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Felizes Mittelohrentzündung, Kontrolle Nr. 3

Heute war ich wieder mit Felize im Tierspital zur Kontrolle des Genesungsverlaufs ihrer Mittelohrentzündung. Es sieht in verschiedener Hinsicht gut aus.

Zunächst zum medizinischen Befund: Alles ist wunderbar verheilt so weit. Felizes Trommelfell, das durch die otitis media bzw. Mittelohrentzündung schon ziemlich schwer vorgeschädigt war, und dann beim Absaugen des Eiters von den Chirurgen weiter aufgeschnitten werden musste, ist nun fast komplett zugewachsen 🙂 Gemäss der Spital-Tierärztin muss nicht mit bleibenden Schäden gerechnet werden.

In zwei Monaten müssen wir zur Schlusskontrolle (hoffentlich SCHLUSSkontrolle…).

Zum psychischen Befund: Die uns betreuende Tierärztin ist auch der Meinung, dass Felizes extreme Angst sogar für kätzische Verhältnisse weit über der üblichen Norm liegt und behandelt werden sollte. Ob Felizes momente Verstörtheit mit dem Wiedererlangen des Gehörs zusammenhängt, konnte sie auch nur spekulieren: Denkbar sei es. Sie empfahl uns jedenfalls Calmex Tropfen für Katzen sowie – tataaaaa: Klickertraining 😀 Somit werden wir in den nächsten Tagen unser → Tierarzttraining wieder aufnehmen. Und ich werde auch unsere Verhaltenstherapeutin Frau Hauschild auf Felizes Probleme ansprechen 🙂

Das Eintüten heute verlief sozusagen fast schon routiniert: Ich wusste, was ich zu tun habe – und Felize auch: Sie gab auf 😦 Das machte es alles in allem relativ problemlos, das Bettlaken über sie zu verbringen und sie dann ohne Gegenwehr in die Transportbox zu schieben.

Der Haken: Felize hat immer noch extreme Angst. Aber: keine Panik. Immerhin. Sie geht nicht mehr die Wände hoch oder kratzt und beisst wie ne Irre um sich. Auch auf der Fahrt verhielt sie sich relativ ruhig und bei der Behandlung waren keine Zwangsmassnahmen wie Handtuchwickel mehr nötig.

Ich möchte das gern als Fortschritt betrachten – irgendwie. Sie ist nun behandelbar. Aber was meine Freude darüber beträchtlich trübt, ist der Umstand, dass sie wie gesagt gewissermassen aufgibt und zugleich extrem um ihr Leben fürchtet. Das darf natürlich nicht so bleiben, daran werden wir jetzt wirklich konsequent arbeiten. Aber im Vergleich dazu, wie unser erster Tierarztbesuch verlief, bei dem sie mich sozusagen krankenhausreif biss und kratzte, die Praxis zerlegte und schlicht nicht untersucht werden konnte, ist das jetzt schon irgendwie für alle angenehmer… 😉

In diesem Sinne versuche ich, Felizes → Mittelohrentzündung und dem daraus folgenden Vestibulärsyndrom irgendwas Positives abzugewinnen.

Und eines Tages – ganz bestimmt – wird mein Mäuschen auch wieder so traumselig vertrauensvoll neben mir dösen:

felize_zunge

Oder keck aufm Sofa fläzen, OBWOHL ich existiere:
felize_dez

<3<3<3

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Fortsetzung: → Tierarzttraining mit Felize, Fortsetzung

Jetzt ist es amtlich: Felize verarscht mich

Ich war heute mit Patientin Felize im Tierspital zur Kontrolle. Und weiss seit heute sicher: Diese Katze veräppelt mich – von wegen Panikkatze. Pf.

Felize ist ja – dachte ich bis heute – meine kleine unhändelbare Panikmaus, die einen bei Einfangversuchen krankenhausreif kratzt und beisst, Transportboxen auseinandernimmt und Tierarztpraxen kurz und klein schlägt. Als ich ihr zur Behandlung ihrer → Mittelohrentzündung Ohrentropfen geben sollte, geriet sie letzte Woche wieder dermassen in Panik, dass sie das Fressen verweigerte und ich zwei Tage lang nicht näher als zwei Meter an sie rankam, bevor sie jeweils blindlings die Flucht vor mir ergriff. Eine solche Katze medizinisch versorgen zu müssen, treibt einen zur Verzweiflung. Bis heute. Seit heute ist es mein neuer Ehrgeiz.

Vor dem Eintüten für unseren Kontrolltermin heute graute mir schon seit Tagen. Als Felize dann ca. eine halbe Stunde vor dem Termin anderthalb Meter von der strategisch durchdacht positionierten Transportbox entfernt sass und sich wiedermal im Wassernapf spiegelte, erkannte ich die Gunst der Stunde: Ich hob sie hoch und setzte sie rein (also in die Box, nicht in den Wassernapf). Eiskalt. Basta. Auch wenn ich dabei gezittert hab vor Nervosität 😛 Als ich versuchte den Deckel zu schliessen, hat sie mich noch am Arm erwischt, als sie raus wollte, aber sonst gings diesmal ohne Blutvergiessen .

In der Box hat sie erstmal wieder getobt und randaliert wie ein Berserk – aber nur rund 5 Minuten, dann sass sie brav die Autofahrt ab. Dennoch fürchtete ich, dass sie dann im Spital wieder die Wände hochgehen würde und warnte die Ärzte entsprechend vor. Die Ärztin: «Soso, ausrasten könnte sie – ja, das hatten wir letzte Woche mit ihr schon. Gucken wir mal.» Macht die Tasche auf und holt Felize raus, die alles klaglos mit sich machen lässt – inkl. in die Ohren gucken und Ohrentropfen reinmachen. Ich guckte derweil doof.

Dann kam der Neurologe und machte diverse Tests mit ihr bezüglich Koordination – und pf: Felize macht alles mit. Ich kam aus dem Doofgucken gar nicht mehr raus.

Ok – JETZT ist mein Ehrgeiz geweckt.

Die Ohrentropfen seien zwar nicht lebenswichtig – ich soll aber dennoch versuchen, sie zu geben, solange es Felize nicht total verängstigt – also nicht um jeden Preis, aber gewissermassen als Trainingseinheit. Und wenn ich am Anfang nur so tue, bis ichs dann schaffe, sie auch tatsächlich in die Ohren reinzumachen.

Als wir heimkamen, wollte Felize erst reflexartig wieder hoch und unters Bett huschen, blieb dann aber auf halbem Weg stehen, sah sich um, setzte sich hin und schien zu denken: «Ist ja alles gar nicht so schlimm.»

In zwei Wochen müssen wir wieder zur Kontrolle – wir sehen das jetzt als unser Tierarzttraining an 😉

Puh – wieso war ich eigentlich so nervös?

ps: Gerade sitzt Felize in ihrer (offenen) Transporttasche und guckt niedlich ❤

Felize tut keinem was – die will nur spielen:felize_sofa

Mittelohrentzündung – Felize ist wieder daheim

Ich hab mein Felize-Mäuschen wieder. Sie sitzt grad mit Tünn unterm Bett und hasst mich.

Was ist passiert: Felizes Mittelohrentzündung führte zu einem → Vestibulärsyndrom, das sich in Schwindelanfall, Hinfallen, Speicheln und Krampfen zeigte. Die Kopfschiefhaltung war ja vorher schon – erkennen könnte der Katzenhalter so etwas genau an der Kopfschiefhaltung, was bei Felize halt als Früherkennung nicht möglich war 😦 Als sie am Dienstagabend stark speichelte, umfiel und krampfte, fuhr ich mit ihr in die Notaufnahme des Zürcher Tierspitals.

Wie entsteht eine Mittelohrentzündung? Es ist wohl so, dass Bakterien aus dem Rachen durch die Eustachische Röhre ins Mittelohr wandern können, wo sie nicht hingehören und eben zu einer Entzündung führen. Im Eiter, den sie aus Felizes Ohr abgesaugt haben, wurden denn auch Bakterien gefunden, die sonst im Rachen heimisch sind.

So sah das aus:

Im roten Kreis sieht man den Eiter im Mittelohr. Der Eiter wurde dann eben gestern rausgesaugt und ausgespült.

Prognose: Mit den Medikamenten (Ohrentropfen (juhu), AB und Cortison) sollte die Entzündung innert zwei Wochen komplett abheilen. ABER: Es sei möglich, dass noch Eiter drin ist – etwas weiter innen, wo man mit dem Saugdings nicht hinkommt. Dann müsste operiert werden.

Blindheit: In der Notaufnahme am Dienstag wurde ja vermutet, dass Felize blind sein könnte, da sie auf optische Reize keine Reaktion zeigte. Die Neurologen haben diesen Verdacht nun genauer abgeklärt: Aufgrund der bisher erfolgten medizinischen Untersuchungen gebe es keinen Grund anzunehmen, dass Felize blind sei. Dass sie auf Sehreize (Finger, Wattestäbchen, Blickkontakt) nicht reagierte, könne zwei Ursachen haben:
1. Sie hat kurzzeitig tatsächlich nichts oder schlecht gesehen, weil der Eiter im Mittelohr auf Nerven drückte, die für den Sehsinn relevant sind.
2. Sie war aufgrund des Krampfanfalls und der Stressituation so ausser sich, dass sie im wahrsten Sinne keinen Sinn für Sehtests hatte. Ich soll ihre Reaktionen hier zu Hause in der gewohnten Umgebung beobachten.

Fest steht – behaupte ich Laie jetzt mal – dass sie mich heute im Krankenhaus beim Abholen angeblinzelt hat, dass sie Blickkontakt mit mir hatte und sie hier zu Hause den Bewegungen der anderen Katzen mit ihren Blicken folgt. Also ich – als Laie – behaupte jetzt mal ganz vorlaut: Sie kann sehen 🙂

Taubheit: Ich fragte die Ärztin, ob man bei den Untersuchungen feststellen konnte, ob Felize wirklich völlig taub sei (aufgrund einer früheren lange unbehandelten Mittelohrentzündung als sie noch in Deutschland war). Die Ärztin sagte, dass es zumindest fürs linke Ohr keinen Grund für Taubheit gebe, da dort alles intakt sei. Beim rechten Ohr werde man das in den kommenden Tagen/Wochen besser beurteilen können, wenn alles verheilt ist. Die Neurologen werden mir das genauer erläutern und mit Felize auch nochmal Tests machen. Es ist also – sofern die Dermatologin und ich nicht alles falsch verstanden haben – zumindest theoretisch möglich, dass Felize gar nicht komplett taub ist. Mal abwarten, was da noch kommt…

Felize: Sie hat im Krankenhaus offenbar alle Untersuchungen total kooperativ mitgemacht. Sie liess sich vorhin sogar von der Helferin ganz ohne irgendwas in die Transportbox umsetzen und hat auch auf der Fahrt null gemuckst oder sich wieder die Nase blau gehauen, vielmehr guckte (!!!) sie interessiert umher. Ich bin mal gespannt, wie kooperativ sie dann bei mir und ihren Ohrentropfen ist 😛 Im Moment ist sie sauer auf mich und sitzt wie gesagt unterm Bett. Ich lasse sie einfach mal in Ruhe. Die anderen Zwerglis reagieren sehr interessiert auf sie, keiner faucht oder brummt sie an, vielmehr wird genasbusselt ❤

Problem: Sie hat all die Tage im Krankenhaus nichts selbständig gefressen 😦 Das Allerwichtigste sei nun, dass sie spätestens bis übermorgen wieder selber Futter aufnimmt – andernfalls muss ich mich sofort wieder im Spital melden und sie zur Not zwangsernähren, weil sonst → Leberschäden drohen. Aber ich bin jetzt mal zuversichtlich, dass sie sich in der gewohnten Umgebung beruhigt und dann Appetit und Hunger siegen.

Und nun wünsche ich der kleinen Motte einfach mal gute Besserung ❤

felize

Update: Felize hat mich wieder lieb 😀

Sie frisst auch wieder mit gutem Appetit – nur die Ohrentropfen findet sie grauslich 😉

Besuch im Tierspital

Ich komme gerade aus dem Tierspital, wo ich Felize besucht habe. Und bin sehr froh, dass ich dort war – Felize glaub ich auch ❤

Eine Vergiftung konnte glücklicherweise inzwischen ausgeschlossen werden. Nicht nur Symptome wie Speicheln und Krampfen führten meinerseits zu der Befürchtung. Es war so, dass ich kurz vor Felizes Zusammenbruch die Rosen mit Antiblattlausmittel gespritzt hatte – eigtl. stelle ich die Rosen dann jeweils so, dass die Katzen da nicht hinkommen, und eigtl. wurde mir das Mittel als ungefährlich für Katzen verkauft. Aber weil das wirklich fast zeitgleich zusammenfiel, fiel mein Verdacht natürlich sofort auf das Blattlausmittel, das ich deshalb auch mit ins Spital nahm, damit die TAs im Falle einer Vergiftung die Substanzen kennen. Aber dort wurde mir bestätigt, dass das Mittel für Katzen ungefährlich sei – das glaubte ich aber halt wirklich erst, als eine Vergiftung definitiv ausgeschlossen werden konnte.

Man tippt jetzt auf eine Sache im Bereich Mittelohr. Dafür gibt es Fachbegriffe – aber ich bin im Moment so konfus und müde und überfordert, dass ich wohl alles durcheinanderbringen würde. Morgen wird ein MRI gemacht – dann wissen wir hoffentlich mehr.

Als ich Felize heute besuchte, wirkte sie auf mich jetzt auch nicht total verängstigt (wie ich mir das vorgestellt hatte), eher aufgeregt – so ein bisschen wie ein Hundebaby. Sie macht das supertapfer, meine kleine Panikmaus – von Panik war jedenfalls null zu merken. Felize wirkt alles in allem auf mich den Umständen entsprechend gut beieinander – ich bin positiv überrascht. Zumal nachdem ich sie ja schon bei unserem Tierarzt erlebte, dem sie die Praxis auseinandernahm :-O

Gestern wurde ja auch vermutet (und heute der Verdacht nochmal bestätigt), dass Felize blind sein könnte (was kombiniert mit ihrer Taubheit natürlich jetzt nicht so klasse wäre…): Mir ist heute auch aufgefallen, dass sie zwar „guckt“ wie verrückt – also sie guckt wirklich um sich als würde sie überall Schmetterlinge sehen. Aber sie guckt einen nicht an – und reagiert anscheinend nicht auf direkte optische Signale. Hm. Mal „sehen“, was da die Untersuchungen noch ergeben.

Ich habe verschiedener Seite tolle Inpunts bekommen, welche Fragen ich dann im „richtigen“ Gespräch stellen will/muss. Im Moment habe ich so viele Fragen, dass ich nur eine Aussage treffen kann: Ich habe keine Ahnung.

Und die telefonischen Updates sind ja nur für den jeweils momentanen Gesamtstatus – da ist keine Musse für detaillierte Fragen, da gehts mehr so um Fragen wie „lebt sie noch?“

Ich brauch jetzt einen Schnaps.

felize_spital