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Moriah: Zusammenführung reloaded <3

Es ist so weit: Panikmaus Moriah lernt nun, dass andere Katzen eigentlich nicht nur nicht schlimm, sondern sogar eventuell ein bisschen klasse sind ❤

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Meine liebe Moriah hatte ja seit ihrem Einzug hier (Weihnachten 2012) furchtbare Angst. Angst vor ALLEM. Es gab eigentlich NICHTS, was ihr KEINE Angst machte. Sogar Futter war beängstigend, Leckerli waren Monster. Licht war schlimm und Dunkelheit der Teufel. Menschen waren Scheusale und aber Katzen – Katzen waren das Allerschlimmste für sie. Kurz: Sie fand eigentlich alles ganz schrecklich 😦

Fleissige Mitleser hier wissen das ja alles schon, darum verweise ich für neue Besucher auf die Vorgeschichte: → Moriahs Training

Nachdem wir also seit Wochen mit fachkundiger Hilfe unserer Verhaltenstherapeutin Moriahs Selbstbewusstsein aufbauten, erwuchs sie zu einem aufgeweckten, freudvollen, ja schon fast herrlich frechen Dingelchen ❤

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Nachdem Moriah anfangs keinerlei Katzengesellschaft vertrug, führten wir sie dann seit einigen Wochen langsam daran heran, die absolut harmlosen Zwerge hier doch mal kennenzulernen. Erst Tünn, dann Faramee und Felize. Mathilde und Lucie sind eh sehr zurückhaltend und haben sich da nie gross „einmischen“ wollen. Umso mehr wollte aber Shakti genau das: Sie war so dermassen besessen von der Katze hinter der Gittertür, was Moriah natürlich erst recht schockierend fand :-O

Nachdem nun aber Moriah inzwischen ein so gesundes Selbstbewusstsein entwickelt hat, meinten unsere Verhaltenstherapeutin Frau Hauschild und ich übereinstimmend, dass es Zeit sei, einen Schritt weiterzugehen. Darum wurde heute die Zusammenführung offiziell wieder aufgenommen.

Zur Veranschaulichung einige Videos. In dieser Epik vor allem auch halt im Hinblick, dass Frau Hauschild sich das anschaut. Für die „Allgemeinheit“ wird das jetzt nicht alles soooo interessant sein – sorry ❤

Zunächst ein Eindruck, wie verschmust und zutraulich Moriah inzwischen ist:

Die Gittertür, der sie monatelang nicht traute und der sie immer auswich: Seit einigen Wochen kommt sie mir dorthin entgegen, obwohl sie weiss, dass andere Katzen in meinem Schlepptau sein könnten:

Und nun die Dokumentation des heutigen grossen Moments: Shakti durfte mit rein zu Moriah.

+++ breaking news: Zusammenführung reloaded +++

Tür wird geöffnet – öh.:

Gucken:

Noch mehr gucken:

Dann wurden alle beide schmusig ❤ Shakti entdeckte ein liegengelassenes Stinkekissen und zerwühlte sich darin ❤ Das wurde auch „beklopft“ und belobigt (so wurde es mir aufgetragen – glaub ich)

Moriah entspannte sich derweil auch sofort wieder und futterte ihre Leckerli. Ich arbeitete weiter und schielte nur so vöööööööööööllig beiläufig rum… Ca. 1 Stunde lang passierte gar nix weiter. Dann startete Shakti einen neuen Annäherungsversuch:

Was man vielleicht im Video nicht so hört: Moriah faucht einmal sehr scharf und legt mit einem ernst gemeinten Brummen nach (naja: die grosse Liebe hat jetzt auch keiner erwartet). Shakti geht daraufhin einfach stillschweigend weg, schmiss sich auf den Boden, wo sie gestreichelt werden wollte, was sie wurde. ❤

Dann war meine Speicherkarte voll und wir brachen eh ab, heisst: Ich knutschte Moriah, liess sie ihre Leckerli knuspern und ging dann problemlos mit Shakti runter ❤

Kein Eklat, keine Panik ❤ So weit ich verstand aus unserer Beratung ist es auch völlig ok, wenn gefaucht und geknurrt wird (in dieser Situation) – solange die andre Katze das dann auch respektiert und sich entsprechend zurückzieht, was Shakti ja vorbildlich tat.

Ich bin sehr sehr zuversichtlich! ❤ Und gespannt, wie unser Profi das einschätzt. Hui. Aber ist doch gut. Oder? ❤

Panik!!!! Nicht die Katzen – ICH!!

Moriahs Bewegungsradius wird mir eindeutig zu GROSS.

Gerade eben musste ich fast meine Katze Moriah vom Dach pflücken :-O Ich war hier unten bei den anderen Zwerglis, als ich oben etwas rummsen höre. Ich denke erst: Naja, es rummst schonmal. Dann rummste und rumpelte es nochmal und ich ging auf die Terrasse, um zu sehen, was auf meinem Dach rumrummst und -rumpelt. Und sehe: MORIAH :-O

Ich rase also wie ne Besengte nach oben, fummle die Gittertür auf und haste zum Fenster – da hockte Moriah inzwischen wieder auf dem schrägen Dachfenster, aber ausser Reichweite für mich. Ich überlegte mir, dass ich also von aussen aufs Dach steigen, ein Laken über sie werfen und dann mit ihr runterklettern werde. Ähm ja. Brillanter Plan mit einigen Logiklücken – aber das Beste, das grad zur Hand war. Ich also Felizes Eintüt-Laken geschnappt, runter auf die Terrasse – da rummst es wieder. Keine Katze mehr auf dem Dach zu sehen.

Da Moriah nicht auf die Terrasse runtergefallen war, gab es nur zwei Möglichkeiten: Sie ist bei den Nachbarn auf die (ungesicherte) Terrasse geplumpst oder wieder in ihrem Zimmer.

Ich also wieder hochgeschossen in ihr Zimmer. Da sitzt Moriah auf ihrem Lieblingsplatz und guckt mich an: „Wossn?“.
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Entschuldigt, dass es unscharf ist (kennt man von mir ja nicht anders), aber ich zittere immer noch so :-O

Gut, sie hätte zu keiner Zeit tiefer als zirka zwei Meter eben zu uns oder zu den Nachbarn auf die Terrasse fallen können. Oder aber über die Dächer Zürichs entschwinden :-O Aber meine Nerven….

Klar wünschte ich mir seit ihrem Einzug hier, dass sie unter der Staffelei hervorkommt und später dann auch mal aus dem Zimmer raus ins Nachbarzimmer, um die „Umgebung“ bisserl zu erkunden. Aber vom Dach war NIE die Rede! Heiderdaus.

Das ist übrigens unsere Fenstersicherungskonstruktion, die bisher von NIEMANDEM geknackt wurde. Mann.

Fenster damals vor der Sicherung (Moriah sass dann da auf der Fensterscheibe, die wenn geöffnet fast waagrecht steht):
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Dann „gesichert“:
Fenster_gesichert

Von der Seite – die kleine Öffnung befindet sich rund zwei Meter über Boden und da passt nur mit Zwängen eine Hand durch:
Fenster_seite

Wie Moriah da rauskam, ist mir ein Rätsel. Eines, das ich schnell lösen muss. Aber zuerst brauche ich einen Schnaps.

Angst. Angst muss nicht sein <3

Ich habe ja zwei Panikkatzen hier. Nein. Ich meine nicht „schüchterne“ oder „ängstliche“ Katzen. Ich meine PANIK.

→ Felize
besuch-felize
→ Moriah
moriah

Gerade eben kam es zu einem Eklat: Shakti hatte sich durch die Gittertür-Absicherung oben zu Moriah gezauselt (ich sollte das aus Zombiefilmen besser wissen: Das hält auf Dauer NIE!). Normalerweise würde ich das jetzt beschämt verschweigen, mich grämen und das ganz heimlich mit unserer Verhaltenstherapeutin besprechen.

ABER: Ich bin so stolz auf meine Zwerge! Shakti war offensichtlich bei Moriah drin 😦 – es gab Gekreische :-O Früher hätte sich Moriah eingepinkelt und -gekackt und für drei Tage das Futter verweigert – oder: Shakti totgebissen aus schierer Panik. Doch grad raste ich selber in schierer Panik hoch: Shakti kam geduckt aus Moriahs Zimmer raus, Moriah sass stolz wie ne Königin auf ihrem Lieblingsplatz – keiner verletzt, alles wieder gut. Moriah hat entspannt ihre Leckerli aus dem Fummelbrett geholt und Shakti ging dann mit runter und jagte Schmetterlinge.

Langsam läufts hier auf ne völlig normale Katzenzusammenführung raus – wie banal *g* Wir wollten doch was EXKLUSIVES (<– Scherz!!!!)

Und Panikmaus Felize liegt gerade an meinen Rücken gelehnt und schnarcht ❤ Seit zwei Tagen schnurrt sie sogar wieder ❤

Ach mensch – ich kann nur nochmal appellieren: Wenn ihr Sorgen wegen eurer Katzen habt – holt professionellen Rat! Und zwar so früh wie möglich. Es muss nicht so krass werden wie bei uns (die Katzis kamen ja schon "vorgeschädigt" an) – rechtzeitig gegengesteuert wird oft schon ein Telefonat/Besuch reichen.

Kürzlich fragte ich jemanden, dessen Katze offensichtlich psychische Probleme hatte, warum eine tierpsychlogische Beratung nicht in Frage käme – ob sie bei einem körperlichen Problem auch nicht zum Tierarzt ginge? Sie meinte dann, dass man Medizin und "Psychokacke" ja wohl nicht vergleichen könne. Ich hatte vor 6 Jahren ein Burn-Out. Hätte mir die "Psychokacke" damals nicht das Leben gerettet, wäre ich nicht mehr da. Der Körper ist das Gefäss – in dem aber auch nur eine gesunde Seele sich wohlfühlt.

Ich gehe mal davon aus, dass keiner, der hier regelmässig mitliest, annimmt, Tiere hätten keine Seele/Psyche… Andernfalls können wir gern drüber reden 😉

Felize

Moriah

Moriah

Videobericht: Training mit Shakti

Im Zusammenhang mit Moriahs Katzenphobie trainiere ich ja nun mit Shakti seit einiger Zeit, ihre Fokussierung auf Moriah zu lösen. Es läuft sehr gut.

Während das → Training mit Moriah wie gewohnt weiterläuft, hat unsere Verhaltenstherapeutin mir zusätzlich unter anderem geraten, an Shaktis Fixierung auf Moriah zu arbeiten. Salopp gesagt: Shakti soll lernen, dass es ihr Entspannung und Wohlgefühl einbringt, wenn sie von Moriah ablässt.

Trainingsablauf: Wenn Shakti jeweils – vor allem zur Fütterungszeit – an Moriahs Gittertür rumrüttelt, warte ich erstmal ab. Wenn sie Anzeichen zeigt, von der Gittertür abzulassen, gebe ich ihr unser antrainiertes Zeichen (in unserem Fall ein Klopfen auf den Boden), dass genau das erwünscht ist und sie sich Streicheleinheiten abholen kann. Wichtig ist dabei, dass ich im richtigen Moment klopfe, damit sie das erwünschte Verhalten (Interesse an Moriah verlieren) mit dem Zeichen und der Belohnung (Streicheln) verknüpft. Wichtig ist weiter, dass sich dieser Ablauf während einer Trainingseinheit mehrmals wiederholt, damit sie wirklich lernt, dass Abwenden erwünscht ist.

Versteht man das? Hier mal ein Video, wie das abläuft:

Wer sieht, wo im Video ich eine Klopf-Gelegenheit verpasse? 😀

Fortschritte: Anfangs dauerte eine solche Trainingseinheit gut und gerne 10 bis 15 Minuten, eh Shakti das Interesse an der Gittertür verlor und nach der letzten Streicheleinheit von selbst wegging. Inzwischen – nach rund 10 Tagen – dauert eine Trainingseinheit noch rund 5 Minuten, eh Shakti das Interesse gänzlich verliert.

Im Video sieht man auch, dass sie sich zwischenzeitlich vor der Tür zu putzen beginnt, das hab ich da das erste Mal beobachtet. Das sei gut, weil ein Zeichen für Entspannung.

Moriah guckt uns derweil immer interessierter zu 😀 Statt sich wie früher fast sofort dem Blickfeld zu entziehen, sitzt sie nun meist auf dem Schreibtisch oder neben ihrem Stuhl vor der Tür und guckt mich an, guckt Shakti an, guckt mich an und scheint sich so ihre Gedanken zu machen 😉

Auch Tünn konnte inzwischen ins Training involviert werden. Das verlief bislang sehr unspektakulär: Moriah guckt zwar jeweils kurz, wenn Tünn mal ins Arbeitszimmer kommt, döst dann aber einfach weiter, während Tünn entweder das Zimmer inspiziert oder mit mir schmust. Etwa so:

Leider musste ich am Ende des Videos ob seiner Ruderbewegungen albernerweise so kichern, dass er sich erschreckte. Er kam dann aber gleich wieder an ❤

Tja, uns so basteln wir hier an unserer allgemeinen Harmonie 😀 ❤ Für mein Empfinden läuft es ziemlich hervorragend 🙂 Oder was meint ihr?

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Fortsetzung: → Moriah erobert ihr Reich – und mag andere Katzen ❤

Haben Katzen Humor? Ja, tiefschwarzen.

Wie sich meine beiden verstorbenen Kater Sahib und Omar aus dem Jenseits einen kleinen, folgenschweren Scherz mit mir erlaubten.

Das Jahr 2012 war ein aufwühlendes Jahr für meine Katzen und mich: Die letzten Wochen vor dem Tod meines 23-jährigen Katers Omar waren nicht nur ziemlich teuer und behandlungsintensiv – meinem geliebten Kater über Wochen beim Sterben zuzusehen, ohne die leiseste Chance, das Unabwendbare zu verhindern, war auch emotional ziemlich anspruchsvoll.

Zeitgleich wurde meine Katze Mathilde schwer krank, musste mehrfach operiert werden und rang über Wochen mit dem Tod.

Als Omar Ende Juli schliesslich starb und Mathilde im August für vollständig geheilt erklärt wurde, brauchte ich erstmal eine Pause. Eines Tages würde ein Notfellchen Omars Platz erben – vielleicht in einem halben Jahr, es hatte keine Eile.

Da war allerdings jemand ganz anderer Meinung.

Bereits Anfang Oktober erhielt ich eine E-Mail von einer entfernten Bekannten, von der ich schon lange nichts mehr gehört hatte. Sie machte mich auf eine Katze aufmerksam, die dringend ein Zuhause brauchte: weiblich, zwei Jahre jung, sehr, sehr scheu, schwarz – und meinem vor drei Jahren verstorbenen Kater Sahib wie aus dem Gesicht geschnitten. Ihr Name ist Moriah.

Normalerweise würde ich nicht in voller Absicht ein Tier aufnehmen, das grosse Ähnlichkeit mit einer meiner verstorbenen Katzen hat. Das wirkt ein bisschen so, als wollte man das tote Tier ersetzen. Aber hier konnte man ja nicht von «Absicht» sprechen, das war eindeutig Zufall, zumal die besagte Bekannte Sahib gar nicht gekannt hatte.

Ich schrieb der zuständigen Tierschutzorganisation eine Nachricht in der halbherzigen Hoffnung, dass sie irgendwelche Gründe finden, warum Moriah nicht in meine Katzengruppe passt. Doch wie sich nach längerem Mail-Austausch undzwei Telefonaten zeigte, schien Moriah im Gegenteil perfekt in mein Beuteschema zu passen: Sie sei Menschen gegenüber zwar wirklich scheu, liebe aber andere Katzen sehr. Also war Moriahs Einzug hier beschlossen.

Und dann der nächste Zufall: Einen Tag, nachdem ich Moriahs Vermittlerin zugesagt hatte, berichtete mir eine andere befreundete Tierschützerin vom akuten Notfall einer jungen Streunerin, deren linkes Vorderbein bei einem Unfall zerfetzt worden war, weshalb es amputiert werden müsse. Farbe der Katze: schwarz.

Eine beinamputierte Streunerin einfach wieder raus zu setzen, ist gewiss kein optimaler Start ins weitere Leben auf der Strasse – nur: Wohin mit ihr? Wer nimmt eine ungezähmte dreibeinige Katze auf?

Sie ahnen es. Ich nannte sie Lilli.

Doch nun war ich in der Zwickmühle: Da waren plötzlich zwei schwarze Notfall-Katzen am Start – dabei wollte ich wenn überhaupt maximal eine aufnehmen und meine Katzengruppe bestimmt nicht auf sieben vergrössern.

Da klingelte erstmals etwas bei mir: Just an dem Wochenende, an dem ich von Moriah und Lilli erfuhr, jährte sich der Todestag meines schwarzen Katers Sahib zum dritten Mal. Noch ein «Zufall»?

Obwohl ich eigentlich nicht sehr ausgeprägt zur Esoterik neige, glaubte ich, in diesen Zufällen einen tieferen Sinn zu erkennen – oder ganz profan gesagt: Ich brachte es weder übers Herz, Moriah abzusagen, noch Lilli ihrem Schicksal auf der Strasse zu überlassen. Wenn es Sahibs Erbe war, mir zwei schwarze Katzen zu schicken, so sollte es in Katzengottes Namen halt so sein.

Doch es kam anders.

Einen Tag, bevor ich Lilli das erste Mal auf ihrer Pflegestelle besuchen wollte, entwischte sie. Jemand hatte die Tür zu ihrem Krankenzimmer offen gelassen – anfangs war man guter Dinge, dass man sie wiederfinden würde. Doch seit jenem unglückseligen Tag fehlt jede Spur von ihr.

Ohne Lilli hätte ich niemals in Betracht gezogen, eine siebte Katze aufzunehmen – trotz ihres Verschwindens war das eine Grenze, die Lilli eingerissen hatte. Diesen Umstand wiederum nutzte Kater Tünn, um in mein Leben zu treten. Und wie es der «Zufall» will, sieht der aus wie ein Zwilling meines im Juli verstorbenen Katers Omar.

Meine beiden ersten Kater Sahib und Omar waren einst wie Brüder und Zeit ihres Lebens unzertrennlich. Nun sind sie beide tot – und es würde mich nicht wundern, wenn sie gerade wie die beiden Opas Waldorf und Statler aus der Muppet-Show im Katzenhimmel kichernd zusammen auf einem Wölkchen sitzen. Eins haben sie mir jedenfalls bewiesen: Katzen haben Humor. Schwarzen Humor.

Sahib und Omar, ca. 2002:

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Moriah und Tünn, 2012:

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www.beobachter.ch/kamikatze

Moriahs Training, Teil 2

Nach dem Gespräch mit unserer Verhaltenstherapeutin treten wir nun mit jeder Menge neuen Inputs und Hausaufgaben in die zweite Phase von Moriahs Training.

→ Ausgangslage
→ Moriahs Training, Teil 1

Gestern Abend telefonierte ich ja wie gesagt wieder mit Frau Hauschild, um das weitere Vorgehen für Moriah und auch Shakti zu besprechen. Wie der eine oder andere von euch in den Kommentaren auch schon empfahl ❤ muss aufgrund der Entwicklungen hier nun auch Shakti aktiv in die Therapie miteinbezogen werden.

1. Shakti konditionieren: So wie ich Moriah belohne, wenn sie den Anblick anderer Katzen aushält, wird Shakti nun belohnt, wenn sie sich von Moriah/der Gittertür abwendet und nicht maunzt. Shakti ist nicht der Typ, der sich mit Leckerli fangen lässt – ihre Schwäche sind Streicheleinheiten. Da sie inzwischen Klopfen auch schon als Ankündigung für Streicheleinheiten kennt, soll uns das als Markersignal dienen (also analog wie beim «normalen» Clickern der Click, der eine Belohnung ankündigt, wodurch die Katze mit der Zeit lernt: Wenn ich dieses Geräusch höre, habe ich gerade etwas ganz prima gemacht :D).

2. Bachblüten (BB) für Shakti: Ich werde für sie folgende BB besorgen: White Chestnut (zur Auflösung mentaler Fixierungen), Verveine (gegen das Sich-in-etwas-Reinsteigern), Holly (löst Wut, Frust) und Impatians (fördert die Geduld). Eine wichtige Anmerkung am Rande für stille Mitleser ohne BB-Erfahrung: Für Tiere bitte immer Bachblüten ohne Alkohol drin! 🙂

3. Tünn kommt ins Spiel: Moriah soll sanft an andere Katzen herangeführt werden. Tünn ist der harmloseste und argloseste kleine Kerl, den man sich vorstellen kann. Moriah hatte ihn damals auch nie angefaucht. Wie ich die Zusammentreffen gestalten soll, wurde auch besprochen, aber das wird dann zu spezifisch, das interessiert ja keinen in der Theorie, das schildere ich dann ggf. aus der Praxis 🙂

Ich habe auch noch weitere Hausaufgaben bekommen und Hinweise, was ich wobei unbedingt beachten muss, aber das alles zu schildern, führte jetzt ebenfalls zu weit 🙂

Nach dem Gespräch gestern bin ich jedenfalls wieder sehr zuversichtlich und habe das schöne Gefühl, einen Plan zu haben 😀

Also starten wir somit frohgemut in Runde zwei ❤

Moriahs Training, Teil 1

Wer schon einmal mit einer Katze eine professionell begleitete Verhaltenstherapie absolviert hat, machte vielleicht auch die Erfahrung, dass man anfangs – und teils auch zwischendrin – denkt: Oh Gott – da liegt soooooo viel Arbeit vor uns. Dies soll eine Ermutigung sein, sie anzugehen.

Nachdem Neuzugang Moriah bei der Zusammenführung Felize attackiert und massiv verprügelt hatte (→ Ausgangslage), bat ich Ende März endlich unsere Verhaltenstherapeutin um Rat. Diese riet mir in einem beruhigenden und zugleich sehr motivierenden Telefonat Folgendes:

1. Zusammenführung abbrechen: Die sowieso schon völlig verängstigte Moriah war bzw. ist mit den anderen Katzen total überfordert, was sich dann unter anderem in Aggression äusserte. Darum galt es, erstmal ihr Selbstbewusstsein grundsätzlich aufzubauen.

2. Ummöblieren: Moriah wohnt gewissermassen in meinem Arbeitszimmer, das durch eine Gittertür vom Rest der Wohnung abgetrennt ist. So kann sie die anderen Katzen sehen, hören und riechen, aber es kann nicht zu körperlichen Konfrontationen kommen. Ihre Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten wurden so umgestellt, dass sie mindestens zwei Ausgänge haben. Weiter gab es zu viele freie Flächen im Zimmer: von einem Rückzugsort zum nächsten waren die Distanzen zu weit. Darum wurden strategisch sinnig Stühle und Cubes mitten in den Raum gestellt, damit Moriah bei Bedarf von einem zum nächsten huschen kann, um sich darunter, darauf oder dahinter zurückzuziehen.

3. Konditionierung: Moriahs Begegnungen mit den anderen Zwerglis finden nur noch durch die Gittertür statt und wann immer sie positiv reagiert (zB. nicht faucht, sich nicht entzieht), wird das belohnt. Geclickert wurde darüber hinaus auch zur Beschäftigung, Stärkung des Selbstbewusstseins und zum Vertrauensaufbau zwischen ihr und mir.

4. Pflanzliche und homöopathische Hilfsmittel: Moriah bekommt verschiedene, auf sie abgestimmte Bachblüten und Telizen S, was ihr Selbstbewusstsein stärken soll.

5. Tagebuch: Ich führe Tagebuch, damit ich Veränderungen welcher Art auch immer besser nachvollziehen kann und nix vergesse. Leider verpasse ich es dennoch manchmal, auf die wirklich wichtigen Dinge zu achten rolleyes

Ergebnis: Diese Schritte wurden wie gesagt Ende März eingeleitet – und erwiesen sich als goldrichtig. Moriah hat sich von einer verängstigten, freudlosen, scheuen Katze zu einer aufgeweckten, neugierigen und zutraulichen Mietz entwickelt ❤

Zeit also für weitere Schritte, da wir ja doch immer noch eine Zusammenführung anstreben 😉

Ausgangslage aktuell: Wenn meine anderen Katzen zu Moriahs Gittertür kommen, interessiert Moriah das im Moment nicht weiter – weder positiv noch negativ. Sie faucht auch nicht mehr. Nur bei Shakti ist es anders: Shakti ist inzwischen dermassen besessen von Moriah bzw. der Gittertür, dass ich ein Zusammentreffen der beiden im Moment echt fürchte 😦 Wobei Moriah auch Shakti nicht (mehr) anfaucht – es ist mehr Shaktis Fixierung auf Moriah, die ich inzwischen unheimlich finde… Damit man das nachvollziehen kann, hier die Videos.

Zur Erklärung vorab: Ich sollte idealerweise alles auf EIN Video kriegen – also: Moriahs Reaktion, wenn Shakti an der Gittertür hängt, Shaktis Verhalten/Körperhaltung und vor allem auch das Mauzen der beiden. Klappte natürlich nicht rolleyes Darum also drei Videos, die man sich bitte im Kopf als ein und dieselbe Situation zusammensetzt 😀 Man soll Phantasie ja fördern *g*

Video 1: Moriahs Reaktion (inkl. ihr Piepsen – evtl. Ton lauter stellen), wenn ich mit Futter komme und Shakti zombiemässig an der Gittertür ruppelt:


(Die Madonnenfigur im Vordergrund hab ich übrigens in einer Ich-bin-künstlerisch-kreativ-grad-fixiert-auf-religiöse-Symbole-Phase selbst gemacht 😀 und nun steht sie da, um die Gittertür bei Shaktis Dranrumgezuppel zu verstärken, weniger aus – öhm – klerikalen Gründen ;-))

Video 2: Shaktis Besessenheit, die Gittertür aufzubrechen (ich rufe hier nach Moriah nicht um sie anzulocken, sondern weil sie dann normalerweise mauzt, und dann auch Shakti, damit ich das aufnehmen kann – klappte aber nicht):

Video 3: Shaktis Mauzen (evtl. Ton lauter stellen) – sogar bei geschlossener Zimmertür 😦

Mir scheinen beide in Verhalten und Mauzen einander nicht unfreundlich gesonnen (oder?), nur Shakti halt deutlich zu aufdringlich – aber was die Freundlichkeit angeht, kann ich total falsch liegen 😦

Zusätzlich sollte ich Frau Hauschild unter anderem noch folgende Frage beantworten (die ich im Tagebuch natürlich nicht festgehalten hatte :P):

Ruft Shakti manchmal andere aus der Gruppe, wenn sie weit weg sind? Mauzt sie, wenn sie auf die Terasse will und die Tür zu ist?
Shakti ist kein Plappermaul in dem Sinne, aber sie mauzt, wenn sie was will – meine Aufmerksamkeit, Futter… manchmal auch, wenn sie von den anderen Katzen was will, dann kommen zwei, drei der anderen Katzen auch angedüst, gerade so als habe sie sie gerufen, dann leckt sie deren Köpfchen und alles ist wieder gut.

Detaillierter möchte ich die Korrespondenz mit Frau Hauschild nicht wiedergeben – ich hoffe, ihr versteht das ❤ Meine Schilderungen hier dienen ja lediglich der Anschauung, wie sowas alles abläuft, und vor allem was bei uns hier gerade abläuft 🙂

Uff – ganz schön viel, nicht? Das ist hier unser Alltag… Ich hoffe, wir haben euch nicht gelangweilt 🙂 ❤

Morgen um 19 Uhr habe ich den nächsten telefonischen Termin mit ihr (telefonisch, weil ich in Zürich wohne und sie in Hamburg – dies nur am Rande für allfällige Neueinsteiger :-))

Ich bin sehr gespannt, was sie zu all dem meint 🙂 Es darf derweil gern auch spekuliert werden 😉 ❤

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Nachtrag: Hier gehts weiter → Moriahs Training, Teil 2

Moriah: Therapie geht aktiv weiter

Trotz allen Trubels rund um Felize und Umzug ging Moriah natürlich nicht unter. Hier mal wieder ein Zwischenbericht: Katzenhasserin lebt sich in Katzengruppe ein 😉

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Ich habe heute unserer Verhaltenstherapeutin Frau Hauschild mal endlich wieder einen Bericht geschickt. Das Folgende nur für unsere Belange – ich betone immer wieder gerne, dass daraus keine Rückschlüsse für eigene Situationen gezogen werden dürfen, da keine Konstellation eins zu eins auf die andere übertragbar ist. Aber vielleicht interessierts ja trotzdem jemanden 🙂

Ausgangslage nochmal für alle, die uns auch teils noch nicht so gut kennen: Moriah wurde mir als sehr katzensozial vermittelt – nun, ähm. Es erwies sich, dass sie vielmehr panische Angst vor anderen Katzen hat. Kann bei internationalen Vermittlungen schon mal passieren… (wirklich – ich mache auch niemandem einen Vorwurf. Naja: Nicht mehr. Zuerst war ich schon sauer. Aber nun bin ich glücklich, dass Möhrchen hier ist. Wir kriegen das irgendwie hin, dass ihre Zukunft einfach nur toll wird. Sogar wenn das bedeutete, dass ich sie doch abgeben müsste :_( Aber vorher versuchen wir ALLES, dass es hier funzt. Dies nur als Update für jene, die unsere Geschichten vielleicht noch nicht auswendig kennen 😉 Bei Fragen: Immer her damit!).

Moriah zog zu Weihnachten 2012 dank der unbeschreiblich grossartigen Hilfe lieber Menschen (Bericht dazu folgt dann auch noch) hier ein. Sie wurde erst wegen gesundheitlicher Abklärungen sicherheitshalber separiert. Als in dieser Hinsicht alles geklärt war, begann die Zusammenführung – die schnell in ein Desaster mündete: Moriah griff aus schierer Panik die anderen Katzen an. Da sie FIV+ ist (→ FIV wird über Bisse übertragen), konnte ich hier Beissereien umso weniger «dulden» – was ich eh nicht täte, aber so konnte ich das nicht mal riskieren.

Irgendwann im März diesen Jahres sah ich ein, dass ich allein trotz aller Erfahrung hier nicht weiterkomme, und zog eine Verhaltenstherapeutin hinzu, die uns schon viel geholfen hatte – telefonisch, per Mail oder auch durch ihre wunderbaren Bücher: → Frau Christine Hauschild.

Als Moriah hier ankam, hatte sie einfach nur vor ALLEM Angst, tiefe, tiefe Angst – nicht mal mehr Panik: Sie schien sich vielmehr aufgegeben zu haben: Nichts machte ihr Freude, nichts liess sie flüchten. Es war ihr alles egal.

Moriah fasste jedoch relativ schnell weitgehend Vertrauen zu mir – nicht aber zu den anderen sechs Katzen, die hier leben… Und als sie sich eines Abends auf Felize stürzte und auf diese einprügelte, war der Moment der Einsicht gekommen: Wir brauchen Hilfe.

Stark abgekürzt: Seither ist wieder eine Gittertür im Einsatz, Bachblüten und Telizen S sowie Clickertraining und weitere unbezahlbare Tipps. Moriah hat sich dank dessen zu einer aufgeweckten, ja fast kecken Katze entwickelt ❤ Mir vertraut sie inzwischen fast blind – ich kann sie streicheln, hochheben, rumtragen (die Letzteren beiden nach Bedarf halt – nicht, dass ich das dauernd tät ;-)). Alles super so weit. Jetzt müssen «nur» noch die Katzen zusammenfinden….

Der Hauptknackpunkt sind hier: Übermutti Shakti (die Olivia Jones der Katzen, falls ihr Dschungelcamp kennt…) und Scheuchen Moriah.

Huch – das ist ja schon wieder sooooooooo viel Text 😳 Gut also: Das war mal so die Ausgangslage, damit auch alle nachvollziehen können, worum es sich hier gerade mit dem Möhrchen dreht ❤

Und hier gehts weiter: → Moriahs Training, Teil 1

Buchempfehlungen für Katzenhalter

Ich möchte hier einige Bücher über Katzenhaltung vorstellen, von denen ich persönlich begeistert bin – und das liegt nicht (nur) daran, dass ich bei zwei der Bücher die Illustrationen beisteuern durfte 😀

Katzenhaltung mit Köpfchen
von Christine Hauschild
katzenhaltung

→ Klappentext:
Was passiert eigentlich, wenn wir Katzen als intelligente und fühlende Lebewesen wahrnehmen? Wie würden Katzen ihr Katzenleben draußen gestalten? Und was kann man daraus für die Haltung in der Wohnung lernen? Wie kommt es eigentlich dazu, dass manche Katzen ihre Halter zu nachtschlafender Zeit wecken, andere sofort verschwinden, wenn es ander Tür klingelt, und wieder andere freudig und neugierig durchs Leben tapsen? Dieses Buch zeigt, wie eine bedürfnisorientierte und respektvolle Katzenhaltung praktisch aussehen kann. Außerdem widmet es sich dem Lernen. Es erklärt, wie Sie alltägliche Ereignisse bewusst so gestalten können, dass Ihre Katze das Richtige lernt, ganz ohne unerwünschteNebenwirkungen für Sie beide.

→ Mein Urteil:
Wir alle kennen die Klischees: Katzen sind nicht «erziehbar», man muss halt damit leben, dass sie Möbel und Tapeten zerkratzen und einen mitten in der Nacht wach heulen, weil sie Hunger haben, die Katzen ihrerseits müssen halt damit leben, dass sie vor Tierärzten und Besuch panische Angst haben… – alles Quatsch. Dieses Buch zeigt unterhaltsam, aber auch anhand eindringlicher und nachvollziehbarer Beispiele praxisnah, wie Katzenhalter und Katzen sich künftig besser verstehen können – zum Wohl beider 😉 Meines Erachtens ein Must-have für jeden modernen Katzenhalter. Extra-Bonus: Ich durfte die Illustrationen machen 😀 ❤

→ Weitere Informationen: Katzenhaltung mit Köpfchen

Tricktraining für Katzen
von Christine Hauschild
tricktraining

→ Klappentext:
Dieses Pfötchen-Protokoll soll Ihnen als Tagebuch für das Tricktraining mit Ihrer Katze dienen. Wenn Sie Ihr Training intensiv beobachten und dokumentieren, werden Sie viel über sich als Trainer und über Ihre Katze lernen. Sie werden Ihrer Katze ein verlässlicher und kompetenter Trickpartner sein.

Auf übersichtlichen Protokollseiten können Sie festhalten: Welche Tricks haben Sie heute mit Ihrer Katze geübt? Wer von Ihnen hat das Training initiiert? Wie lange hat es gedauert? Wie viele Clicks hat Ihre Katze sich in dieser Zeit verdient? Welche Belohnungen haben Sie benutzt? Wer hat das Training beendet? Gab es besondere Vorkommnisse? Diese Notizen können Ihnen helfen, die Stärken und Schwächen in Ihrem Tricktraining herauszufinden und so das Tricktraining mit Ihrer Katze zu verbessern.

Darüber hinaus werden Sie angeregt, Ihre verschiedenen Tricks, Signale sowie Ihre Fortschritte in zusammenfassenden Listen festzuhalten. So können Sie Ihre Erfolge auf einen Blick sehen. Außerdem enthält das Pfötchen-Protokoll Tricktraining zu Beginn einen Info-Teil mit wichtigen Trainingsregeln – damit Sie und Ihre Katze lange Spaß am gemeinsamen Tricktraining haben.

→ Mein Urteil:
Wirklich toll gemacht – ein Tagebuch fürs Clickertraining gespickt mit Tipps und Anregungen, die immer neu motivieren, selbst wenn Katze und Mensch mal ne Trainingsflaute haben sollten. Macht richtig Lust, es täglich hervorzunehmen, um alles festzuhalten! Extra-Bonus: Ich durfte das Cover zeichnen 😀

→ Weitere Informationen: Tricktraining für Katzen

Clickertraining
von Birgit Laser
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→ Erläuterungen der Autorin:
Auf den ersten Blick mag es wie ein Widerspruch erscheinen: Ausgerechnet Katzen, diese Wesen, an denen viele Menschen besonders ihre Unabhängigkeit schätzen, soll man trainieren? Ihnen ihre Individualität nehmen, sie gar zu Marionetten machen?

Keine Sorge; sollte dies überhaupt möglich sein, dann ganz sicher nicht durch Clickertraining. Die Katze wird zu nichts gezwungen. Sie kann jederzeit frei entscheiden, ob sie mitmachen möchte oder nicht. Zu keinem Zeitpunkt muss sie unangenehme Konsequenzen befürchten.

Clickertraining ist eine hervorragende Möglichkeit, Katzen zu beschäftigen, eine intensivere Beziehung zu ihnen aufzubauen, ihnen zu helfen, Ängste zu überwinden und/oder evtl. notwendige medizinische Behandlungen gelassener zu akzeptieren, ihnen auch ein paar Tricks beizubringen und vieles mehr. In erster Linie macht es aber einfach Spaß, und zwar sowohl dem Menschen als auch der Katze!

Clickertraining folgt einfachen Regeln, die leicht zu verstehen und absolut verlässlich sind. Dazu gehört, dass die Katze im Training durch ihr Verhalten ihr Umfeld manipulieren kann. Das heißt, sie kann aktiv mitbestimmen, was mit ihr und um sie herum passiert. Das stärkt das Selbstbewusstsein der Katze und hilft, Verhaltensstörungen vorzubeugen.

→ Mein Urteil:
Dieses Buch führte mich in die Welt des Clickerns ein, bevor ich von Tierpsychologie auch nur den Hauch einer Ahnung hatte. Sinn und Zweck des Clickerns werden wirklich idiotensicher erläutert, man bekommt zahlreiche Anregungen und Ermutigungen, wenn man als Anfänger mal wieder nicht weiterkommt und die Katze einen nur ratlos anschaut 😉 Sehr empfehlenswert.

→ Weitere Informationen: Clickertraining

Tierarzttraining für Katzen
von Christine Hauschild
tierarzttraining

→ Klappentext:
Mit der Katze zum Tierarzt? Für viele Katzenhalter beginnt der Stress bereits beim bloßen Gedanken daran. Katzen gelten zu recht als besonders schwierige Patienten und zeigen häufig Angst oder Abwehrverhalten während des Transports und bei der tierärztlichen Behandlung. Dahinter steckt seitens der Katze jedoch keine böse Absicht. Sie reagiert so, weil sie durch die Situation überfordert ist und diese als unangenehm empfindet. Das muss nicht so bleiben.

Werden Sie ein Team mit Ihrer Katze und überwinden Sie gemeinsam Ihre individuellen Hürden! Erfahren Sie, welche Aspekte rund um den Tierarztbesuch für die Katze eine besondere Herausforderung darstellen. Dieses Buch erklärt in ausführlichen Trainingsanleitungen, wie Sie mit Ihrer Katze für den Tierarztbesuch und für verschiedene Untersuchungen und Behandlungen üben können.

Sie lernen, wie Sie bislang Unbekanntes und Beängstigendes für Ihre Katze spielerisch in etwas Tolerierbares verwandeln. Egal ob Ihre Katze beim Tierarzt richtige Panik empfindet, „nur“ ein klein wenig ungehalten wird oder ob Sie aufgrund einer Erkrankung plötzlich bestimmte Prozeduren durchführen müssen: Hier finden Sie die richtigen Trainingsansätze. Behandelt werden u.a. Grundlagen des Tierarzttrainings, besondere Trainingstechniken, Transportboxtraining, Berührungstraining, Training für Blutabnahme, Spritzen und Co, Medikamenteneingabe, katzenfreundliche Tierarztpraxis.

→ Mein Urteil:
Ich konnte dem Buch noch nicht meine volle Aufmerksamkeit schenken (Zeitgründe) – aber wenn ich die Fotos darin sehe, was diese Katzen alles klaglos mit sich machen lassen, werde ich das bestimmt so bald wie möglich nachholen 😀 Wir haben hier ja das Glück, dass 5 von 7 Katzen inzwischen (dank Training!) vollkommen problemlos eingetütet und behandelt werden können ❤ Beim neusten Zugang Tünn bin ich zuversichtlich, dass wir das auch hinbekommen. Meine (behinderte) Katze Felize allerdings hat dermassen Panik, wenn sie festgehalten geschweige denn in eine Transportbox gesetzt wird, dass sie sich beim letzten Tierarztbesuch an der Box ne blaue Nase schlug und dann in der Praxis nicht nur sprichwörtlich die Wände hochging – der Tierarzt machte sich grosse Sorgen, dass Felize einen Infarkt erleidet. Da erhoffe ich mir doch auch noch Besserung mit der Zeit. Wir werden sehen – ich bin zuversichtlich 🙂

→ Weitere Informationen: Tierarzttraining für Katzen

Wenn sich jemand wundert, warum hier 3 von bislang 4 vorgestellten Büchern von Christine Hauschild verfasst wurden: Sie ist halt die Tierpsychologin, die uns aktiv begleitet und mit der ich inzwischen auch als Illustratorin zusammenarbeiten darf. Logischerweise habe ich zu ihren Büchern einen persönlichen Zugang – aus Überzeugung von der Qualität ihrer Arbeit. Und ich möchte hier halt Bücher vorstellen, hinter denen ich persönlich felsenfest stehen kann. 

Falls Sie hier Bücher empfehlen möchten, die SIE total überzeugen – immer her damit! 🙂 Falls Sie eins der genannten Bücher gelesen haben und Ihre Meinung dazu äussern möchten: Auch immer her damit! 😀