Der Kalender sagt, es sei genau ein Jahr her, dass ich dich gehen lassen musste.
† 28. Juli 2012 im Alter von 23 Jahren
Es scheint mir so viel länger her und doch wie gestern, dass du hier bei uns nach dem Rechten geschaut und auf deine Mädels aufgepasst hast.
Zeit ist nicht mehr wichtig.
Wir fuhren ein letztes Mal zur Praxis, wo wir die letzten Wochen deines Lebens so oft waren. Ich kämpfte schon lange nicht mehr um dein Leben, ich wusste, dass es palliativ war. Aber wir konnten deine Lebensqualität bis zuletzt hoch halten. Doch dann ging es nicht mehr.
Die letzten Stunden hatte es leicht genieselt – du hast dieses Wetter so sehr geliebt und es auf der Terrasse in deiner Palme sitzend noch einmal ausgekostet. Als es Zeit war, hörte es auf zu regnen und die Sonne kam vor, als wollte sie dir einen letzten Abschiedsgruss schicken.
Du warst ganz ruhig. So müde. Also liess ich dich schlafen.
Ich möchte hier gern mal einen Zwischenbericht erstellen, was seit meinem → Hilferuf für italienische Notfellchen passiert ist. Über diesen Blog, ein grossartiges Katzenforum, Facebook und privaten Mail-Aufruf im Familien- und Bekanntenkreis konnten wir inzwischen rund 600 Euro für Stefanias Sorgenkitten und Ast-Katze Pipi sammeln – dafür möchte ich allen Beteiligten gern von ganzem Herzen sagen:
DANKE!!!!!
Ich bin echt total gerührt und musste auch schon das eine oder andere Tränchen wegwischen Stefania und Pipis Dosis erstellen gerade Berichte, wie es allen inzwischen geht, dann werde ich das hier und andernorts natürlich publizieren, damit man sieht, woran man Teil hatte (Danke!!!).
Was ich leider schon sagen kann: Von den 6 Müllcontainer-Fundkitten aus Alessandria sind leider 5 der Kleinen wortwörtlich unter Stefanias Händen weggestorben, das fünfte gerade heute 😦 3 Tierärzte waren nicht in der Lage, ihnen zu helfen, und auch Stefanias unermüdlicher Einsatz und aufopferungsvolle Liebe konnten das Schicksal nicht umstimmen 😦 Da es Fundkitten sind, weiss man halt auch nicht, inwiefern womöglich schon die Mutter totkrank war und ihre Kinder infiziert hatte. Falls jemand Italienisch kann und/oder ein Zeichen der Anteilnahme schicken möchte, kann es hier nachlesen: MilleVite bei Facebook. Eins der Alessandria-Babys lebt noch und macht sich so weit gut – lasst uns die Daumen drücken für die kleine Kämpferin, ich nenne sie jetzt einfach mal spontan: Rosa
Die Schnupfen-Kitten derweil entwickeln sich wohl alle hoffnungsvoll Eins hat leider ein Auge an den Schnupfen verloren, erholt sich sonst aber wie seine Geschwister auch vielversprechend.
Demnächst folgt ein ausführlicher Bericht und eine Kopie meiner Überweisung an Stefania, damit ihr seht, dass alles am richtigen Ort ankam
Stefania ist natürlich untröstlich über den Verlust der 5 Kleinen – aber ich bin sicher: zugleich auch unendlich dankbar für eure Unterstützung. Sie hat ja noch weitre Flaschenkinder und unzählige Sorgenfellchen, die alle ihrer Pflege bedürfen – und ich weiss: Eure Solidarität und Grosszügigkeit tragen dazu bei, dass sie die Kraft dafür findet – DANKE! ——————————————————- Update: Ich möchte Cornelias Kommentar hier direkt in den Bericht kopieren, damit er nicht untergeht – sie ist ja vor Ort und begleitet Stefanias Einsatz.
„All ihr Lieben in Momenten wie diesen, wo so viele Kleine, um deren Leben man gekämpft hat, einfach wegsterben, möchte selbst Stefania einfach weglaufen und nie mehr weiter machen… aber natürlich tut sie das nicht, und kämpft weiter.
Die 6 Kleinen schienen völlig gesund zu sein, hatten am 2. Tag eine leichte Enteritis, die Stefania sofort wieder in den Griff bekommen hat, und waren dann das blühende Leben! Innerhalb von 24 Stunden, ungefähr an ihrem 15. Lebenstag, wurden alle mysteriös krank… Stefania ist sehr unglücklich.
Auch reißen die Sorgen nicht ab mit unseren Katzen (und Vögeln…. bei Stefania sind sehr viele Katzen, hier bei uns nur einige Katzen, Hunde und Wildvögel, und die bereiten uns schwere Sorgen und Kopfzerbrechen dieses Jahr… aber wir sind ja in einem Katzenblog, nicht Vogelblog… :-O) .
Auf alle Fälle sage ich im Namen von Pipi und unseren Kleinen und Großen auch schon mal ganz herzichen Dank, und ihr sollt von allen erfahren, wie es ihnen geht. Danke, von Herzen“
Heute war ich wieder mit Felize im Tierspital zur Kontrolle des Genesungsverlaufs ihrer Mittelohrentzündung. Es sieht in verschiedener Hinsicht gut aus.
Zunächst zum medizinischen Befund: Alles ist wunderbar verheilt so weit. Felizes Trommelfell, das durch die otitis media bzw. Mittelohrentzündung schon ziemlich schwer vorgeschädigt war, und dann beim Absaugen des Eiters von den Chirurgen weiter aufgeschnitten werden musste, ist nun fast komplett zugewachsen 🙂 Gemäss der Spital-Tierärztin muss nicht mit bleibenden Schäden gerechnet werden.
In zwei Monaten müssen wir zur Schlusskontrolle (hoffentlich SCHLUSSkontrolle…).
Zum psychischen Befund: Die uns betreuende Tierärztin ist auch der Meinung, dass Felizes extreme Angst sogar für kätzische Verhältnisse weit über der üblichen Norm liegt und behandelt werden sollte. Ob Felizes momente Verstörtheit mit dem Wiedererlangen des Gehörs zusammenhängt, konnte sie auch nur spekulieren: Denkbar sei es. Sie empfahl uns jedenfalls Calmex Tropfen für Katzen sowie – tataaaaa: Klickertraining 😀 Somit werden wir in den nächsten Tagen unser → Tierarzttraining wieder aufnehmen. Und ich werde auch unsere Verhaltenstherapeutin Frau Hauschild auf Felizes Probleme ansprechen 🙂
Das Eintüten heute verlief sozusagen fast schon routiniert: Ich wusste, was ich zu tun habe – und Felize auch: Sie gab auf 😦 Das machte es alles in allem relativ problemlos, das Bettlaken über sie zu verbringen und sie dann ohne Gegenwehr in die Transportbox zu schieben.
Der Haken: Felize hat immer noch extreme Angst. Aber: keine Panik. Immerhin. Sie geht nicht mehr die Wände hoch oder kratzt und beisst wie ne Irre um sich. Auch auf der Fahrt verhielt sie sich relativ ruhig und bei der Behandlung waren keine Zwangsmassnahmen wie Handtuchwickel mehr nötig.
Ich möchte das gern als Fortschritt betrachten – irgendwie. Sie ist nun behandelbar. Aber was meine Freude darüber beträchtlich trübt, ist der Umstand, dass sie wie gesagt gewissermassen aufgibt und zugleich extrem um ihr Leben fürchtet. Das darf natürlich nicht so bleiben, daran werden wir jetzt wirklich konsequent arbeiten. Aber im Vergleich dazu, wie unser erster Tierarztbesuch verlief, bei dem sie mich sozusagen krankenhausreif biss und kratzte, die Praxis zerlegte und schlicht nicht untersucht werden konnte, ist das jetzt schon irgendwie für alle angenehmer… 😉
Am Wochenende hatten wir sehr lieben Besuch aus Köln. Wie die Zwerglis darauf reagierten, verblüffte mich teils gar sehr.
Letztes Wochenende hatte das Kamikatze-Zwerglis-Land die unaussprechlich grosse Ehre, meine liebe Freundin Nadja und ihren Mann Kai bewirten zu dürfen. Es war ein rundum tolles Wochenende, das mir eher wie ein Kurzurlaub vorkam. Als ich meinen Freunden unsere kleine, aber feine Stadt Zürich zeigte, fiel mir mal wieder auf, dass die wirklich ziemlich hübsch ist und man sich nicht schämen muss sie herzuzeigen 😉
Nach dem kleinen Stadtrundgang machten wir einen Mini-Ausflug mit dem Schiff, um uns dann im See abzukühlen. Anschliessend ging es zurück ins Zwergenland und abends dann spiesen wir gemütlich auf der Terrasse. Ich fands sehr sehr schön und von den Gästen kamen auch keine Klagen 😀
Einige Impressionen:
Diese Diashow benötigt JavaScript.
Es war wirklich ein zauberhaftes Wochenende ❤
Die Katzen reagierten ganz unterschiedlich auf den Übernachtungsbesuch. Normalerweise zeigen alle ausser Tünn nach einiger Zeit nur noch wenig Scheu gegenüber Besuchern, was ich toll finde, da ich ja auch nicht möchte, dass die Zwerglis verängstigt unterm Bett hocken, während ich Spass mit Freunden habe.
Tünn zeigte sich jedoch erwartungsgemäss das ganze Wochenende nicht. Nadjas Mann Kai sah ihn ein-, zweimal pfeilschnell weghuschen, wenn wir heimkamen – ansonsten ward er nicht gesehen. Was ich schon schade fand, da es ja Nadja war, → die ihn mir vermittelt hat. Sie selbst war weder überrascht noch sonderlich enttäuscht, aber ich fands halt bisserl schade.
Die anderen Zwerglis waren eigentlich ziemlich aufgeschlossen. Ausser Moriah, die definitiv auch alles sehr unheimlich fand. Aber ansonsten waren die Zwerglis sogar eher erfreut ❤ Kai scheint sowieso ein heimlicher Katzenflüsterer zu sein: Der streichelte hier ganz unbekümmert auch jene Katzen, die sich sonst von Besuch nicht ohne Weiteres anfassen lassen – alles ganz entspannt ❤
Diese Diashow benötigt JavaScript.
Felize hingegen verblüffte mich auf unschöne Weise: Sie zeigt sonst bei Besuch keine grosse Scheu, aber an diesem Wochenende verkroch sie sich nicht nur komplett, sie zitterte zeitweise sogar vor Angst :-O
Die Süssmaus war komplett durch den Wind und hatte einfach nur riesige Angst 😦 Dabei war sie meist oben bei Tünn unterm Bett – sie sah uns also gar nicht wirklich. Hat sie uns also gehört? Sollte es wirklich so sein, dass ihr → mutmasslich wiederkehrendes Gehör sie dermassen verstört?
Hm.
Morgen um 17 Uhr müssen wir wieder → ins Tierspital zur Kontrolle. Die Eintüterei wird zweifellos unter diesen Umständen wieder ein Gewaltakt 😦 Ich hoffe wirklich sehr, dass es das dann war und für meine kleine Maus wieder Alltag einkehrt.
Felize war früher – zumindest mir gegenüber – so zutraulich, so arglos, so aufgeschlossen. Und nun hat sie hier daheim, wo sie sich sicher fühlen sollte, einfach nur noch Angst 😦
Ich hoffe, dass Felize ihr Vertrauen in mich, ihr Zuhause und die Welt mit der Zeit wieder herstellen kann – und auch wieder entspannt sein wird, wenn wir nächstes Mal hohen Besuch haben, auf den ich mich jetzt schon sehr freue! ❤
Im Zusammenhang mit Moriahs Katzenphobie trainiere ich ja nun mit Shakti seit einiger Zeit, ihre Fokussierung auf Moriah zu lösen. Es läuft sehr gut.
Während das → Training mit Moriah wie gewohnt weiterläuft, hat unsere Verhaltenstherapeutin mir zusätzlich unter anderem geraten, an Shaktis Fixierung auf Moriah zu arbeiten. Salopp gesagt: Shakti soll lernen, dass es ihr Entspannung und Wohlgefühl einbringt, wenn sie von Moriah ablässt.
Trainingsablauf: Wenn Shakti jeweils – vor allem zur Fütterungszeit – an Moriahs Gittertür rumrüttelt, warte ich erstmal ab. Wenn sie Anzeichen zeigt, von der Gittertür abzulassen, gebe ich ihr unser antrainiertes Zeichen (in unserem Fall ein Klopfen auf den Boden), dass genau das erwünscht ist und sie sich Streicheleinheiten abholen kann. Wichtig ist dabei, dass ich im richtigen Moment klopfe, damit sie das erwünschte Verhalten (Interesse an Moriah verlieren) mit dem Zeichen und der Belohnung (Streicheln) verknüpft. Wichtig ist weiter, dass sich dieser Ablauf während einer Trainingseinheit mehrmals wiederholt, damit sie wirklich lernt, dass Abwenden erwünscht ist.
Versteht man das? Hier mal ein Video, wie das abläuft:
Wer sieht, wo im Video ich eine Klopf-Gelegenheit verpasse? 😀
Fortschritte: Anfangs dauerte eine solche Trainingseinheit gut und gerne 10 bis 15 Minuten, eh Shakti das Interesse an der Gittertür verlor und nach der letzten Streicheleinheit von selbst wegging. Inzwischen – nach rund 10 Tagen – dauert eine Trainingseinheit noch rund 5 Minuten, eh Shakti das Interesse gänzlich verliert.
Im Video sieht man auch, dass sie sich zwischenzeitlich vor der Tür zu putzen beginnt, das hab ich da das erste Mal beobachtet. Das sei gut, weil ein Zeichen für Entspannung.
Moriah guckt uns derweil immer interessierter zu 😀 Statt sich wie früher fast sofort dem Blickfeld zu entziehen, sitzt sie nun meist auf dem Schreibtisch oder neben ihrem Stuhl vor der Tür und guckt mich an, guckt Shakti an, guckt mich an und scheint sich so ihre Gedanken zu machen 😉
Auch Tünn konnte inzwischen ins Training involviert werden. Das verlief bislang sehr unspektakulär: Moriah guckt zwar jeweils kurz, wenn Tünn mal ins Arbeitszimmer kommt, döst dann aber einfach weiter, während Tünn entweder das Zimmer inspiziert oder mit mir schmust. Etwa so:
Leider musste ich am Ende des Videos ob seiner Ruderbewegungen albernerweise so kichern, dass er sich erschreckte. Er kam dann aber gleich wieder an ❤
Tja, uns so basteln wir hier an unserer allgemeinen Harmonie 😀 ❤ Für mein Empfinden läuft es ziemlich hervorragend 🙂 Oder was meint ihr?
Nach dem Gespräch mit unserer Verhaltenstherapeutin treten wir nun mit jeder Menge neuen Inputs und Hausaufgaben in die zweite Phase von Moriahs Training.
Gestern Abend telefonierte ich ja wie gesagt wieder mit Frau Hauschild, um das weitere Vorgehen für Moriah und auch Shakti zu besprechen. Wie der eine oder andere von euch in den Kommentaren auch schon empfahl ❤ muss aufgrund der Entwicklungen hier nun auch Shakti aktiv in die Therapie miteinbezogen werden.
1. Shakti konditionieren: So wie ich Moriah belohne, wenn sie den Anblick anderer Katzen aushält, wird Shakti nun belohnt, wenn sie sich von Moriah/der Gittertür abwendet und nicht maunzt. Shakti ist nicht der Typ, der sich mit Leckerli fangen lässt – ihre Schwäche sind Streicheleinheiten. Da sie inzwischen Klopfen auch schon als Ankündigung für Streicheleinheiten kennt, soll uns das als Markersignal dienen (also analog wie beim «normalen» Clickern der Click, der eine Belohnung ankündigt, wodurch die Katze mit der Zeit lernt: Wenn ich dieses Geräusch höre, habe ich gerade etwas ganz prima gemacht :D).
2. Bachblüten (BB) für Shakti: Ich werde für sie folgende BB besorgen: White Chestnut (zur Auflösung mentaler Fixierungen), Verveine (gegen das Sich-in-etwas-Reinsteigern), Holly (löst Wut, Frust) und Impatians (fördert die Geduld). Eine wichtige Anmerkung am Rande für stille Mitleser ohne BB-Erfahrung: Für Tiere bitte immer Bachblüten ohne Alkohol drin! 🙂
3. Tünn kommt ins Spiel: Moriah soll sanft an andere Katzen herangeführt werden. Tünn ist der harmloseste und argloseste kleine Kerl, den man sich vorstellen kann. Moriah hatte ihn damals auch nie angefaucht. Wie ich die Zusammentreffen gestalten soll, wurde auch besprochen, aber das wird dann zu spezifisch, das interessiert ja keinen in der Theorie, das schildere ich dann ggf. aus der Praxis 🙂
Ich habe auch noch weitere Hausaufgaben bekommen und Hinweise, was ich wobei unbedingt beachten muss, aber das alles zu schildern, führte jetzt ebenfalls zu weit 🙂
Nach dem Gespräch gestern bin ich jedenfalls wieder sehr zuversichtlich und habe das schöne Gefühl, einen Plan zu haben 😀
Wer schon einmal mit einer Katze eine professionell begleitete Verhaltenstherapie absolviert hat, machte vielleicht auch die Erfahrung, dass man anfangs – und teils auch zwischendrin – denkt: Oh Gott – da liegt soooooo viel Arbeit vor uns. Dies soll eine Ermutigung sein, sie anzugehen.
Nachdem Neuzugang Moriah bei der Zusammenführung Felize attackiert und massiv verprügelt hatte (→ Ausgangslage), bat ich Ende März endlich unsere Verhaltenstherapeutin um Rat. Diese riet mir in einem beruhigenden und zugleich sehr motivierenden Telefonat Folgendes:
1.Zusammenführung abbrechen: Die sowieso schon völlig verängstigte Moriah war bzw. ist mit den anderen Katzen total überfordert, was sich dann unter anderem in Aggression äusserte. Darum galt es, erstmal ihr Selbstbewusstsein grundsätzlich aufzubauen.
2. Ummöblieren: Moriah wohnt gewissermassen in meinem Arbeitszimmer, das durch eine Gittertür vom Rest der Wohnung abgetrennt ist. So kann sie die anderen Katzen sehen, hören und riechen, aber es kann nicht zu körperlichen Konfrontationen kommen. Ihre Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten wurden so umgestellt, dass sie mindestens zwei Ausgänge haben. Weiter gab es zu viele freie Flächen im Zimmer: von einem Rückzugsort zum nächsten waren die Distanzen zu weit. Darum wurden strategisch sinnig Stühle und Cubes mitten in den Raum gestellt, damit Moriah bei Bedarf von einem zum nächsten huschen kann, um sich darunter, darauf oder dahinter zurückzuziehen.
3. Konditionierung: Moriahs Begegnungen mit den anderen Zwerglis finden nur noch durch die Gittertür statt und wann immer sie positiv reagiert (zB. nicht faucht, sich nicht entzieht), wird das belohnt. Geclickert wurde darüber hinaus auch zur Beschäftigung, Stärkung des Selbstbewusstseins und zum Vertrauensaufbau zwischen ihr und mir.
4. Pflanzliche und homöopathische Hilfsmittel: Moriah bekommt verschiedene, auf sie abgestimmte Bachblüten und Telizen S, was ihr Selbstbewusstsein stärken soll.
5.Tagebuch: Ich führe Tagebuch, damit ich Veränderungen welcher Art auch immer besser nachvollziehen kann und nix vergesse. Leider verpasse ich es dennoch manchmal, auf die wirklich wichtigen Dinge zu achten
Ergebnis: Diese Schritte wurden wie gesagt Ende März eingeleitet – und erwiesen sich als goldrichtig. Moriah hat sich von einer verängstigten, freudlosen, scheuen Katze zu einer aufgeweckten, neugierigen und zutraulichen Mietz entwickelt ❤
Zeit also für weitere Schritte, da wir ja doch immer noch eine Zusammenführung anstreben 😉
Ausgangslage aktuell: Wenn meine anderen Katzen zu Moriahs Gittertür kommen, interessiert Moriah das im Moment nicht weiter – weder positiv noch negativ. Sie faucht auch nicht mehr. Nur bei Shakti ist es anders: Shakti ist inzwischen dermassen besessen von Moriah bzw. der Gittertür, dass ich ein Zusammentreffen der beiden im Moment echt fürchte 😦 Wobei Moriah auch Shakti nicht (mehr) anfaucht – es ist mehr Shaktis Fixierung auf Moriah, die ich inzwischen unheimlich finde… Damit man das nachvollziehen kann, hier die Videos.
Zur Erklärung vorab: Ich sollte idealerweise alles auf EIN Video kriegen – also: Moriahs Reaktion, wenn Shakti an der Gittertür hängt, Shaktis Verhalten/Körperhaltung und vor allem auch das Mauzen der beiden. Klappte natürlich nicht Darum also drei Videos, die man sich bitte im Kopf als ein und dieselbe Situation zusammensetzt 😀 Man soll Phantasie ja fördern *g*
Video 1: Moriahs Reaktion (inkl. ihr Piepsen – evtl. Ton lauter stellen), wenn ich mit Futter komme und Shakti zombiemässig an der Gittertür ruppelt:
(Die Madonnenfigur im Vordergrund hab ich übrigens in einer Ich-bin-künstlerisch-kreativ-grad-fixiert-auf-religiöse-Symbole-Phase selbst gemacht 😀 und nun steht sie da, um die Gittertür bei Shaktis Dranrumgezuppel zu verstärken, weniger aus – öhm – klerikalen Gründen ;-))
Video 2: Shaktis Besessenheit, die Gittertür aufzubrechen (ich rufe hier nach Moriah nicht um sie anzulocken, sondern weil sie dann normalerweise mauzt, und dann auch Shakti, damit ich das aufnehmen kann – klappte aber nicht):
Video 3: Shaktis Mauzen (evtl. Ton lauter stellen) – sogar bei geschlossener Zimmertür 😦
Mir scheinen beide in Verhalten und Mauzen einander nicht unfreundlich gesonnen (oder?), nur Shakti halt deutlich zu aufdringlich – aber was die Freundlichkeit angeht, kann ich total falsch liegen 😦
Zusätzlich sollte ich Frau Hauschild unter anderem noch folgende Frage beantworten (die ich im Tagebuch natürlich nicht festgehalten hatte :P):
Ruft Shakti manchmal andere aus der Gruppe, wenn sie weit weg sind? Mauzt sie, wenn sie auf die Terasse will und die Tür zu ist?
Shakti ist kein Plappermaul in dem Sinne, aber sie mauzt, wenn sie was will – meine Aufmerksamkeit, Futter… manchmal auch, wenn sie von den anderen Katzen was will, dann kommen zwei, drei der anderen Katzen auch angedüst, gerade so als habe sie sie gerufen, dann leckt sie deren Köpfchen und alles ist wieder gut.
Detaillierter möchte ich die Korrespondenz mit Frau Hauschild nicht wiedergeben – ich hoffe, ihr versteht das ❤ Meine Schilderungen hier dienen ja lediglich der Anschauung, wie sowas alles abläuft, und vor allem was bei uns hier gerade abläuft 🙂
Uff – ganz schön viel, nicht? Das ist hier unser Alltag… Ich hoffe, wir haben euch nicht gelangweilt 🙂 ❤
Morgen um 19 Uhr habe ich den nächsten telefonischen Termin mit ihr (telefonisch, weil ich in Zürich wohne und sie in Hamburg – dies nur am Rande für allfällige Neueinsteiger :-))
Ich bin sehr gespannt, was sie zu all dem meint 🙂 Es darf derweil gern auch spekuliert werden 😉 ❤
Trotz allen Trubels rund um Felize und Umzug ging Moriah natürlich nicht unter. Hier mal wieder ein Zwischenbericht: Katzenhasserin lebt sich in Katzengruppe ein 😉
Ich habe heute unserer Verhaltenstherapeutin Frau Hauschild mal endlich wieder einen Bericht geschickt. Das Folgende nur für unsere Belange – ich betone immer wieder gerne, dass daraus keine Rückschlüsse für eigene Situationen gezogen werden dürfen, da keine Konstellation eins zu eins auf die andere übertragbar ist. Aber vielleicht interessierts ja trotzdem jemanden 🙂
Ausgangslage nochmal für alle, die uns auch teils noch nicht so gut kennen: Moriah wurde mir als sehr katzensozial vermittelt – nun, ähm. Es erwies sich, dass sie vielmehr panische Angst vor anderen Katzen hat. Kann bei internationalen Vermittlungen schon mal passieren… (wirklich – ich mache auch niemandem einen Vorwurf. Naja: Nicht mehr. Zuerst war ich schon sauer. Aber nun bin ich glücklich, dass Möhrchen hier ist. Wir kriegen das irgendwie hin, dass ihre Zukunft einfach nur toll wird. Sogar wenn das bedeutete, dass ich sie doch abgeben müsste :_( Aber vorher versuchen wir ALLES, dass es hier funzt. Dies nur als Update für jene, die unsere Geschichten vielleicht noch nicht auswendig kennen 😉 Bei Fragen: Immer her damit!).
Moriah zog zu Weihnachten 2012 dank der unbeschreiblich grossartigen Hilfe lieber Menschen (Bericht dazu folgt dann auch noch) hier ein. Sie wurde erst wegen gesundheitlicher Abklärungen sicherheitshalber separiert. Als in dieser Hinsicht alles geklärt war, begann die Zusammenführung – die schnell in ein Desaster mündete: Moriah griff aus schierer Panik die anderen Katzen an. Da sie FIV+ ist (→ FIV wird über Bisse übertragen), konnte ich hier Beissereien umso weniger «dulden» – was ich eh nicht täte, aber so konnte ich das nicht mal riskieren.
Irgendwann im März diesen Jahres sah ich ein, dass ich allein trotz aller Erfahrung hier nicht weiterkomme, und zog eine Verhaltenstherapeutin hinzu, die uns schon viel geholfen hatte – telefonisch, per Mail oder auch durch ihre wunderbaren Bücher: → Frau Christine Hauschild.
Als Moriah hier ankam, hatte sie einfach nur vor ALLEM Angst, tiefe, tiefe Angst – nicht mal mehr Panik: Sie schien sich vielmehr aufgegeben zu haben: Nichts machte ihr Freude, nichts liess sie flüchten. Es war ihr alles egal.
Moriah fasste jedoch relativ schnell weitgehend Vertrauen zu mir – nicht aber zu den anderen sechs Katzen, die hier leben… Und als sie sich eines Abends auf Felize stürzte und auf diese einprügelte, war der Moment der Einsicht gekommen: Wir brauchen Hilfe.
Stark abgekürzt: Seither ist wieder eine Gittertür im Einsatz, Bachblüten und Telizen S sowie Clickertraining und weitere unbezahlbare Tipps. Moriah hat sich dank dessen zu einer aufgeweckten, ja fast kecken Katze entwickelt ❤ Mir vertraut sie inzwischen fast blind – ich kann sie streicheln, hochheben, rumtragen (die Letzteren beiden nach Bedarf halt – nicht, dass ich das dauernd tät ;-)). Alles super so weit. Jetzt müssen «nur» noch die Katzen zusammenfinden….
Der Hauptknackpunkt sind hier: Übermutti Shakti (die Olivia Jones der Katzen, falls ihr Dschungelcamp kennt…) und Scheuchen Moriah.
Huch – das ist ja schon wieder sooooooooo viel Text 😳 Gut also: Das war mal so die Ausgangslage, damit auch alle nachvollziehen können, worum es sich hier gerade mit dem Möhrchen dreht ❤
Heute waren wir mit Felize zur Kontrolle im Tierspital – und ich bin sehr stolz auf das Maus, äh: Katz 😀
Ihr Lieben ❤
Danke ganz herzlich an alle, die heute an uns dachten und Daumen drückten – der Zauber wirkt auch hier 😀 😉 ❤
Ok – das Eintüten meiner kleinen Panikmaus war wie vermutet ein Desaster 😦 Ich habe gar nicht irgendwelche sanftmütigen Tricks probiert, sondern habe direkt das Fixleintuch bzw. zu Deutsch Spannbettlaken (danke Frau Vegasfan für die Übersetzung! :D) und die Transportbox geschnappt und bin so bewaffnet wie ein Gladiator auf Felize zu, derweil das Mantra im Kopf: «Wir ziehen das jetzt durch, basta.» Naja – ok: Eher nicht ganz so cool. Spätestens als Felize versuchte, flundermässig mit dem Boden zu verschmelzen, und verweifelt fragend in Todesangst mauzte, brach mir mehrfach das Herz – aber hilft ja auch nix.
Kaum war ich jeweils halbwegs in ihrer Nähe, entflunderte sie sich jeweils pfeilschnell und schoss nach oben in die erste Etage, von dort nach unten, dann wieder hoch, wieder runter – ins Fitnesscenter muss ich heute nicht mehr, püh. In einer zweigeschossigen Wohnung ohne Türen echt kein leichtes Unterfangen, eine Katze in die Enge zu treiben… Schliesslich beging sie endlich wieder den strategischen Fehler, sich ins Bad zu flüchten, worauf ich ja gehofft hatte. Diesmal aber war die Waschmaschine zugestellt, damit sie sich nicht wieder dahinter festklemmt, und alles weggeräumt, was in Scherben darnieder fallen könnte. Nachdem sie ein paar Mal die Wände hoch ist, konnte ich endlich das Bettlaken über sie werfen – Schachmatt.
Ich hatte das von einer lieben Tierschützerin gelernt: Wenn man eine Katze unter einer Decke oder eben einem Laken versenkt, rührt sie sich nicht mehr – man kann dann einfach hin und sie einpacken. Nicht, dass ich diese Methode dem Miteinander langfristig für zuträglich halte und empfehlen würde – aber in der Not… 😦 Bei Felize funktionierts jedenfalls – man muss nur gut genug werfen. Nicht nett – aber für den Moment unsere Rettung.
Als ich Felize also endlich in der Box hatte, war ich erstmal fertisch mit den Nerven. Aber ab dann wurde es gut – richtig gut 😀
Während der Autofahrt war sie recht ruhig (Handtuch über der Box hilft auch). Sie mauzte nicht und hechelte auch nicht wie sonst. Schonmal gut.
In der Klinik aber räumte sie jeden nicht vorhandenen Restzweifel am TA-Training bei mir aus: Sie liess sich diesmal komplett ohne Handtuchwickel behandeln – sie hatte sichtlich Angst, aber keine Panik, immerhin. Das überzeugte mich restlos davon, dass Situationsvermeidung falsch und nur Training unser Weg sein kann.
Das Beste aber: Obwohl ich Felize die Ohrentropfen nicht geben konnte, verheilt alles wunderbar – was natürlich meine grosse Sorge war 😦 Aber wir haben Glück – und noch mehr davon:
+++ breaking news +++
Felizes rechtes Trommelfell wächst zu!!! :-O Das heisst: Sie müsste dann in absehbarer Zeit wieder vollumfänglich hören können. Aus medizinischer Sicht. Boah – wow!!! Krass.
Als wir heimkamen, schoss sie aus der Box – blieb dann aber sofort stehen und sah sich um. Ich liess alles so stehen und ging nochmal weg, weil ich einkaufen musste und auch dachte, dass wegzugehen genau JETZT für mein Mäuschen genau das Richtige sei 😛
Als ich wieder heimkam, sass Felize diesmal nicht verängstigt unterm Bett, sondern hockte draussen auf der Terrasse in ihrem Lieblings-Gras-Topf ❤ Als sie mich sah, erstarrte sie zwar sofort wieder, aber rannte nicht wie die letzten Wochen weg. Sie futterte auch sofort ihr Abendessen und kam vorhin sogar gaaaaaaaaaaaaaaaanz kurz zu mir aufs Sofa – aber das war ihr dann doch zu gruselig 😉
Zwei für uns ganz wichtige Dinge habe ich heute gelernt:
1. Felize wird voraussichtlich vollkommen gesund – die Prognosen stehen jedenfalls sehr gut ❤
2. Vermeidung ist Sch*** – mit jedem Tierarztbesuch wird Panikkatz Felize «cooler» (und ich auch :P), was mir klar zeigt: Man kann auch einer absolut panischen Katze die Panik nehmen. Im Moment leider mit Gewalt 😦 Aber demnächst mit der bedachten Anleitung der Verhaltenstherapeutin unseres vertieften Vertrauens: → Tierarzttraining für Katzen
Wenn ihr auch verängstigte oder gar panische Katzen daheim habt: Bitte arbeitet mit ihnen daran ❤ Sie müssen diese Ängste nicht auf Dauer erleiden – weder beim Tierarzt, noch bei Besuch, noch bei Gewitter oder beim Staubsaugen. Muss alles nicht sein.
Wir sind gerad ein bisschen fix und foxy – aber SEHR zuversichtlich ❤
Bisher habe ich in einem Katzenforum fleissig von unseren Geschicken berichtet, dann auch hier – und diese Doppelspurigkeit macht einfach keinen Sinn. Obwohl es mir wirklich schwer fällt, unseren Foren-Thread nun brachliegen zu lassen, zumal wir viele tolle Menschen dort kennenlernten, habe ich beschlossen, nur noch hier regelmässig zu berichten, somit auch öfter als bisher 😀
Wie ihr ja wisst, kann man den Blog auch «abonnieren»: Einfach in der Randspalte rechts oben E-Mail-Adresse eingeben, auf «folgen» klicken und nichts verpassen 😀 Wenn ihr selber auch bloggt, verweist doch bitte im Kommentarfeld darauf – gerne abonniere und verlinke ich eure Blogs dann auch 🙂
Eine kleine Vorschau auf die nächsten Beiträge:
1. Am Mittwoch muss Felize wieder ins Tierspital zur Kontrolle wegen ihrer → Mittelohrentzündung. Das Eintüten wird sicherlich wieder ein Desaster: Seit der letzten Kontrolle vor rund drei Wochen sehe ich Felize eh kaum noch, solche Angst hat sie immer noch vor mir :_( Kaum sieht sie mich, wars das Letzte, was ich von ihr sah 😦 Ich hoffe, dass es mit diesem Termin vorerst getan ist und wir dann bald endlich unser → Tierarzttraining konsequent angehen können. So kann das einfach nicht weitergehen. So entspannt sehe ich Felize seit langem nicht mehr:
2. Möchte ich euch die Kunst und Tierschutzarbeit der grossartigen → italienischen Künstlerin Stefania Re nächer vorstellen, zumal ich vorhabe, selber bald wieder zwei Portraits bei ihr in Auftrag zu geben und damit auch gleich ihren grossartigen Einsatz für italienische Notfellchen zu unterstützen. ❤
3. Weiter ist geplant, die Infoseiten hier auszubauen – etwa zu Krankheitsthemen und Futterfragen. Hier wäre ich auch sehr dankbar für allfällige Gastbeiträge: Wenn ihr euch in einem Katzenthema besonders gut auskennt (zB. eine Krankheit oder Barfen oder was auch immer) und Lust habt, euer Wissen hier zu teilen (→ Anschauungsbeispiel: FIV), wäre das grossartig ❤ Selbstverständlich werdet ihr als Autoren genannt und gern auch auf eure Websites/Blogs verlinkt! 🙂
4. Habt ihr vielleicht Themenwünsche? Mehr Sachinfos oder eher mehr Berichte von den Zwerglis mit Fotostrecken? Euer Wunsch ist mir Befehl 😉
Ich freue mich darauf, unser neues virtuelles «Zuhause» gemeinsam mit euch stetig weiter auszubauen, und hoffe auf freudvolle, spannende, lehrreiche, lustige Zeiten – im Wissen, dass auch traurige oder bange Momente kommen werden. Schön, dass ihr bei uns seid ❤