hilfe töten könnte?

Bei der OP sollte sich herausstellen, dass seine Zähne wider Erwarten in gutem Zustand sind – er aber eine urämische Anämie hat, die es notwendig macht, 2x pro Woche zur Infusion zu fahren. Gut, dann machen wir das.

Mathilde erholt sich derweil weiter von der schweren OP:

23. März: Mathildes Fäden werden gezogen. Inzwischen weiss man, dass ein eingeatmeter Fremdkörper Ursache für den Lungenlappenkollaps war. Also keine weiteren Folgen zu erwarten, keine Krankheit.

April
12. April: Die schlimmste Nacht überhaupt: → Ich fand Mathilde gegen 0.30 Uhr erstickend halb unter dem Sofa. In der Notaufnahme konnte ihr Leben in allerletzter Sekunde gerettet werden.

Diagnose: Perikarditis, Herzbeutelentzündung. Eine Krankheit, die bei Katzen eigentlich gar nicht vorkommt.

Wieder eine endlose Zeit der Ungewissheit, des Hoffens und Bangens – des nicht Wissens, was richtig oder falsch ist… Die Ärzte im Tierspital kommen zum Schluss, eine erneute Brustkorböffnung sei Mathildes einzige Chance: Herzbeutelentfernung. Die OP wird auf den 25. April angesetzt.

Nette Menschen, die es wirklich gut mit uns meinen, raten mir davon ab, Mathilde erneut durch diese Strapazen zu schicken. Ich dachte natürlich darüber nach und kam zum Schluss: „Es gibt nur drei Möglichkeiten. 1. Ich lasse sie direkt einschläfern. 2. Ich lasse sie langsam ersticken – denn die Flüssigkeit wird bald wieder auf Lunge und Herz drücken. 3. Die OP. Ich wähle die OP.“ Wenn Mathilde die OP nicht überlebt, hatte sie dennoch wenigstens eine Chance.

Der eine oder andere meint, wie vielen notleidenden Katzen ich mit dem Geld für die OP helfen könnte, statt „nur einer“. Auch diese Überlegung nehme ich ernst: Mehrere Tausend Franken, was könnte man damit alles machen… Aber darf man so rechnen? Ich halte mich an Antoine de Saint-Exupery: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

Mehrmals täglich muss ich Mathildes Atmung kontrollieren: Maximal 40 Atemzüge pro Minute sind noch ok, 50 wären kritisch, bei 60 alles stehen und liegen lassen und ab zur Notaufnahme. Mathildes Atmung ist stabil zwischen 38 und 42. Ich schlafe nachts bei ihr auf dem Sofa.

23. April: Lucie kommt heute mit zu Omars Infusion, weil sie wieder geröchelt und gekeucht hat. Das wird schnell behoben, aber es zeigt sich, dass ihre süssen Vampirzähne raus müssen.

24. April: Lucie bekommt die Zähne gezogen und übersteht die OP einwandfrei. Vampirzähnchen in loving memory:

Lufie ift auch ohne Fangfähne fön:

25. April: Mein Geburtstag. Mathilde wird am Herzen operiert. Sie überlebt. Von nun an wird es UNSER Geburtstag sein. Meine herzensgute Freundin Cheesy half mir auf diesem so angstvollen und schmerzlichen Weg so sehr – danke! ♥

Doch Mathilde erholt sich nicht wie erhofft – das Bangen geht weiter.

30. April: Mathilde darf heim.

Mai
7. Mai: Mathilde schien sich inzwischen doch sehr gut gefangen zu haben, Atemfrequenz an der oberen Grenze knapp über 40. Beim Entfernen der Tacker im Spital wurde nochmal ein Schall gemacht. Die Flüssigkeit ist wieder da: Die OP habe nichts gebracht, die Entzündung sei wohl schon aufs ganze Herz übergesprungen – nichts mehr zu machen. Ausser: Cortison. Die letzte Hoffnung… Trotz FIV.

8. Mai: Wir beginnen mit dem Cortison. Wenig Hoffnung ist besser als keine.

9. Mai: Omar feiert seinen 23. Geburtstag. Und wir begehen auch LouLous ersten Todestag.

14. Mai: Mathilde hat Kardio-Kontrolle. Der worst case ist eingetreten: Das Cortison schlägt nicht an – Mathildes Herz vernarbt weiter. Die Ärzte geben sie auf.

Es folgt eine nervenaufreibende Zeit, in der ich (scheinbar) zwei sterbende Katzen begleite und oft nicht ein noch aus weiss. Ich messe Atemfrequenzen, wasche nun täglich einen verspeichelten Katzenopi ♥, vertüfftle mich darin, wie ich all die Medis in Katzis bekomme, fahre zweimal pro Woche mit Omar morgens vor der Arbeit zur Infusion in die Praxis – er geniesst diese Ausflüge. Aber ich muss irgendwie auch Job, Haushalt und alles andere irgendwie hinkriegen. Freunde kommen zu kurz, werden teils wütend, wenden sich von uns ab.

22. Mai: Kontrolltermin mit Omar und Mathilde. Mathilde ist stabil, aber sehr schwach. Omar baut nun radikal ab: nur noch 3 Kilo von einst über 7. Der Tierarzt will am 25. Mai entscheiden, ob Omars Lebensqualität noch ausreichend gegeben ist.

Es ist, als hinge ein Damoklesschwert über uns: Wie verbringt man „letzte Tage“?

25. Mai: Omar wiegt nur noch 2,8 Kilo. Aber der Tierarzt meint, Omar sei noch voll da – und solle noch bleiben dürfen.

Juni
Eine emotional sehr wacklige Zeit. Aber es gibt viele schöne Momente, die wir bewusster als sonst geniessen. Es ist wahnsinnig schwierig – irgendwie soll diese letzte Zeit „besonders“ sein. Wie dumm. Unsere Lebenszeit sollte immer besonders sein ♥

Juli

Mathilde nimmt zu, Omar ab. Erst freute ich mich über Mathildes Gewichtszunahme, bis mir klar wurde, dass diese zusätzlichen 400 Gramm auch Flüssigkeit sein können. Es stellt sich jedoch heraus, dass das runde halbe Kilo mehr durch und durch Mathilde ist, keine Flüssigkeit ♥

Omar wird inkontinent. Erst tappe ich in alte Muster und bin geneigt, dies auf seinen Gesamtzustand zu schieben. Aber ich habe ja dazugelernt: Der Tierarzt stellt einen Harnwegsinfekt fest, der schnell kuriert ist. Omar bleibt dennoch inkontinent. Der Parkett wird grossflächig mit Windelunterlagen abgedeckt. Omar kann ja nichts dafür. Der Parkett auch nicht.

18. Juli: Der Tierarzt hatte darauf gedrängt, dass wir Mathilde nochmal zum Kardio-Schall bringen, um zu sehen, wie es um die Herzentzündung steht. Grosses Erstaunen in der Kardio-Abteilung des Tierspitals: Mathilde ist stabil – weiterhin keine Flüssigkeitsansammlung.

27. Juli: Wir sind erneut beim Tierarzt wie so oft. Er gibt Omar noch letzte 24 Stunden – nun steht es fest: Omar tritt seine grosse Reise am 28. Juli um 11 Uhr an. Der Tierarzt erklärt mir sanft aber eindringlich, was nun mit Omar passieren wird. Ich weine. Der Tierarzt gibt Omar ein letztes Mal Schmerzmittel und seine Infusion, damit er seine letzten 24 Stunden einfach noch leben kann, ohne zu leiden.

28. Juli: Ein grosser Kämpfer hat diese Welt verlassen – der Übertritt war ganz sanft.

Omars Tod schmerzt mich sehr – so viele gemeinsame Jahre ♥ Doch es zerfetzt mich diesmal nicht. Der Tod steht nunmal am Ende eines jeden Lebens, das ist unvermeidlich. Was es auf dem Weg dorthin zu vermeiden gilt, ist Leid. Diesmal habe ich alles richtig gemacht.

August
Das erste Mal seit einem Jahr besuche ich wieder meine Familie in Berlin – zuvor war ich fast ein Jahr lang nicht mehr verreist um Omars Willen.

22. August: Das Wunder. Mathildes Kardio-Kontrolltermin ergibt: Sie ist geheilt – ihr Herz zeigt keine Entzündungsanzeichen mehr. Das war medizinisch eigentlich gar nicht möglich. Der Chef-Kardiologe hat Tränen in den Augen – er kann es selber nicht fassen und sagt: „Wenn eine das schafft, dann eine gebeutelte Strassenkatze – die sind so stark.“ War ich je glücklicher?

Zurück im Jahr 2014
Mathilde liegt gerade glücklich schnarchend neben mir auf dem Sofa ♥ Ich weiss nicht, wie viel Zeit ihr noch bleibt (das weiss man eh nie). Sie ist ca. 14 Jahre alt (eher älter gemäss Schätzung der Klinik), ist FIV-positiv, hat SDÜ, Herzprobleme… Aber sie geniesst ihr Leben, sie spielt auf ihren drei dürren Beinchen, meckert, geniesst die ersten Anzeichen des Frühlings. Und sie hat – HEY – die tiermedizinische Fachwelt mal eben umgehauen 😀

An Omar kann ich dankbar zurückdenken, ohne jedesmal in Tränen und Selbstzerfleischung auszubrechen ♥ Sein letzter Weg war richtig und gut begleitet von einem einfühlsamen und fachkundigen Tierarzt, der stets auf ihn und mich achtete.

Omars letzte Monate hier bei uns waren eine stete Zerreissprobe für mich. Ich hatte jedes Urteilsvermögen über sein Wohlbefinden verloren – ich pendelte immer nur zwischen der Sorge, ihn zu früh aufzugeben oder aber ihn zu lange hier zu halten. Er war am Ende kein schöner Anblick mehr (fürs Auge – fürs Herz war ers immer) – ich habe auch keine Fotos mehr von ihm gezeigt. Einerseits, um seine Würde zu wahren, anderseits weil bei seinem Anblick wohl viele entsetzt einen Schritt zurückgewichen wären. Doch Omar war das Einerlei: Er sah zwar teils aus wie ein blutverklebtes strubbeliges Gerippe, sprang aber dennoch weiterhin auf die Küchenanrichte, ging auf die Terrasse, spielte sogar noch mit den anderen Zwerglis.

Aber an jenem 27. Juli, als es „so weit war“, sah sogar ich das in seinen Augen: Er war müde, unendlich müde.

Wer diesen Weg noch nie oder vielleicht erst einmal so traumatisch wie ich damals bei Sahib gehen musste, traut sich womöglich zu wenig oder auch zu viel zu. Man kann sich ohne eigene – wiederholte – Erfahrungswerte auf „so etwas“ nicht emotional vorbereiten – ich glaube nicht, dass das geht. Aber man kann sich thematisch und dahingehend darauf vorbereiten, dass man sich eingesteht, keine Ahnung zu haben, was nicht nur emotional auf einen zukommt. Und bereit zu sein, dazuzulernen, indem man Fehler nicht beschönigt, sondern daraus lernt. Auch aus den Fehlern anderer. Damit ist sowohl Tier wie Mensch geholfen ♥

Und darum wird mein Rat in allen Krankheitsfällen immer nur einer sein: Sucht euch einen fähigen Tierarzt, der sowohl seine Patienten wie auch seine Kunden stets ernst nimmt. Fürchtet nicht den Tod eures geliebten Wegbegleiters, sondern sein Sterben. Erspart eurem geliebten Wesen nichts, was klischeehaft als „stressig“ gilt. Wir haben Verantwortung übernommen – lasst sie uns wahrnehmen.

Sterbebegleitung für jemanden, für den man die vollumfängliche alleinige Verantwortung übernommen hat, ist schwer, ja. Aber: Sie kann auch in gewisser Weise „schön“ sein. Doch, ehrlich ♥ Man kann einem geliebten Wesen bis zuletzt an der Seite stehen und es dann sanft an der Hand nehmen, um es in Liebe, Geborgenheit und Respekt loszulassen.

Seid tapfer, wenn es so weit ist, und lasst euch auf eurem Weg nicht beirren ♥

Siehe dazu auch unser neues Kapitel: → Der Abschied

„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“
Antoine de Saint-Exupery

Ich gestehe: Ich habe versagt. Teil 2

Wohin es führt, wenn man Vorurteilen glaubt, statt sich zu informieren und selber Verantwortung zu übernehmen. Bitte nicht nachmachen.

Kürzlich habe ich hier ja schon die relativ unrühmliche Geschichte erzählt, wie bei meinem damals 20-jährigen Kater Sahib voreilig und allein → aufgrund seines Alters Demenz diagnostiziert wurde, da er nachts lauthals rumschrie. Dabei hatte der arme Kerl „einfach“ aufgrund massiver Zahnsteinverwucherungen schlichtweg – aus meiner Sicht zur Unzeit – Hunger.

Heute würde ich nach so einem Diagnoseverlauf sehr sehr misstrauisch gegenüber dem betreffenden Tierarzt und mindestens eine Zweitmeinung einholen (kann übrigens fast nie schaden, wenn man Zweifel hat). Doch damals war ich ahnungslos. Ich hatte noch nie zuvor die Verantwortung für eine so doch recht alte Katze und auch irgendwie zu keiner Zeit damit gerechnet, dass Katzen so alt werden. Es gab damals zwar schon Internet, ich hätte mich also kundig machen können. Theoretisch. Aber ich sag mal so: Ich bin kein Digital Native 😛 (und nach allem, was ich inzwischen im Internet schon so gelesen habe, bin ich darüber auch nicht nur traurig… Doch das ist eine andere Geschichte).

Unser damaliger Tierarzt hatte mir schon eingeredet, dass meine beiden Kater nun demnächst tot umfallen, als sie so ca. das Alter von 16 erreicht hatten. Die Katzen meiner Eltern, mit denen ich aufgewachsen war, wurden auch nicht älter. Es wäre jetzt ein wenig bösartig, wenn ich sage: Logisch nicht, die waren ja auch in der Obhut dieses besagten Tierarztes…

Kurz: Ich dachte damals, so mit 16/17 ist ne Katze sozusagen eine Art fitter Zombie  smiley_emoticons_rolleyesnew smiley_emoticons_motz

Nur so kann ich mir heute rückblickend erklären, warum ich zuliess, was ich dann zuliess – entschuldigen kann und will ich es nicht. Aber wenn man sich selbst wie ein hirntoter Idiot benahm, was ein geliebtes Wesen in grosses Leid führte, dann möchte man das ja gern irgendwie verstehen können, wie in Gottes Namen das möglich war.

Es begab sich jener Tage….: Sahib war inzwischen 21 Jahre alt. Ein Alter, mit dem ich damals wie gesagt nie gerechnet hätte. Irgendwann gab er brutal ab. Von praktisch einem Tag auf den anderen interessierte ihn nichts mehr, er frass kaum noch (siehe dazu bitte unbedingt: → hepatische Lipidose!) und der einst so anhängliche Kater zog sich merklichst zurück.

Heute würde ich eine Katze, die sich so verhält, umgehend in eine fachkundige Tierklinik verfrachten und abklären lassen, was los ist – es geht dabei nicht um Lebensverlängerung um „jeden Preis“, wie manche abgeklärte Leute das kritisieren – es geht allein darum, abzuklären, wie man einem Wesen, das sich selbst nicht helfen kann und für das man die vollumfängliche Verantwortung übernommen hat, helfen kann. Sei es durch palliative Pflege oder auch Einschläferung. Was immer nötig ist, damit der Schutzbefohlene so wenig wie möglich leiden möge.

Doch damals war ich doof. Ich hatte „gehört“, dass sich sterbende Tiere zurückziehen, dass dies „natürlich“ sei und man es geschehen lassen soll. Grobfahrlässig, wer sowas so verallgemeinernd-verniedlichend darstellt. Denn weil ich Dummerchen es damals nicht besser wusste, tat ich genau das meinem armen Kater an 😦

Unpraktisch war nur: Der hielt sich leider nicht an meinen schönen Plan für ihn. Er starb einfach nicht. Herrgottgopfertellinomal. Er starb einfach nicht.

Stattdessen litt er.

Aber ich hatte ja gelernt: Natur und so. Machen lassen. Katzen hassen Tierarztbesuche, zwecks Einschläferung nochmal mehr. Das kann ich meinem geliebten Tier doch nicht antun :-O Ich IDIOT.

Kurz: Es kam der Punkt, an dem mein Glaube brach. Es gibt in Zürich nicht so viele Tierärzte, die Hausbesuche machen. Ich machte ab einem gewissen Punkt des Leidens meines Tiers panikartig einen ausfindig. Der kam dann auch, stiess mich von meinem sterbenden Kater weg und rammte ihm die Todesspritze direkt ins Herz. Und noch während mein Kater starb, schimpfte er mich in Grund und Boden. Und erklärte mir haarklein, durch welche Hölle ich meinen Kater mit meiner dummdasseligen Haltung geschickt hatte.

Gut. Der Tierarzt gewann jetzt nicht auf voller Linie an Sympathiepunkten. Aber er lehrte mich, wie naiv ich war und was ich meinem Kater angetan hatte – weil ich es „ja nur gut gemeint“ hatte. Natur und so. Ich war am Boden zerstört. Und werde mir das nie verzeihen.

Solche Fragen sind auch in haustierthematischen Social-Media-Bereichen immer wieder Thema. Und wenn ich teils – mit diesem Bild meines im Todeskampf zitternden Katers vor Augen – solche Themen lese, könnte ich schreien. Wenn ich zum Beispiel lese, dass jemand in einem Forum zum Thema schreibt, der „’natürliche‘ Tod“ sei „ganz sanft, ganz friedlich – als wenn eine Kerze ausgeblasen wird“ – dann kann ich wirklich nur den Kopf schütteln.

Mag mal jemand „natürlichen Tod“ als Begriff definieren? Man kann auf mannigfaltigste Weise „natürlich“ sterben. Es ist auch nicht so sehr der Tod, der mich hier beschäftigt. Sondern das Sterben.

Und das sollte man jedem Lebewesen so „leicht“, kurz und schmerzlos wie nur möglich wünschen. „Natur“ hin oder her.

Sahib – mein Herz. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen. Nein – ich weiss: Du hast ♥ Ich war damals in diesen Belangen unbedarft ohne Ende. Es tut mir so leid, dass dich das mit voller Wucht traf.

Und darum schreibe ich all das zu meiner Schande und deiner Ehre nieder. Mögen andere meine Fehler nicht wiederholen – ich weiss gewiss, dass du für jede Katze lächelst, die auf ein klügeres Dosi als mich trifft. Sahib, ich liebe dich ♥

Sahib †

Sahib †

Was ich aus all dem lernte und worauf bei mutmasslich todbringenden Diagnosen und palliativer Pflege aus meiner Erfahrung zu achten ist, erfährt man hier: →Lernfähigkeit ist eine Gnade – für Mensch und Tier.

Passt bitte auf eure Schützlinge auf – achtet gut auf sie und gedeiht alle wohl ♥

Ich möchte etwas gestehen: Ich habe versagt. Teil 1

„Alte Katzen“… ich möchte dazu noch einiges sagen. Und gestehe: Ich habe versagt. Teil 1 ist noch der glimpfliche Teil. Das Furchtbare folgt noch.

Bis vor einigen wenigen Jahren hatte ich zwar wohl sehr viel „Erfahrung“ (bah) in Katzenhaltung, weil ich ja schon mit Katzen aufgewachsen war und lange vor Internet wieder eigene Katzen hielt. Das machte mich sozusagen zum Experten. Ha-ha. Ich schreibe das nur, weil manche noch immer so denken und weil ich klar machen möchte (jaja: nennt mich „belehrend“ – I could not care less), wie sehr man sich bezüglich „Erfahrung“ irren kann.

Ich hatte meine ersten eigenen Katzen Sahib und Omar:
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… als „ältere“ Katzen mit 8 bzw. 9 Jahren von privat übernommen. Ich hatte selber nie damit gerechnet, dass sie beide mal über 20 Jahre alt würden.

Sahib (der schwarze) war etwas älter als Omar. Beide waren in all der Zeit bei mir nie krank. Keine Erkältung, kein gar nix. Gut, bei Omar wurde mit 16 CNI im „mittleren“ Stadium diagnostiziert (dazu ein nächster Beitrag dann) – aber sonst: Nie nix irgendwas.

Entsprechend hatte ich auch keine Ahnung von „echten“ Katzenkrankheiten. Katzenhaltung war easy, problemlos – nie war was. All die Jahre nie.

Und dann wurden sie alt. Aber – hui: Es passierte nix. Ausser eins: Eines Tages fing Sahib – mit 20 Jahren – an, nachts manchmal zu schreien – nicht wie man sich das bei akuten Schmerzen vorstellt, sondern eher „klagend“, anklagend fast schon.

Ich nahm das zuerst gar nicht so ernst. Ich weiss nicht mal mehr, was ich mir dabei dachte. Bis es jede Nacht so war, und ich keinen Schlaf mehr fand und ich mir – das dann doch auch – Sorgen um ihn machte.

Ich gehörte damals auch noch zu den Anhängern des Glaubens, man sollte Katzen so wenig wie möglich mit Tierarztbesuchen stressen. Sahib flippte zwar auf dem Weg zum Tierartz nicht komplett aus, aber er nässte sich halt ein, war gestresst – kurz: er mochte das jetzt nicht so. Ich Idiot stellte das über seine Gesundheit 😦

Er schrie also jede Nacht rum, also gings halt irgendwann trotz allem ab zum Tierarzt. Der meinte damals so: „Ja. Der ist ja jetzt schon 20 Jahre alt, nicht? Pf. Hm. Dann ist das halt Demenz. Der findet sich nachts nimmer zurecht, sieht und hört schlecht – ja, Frau Blum. Das ist halt so.“ Gross untersucht wurde Sahib nicht – das Urteil stand fest: Katze ist 20 = dement.

Frau Blum: „Ah. Ok. Scheisse. Aber dann ist das so.“ (ich Hornochse!!!)

Es wurde aber immer schlimmer. Sahib mauzte irgendwann die ganze Nacht durch, an Schlaf war weder für mich noch die Nachbarn zu denken. Ich war verweifelt. Also nochmal zum Tierartzt. Und diesmal hatten wir Glück.

Da „unser“ Tierarzt im Urlaub war, kamen wir zu einer Vertretung. Die meinte: „Frau Blum, der Kater hat sone massive Zahnsteinansammlung – der kiegt ja kaum noch die Kiefer auseinander um zu fressen: Der hat einfach Hunger.“

Ich:  smiley_emoticons_gucker2  smiley_emoticons_panik4

Also wurde mein 20-jähriger Kater unter Narkose gesetzt und der Zahnstein grundsatzentfernt. Was denn auch sonst? Ja: Er hätte bei der Narkose sterben können. Aber ich muss hier nicht weiter ausführen, dass es keine Alternative gab: Sollte ich ihn weiter leiden und hungern lassen? Oder lieber – wenn denn – friedlich einschlafen?

Eben.

Sahib überlebte die Narkose und mauzte danach nie mehr nachts. Er schlief stattdessen wieder selig in meinen Armen und war die Zufriedenheit selbst.

Er konnte einfach wieder genug fressen, so dass er nachts keinen Hunger mehr hatte. So einfach.

Ich will damit nicht sagen, dass es Demenz bei Katzen nicht gäbe – die gibt es. Doch so häufig wie sie diagnostiziert wird, kann sie meines Erachtens nicht sein: Ich habe sie bei meinen Senioren noch NIE erlebt. Noch nie.

Darum appelliere ich nochmal (und werde es noch oft tun 😛 ) an alle: Egal, wie alt eure Katze realiter ist – nehmt sie ernst.

Ich tat es leider früher nicht – wohin das führte, gestehe ich euch hier: Ich gestehe. Ich habe versagt. Teil 2 😦

Happy Move-in-Day, Tünn! ♥

Heute vor einem Jahr flog ich mit Tünn von Köln heim nach Zürich. Happy Move-in-Day, mein kleiner Schatz

Wie es dazu kam, dass der kleine wildgeborene Kölner Streunerbabykater Tünn ein Zürcher Kamikatze-Zwergli wurde, habe ich ja schon hier berichtet: → Haben Katzen Humor? Ja, tiefschwarzen und hier → Happy Birthday, Tünn.

Ein Jahr ist es heute her, dass ich mit Tünn nach Hause gereist bin. Zur Feier des Tages nochmal der damalige Reisebericht vom 20. Januar 2013. Knackpunkt war ja vor allem, Scheumaus Tünn an der Gepäckkontrolle des Kölner Flughafens auszupacken…

Doch die Leute an der Kölner Gepäckkontrolle waren anders als ihre Berliner Kollegen, → an die ich seinerzeit mit Faramee geriet, supernett und kooperativ. Rausnehmen musste ich Tünn aber trotzdem. Da gabs nix: Die Tasche musste durch den Scanner. Ich fragte natürlich auch, ob man das Austüten in einem geschlossenen Raum machte könne, damit Katz sicher nicht ausbüxen kann – aber sowas gibts in dem Flughafenbreich nicht, nur so Kabinen mit Vorhang. Na dann.

Tünns Pflegemama Nadja vom Katzenschutzbund Köln hatte mir am Abend vor der Reise anhand einer Wasserflasche anschaulich demonstriert, wie man mit einem Handtuch aus Tünnchen eine Frühlingsrolle wickelt, um ihn zu fixieren. Mir stellte sich nur die grosse Frage, ob ich das im Ernstfall dann auch hinkriege?

Ich durfte Tünn also zunächst mit Tasche durch den Detektor bringen (der natürlich fiepte und blinkte und ausflippte wegen der Metallteile an Tasche und Geschirr – herbeieilende Sicherheitsleute wurden von den eingeweihten Kontrolleuren beruhigt und zurückgeschickt) und in einer Art „Umkleidekabine“ hatte ich ohne Stress genug Zeit alles wie mir von Nadja tags zuvor gezeigt wurde zu machen: Leine ums Handgelenk, Tünn von hinten fest ins Handtuch wickeln, dieses unten zuklappen und – Tünn fängt an zu zappeln wie ein kleiner Aal mit 100 Beinen, droht mir wegzuflutschen, ich mich also beherzt „auf ihn geworfen“, die Tasche (ohne Tünn…) mit den Füssen durch den Vorhang rausgekickt und dann Tünn umklammernd (und da die Gelegenheit grad so günstig war sein Köpfchen küssend) auf dem Boden gekauert und darauf gewartet, dass man mir die Tasche wiederbringt. Tünn war sehr brav und wehrte sich überhaupt nicht mehr. Ich lockerte den Griff aber trotzdem nicht. Und ich fands sehr freundlich, dass der Taschenkontrolleur den Vorhang wieder zugezogen hatte, ich glaube, das sah alles recht albern aus.

Dann brachte man mir die Tasche wieder, Tünn liess sich ohne jede Gegenwehr wieder eintopfen, das Handtuch nudelte ich wieder raus und machte dann die Tasche zu. Geschafft.

Der Rest der Reise war Pipifatz: mit kleiner Verspätung gestartet, im Flieger eine freundliche Sitznachbarin, die ganz enttäuscht war, dass Tünn sich nicht ein einziges Mal zu Wort meldete, Landung in Zürich, direkt zum Zoll, wo ein freundlicher tierlieber älterer Herr Tünns Chip einlas und dann den Stempel in den Heimtierausweis drückte.

Zuhause angekommen, tat ich ebenfalls wie von Fachfrau Nadja geheissen: Haubenklo neben Sofa gestellt, Tünns Tasche davor abgesetzt, ihm das Geschirr abgenommen, und dann Tasche weit auf und – weggehen.

Und was dann geschah, seht ihr hier: (ich weiss, das interessiert keinen, aber im Hintergrund spiegle ich mich im Fenster, wie ich gerade Felize beschnuckle).

Wer das Video bis zum Schluss schaut, wird mit einer besonders schönen Szene belohnt: Shakti meets Tünn for the very first time. Leider war just dann der Speicher voll 😛

Seither ist Tünnchen hier unser Hahn – oder eher: Küken – im Korb ♥

Mit den Zwergenmädels hier versteht er sich hervorragend, vor allem mit Felize und Lucie hat er seine Gaudi ♥ Am liebsten aber sitzt er bei Wind und Wetter auf der Terrasse oder jagt Kleingetier (zB. Lucie 😉 ).

Mich findet er noch immer ein wenig gruselig 😛 Aber inzwischen schläft er jede Nacht bei Mathilde und mir – er darf nur nicht merken, dass ichs merke, sonst isser weg wie nix 😀

Tünn zu fotografieren, ist aufgrund seiner ausgeprägten Fluchtreflexe (oder auch meiner langsamen Reaktionszeit) immer noch schwierig.

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Darum einfach ein kleiner Rückblick:

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Tünn, mein zuckersüsseskleins Superschnuckelchen ♥ Happy Move-in-Day! Ich bin so glücklich, dich hier zu haben – ich liebe dich mehr, als ich sagen kann ♥

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Reisen mit Tieren: Das müssen Sie wissen

Wer mit einem Tier verreisen oder ein Heimtier in die Schweiz einführen will, sollte folgende Einfuhr- und Zollbestimmungen kennen:

Bitte beachten Sie, wenn Sie ein neu adoptiertes Auslandtier in die Schweiz bringen, dass Sie nach Schweizer Recht erst Besitzer des Tieres und somit berechtigt sind, es über die Grenze zu bringen, wenn Sie es selbst in Empfang genommen haben – Sie können als Privatperson (anders als zB. ein registrierter Tierschutzverein) also nicht jemand anderen mit der «Einfuhr» beauftragen.

Frohes neues Jahr!

Obwohl hier im Vergnügungsviertel an Silvester üblicherweise die Hölle los ist, versuchte ich im Vorfeld der Silvesternacht so entspannt und unaufgeregt wie möglich zu wirken. Das wäre mir auch fast gelungen – bis plötzlich ein unerwarteter Gast vor der Tür stand.

Alles war für die Nacht der Böller vorbereitet, die sieben Zwerglis und ich sahen dem Jahreswechsel recht entspannt entgegen. Doch dann stand gegen 17 Uhr plötzlich ein achter Zwerg vor unserer Wohnungstür.

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Das ist der Kater vom Haus gegenüber, der seit letztem Sommer im Quartier auftauchte, und immer öfter in unserem Haus sitzt. Stört ja auch keinen – inzwischen stehen auf unseren drei Stockwerken im Flur überall Katzenbettchen und Katzenklos sowie Wassernäpfe. Unser Hauskater sozusagen.

Es ist halt so: Wir leben hier in einem Stadtviertel, das nicht nur zwischen zwei sehr stark befahrenen Strassen liegt, sondern je nach Tages- bzw. Nachtzeit auch von Menschen mit eigenartigen Manieren bevölkert wird… Da wirft man so ein zutrauliches Tierchen nicht so gern zurück auf die Strasse.

Schon mal grad gar nicht an Silvester.

Ich war erstmal ratlos. Bei Facebook berichtete ich dann darüber und wurde ermuntert, die Besitzer ausfindig zu machen, damit sie ihn vor der Feuerwerksknallerei in ihre sichere Obhut nehmen könnten. Wo Katerchen wohnt – nennen wir ihn fantasievollerweise und ohne jeden Bezug zu einem Katzenfutterhersteller… mal Felix -, ist offensichtlich:

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Ich ging also zum Haus gegenüber und läutete einfach jede Türglocke. Doch niemand reagierte. Das Restaurant im Parterre des Hauses hat natürlich gerade Betriebsferien. Doch in der Restaurantküche brannte Licht – also „schlich“ ich durchs Gartenlokal zum Küchenfenster und fragte, ob jemand wisse, wem hier im Haus ein schwarz-weisser Kater gehöre. Ein sehr freundlicher Mann gab mir die Auskunft, dass der Kater tatsächlich zum Haus gehöre, die Besitzer aber wohl gerade verreist seien. Der Kater könne aber jederzeit in den Keller.

Gemäss Schweizer Tierschutz gehen jedes Jahr in Feuerwerksnächten wie Silvester oder Nationalfeiertag Tausende Tiere verloren, verletzen sich in Panik oder geraten sonst in Not.

Liebe und kluge Menschen (danke nochmal!!) bei Facebook ermunterten mich, Felix für diese eine Nacht ausnahmsweise in meinem Bad einzuquartieren. Das hätte ich mich jetzt so einfach und ohne Zuspruch ehrlich gesagt nicht getraut. Ist ja schon ziemlich übergriffig, möglicherweise sogar ein bisschen verboten – aber ich konnte und wollte den zutraulichen Kater in dieser Nacht nicht seinem Schicksal überlassen.

Glücklicherweise reagierte er sehr gelassen auf die unvermutete Freiheitsberaubung, erkundete mein Bad mit grossem Interesse und widmete sich dann seinen Leckerlies.

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Auch meine Katzen registrierten kaum, dass da jemand kurzfristig eingezogen ist. Kurz kam mir der Gedanke, was zum Geier ich tun sollte, falls Felix doch ausrastet und ich ihn wieder rausbringen muss – wie denn dann und wohin? Doch von klugen Menschen lernte ich einst: We’ll cross that bridge, when we are there – sinngemäss: Mach dir keine Gedanken über Probleme, solange du sie nicht hast. Guter Rat.

So verbrachten wir alle einen recht entspannten Silvester. Nur Tünn hockte die ganze Zeit unter dem Bett und bewachte den Fussboden – nicht, dass den einer klaut 😛

Die Leute draussen auf der Strasse feierten die ganze Nacht, es wurde geböllert und gejohlt, Glas zerschlagen, gestritten und gesungen. Gegen 8 Uhr morgens hörte ich die Räumtrupps der Stadt, die alles wieder schön machten und die letzten Partyopfer aufsammelten 😉 Ich sah nach Felix, der direkt hinter der Badtür sass und mich fordernd ansah. Also bekam er noch ein kleines Neujahrsfrühstück, dann trug ich ihn in den Flur, wo er erstmal sitzen blieb, doch dann trabte er gelassen die drei Stockwerke runter zur Haustür, die ich ihm öffnete, um ihn in ein hoffentlich glückliches neues Jahr zu entlassen.

Bis er das nächste Mal vor unserer Wohnungstür sitzt. Irgendwann werde ich wohl doch mal noch das Gespräch mit seinen Besitzern suchen – auch wenn ich ihnen ausser einem Umzug in katzenfreundlichere Gefilde nicht wirklich etwas raten kann. Na zumindest, dass sie ihr Tier nicht in Feuerwerksnächten sich selbst überlassen sollten 😦

So verlebten wir aber trotz kleiner Aufregung zum Jahresschluss doch einen ziemlich entspannten Jahreswechsel.

Die Zwerglis und ich hoffen nach einem dramatischen 2012 (Mathildes Überlebenskampf, Omars Sterben) auf ein ähnlich „langweiliges“ 2014 wie es 2013 – vergleichsweise – für uns war ♥ Wenn nun 2014 noch kätzische Mittelohrentzündungen, Vestibulärsyndrome und schwierige Zusammenführungen einsparen könnte, wüssten wir das sehr zu schätzen. Aber wir wollen ja nicht fordernd werden 😉 ♥

Die Zwerglis und ich wünschen euch allen ein grandioses 2014, Glück, Liebe, Gesundheit und bei all euren Vorhaben gutes Gelingen! ♥

Thillie, Ausgabe 2014:
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Lucie, 1.1. 2014:
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Faramee verstand den ganzen Trubel eh nicht:
faramee2014

Na, und Shakti war eh tiefenentspannt:
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Die „Zwillinge“ Tünn und Felize waren auch heute wuselig wie immer:
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Und selbst Moriah liess sich von nichts aus dem Chill-Modus kicken:moriah2014

Möge 2014 so geruhsam und gemütlich weitergehen, wie es begann ♥

♥ FROHES NEUES JAHR! ♥

Frohe Weihnachten – und Danke! ♥

Zur Feier des heutigen Tages möchte ich euch berichten, was aus den Notfellchen wurde, von denen ich in diesem ersten Blog-Jahr hier berichtet hatte und denen ihr so grosszügig geholfen habt ♥

Ihr erinnert euch bestimmt noch an meinen → Notruf aus Italien: Katze von Ast aufgespiesst und Schnupfen-Kitten Mitte Juli.

Einerseits ging es damals um Katze Pipi, die bei einem Unfall von einem Ast aufgespiesst worden war und dringend eine teure OP brauchte:
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Und ihr erinnert euch bestimmt auch noch an Löwenbaby Rose, die mit ihren Geschwistern in Alessandria in einem Müllcontainer „entsorgt“ worden war:
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Ihre Geschwister haben es trotz aufopferungsvoller Rund-um-die-Uhr-Hilfe von Stefania Re leider nicht geschafft 😦 Doch Rose fand die Kraft und kämpfte sich in eine wundervolle Zukunft ♥

Und das habt ihr mit eurer Hilfe erst ermöglicht: Insgesamt konnten wir hier fast 800 Euro für Pipi, Rose und weitere Notfellchen sammeln, überlebensnotwendige Kosten konnten so gedeckt werden, und dafür möchte ich mich heute im Namen der Notfellchen und ihrer Retter nochmal ganz herzlich bedanken! ♥

Pipi hat sich von ihrem Unfall und der OP vollständig erholt wie Esther und Franz Huber berichten:
„Pipi hat sich seit ihrem mirakulösen Unfall und der nachfolgenden Operation und Nachbehandlung völlig erholt,  erfreulich weiterentwickelt und ist eine richtige Schönheit geworden ! . . oder nicht ? Pipi scheint noch zutraulicher seither,  sucht sehr oft direkten Kontakt, Schmeicheleien und Streicheleinheiten, ist sehr anschmiegsam, als wollte sie sich für die wundervolle Lebensrettung bedanken.

Lass  uns an dieser Stelle auch bei Dir und den Spendern nochmals für Eure Unterstützung dabei ganz herzlich bedanken!“

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Auch für Rose habt ihr alle mitgehofft und Daumen gedrückt – lange stand es nicht gut um die Kleine 😦
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Mit Stefanias Hilfe und auch dank eurer Unterstützung hielt Rose jedoch durch und entwickelte sich schliesslich prächtig. Als sie stabil war, durfte sie auch schon in ihr wundervolles Fürimmer-Zuhause einziehen – Rose in ihrer neuen Familie:

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Mille Grazie an ihre wundervollen Dosis! ♥

Wie bewegt der TS-Alltag für Stefania und ihren Verein MilleVite dieses Jahr war, entnimmt man allein schon den Monatsberichten:
→ MilleVite – September 2013
→ MilleVite – Oktober 2013

Neben viel Hoffnung, Freude und vielen Notfellchen, die auch 2013 wieder ein Zuhause fanden, gab es natürlich auch viel Trauriges 😦

Besonders betroffen machte mich persönlich, dass diese Süssen es leider nicht geschafft haben:

Gneo Pompeo † 2. September 2013
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Osvaldo † 24. Oktober 2013
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† Memole
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Doch natürlich werden Stefania und ihr Verein MilleVite weiter um jedes Sorgenfellchen kämpfen, das ihren Weg kreuzt ♥

Auch von Kater Zollo möchte ich euch heute wiedermal berichten. Für ihn habt ihr ja auch fest die Daumen gedrückt ♥ Seine Dosi Regula wandte sich ja an mich, als Anfang August → bei Zollo ein Mastzellentumor diagnostiziert wurde.

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→ Zollo wurde dann operiert. Wobei auch festgestellt wurde, dass er → FIV-positiv ist. Da bei der OP der Tumor aufgrund seiner Grösse nicht entfernt werden konnte, begannen sie eine Chemotherapie mit Zollo.

Regulas Zwischenbericht Ende August:
Zollo hat am Montag seine 1. Chemotherapie inkl. Antibiotikum und Kortison hinter sich gebracht und gut überstanden, ohne Erbrechen und Durchfall. Marie-Louise (unsere Catsitterin – Anm. d. „Red“) begleitet mich liebenswürdigerweise jeweils an diese Arztbesuche. Die Chemo ist alle 6 Wochen zu erneuern und Antibiotikum und Kortison alle 14 Tage. Seine Blutwerte sind gut und die Operation optimal verheilt. Seine Tumorerkrankung ist und bleibt jedoch unheilbar, leider. Das Fressen ist  noch so ein Knackpunkt. Mal frisst er mit Lust und Freude, mal grad ein, zwei Bisse. Dann findet er was super lecker und anderntags wieder nicht mehr??????????

Zwischenbericht Ende Oktober:
Zollo hat nun bereits seine 2. Chemobehandlung hinter sich und wir versuchen ihn seit heute selber mit Kortison zu verarzten. Und es geht ihm (den Umständen entsprechend) gut, das sagen auch die Blutwerte aus.  Er frisst genüsslich, hat ein normales Gewicht, wird sehr gerne verschmust und manchmal hat er auch Lust zu spielen. Eigentlich ist er schon fast wieder der „Alte“, ausser dass sein Bauchpelz noch nicht richtig nachgewachsen ist und auch sonst noch ein/zwei fast nackte Stellen unter seinem schönen Fell hervor gucken. Hoffentlich wächst da noch was nach bevor es eisig kalt wird!

Wir, und da ist auch die Tierärztin vom Tierspital gemeint, glauben und hoffen fest, dass Zollo, wenn er so weitermacht, noch einige schöne Stunden, Tage, Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre mit uns verbringen kann.

Und hier noch ein Bildgruss von heute Morgen auf dem Bürotisch. Dass ich mich mit dem Compi und nicht mit ihm befasse, scheint er nicht zu mögen….
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Mein letzter Wissensstand von Anfang Dezember:
Zollos Tumor ist nach der dritten Chemo so klein, dass man ihn operieren könnte. Er marschiert munter herum. ♥

Das waren unsere Notfellchen-Geschichten in unserem ersten Blog-Jahr und ich freue mich sehr, euch heute von so vielen Happy Ends oder zumindest hoffnungsfroh stimmenden Entwicklungen berichten zu dürfen.

Den sieben Zwergen und mir geht es auch gut – wir werden nun meinen Schnurrlaub und die Feiertage inniglichst geniessen ♥

In diesem Sinne: FROHE WEIHNACHTEN euch allen und herzlichsten Dank, dass ihr da seid! ♥

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Happy Move-in-Day, Weihnachtswunder Moriah ♥

Heute vor einem Jahr fuhr ich von Zürich nach Frankfurt, um Moriah aus Cadiz nach Hause zu holen ♥ Doch: Ohne so viel Beistand und aktive Unterstützung herzensguter Menschen wüsste ich nicht, wie wir dies Unterfangen hätten schaffen sollen.

Als ich damals vor etwas über einem Jahr auf → die Idee kam, Moriah zu uns zu holen, ahnte ich noch bei Weitem nicht, was das zur Folge haben würde.

Ich hatte zuvor schon so manches meiner Zwerglis selber oder über TS-Vereine aus Spanien, Italien oder auch Deutschland zu uns geholt. Auch aus der Schweiz – das war aber immer irgendwie vergleichsweise unspektakulär 😛

Cadiz wird im Winter von den Airlines kaum angeflogen und wenn dann zu wirklich spektakulären Preisen smiley_emoticons_gucker2  Es war also nicht, dass ich mal eben runterfliege und Süssmaus heimhole. Nach viel Hin und Her konnte Moriahs vermittelnder TS-Verein einen Flug für mehrere seiner Schützlinge kurz vor Weihnachten organisieren – allerdings nach Frankfurt, was jetzt so von Zürich aus betrachtet ja auch nicht gerade das Nachbardorf ist.

Da ich nach schweren Autounfällen nicht nur eine krasse Autofahrphobie, sondern auch ein – sagen wirs mal charmant – auch nur ein Auto für Liebhaber *hüstel* und Probleme mit meinen Händen habe, schien mir der Weg Zürich-Frankfurt-Zürich in einer mit Schneesturmunwetterwarnungen angemeldeten Winternacht (vom angekündigten Maya-Weltuntergang mal abgesehen 😉 ) allein schier unbewältigbar.

Und dann kamen die Engel ♥

Ich war einfach überwältigt, wie viele Menschen mit uns hofften und darüber hinaus so weit sie konnten auch ganz konkret ihre Hilfe anboten ♥ Ich denke ja nicht, dass jemand ausser mir das alles nochmal nachlesen mag, aber so war das damals: → Endspurt für Moriah

Ich möchte unseren Bericht mit dem Brief beginnen, den die liebe Pflegemama in Spanien Moriah (nebst ihrem Futter) mit auf die Reise gab (aus dem Englischen übersetzt):

„Hallo,
Mein Name ist Messina (dort hiess Moriah so). Ich war eine Streunerkatze, die an einem verlassenen leeren Ort nahe dem Ozean in der Stadt Chiclana bei Cadiz lebte. Ich lebte dort mit ungefähr 30 anderen Katzen. Eine nette Frau gab mir Futter und Wasser.

Ich wurde im Oktober 2011 zusammen mit 13 Freunden und Verwandten gerettet. Wir hatten Glück. Die meisten der anderen Katzen wurden vergiftet.

Ich hatte drei Würfe. Meine beiden ersten Babys wurden von gemeinen Menschen getötet, eines wurde totgeschlagen. Ich hatte einen zweiten Wurf ein paar Tage nach meiner Rettung letztes Jahr. Ich war so gestresst und verängstigt, dass ich meinen Babys nicht gerecht werden konnte. Sie starben trotz aller Bemühungen unserer Retter.

Den dritten Wurf hatte ich im März diesen Jahres. Es waren vier wunderschöne langhaarige Babys. Das Mädchen starb Ende August, die Jungs sind inzwischen recht gross. Sie sind wunderschön und sehr lieb. Ich habe immer noch etwas Angst vor Fremden, diese grossen zweibeinigen Wesen waren sehr grausam zu meinen Freunden und mir. Ich traue ihnen nicht bis ich sicher bin, dass sie mir nicht wehtun.

Ich würde mir wünschen, dass wer immer sich nun um mich kümmern wird, geduldig ist und lieb. Meine spanischen Retter würden sich wünschen, dass meine künftige Menschin mit ihnen in Kontakt bleibt und ihnen von mir berichtet.

Herzlichen Dank, dass du dich künftig um mich kümmern möchtest. Ich freue mich auf ein Leben in einem richtigen Zuhause – etwas, das ich niemals zuvor kannte.“

Und das war Moriahs Reise ins Ungewisse:

21. Dezember 2012, ca. 22.15 Uhr – ich weiss, man erkennt es kaum, aber da steht: Flug aus Palma „im Anflug“ *freudentränchenfliessen*

Und dann endlich: Sie kommen – sie sind da.

Und das Erste, was ich höre, war: „Moriah? Ist Frau B. da?“ Ich so: smiley_emoticons_gucker2 Und dann wurde mir eine Transporttasche überreicht, die von Gucci sein könnte: pinkfarbenes Krokoleder-Lack-Imitat (geiles Teil – na, vom Inhalt mal ganz abgesehen 😀 )

Meine Motte ist da ♥ ♥

Komm, Süsse, wir holen jetzt Lancelot und Patamon:

Wir hatten ja neben Moriah noch zwei weitere Katzen aus Cadiz für den Transport in die Schweiz übernommen.

Und – zack – da kommt auch schon Lancelot:

Und gleich nochmal zack, Patamon (mit Engel isabo):

Wir gucken nochmal, ob auch die richtigen Katzen in den CH-Express steigen:

Jaaaaaaaaaaaaaaaa – das sindse, alle drei! ♥

Noch abwarten, Danke sagen, unterschreiben, Hände schütteln:

Ein kleiner lieber Junge erkannte sofort, dass Patamon ne kleine Schmusekartoffel ist und durch die Gitterstäbe langte, um Streicheleinheiten abzukriegen ♥

Dann wurde der Katzen-Express beladen:

Irgendwann zwischen 23.30 und 24 Uhr gings los – heimwärts.

Das Wetter war nass, aber sonst freundlich, der Verkehr ok, wir kamen mit kleinen Pause gut durch. Danke – tausend Dank – an unsere tapfere Isabo, die stoisch durchfuhr. Ich hätte das allein schon aus Schlafmangel nicht gepackt – DANKE!!!!!!  ♥ Patamon wollte fast die ganze Fahrt über durch die Gitterstäbe meine Finger beschmusen.

Wir trafen uns mit den Dosis von Lancelot und Patamon gegen 3.20 Uhr am vereinbarten Treffpunkt vor dem Grenzübergang – Lancelots und Patamons Dosis waren schon vor Ort. Denn nach Schweizer Recht darf man ein Tier (ohne Traces) nur legitim einführen, wenn der Besitzer selbst es tut. Man freute sich frierend und sich nach viel E-Mail-Austausch zuvor erstmals persönlich treffend, tauschte Katzen und Heimtierausweise aus, wünschte einander Glück und fuhr jeder für sich Richtung Grenze.

An der Grenze hätten sie uns (mit einem Kennel, den sie nicht sofort sahen) tatsächlich durchgewunken. Aaaaaaaaaaaber: Ich informiere mich nicht haarklein, um diese Infos dann nicht nutzen zu können 😛 Nein – ich sagte dem Zöllner, dass ich meine Katze gern korrekt anmelden möchte (damit auch unser TA später nicht in Erklärungsnotstand kommt – denn eine Auslandkatze muss von Gesetzes wegen angemeldet werden!). Er nickte dann lachend, gab mir ein Zeichen, dass er das zu schätzen weiss und wies uns zum Zollhäuschen. Patamons Dosi war direkt hinter uns, stieg mit aus und …. wir verbrachten genau 5 Minuten im Zollhäuschen, der Zöllner stellte ein paar nette Fragen, guckte kurz in die Kennels und drückte dann seinen Stempel in die Ausweise.

Gegen 4.30 Uhr erreichten wir dann Zürich – inzwischen Meronja am Steuer. Sie nudelte uns nervenstark durch die Autobahnschleusen in die Stadt – den Kern der Stadt, wo wir nunmal wohnen.

Und dann entliessen wir natürlich erstmal Moriah aus ihrer schicken Tasche:

Es dauerte so 5 Minuten und dann fand Moriah das Versteck, das jeder Neuankömmling hier zuerst aufsucht: Zwischen Schreibtisch und Wand…

Ich weiss nicht, wie die das machen – alle alle ALLE klemmen sich IMMER erstmal DA rein – Peilsender?

Moriah taute dann mir gegenüber schneller auf als vermutet. Blöderweise zeigte sich aber, dass sie fremde Katzen nicht nur „nicht mag“ – nein, sie hasste sie smiley_emoticons_flucht

Leider attackierte sie dann auch die eine oder andere der anderen Katzen hier, so dass wir professionelle Hilfe in Anspruch nahmen. Dank derer es nun doch langsam schon fast „normal“ ist hier – sofern Mehrkatzenhaushalte den Anspruch „normal“ überhaupt erfüllen möchten 😉 Moriah ist nun aber hier trotz ihrer anfänglich panischen Angst vor anderen Katzen mehr und mehr mit dabei – es wird. Davon gehen wir zumindest aus ♥

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Gerade liegt sie hier auch bei uns, Rücken an Rücken mit Mathilde, nachdem sie in der Runde mitgespielt und -gefuttert hat ♥

Ich möchte an dieser Stelle nochmal allen danken, die daran teil hatten.

Moriahs Rettern – vorneweg Ana, die da unten in Cadiz um jedes Leben kämpft – mehr als wärs ihr eigenes ♥
Auch Olga und Lucia – Moriahs Pflegestelle in Spanien, die ihr einen Brief und ihr Lieblingsfutter mitgaben und mir trotz aller Widrigkeiten vor Ort eine rundum gesund, gut genährte und fit wirkende Katze anvertrauten ♥
Natürlich dem Verein Sieben-Katzenleben ♥ Danke für euer Vertrauen und die super tolle Vorkontrolleurin ♥

Und natürlich:
Meronja und Isabo, die ein Weihnachtswunder wahrmachten. Ich hoffe, ihr habt das Abenteuer nicht „nur“ anstrengend (denn das wars) gefunden, sondern alles in allem das Wochenende ebenso unvergesslich empfunden wie ich. DANKE!!!!!!!! ♥
Cheesy und Gögi, die mir von Beginn der Pläne an immer Mut zusprachen, immer sagten: Wir kriegen das hin, verzage nicht, wir schaffen das! Und mir ein unglaublich tolles liebes wundervolles Angebot machen, das allein an mir scheiterte – Danke auch euch! ♥
Arthos und whoopie – wow!  Ihr hättet das durchgezogen ♥
Captainkatze ♥
Ich danke auch Holger S. und MaunziiMaunz – mit die ersten, die sagten: Wenn ich irgendwie helfen kann… ♥ Auch Brummbärchen, CurleyHair waren sofort zur Stelle ♥
Natürlich denken wir auch oft an Moris Patentante Gudy ♥ die Moriah so sehr liebt und ihr immer positive Gedanken schickt – danke dir! ♥
Und Danke natürlich auch an Verhaltenstherapeutin Christine Hauschild, die mit ihrem Rat und Zuspruch nicht zum ersten Mal hier für uns „kleine Wunder“ vollbrachte ♥

Und wenn ich das kleine inzwischen so kecke Schoko-Tierchen hier neben mir auf dem Sofa so anschaue – dann sage ich wohl nicht zu viel, wenn ich behaupte: Auch Möhrchen dankt euch von ganzem Herzen ♥

Vor allem aber danke ich dir, Moriah. Danke, dass du zu uns gefunden hast – du bist so eine Wucht. Ich liebe dich so sehr ♥

Ich denke, ich kann nun auch wirklich sagen, dass sich der Wunsch von Moriahs Pflegemama erfüllt hat: Moriah ist zu Hause smiley_emoticons_herzen02

Happy Move-in-Day, mein Herz.
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Weihnachten naht: Einzigartige Geschenke kaufen und damit Gutes tun <3

Wahrscheinlich habt ihrs schon gemerkt: Weihnachten naht 😀 Darum möchte ich mich hier gerne nochmal für eine zauberhafte Geschenkidee stark machen: Tierportraits von Stefania Re.

Stefania Re ist nicht „nur“ eine → aufopferungsvolle Tierschützerin in Italien, die sprichwörtlich ihr letztes Hemd für ihre Schützlinge gibt und mir vor vier Jahren meine → Mathilde anvertraute. ♥

Sie ist auch eine begnadete Künstlerin, die sich auf Tierportraits spezialisiert hat. In diesen Gemälden liegt so viel Liebe und künstlerische Kraft, dass sie eigentlich „unbezahlbar“ sind 😉 Und vor allem: Mit jedem bestellten Gemälde unterstützt man ihre Arbeit für verlorene Seelen ♥

Einige Beispiele möchte hier gerne zeigen:
Nicht für alle habe ich noch die Fotovorlagen gefunden – wo ja, mit, wo nicht, ohne 😛

Stefania bietet zwei verschiedene Techniken an: Acryl (fotorealistisch) und gemischt (interpretiert). Hier ein Eindruck:

Acryl
Meine Lucie als Gemälde
Lucie_painting

Sternchen LouLou – Fotovorlage:
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LouLou als Acryl-Bild:
LouLou_portrait

Mathilde in der Fotovorlage:
Mathilde_sw

Das Acrylbild von Mathilde:
mathilde_acryl

Sternchen Omar in Acryl:
Omar_portrait

Sternchen Mogwai (die Fotovorlage hier war mangels existenter Bilder nach Mogwais Tod ein kleines Mini-JPG von Mogwais Vermittlungsanzeige damals) Das Ergebnis von Stefanias Arbeit ist ein A3-Format wunderschönes Bild meiner leider viel zu früh verstorbenen Katze Mogwai):
mogwai_portrait

Gemischte Technik
Mathildes Fotovorlage:
Mathilde_front_mm

Stefanias Interpretation der Vorlage:
mathilde_gemischtetechnik

Cheesys Galerie ihrer 3 plus ein *:
http://meow.ch/katzenkram.html

Das aktuellste und neuste Beispiel für eine Bestellung aus meinem Freundeskreis: Die Vorlagen
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Stefanias Interpretation nach Wunsch der Kundin:img_1585k0sd3

Mehr Beispiele von Stefanias Arbeit findet ihr auch hier:
www.ameise.com
www.illustrations.it

Diese grossartigen Bilder sind nicht nur für uns eine grosse Freude und für die Ewigkeit, sondern reale Hilfe hier und jetzt für notleidende Tiere in Italien, für die Stefania alles tut ♥ Das Honorar für ein Bild ist IMMER eine direkte Hilfe für den Tierschutz ♥

Lassen Sie Ihren kleinen Liebling von der italienischen Künstlerin Stefania Re als Gemälde verewigen. Die vielseitige Künstlerin Stefania Re hat sich im Laufe der Zeit auf Tierporträts spezialisiert; die Acrylgemälde entstehen auf Leinwand oder stabilem Karton.

Preise auf Anfrage (abhängig von Format und Technik); als Anhaltspunkte:

Acryl-Bild
– im Format 28×35 cm: ab 150 Euro (zzgl. Versand)
– im Format 35×50 cm: ab 250 Euro (zzgl. Versand)

Bild in gemischter Technik ab 75 Euro (zzgl. Versand)

Die Preise sind jedoch je nach Kundenwunsch Verhandlungssache. Bitte bedenkt, dass Stefania in jedes Bild nicht nur viel Liebe, sondern auch viel Zeit investiert: So ein Acrylbild umzusetzen, dauert schonmal bis zu zehn Tage. Rechnet selber hoch, wie man nicht nur davon leben, sondern auch noch all die guten Taten finanzieren soll 🙂 Diese Bilder sind weit weit mehr „wert“ – zollt einer grossen Künsterlin Respekt ♥

Und man kann sowas auch wunderbar als Gutschein verschenken 😀

Mein kleiner Engel Mogwai ♥

Mogwai – mein Herz ♥ Vier Jahre ist es nun her, dass du mich verlassen hast.

Mogwai † 26. November 2009

Mogwai †

Als ich fassungslos auf ihren sterbenden kleinen Körper starrte, hörte ich den Tierarzt sagen: «Wir raten ja immer davon ab, solche ausländischen Strassenkatzen aufzunehmen: Die sind fast immer problematisch.»

Arschloch.

Meine geliebte Katze Mogwai starb am Abend des 26. November 2009. Ich war seither nicht mehr in dieser Praxis und habe nicht vor, je wieder dahin zu gehen: Meine Vertrauenskurve schiesst nicht nach oben, wenn ein Tierarzt kranke Tiere für «problematisch» hält.

Tierärzten, die ihre Kunden behalten wollen, möchte ich daher ans Herz legen, den folgenden kleinen Kurz-Knigge auswendig zu lernen.

3 Dinge, die ich nicht sagen sollte, wenn ein Katzenhalter vor mir steht, der gerade sein geliebtes Tier verloren hat:

  1. War doch nur eine Katze.
  2. Ich mag sowieso lieber Hunde.
  3. Dieses Tier war problematisch.

Mein Ex-Tierarzt hatte aufgrund von Mogwais Krankheitsverlauf schon früh vermutet, dass sie damals in Spanien vergiftet wurde. Tatsächlich ist es an vielen Orten Spaniens ein durchaus übliches Vorgehen, Giftköder auszulegen, auf die sich die ausgehungerten Strassenkatzen natürlich blindlings stürzen – im Glauben, man wolle ihnen Gutes tun. Jene enttäuschten Seelen, die nicht sofort ein qualvoller Tod ereilt, sterben oft Monate später an den Schäden, die das Gift an ihren Organen anrichtete. Was in einem Menschen vorgeht, der so etwas anrichtet, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.

Mogwai war die unbekümmerte Lebensfreude selbst – ich dachte, wir hätten noch so viel Zeit. Doch dann holte die Vergangenheit sie ein. Sie wurde nicht mal drei Jahre alt.

Ich bin ja keine rachsüchtige altägyptische Gottheit mit Hang zu bizarren Bestrafungsritualen. Und ich werde auch mein Karma nicht besudeln, indem ich Giftköder auslegenden Menschen Böses wünsche. Lassen Sie es mich vielmehr so formulieren: Es würde mich nicht die Bohne erschüttern, sollte sich der Zorn der Schöpfung über dieses hinterhältige Vergehen an ihrem Werk darin äussern, dass solchen Leuten alles abfault, was ihnen wichtig ist. So weit die erzieherische Massnahme.

Ich fände es darüber hinaus keineswegs übertrieben, bestünde die eigentliche Strafe für einen heimtückischen Giftmischer darin, dass er wiedergeboren wird. Zum Beispiel in einer ausgehungerten spanischen Strassenkatzenkolonie. Und zwar als Maus. Immer und immer wieder – bis ans Ende aller Tage.

Doch eigentlich wünsche ich solchen Leuten gar nicht, dass sie Schaden erleiden – der angerichtete Schaden und das Leid sind schon gross genug. Vielmehr würde ich mir wünschen, dass Menschen, die mutwillig oder auch aus Unwissenheit anderen Lebewesen Qualen bereiten, in aller Deutlichkeit gewahr werden, welches Leid sie anrichten, ihr Tun aufrichtig bedauern und künftig respektvoll mit Leben in jeder Form umgehen. Das allein könnte mir eventuell etwas Trost sein.

Mogwai fehlt.

Mogwai – du bist unvergessen ♥ Nur vier Tage nach Mathildes Einzug bist du für mich völlig überraschend gestorben. Heute vor vier Jahren um diese Uhrzeit ahnte ich noch nicht einmal, dass ich dich in wenigen Stunden verlieren würde. Morgens hatte ich dich in die Tierarztpraxis gebracht, weil deine Zahnfleischentzündung wieder schlimmer geworden war. Abends rief der Tierarzt mich an, dass du nicht mehr zu retten seist. Ich bat ihn, auf mich zu warten. Als ich keine Viertelstunde später dort war, warst du schon gar nicht mehr richtig „da“.

Heute verstehe ich besser als damals, warum geschah, was geschah – und wie das passieren konnte 😦 Ich konnte dein Leben nicht retten, aber glaub mir: Du hast anderen das Leben gerettet ♥ Du bist ein kleiner bezaubernder Engel, der nur für die Dauer eines kurzen Flügelschlags hier bei uns war – aber du warst der Flügelschlag, der hier alles verändert hat. ♥

„I cried for you“

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich liebe dich, Mogwai. Du bist nicht fort – nur woanders. Und doch für immer bei uns ♥

Nachtrag: Unsere Catsitterin Marie-Louise hat mir gerade noch Fotos von Mogwai geschickt ♥ Leider gibt es ja nicht so viele Fotos von Mogwai 😦

Mogwai mit Omar

Mogwai