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Kamikatze-Zwerglis goes Facebook ;-)

Seit dem 23. Januar hat der Kamikatze-Zwerglis-Blog auch bei Facebook eine Seite. Warum das denn? 

Wie einige von euch schon mitbekommen haben (okee: Ich habs all meinen katzenaffinen Facebook-Freunden ein kleines bisschen aufgedrängt, könnte man sagen), habe ich am Samstag nicht ganz aber so ein bisschen spontan beschlossen, dass der Blog auch auf Facebook stattfinden sollte. Und zwar als „Gemeinschaft“ – erstmal.

Jetzt mag sich der eine oder andere fragen, warum ich das mache, wo ich doch von Social Media – sagen wir mal: – nicht nur immer begeistert bin.

Meine Beweggründe waren:

    • Ich möchte hier ja weniger ein Blog nur zum Privatvergnügen mit Fotos meiner Zwerglis pflegen, wo dann all meine armen Freunde jeweils brav „juhuu“ oder „jö“ oder „ist ja toll“ drunterschreiben sollen. Aber natürlich dürfen 😀 Also: Sofern ich mal gscheite Fotos meiner Katzen hinbekomme. Was selten genug ist.
  • Ich vermisse an meinen adacta-gelegten Forenanfängen vor allem – neben der Freude neue grossartige Leute kennenzulernen – vor allem auch den Erfahrungs-, Meinungs- und Wissensaustausch untereinander. Und ich freue mich ja immer sehr, wenn sich jemand von euch sich die Zeit nimmt, hier nicht zur mitzulesen, sondern auch zu kommentieren (danke! ❤ ). Was ich aber sehr schade finde: Nur ganz selten kommen die Leser des Blogs auch untereinander mal ins Gespräch. Zudem sind die Leser hier in der Kommentarfunktion sehr eingeschränkt, indem sie keine Links, keine Bilder und keine Korrekturen anbringen können. Da ich so geizig bin, fürs CMS des Blogs nur die Gratisversion zu wählen 😛
    • All die mir zur Verfügung stehenden Infos zB: zu Katzenhaltung und -krankheiten kennt ihr ja alle schon bzw. interessieren nicht, wenn man nicht selbst betrofen ist. Ist doch albern, das alles immer wieder im selben Topf zu schmoren – und ihr langweilt euch nur. Die meisten Informationssuchenden finden den Weg hierher bislang denn auch über Suchmaschinen – was auch ok ist und zu regelmässiger Unterstützungs- und Beratungstätigkeit meinerseits führte. Aber das ist halt nicht nachhaltig, weil es immer nur diese eine fragende Person mitbekommt.
    • Ich lerne selber nichts oder nur sehr wenig dazu, weil ich logischerweise nur über Themen schreibe, von denen ich etwas zu verstehen glaube. Das ist auf Dauer eine Einweg-Kommunikation.
    • Ich denke, die Zukunft der Kommunikation und des Lernens liegt – für den Moment zumindest – massgeblich in Social-Media-Angeboten. Foren habe ich für mich persönlich davon inzwischen ausgeschlossen: Es bilden sich immer Grüppchen, Konkurrenzen, man meint einander zu kennen, was aber nur vermeintlich so ist – und es wird extrem schnell wahnsinnig persönlich. Oft leider auch im negativen Sinne. Darum könnte eine anonymere Plattform evtl. interessanter sein. Ist ein Versuch. Foren sind zudem allen Social-Media-Studien zufolge am Aussterben, da eben Mega-Player wie Facebook & Co. übernommen haben.
  • Kommunikationswege interessieren mich sowohl persönlich wie auch beruflich und darum möchte ich mal ausprobieren, ob es auch in dem allzu oft superaggressiven Umfeld von Facebook möglich sein könnte, eine friedliche und konstruktive Gesprächskultur über kontroverse Themen (naja: Katzenhaltung halt 😉 ) zu pflegen. Oder wie wir Onliner sagen: trial & error.

Und wer bis hierher noch nicht eingeschlafen ist: Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr (also jene, die FB nicht rigoros boykottieren – was ich in verschiedener Hinsicht durchaus auch verstehe) bei https://www.facebook.com/kamikatzezwerglis mal reinschauen möchtet. Jeder kann in der Zwerglis-Gemeinschaft auch selber Beiträge posten (sie sollten idealerweise allerdings irgendwas mit Katzen zu tun haben 😉 ) – seien sie witziger, trauriger oder informativer Natur. Nur bitte letztlich doch aufbauend und konstruktiv – nicht immer diese Weltuntergangs- und Icherschiessdich-Dinger, bitte. Ansonsten ist jeder Katzeninteressierte herzlich eingeladen, mitzudiskutieren, mitzulachen, mitzureden, mitzufragen, mitzuüberlegen, mitzumachen. Ich bin auf dieser Gemeinschaftsseite zwar auch Chef (höhö) – aber ich stelle in erster Linie Themen zur Diskussion oder versuche ein wenig Erheiterung in eure Tage zu zaubern. Social Medai können so böse sein – aber sie müssen nicht. Lasst es uns beweisen 😉

Schauts euch an, dann gucken wir und dann sehen weiter 😀

Mathilde – heute vor 6 Jahren hast du unser Leben verändert

… und nicht nur unseres.

Eigentlich begehe ich die Einzugs- und Todestage der Zwerglis und Sternchen nicht mehr. Daten sind nicht mehr wichtig, wichtig sind die Zwerglis und Sternchen selbst. Ausserdem bin ich ganz schlecht darin, mir Daten zu merken. Ohne die Erinnerungsmeldung bei Facebook würde ich wahrscheinlich meinen eigenen Geburtstag vergessen.

Doch einer lieben Freundin liegen Daten offensichtlich mehr als mir und so schreibt sie mir zu Sternchen-Tagen immer liebe Mails voller Anteilnahme und schönen Erinnerungen (Danke dir, Gudy! ❤ )

Heute vor sechs Jahren kam ich ebenso aufgeregt wie erschöpft aus Italien zurück. Im „Gepäck“ eine dreibeinige italienische Strassenkatze, die mein Verständnis von Tierhaltung und vieles mehr für immer ändern sollte.

Heimfahrt - ich kenne Thillie erst seit rund einer Stunde.

Heimfahrt – ich kenne Thillie erst seit rund einer Stunde.

Es war damals vor sechs Jahren auch ein Sonntag. So wie heute.

Und auch wenn ich all meine Sternchen vermisse, so Mathilde doch ganz besonders.

Noch immer hilft das intergalaktische Kampfschiffchen, Katzenhalter klüger zu machen und Artgenossen vor Fehlentscheidungen oder gar der verfrühten Einschläferung zu bewahren. Dies vor allem dank der Anfragen, die mich inzwischen mehrmals pro Woche über „FIV – ein kurzer Überblick über wichtige Fragen“ erreichen und es mir ermöglichen, in Ruhe mit besorgten Katzenhaltern über die Diagnose FIV zu sprechen und ihnen die erste Panik zu nehmen, um umsichtige Entscheidungen zu treffen – und sei es wie meist schlicht und einfach so weiterzuleben wie bisher.

Liebste Thillie – dich zu uns zu holen, war vielleicht die klügste Entscheidung, die ich je traf. Doch wenn du mich am 17. April 2014 gefragt hättest, ob du tun darfst, was du wohl getan hast, dann hätte ich es dir verboten. Es war meine Lungenentzündung – niemand hat dir erlaubt daran zu sterben.

Doch auch wenn du dein Leben bei uns offensichtlich liebtest – das Leben anderer zu retten, war dir offensichtlich mehr wert.

Du warst – bist – etwas ganz Besonderes. Jeder, der dich kennenlernte, verliebte sich sofort in dich, da gab es kein Entrinnen.

Danke, dass du dich vor genau sechs Jahren entschieden hast, auf deinen drei dünnen Beinchen in mein Leben zu treten: Du hast es unendlich bereichert, auch wenn mich deine (FIV-unabhängigen!) Krankheiten im Verlauf der wenigen gemeinsamen Jahre ein Vermögen kosteten. Doch nicht zuletzt war auch dies eine so wertvolle Lektion, die es zu lernen galt: Kein Geld der Welt hätte mir das kaufen können, was du mir geschenkt hast.

Danke dir für alles – ich liebe dich. Für immer und darüber hinaus ❤

Sonne tanken

 

Gemeinsam statt einsam – oder was Falschinformation anrichten kann

Kürzlich las ich online eine Artikelüberschrift, die mich schaudern liess. Was dann geschah, war erst sehr irritierend. Dann aber sehr beglückend.

Die Einleitung ist nicht zufällig so formuliert: Online-„Medien“ wie www.heftig.co und Konsorten haben das Spektakel gesellschaftsfähig gemacht – Hauptsache: Aufmerksamkeit; wohingegen Relevanz, Informations- oder Wahrheitsgehalt zur Nebensache verkümmern. Ist doch in zwei Minuten sowieso alles wieder vergessen. Oder war es gar nicht so herum? Wollte vielleicht die Leserschaft schon immer lieber Spektakel als Information?

Denn das im Folgenden gemeinte Medium hat traditionell schon immer eine sehr eigensinnige Auffassung von Berichterstattung (von „Journalismus“ mag ich in diesem Zusammenhang nur sehr ungern sprechen). Und erfreut sich seit vielen Jahren grösster (und erschreckender) Beliebtheit.

Kurzum: Kürzlich las ich auf der Website dieser äusserst erfolgreichen deutschen Tageszeitung mit den vier grossen Buchstaben im Bereich Bezahlinhalte in Ermangelung eines Bezahlinhalte-Abos nur diese Schlagzeile:

SAMMY (7) IST HIV-POSITIV
Mein Kater hat Aids

Ich so:  smiley_emoticons_muede

Es dauerte nicht lange, bis die erste FIV-bedingte Tötungsabsichtserklärung besorgter Katzenhalter für unschuldige Katzen aufgrund dieses Artikels bei mir eintraf.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich verstehe die Verunsicherung von Katzenhaltern, die sich mit FIV nicht auskennen – es ging mir damals vor inzwischen über 5 Jahren absolut ähnlich. Ich verstehe das. Aber da ich seither mit FIV niemals – in Worten: NIEMALS – schlechte Erfahrungen machte, mich informiert habe, die Rückbestätigung unserer Klinik und des Zürcher Tierspitals habe, dass das „ganz normale“ Katzen sind, kann ich einfach nicht mehr still dabei zuschauen, wie Katzen aufgrund dieser „Diagnose“ aufgegeben werden.

Ich habe mir dann sogar ein Bezahl-Abo der gemeinten deutschen Tageszeitung geleistet, um nachzulesen, was die da schrieben.

Ganz kurz zusammengefasst: Bis auf die effektheischerische Überschrift, die Bilder der auffällig hübschen und kaum bekleideten (…) zitierten Katzenhalterin, die selber den grössten Mist über FIV erzählt: War der Artikel in summa zwar total irreführend, aber journalistisch gesehen kaum „angreifbar“.

Und jetzt kommt der schöne Teil: Die liebe Katzen-Hilfe Uelzen fragte mich in einem Fall einer aufgrund des erwähnten Online-Berichts überaus verunsicherten Katzenhalterin an, ob ich nicht mal mit ihr sprechen könnte, da diese verunsicherte Katzenhalterin nunmehr kurz davor stand, ihren FIV-Kater (der keinerlei Anzeichen für ein FIV-Endstadium zeigte) aufzugeben 😦

Natürlich rief ich mit Erlaubnis der Katzen-Hilfe Uelzen noch am selben Abend die sehr engagierte und nette, aber sehr irritierte Dame an. Es war ein wunderbares Gespräch ❤ Die Probleme im konkreten Fall scheinen (wie so oft, wenn FIV ins Spiel kommt) eigentlich ganz woanders als bei FIV zu liegen – wir konnten das klären und ich bin sehr zuversichtlich, einem weiteren Menschen das Thema FIV nahe gebracht zu haben und so die wahren Probleme zwischen Tier und Mensch in den Fokus gerückt zu haben 🙂

Ich fand es ganz grosse Klasse, dass die so engagierten Tierschützer der Katzen-Hilfe Uelzen beim Thema FIV auf mich zukamen – ebenso, wie ich kürzlich jemanden an sie verwies bei einem Thema (Kittenaufzucht), von dem ich wiederum nichts verstehe.

Es ist wundervoll, immer wieder zu erleben, wie überregionale, gar grenzüberschreitende Zusammenarbeit so viel Gutes bewirken kann: Bitte kein Gärtchendenken. Wie mein geschätzter Geologielehrer damals im Gymnasium schon immer sagte: Man muss nicht alles wissen. Man sollte aber wissen, wo man das Wissen findet – und keine Grenzen scheuen ❤

In diesem Sinne möchte ich euch auch bitten, mal kurz auf die neuste Aktion der Katzen-Hilfe Uelzen aufmerksam zu werden – es geht hierbei aktuell um die extrem liebe Dame, von der ich oben srpach:
Für Facebooker: https://www.facebook.com/events/1583306448550069/
Für alle anderen: Gemeinsam statt einsam

Der wunderschöne Leitspruch der Katzen-Hilfen Uelzen sei hier nochmals zitiert:
Ein Funken ist kein Feuer,
ein Sandkorn kein Strand,
ein Blatt kein Baum,
ein Tropfen kein Meer.

Hilft einer den Tieren allein – ist es schwer,
doch zusammen sind wir das Feuer, der Strand, der Baum und das Meer.

Lasst uns alle zusammenarbeiten – überregional, grenzüberschreitend – es geht nicht um uns. Es ist keine Schande, nicht alles zu wissen – aber die Grösse zu haben, an andere zu verweisen, die es wissen, ist auch ein Zeichen von Intelligenz und Herzensgüte. Es geht hier allein um Wesen, die ohne uns niemanden haben, der für sie spricht.

Danke euch allen ❤

Die wichtigsten Links nochmal: Aktion „Gemeinsam statt einsam“:
Für Facebooker: https://www.facebook.com/events/1583306448550069/
Für alle anderen: Gemeinsam statt einsam

Seriöse Aufklärung über FIV:
FIV – Überblick über die wichtigsten Fragen

Dieser Beitrag ist in Abstimmung mit der Katzen-Hilfe Uelzen allen Fivies gewidmet. Meine seht ihr hier, die hier mit Nicht-Fivies friedlich, gesund und glücklich zusammenleben ❤

 

Wir alle haben unsere Ängste, unsere Ideologien, unsere Meinungen, was wir richtig oder falsch finden, was wir selber tun können und was nicht – das ist ok. Aber wenn es um das Wohlergehen oder gar das nackte Überleben anderer Mitgeschöpfe geht, lasst uns alle kurz innehalten, bevor wir urteilen und unsere Meinung hinterfragen. Lasst uns ein wenig demütig sein und uns fragen: Was wäre, wenn… Lasst uns Hand in Hand, Pfote in Pfote gehen.

Danke! ❤

Mathilde – ein Jahr ohne dich und doch mit dir ♥

Genau vor einem Jahr musste ich meine geliebte Mathilde gehen lassen – das intergalaktische Kampfschiffchen auf drei Beinen ❤

Mathilde

Meine geliebte Mathilde, Thillie-Thildchen – du hast nicht nur mein Leben unendlich bereichert, sondern inzwischen auch dank unserem gemeinsamen Kampf um Aufklärung über FIV der einen oder anderen FIV-Katze das Leben gerettet. Nicht zuletzt Max, der hier kürzlich im Gedenken an dich hier einzog ♥

Du bist und bleibst eine ganz besondere Seele – und wenn du mir auch schmerzlich fehlst, so weiss ich dich doch in meinem Herzen für alle Zeit.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mein herzlichster Dank gilt auch Stefania und Cornelia, die mir dieses wunderbare Wesen anvertrauten ♥

Mathilde, ich liebe dich – für mich wirst du immer meine kleine grosse Rose sein, die niemals verblüht: The Rose

MadMax <3

Kürzlich hatte ich ja berichtet, dass hier völlig unverhofft, komplett ungeplant und eigentlich total gewissenhaft vorausschauend gegen meine Vernunft (höhö) dennoch ein weiterer kätzischer Mitbewohner einzog. Als hätten die Zwerglis je Rücksicht auf meine „Vernunft“ genommen….

Katze ist, was passiert, während du andere Pläne machst.

Am 23. März war es also so weit, den Roten heimzuholen. Niemand von uns hatte auch nur den Schimmer einer Ahnung, was seine Vorgeschichte ist, ob er sich mit anderen Katzen verträgt und ob er womöglich Freigang lauthals einfordern würde. Bei letzterem Punkt machte ich mir allerdings die wenigsten Sorgen.

Es mythologisiert zwar munter in der Katzenhalterwelt, dass Katzen, die Freigang kennen, irgendwas zwischen „kaum“ und „NIEMALS!!!!!“ Wohnungshaltung akzeptieren könnten. Ich persönlich kann diese Sichtweise nicht in einem einzigen Fall untermauern: All meine Zwerglis sind als ehemalige Strassenkatzen ja auch „Ex-Freigänger“. Allerdings lernten sie die Strassen und Felder nicht als Freiheit, sondern als bittere Not kennen: Hunger, Kälte, Überlebenskampf. Das Los der Strassenkatzen halt. Die pfeifen alle auf die „Freiheit“…..

Aber über den Roten wussten wir nichts. Absolut gar nichts – ausser, dass er FIV-positiv und ein Riese ist. Also nahm ich mir vor, alles brav nach Lehrbuch zu tun, zumal mich die Autorin schon bei → richtig schwierigen Zusammenführungen beraten hatte, und ich ihrem Fachwissen absolut vertraue:

Und wir durften wieder einmal ein grandioses Katzenbuch illustrieren (Coverseiten): Das ist uns eine Riesenehre!

 

Ich war allerdings verhalten verängstigt: Nochmals Gittertür, monatelanges intensives Training – das war gelinde gesagt trotz unserer grossartigen Erfahrungen mit →Verhaltenstherapie nicht, worauf ich grad so „Bock“ gehabt hätte smiley_emoticons_sad  Doch wat mut, dat mut.

Ich holte ihn also von der Klinik ab:
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Roter in dä Box

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Daheim habe ich ihn erstmal in unserem Katzenauffangsstationszimmer (oder ursprünglich meinem Büro) untergebracht.

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Er war der erste Ankömmling in dem wirklich schönen, grossen Quaräntezimmer, der sozusagen… – seinen eigenen Weg ging. Der Neuankömmling war ca. 20 Minuten in seiner Privatresidenz, ich war unten im hehren Wunsch, ihn erstmal zur Ruhe kommen zu lassen – als ich plötzlich ein lautes „Klack-Krawumm“ hörte: Der Kater kann Türen öffnen  smiley_emoticons_muede

Ich ging ganz leise hoch, um zu schauen: Faramee und Shakti standen eh schon vor der Türe und die Konfrontation war somit in vollem Gange. Nun einzugreifen, schien mir unklug. Also beobachtete ich nur. Max ist zwar drei- bis viermal so gross wie die anderen Katzen hier und FIV-positiv – allerdings auch zahnlos. Die einzige Gefahr, die von ihm also hätte ausgehen können, wären übliche Katzenkampfverletzungen gewesen (was ich natürlich sofort zart unterbunden hätte – den von unserer Therapeutin dafür empfohlenen Sichtschutzkarton hatte ich schon griffbereit) – aber die Gefahr, dass er hier jemanden mit FIV ansteckt, ist durch seine Zahnlosigkeit eh nicht gegeben.

Doch meine Sorgen waren glücklicherweise sowieso umsonst: Max unterwarf sich sofort den vorhandenen Katzen hier – auch als Shakti ihn anbrummte, ging er einfach nur weg. Vor allen Zwerglis hier, die so so so viel kleiner sind als er – zeigte er von Beginn weg immer nur grössten Respekt und Anstand.

Wenn er irgendwo zu ruhen geruhte, und ein anderes Zwergli dann den Platz für sich beanspruchte: Stand er auf und ging weg. Ohne Brummen, ohne Murren. Ich glaube, fauchen kann der gar nicht.

Inzwischen (er ist nun eine Woche hier) darf er von den anderen Zwerglis völlig integriert liegen, wo er will, er frisst Kopf an Kopf mit den anderen, spielt mit den anderen (wobei er niemals seine ganze Kraft nutzt, sondern sich auch mal vor ein viel kleineres Zwergli rücklings auf den Boden wirft, damit er von diesem fachkundig erlegt werden kann smiley_emoticons_rofl3)

Langer Rede kurzer Sinn: Ich hätte hier nach →Mathildes Tod keine siebte Katze mehr aufnehmen wollen – auch wenn es so viele arme Katzenwesen gibt, die so dringend ein Zuhause suchen. Aber Budget, Zeit und Vernunft waren sich einig: No way. Und dann kam, sah und siegte: Max.

 

Hier hat nichts „gefehlt“ – und doch sind wir jetzt komplett ❤ Max passt hierher wie Faust auf Auge, Deckel auf Topf oder siebter Zwerg zu Schneewittchen 😛

Wenn jemand ahnen konnte, dass ich mir heimlich schon immer wünschte, dass hier mal ein roter Tiger anklopft – dann meine verstorbene Herzenskatz Mathilde. Ich sprach nie zu jemandem darüber. Nicht mal zu ihr. Aber ich sehe Max als ihr Erbe – das wir alle hier mit grösster Freude annehmen ❤

Seid herzlich gegrüsst von Schneewönnchen und den 7 Zwergen ❤

Katze ist, was passiert, während du andere Pläne machst…

Letzten Samstagmorgen klingelte das Telefon zu unchristlicher Zeit (also vor 12 Uhr). Ich schon so: Näää, nicht am Samstag. Ich erkannte jedoch die Nummer: Unsere Tierklinik. Ich so: ????

Im ersten verschlafenen Moment schoss mir durch den Kopf: Habe ich eins der Zwerglis in der Klinik vergessen? Warten wir auf Blutwerte? Kurz: Hä?

Ich nahm also ab und fragte noch etwas gedanklich konfus: „Hallo?“
Klinik: „Guten Morgen, Frau B. – es tut mir leid, Sie zu stören!“
Ich: ?
Klinik: „Wir haben eine etwas seltsame Anfrage an Sie.“
Ich: ??
Klinik: „Könnten Sie sich allenfalls unter Umständen womöglich vielleicht eventuell vorstellen, eine weitere FIV-Katze aufzunehmen?“
Ich: hellwach, aber nun ???

Die mir wohl bekannte, nette Tierarzthelferin erklärte mir leicht beschämt, dass sie in der Praxis eine Katze hätten, die ihnen vor einigen Tagen von einer Frau vorbeigebracht wurde, weil sie diese aufgrund ihres Zustands als mutmasslichen Streuner versorgen lassen wollte. Tatsächlich war das Tier zwar recht fit, aber das Gebiss war wohl in einem grausigen Zustand, so dass die Klinik zum Schluss kam, es müssten sämtliche (der wenigen verbliebenen) Zähne dringend gezogen werden.

Im Verlaufe der Behandlungsgespräche stellte sich heraus, dass diese Katze gar nicht der Frau gehörte – sie aber sehr wohl bereit war, die anfallenden Kosten für die Zahn-OP zu übernehmen (wow!). Wem das Tier gehörte, wusste sie aber auch nicht.

Glücklicherweise war das Rottigerchen gechippt und eingetragen, so dass der Besitzer schnell eruiert werden konnte. Da unsere Klinik aber auch nicht wild drauflos operiert, sondern erstmal die Gesamtkonstitution einer Katze eruiert, wurde festgestellt, dass Rottiger FIV+ ist. Als der Besitzer das erfuhr, meinte er wohl – stark verkürzt und ohne Anklage gegen ihn (ich habe nie selber mit ihm gesprochen) – dass die Katze dann besser eingeschläfert werden sollte.

Wer mich kennt weiss, dass ich ein grosser Fivie-Verfechter bin – man muss sich halt auch mal informieren, bevor man über Leben und Tod entscheidet: FIV. Glücklicherweise denkt unsere Klinik ähnlich – sonst wäre ich ja nicht dort 😀

Wie erwartet sah meine Klinik das nun wiederum nicht ein, eine ansonsten völlig fitte Katze nur wegen Zahn-OP und FIV einzuschläfern. Allein: Der Besitzer wollte sie nicht mehr, die Frau, die das alles in Gang gesetzt hatte, konnte nicht, und Tierheime in der Schweiz nehmen FIV+-getestete Katzen offenbar strikt nicht auf (obwohl die allermeisten Katzen in der CH gar nicht auf FIV getestet sind – aber wenn mans mal weiss….) Kurz: Der übliche Scheiss (tschuldigung), sobald FIV diagnostiziert wurde 😦

Glücklicherweise war ich gerade letzte Woche mit all meinen Zwerglis eh in der Klinik zum Gesundheitscheck (das erste Mal seit → Mathildes Tod im April), so dass ich bzw. meine FIV-Katzen Faramee und Moriah der Klinik auch wieder im Bewusstsein war.

Und so kam es zum Anruf am letzten Samstagmorgen.

Nachdem die nette Tierarzthelferin mir all das am Telefon geschildert hatte, meinte ich:
„Eigentlich wollte ich ja keine siebte Katze mehr… Aber ‚eigentlich‘ sagt ja schon alles. Wann soll ich dort sein?“
Klinik: „Oh! Echt? Wir wagten ja nicht zu hoffen. Wenn Sie heute noch kommen könnten? Das Tierchen (ha!) lebt nun schon seit Tagen in einer unserer Aufwachboxen – das ist ja nicht so schön.“
Ich: „Geben Sie mir eine halbe Stunde.“

Bevor ich berichte, was mich erwartete, möchte ich dies noch kurz einflechten: Ich habe keines meiner Zwerglis je nach seiner Optik „ausgesucht“ – meist waren es eher die Zwerglis, die hier anklopften. Aber insgeheim wünschte ich mir immer, dass mal ein roter Kater hier anpocht – doch das war halt nie so. Ich wusste aber absolut nichts über das Tier, als ich in die Praxis fuhr. Ausser dass „es“ FIV+ und FeLV-negativ ist (Nicht falsch verstehen, liebe FeLV-Katzenhalter, ihr wisst?) Alles andere war nicht wichtig. Und was ich sah, war „das“ da:

Zwerg7Ic

 

Ich so: smiley_emoticons_gucker2

Ich erfuhr dann nicht nur, dass er a) männlich (kastriert), b) Rottiger durch und durch und c) menschenfreundlich sondergleichen ist. Aber wie katzensozial war er? Das konnte mir keiner sagen.

Was dann passierte, berichte ich in den nächsten Tagen 😀 Der aktuelle Beitrag ist jetzt schon zu lang 😉

Ps: Er heisst nun – mit seinem Einverständnis – Max. Wann immer ich seinen Namen sage, kommt er direkt angaloppiert smiley_emoticons_gucker2

PPS: Nachtrag: So hat Max sich hier eingelebt → Max – Mathildes Erbe ❤

 

Time to say goodbye

Veränderungen sind – für mich zumindest – immer erstmal bedrohlich. Ich sehe zunächst immer nur den Verlust des vermeintlich „Sicheren“ – und dann erst die Chance des Neuen. Der Sprung ins kalte Wasser liegt mir nicht. Nicht mal, wenn mir das Wasser schon bis zur Stirn steht.

Und doch bin ich – bislang zumindest – noch nie ertrunken. Nicht mal als knapp Dreijährige, als ich wirklich fast ertrunken wäre. Meine Angst ist so gesehen also doch ein bisschen albern.

Seltsamer Einstieg in ein Katzenthema.

Heute vor fünf Jahren dachte ich, es sei ein Wahnsinnswagnis nach Mortara in Italien zu fahren und eine FIV-positive Katze nach Hause zu holen. Niedlich. Offensichtlich bin ich keine sehr mutige Seele. Ganz im Gegensatz zu der Seele, die ich damals mit nach Hause brachte: Mathilde

Regelmässige Leser dieses Blogs werden→Mathildes Geschichte nach all meinen Berichten schon auswendig auf Finnisch oder wahlweise Swaheli aufsagen können während sie rückwärts Seilspringen und gleichzeitig Teller auf der Nase balancieren – darum also nur für Neuleser die Kurzzusammenfassung: Dreibein, FIV-positiv, sehr schlimme Vorgeschichte, dann hier Lungen- und Herz-OP, kurz: intergalaktisches Kampfschiffchen.

Und ich heule rum, weil ich meine Irrenhaus-Hamsterrad-Lebensbedingungen grad mal wieder an die Wand hauen könnte.

Ich bin ein Weichei. Ein feiges noch dazu. Man muss auch mal ehrlich sein.

Mir fällt dabei übrigens doch auch auf: Es wird viel über „artgerechte“ Haltung von Tieren diskutiert derzeit. Das ist sehr gut so! Aber vermisse zugleich ein wenig das Thema „artgerechte“ Menschenhaltung.

Naja. Wie auch immer.

Heute vor einem Jahr holte ich mir ein Wesen nach Hause, das mir so ein gutes Beispiel hätte sein können. Aber irgendwie merke ich dieser Tage, dass ich im Grunde nichts dazugelernt habe: Immer noch Angst vor dem kalten Wasser.

Regelmässige Leser dieses Blogs wissen ja auch, dass ich bisweilen zum Pathos neige. In diesem Sinne: It’s time to say goodbye – nicht zu euch oder zum Blog. Quatsch – wer meinen Quark weiterhin lesen möchte, soll nicht zu kurz kommen. Aber dies ist für mich eine Zeit des Abschieds – schon die letzten Jahre, in denen ich mehrere Zwerglis in kurzer Zeit gehen lassen musste, auch die letzten Monate von verschiedenen Menschen, die ich oder die mich für Freunde hielten, es aber für Freundschaft nicht wirklich reichte, aus welchen Gründen auch immer. Von Illusionen des Mottos „wird schon werden“, von trügerischen „Sicherheiten“ aller Art – und nicht zuletzt von Mathilde, die ich heute vor fünf Jahren so überglücklich begrüsste wie ich sie heute so todtraurig endlich loslassen muss: Ich muss akzeptieren, dass sie nicht mehr bei uns ist.

Eine Hommage an ein Wesen, das so viel klüger und weiser war, als so mancher Mensch, dem in meinem Leben begegnete – die Trulla, die mir jeden Morgen im Badezimmerspiegel entgegen schaut inklusive:

Mathilde – ich werde das Wochenende heute vor fünf Jahren niemals vergessen. Es war ein Abenteuer, mit meinem uralten Auto unterwegs in einer apokalyptisch vernebelten italienischen Pampalandschaft, in Mortara gibt/gab es übrigens ein absolut hammergeiles Hotel (woahh: Die können lecker kochen! Und die Zimmer sind einfach geil), wir haben Stefania und Cornelia kennengelernt, und nachdem du mich schon in der Tierarzt-Praxis bei Mortara sofort erkannt hattest (was so viele Menschen nach Jahren nie tun), hast du dich auf der Heimreise nach Zürich an mich gekuschelt und versucht, mir mein Sandwich zu klauen!  smiley_emoticons_gucker2

Mathilde – wie gerne hätte ich unser 5-jähriges Jubliäum  smiley_emoticons_torte heute mit dir zusammen gefeiert – leider ist uns das nicht vergönnt. Auch eine Veränderung, die ich natürlich nicht gern akzeptiere – aber habe ich eine Wahl? Ich möchte dir gerne sagen: Du bist für immer in meinem Herzen und noch immer lerne ich von dir. Und ich verspreche dir: Ich lerne endlich schwimmen. Egal, wie kalt das Wasser ist. Dein Motto war: „Ich mag zwar keine Chance haben – aber ich werde sie nutzen“ – wie viel mutiger du warst, mein Herz.

It’s time to say goodbye – zu allem und jedem, was einen vom Leben ablenkt.

Ich liebe dich – für alle Zeiten und immerdar. Und darum sage ich goodbye: auf Wiedersehen, mein Herz ♥♥♥

Con te partirò.

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ps: Und allen, die an Mathildes Rettung und daran, sie mir anzuvertrauen, beteiligt waren: nochmal von Herzen meinen verbindlichsten Dank! Ihr alle hättet mir keinen grösseren Gefallen tun können.