Archiv der Kategorie: die Zwerglis

Katzen-Zusammenführungen: Wirklich so schwierig?

Katzen gelten ja im Volksglauben immer noch oft als Einzelgänger. Leider.

Aber ich will hier jetzt gar nicht ausufernd erläutern, was einem jeder katzenerfahrene Tierschützer sowieso erzählt, wenn man ihn nur liesse 😉 Zwei Links zum Thema sollen erstmal reichen:
→ Wohnungskatze in Einzelhaltung
→ Einzelhaltung von Wohnungskatzen

Aus diesen Gründen habe ich hier mehrere Katzen. Angefangen hat es auch mal mit zwei, warum ich dann (ursprünglich zumindest 😉 ) erweiterte, habe ich halbernsthaft hier beschrieben:
→ Wie mit den Kamikatze-Geschichten alles begann

So weit, so klar. Als ich heute die lieben Kommentare zu
→ Zusammenführung reloaded, Teil 3 beantwortete, fiel mir auf, dass wohl manch einer, der hier zB. zufällig über Google dazukommt, vieles im Zusammenhang mit Moriahs Eingewöhnung hier evtl. nicht ganz nachvollziehen kann, und ich vieles in den Kommentaren erläuterte, was eigtl. in einen eigenen Beitrag gehört, auf den ich künftig erläuternd verlinken kann. Noch schlimmer finde ich die Vorstellung, dass jemand glauben könnte, unser Prozess hier mit Moriah entspreche einer „normalen“ Katzenzusammenführung und so evtl. abgeschreckt wird, selber eine zu wagen 😦

Es gibt ja beim Thema Katzenzusammenführungen wie bei fast jedem Thema verschiedene Glaubensrichtungen:

  • Manche sagen, man solle die Katzen einfach machen lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass das meistens gut geht – vielleicht ein bisschen Fauchen und Brummen zu Beginn, und dann wars das. Die Kehrseite: Die Katzen mancher Leute müssen in der Folge manchmal damit leben, monatelang Angst im eigenen Zuhause zu haben, sich deshalb ständig zu verkriechen und nie zu wissen, wann der (noch) ungeliebte Katzenkumpel einem wieder eine überbrät. Manche sagen, das sei „normal“. Manchmal wird eine Katze dabei allerdings auch derart traumatisiert, dass sie – einst ein soziales Wesen – nie wieder mit anderen Katzen zusammenleben kann. Blut muss dafür nicht geflossen sein. Das ist ja immer so der Spruch, der in Katzenforen als Massstab rumgeht: „Solange kein Blut fliesst“. Sehr gefährlicher Unfug, wenn ich dazu mal meine Meinung sagen darf. Meine LouLou war so ein Fall: Sie wurde nie körperlich direkt ernsthaft attackiert, dennoch hatte sie solche Angst vor den Neuzugängen in ihrem alten Zuhause, dass sie sich nur noch verkroch und bei Begegnungen mit anderen Katzen einpieselte. „Normal“, dachte ihre Halterin 😦 Als LouLou dann nach dieser ein Jahr lang andauernden gescheiterten Zusammenführung zu mir kam, war schon fast nichts mehr zu machen, das arme Tier war dermassen verstört 😦 Wir konnten nur noch daran arbeiten, dass die 19-jährige Katze nicht im Glauben stirbt, sie hätte etwas falsch gemacht 😦 Ich hoffe, das ist uns gelungen :_(
  • Andere pochen ebenso störrisch darauf, man müsse ein solches Projekt zwingend per Separation und Gittertür angehen.

Meine Meinung: Ich nehme jeweils das, was für die Situation bzw. die betroffenen Katzen am besten passt 😀

Wir durchlaufen hier gerade die 9. Zusammenführung in der bestehenden Katzengruppe (sieben Zwerglis und vier Sternchen). Davon wurden:

  • fünf Neuankömmlinge nicht separiert, sondern direkt in die Gruppe gesetzt (Lucie, Shakti, Mogwai, Faramee und Tünn).
  • vier Neuankömmlinge wurden (teils auch wegen gesundheitlicher Abklärungen sowieso) separiert (Mathilde, LouLou, Felize und Moriah – Moriah dann erneut, nachdem die „Laissez-faire“-Zusammenführung in Einpinkeln und Angriffen eskalierte).

Und jedes Mal war es goldrichtig. Es gibt kein: SO ist es richtig – das hängt ganz allein von den beteiligten Wesen ab (damit meine ich vor allem die Katzen 😉 ). Es ist wichtig, dass man beim Entscheid, eine Katze in eine bestehende Gruppe aufzunehmen, ehrlich beseelt ist vom Wunsch, für die Katzen das Beste zu wollen (und nicht für sich, weil der Neuzugang so hübsch, so niedlich ist – oder einfach: Ich will ein Kitten, die sind so süss smiley_emoticons_ins-auge-stechen) Und dann klappt das auch 😉

Unsere Zusammenführungen sahen bislang in der Regel so aus:

Aber im Moment sieht es halt so aus:
→ Moriah

Dass Moriah solche Angst vor fremden Katzen hat, hat keiner geahnt. Unsere schwierige Situation soll aber bitte niemanden entmutigen, das Projekt Katzenzusammenführung anzugehen ♥

Katzen sind – genau wie wir Menschen – soziale Wesen – im Grundsatz. Wenn ich sehe, wie meine Zwerge hier die Bude gemeinsam toben, miteinander liegen und einander respektieren – dann muss ich manchmal fast heulen vor Glück ♥
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Omelize <3

Lucie mit ihrer grossen Liebe Omar

Sahib und Omar ein paar Jahre später

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Zusammenführung reloaded, Teil 3

Vor lauter → Kinderbuch komme ich ja zu nix mehr sonst *örks*. Da aber am Freitag der nächste Termin mit Frau Hauschild ist, bringe ich uns mal doch noch alle auf den neusten Stand.

Vorgeschichte: → Zusammenführung reloaded, Teil 2

Shakti und Moriah machen sich weiterhin ziemlich prima ♥ Naja. Grundsätzlich so. Shakti hat leider einen neuen Tick entwickelt 😦 Sie ist jetzt NOCH besessener von der Gittertür und betreibt da inzwischen echt teils Terror 😦

Meine laienhafte Interpretation ihres intensivierten Zombie-Gehabes (*will-will-will-jetzt!!!!-kopf-gegen-tür-schlag*): Sie erlebt natürlich jetzt jeweils da mit Moriah im Zimmer mit die intensivsten Momente an Zuwendung und Aufmerksamkeit. Kann es sein, dass sie das halt noch mehr anspornt, da reinzukommen?

Sobald ich die Gittertür öffne, ist nämlich Ruhe. Beziehungsweise läuft es eigtl. wie gehabt: Es wird viel geguckt, dann passiert gar nix, dann wird geguckt und durchs Zimmer geschlendert und so getan, als tät man sich üüüüüüüüüüüüberhaupt nicht für andere Katzen interessieren  smiley_emoticons_anmachen

Doch seht selbst. Dass ich in den Videos so viel plapper, ist Absicht (vielleicht auch nun zu viel des Guten?) – nachdem ich anfangs ungewohnt ruhig war, war der Tipp, dass meine Schweigsamkeit eben auch wieder Misstrauen schüren könnte, also plapper ich einfach frei raus, was mir grad so in den Sinn kommt. Man darf es getrost ignorieren 😛

Ich also auf die andere Seite rüber, um Shakti zu streicheln. Mit Kamera, Handtuch und plappernd unterm Tisch zu ihr durchzukriechen, war mir logistisch doch zu verwirrend 😛

Und dann ein kleines Showdown wiedermal 😦

Ach, würde Shakti das doch nur bleiben lassen. Mit den anderen Zwerglis läuft es inzwischen problemlos, wenn die auch mal dürfen (und Shakti seltenerweise mal grad nicht auch will… – weil: Alle auf einmal wäre dann doch (noch) too much smiley_emoticons_flucht).

Ja, mal sehen. Übers Training mit Felize gäbs ja auch noch reichlich zu berichten. Aber im Urlaub hat man immer so wenig Zeit (zumindest, wenn man gerade versucht, ein Kinderbuch druckfähig zu bekommen smiley_emoticons_motz)

Wir bleiben zuversichtlich! Bis bald ♥

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Fortsetzung: → Videobericht: Training mit Shakti
Fortsetzung2: Moriahs Training geht natürlich weiter

Zusammenführung reloaded, Teil 2

Nachdem unsere Katzen-Expertin ebenfalls zufrieden war, wie Shakti und Moriah sich einander annähern, haben wir natürlich gleich weitergemacht. Neues Video.

→ Vorgeschichte: Zusammenführung reloaded, Teil 1

Bei unserem zweiten «Shakti meets Moriah»-Event lief zunächst alles wie beim ersten Mal: Tür auf, Shakti guckt, Moriah guckt, Iwon tut so als wäre sie schwerst beschäftigt, guckt aber natürlich auch. Minutenlanges, ereignisfreies Gucken.

Dann meinte Moriah ein bisschen Action ins Geschehen bringen zu müssen und machte Anstalten vom Tisch zu hüpfen eek  Ich persönlich fand die Idee jetzt nicht soooooo klasse, habe aber mal gelernt, dass sich der Dokumentarfilmer nicht ins Geschehen einmischen soll. Also schnappte ich den Trennkarton (um den Sichtkontakt zu unterbrechen, falls nötig) und ging in total unauffällige Habachtstellung. Total beiläufig, damit keiner Verdacht schöpft 😛

Moriah sprang also vom Tisch, streckte sich und schlenderte dann ziemlich gemächlich zur Staffelei am anderen Ende des Raumes. Shakti guckte, ich guckte. Und ich glaube, unsere Blicke zeugten dabei gleichermassen von Verblüffung.

Dann passierte wieder gar nichts. Bis Shakti sich doch noch zur Annäherung entschloss, indem sie sich erstmal in der Mitte des Raumes auf ein Tuch schmiss und gestreichelt werden wollte. Was dann geschah:

In der Szene kurz vor Schluss hielt ich es nicht mehr aus und gab Shakti mehr intuitiv als wissend das Klopf-Zeichen zur Entspannung – nicht dass sie wieder hopps rauf auf Moriah, die dann quietschend und so weiter… rolleyes

Unsere Verhaltenstherapeutin ist so weit ähnlich angetan von der ganzen Entwicklung wie ich und gab mir aufgrund des neusten Videos noch einige Tipps, wie solche Zusammentreffen noch besser zu «steuern» wären:

1. Die Klopf-Intervention bei Shakti sei gut gewesen. Shaktis Anspannung solle ruhig öfter durch solche Klopf-Streichel-Einschübe unterbrochen werden. Hierbei soll uns ein Handtuch helfen. Das erklärt sich dann im nächsten Video 😀

2. Moriah soll während Shaktis Annäherung beclickert und belohnt werden (also: Moriah soll währenddessen keine Kunststücke machen, sondern wird dafür beclickert, dass sie ruhig und entspannt bleibt).

3. Ich lasse mir einen fünften Arm wachsen, damit ich Handtuch, Leckerli, Trennkarton und Kameraführung zeitgleich elegant koordinieren kann 😛

Wenige Minuten nachdem Shakti den Raum verlassen hatte, lag Moriah dann wieder so bei mir auf dem Schreibtisch – da sieht man auch mal schön ihre puschelige Pfotenbehaarung zwischen den Zehen, hihi:

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Kurz darauf gesellte sich Felize zu uns und liess sich auf dem Kratzbaum neben Moriahs (äh: meinem) Schreibtisch durchknuddeln und sogar in die Ohren fassen (Teil ihres Trainings) cool

Das Foto ist schon älter, aber etwa so sah das dann aus, als alles schlief, nur eine wachte:

Als Therapiekatz bei Moriah <3
Ich würde sagen, es läuft hier eigentlich ziemlich sehr prima gerade ♥ ♥ ♥

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Fortsetzung: → Teil 3

Happy Move-in-Day, kleine Felize <3

Heute vor genau zwei Jahren ist Felize-Süssmaus bei uns eingezogen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Ein Bild von gestern Abend – edel und anmutig, wie man Felize kennt:
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Felize, mein süsses Mäuschen smiley_emoticons_herzen02  Vor zwei Jahren haben deine Pflege-Dosis dich von Deutschland nach Zürich gebracht. Ich bin euch über die Grenze entgegengekommen und irgendwo im Outback an der deutsch-schweizerischen Grenze haben wir an einem gottverlassenen Pampa-Bahnhöfchen die Papiere für den Zoll ausgefüllt, damit du uns auch nicht beschlagnahmt wirst smiley_emoticons_panik4 (→ Einreisebestimmungen für Hund und Katze in die Schweiz)

Als kleines taubes Ataxi-Notfellchen mit «leichtem Hang zur Panik» cool  wurdest du mir vermittelt ❤ Hast dich hier aber schnell eingelebt und deine anfängliche Schüchternheit bald gegen neugierige Ausflüge zu den Nachbarn eingetauscht eek

Die letzten Monate hier waren schlimm für dich cry  Wegen deiner → Mittelohrentzündung mit Vestibulärsyndrom musstest du nicht nur notfallmässig einige Tage im Tierspital verbringen, sondern – fast noch schlimmer für dich – anschliessend regelmässig zur Nachkontrolle. Und Ohrentropfen hätte ich dir auch noch geben sollen, was du erfolgreich zu verhindern wusstest rolleyes

Doch seit einigen Tagen bist du wieder (fast) ganz die alte, süsse, zutrauliche, verschmuste Süssmaus wie eh und je. Wie es dazu kam, wird bald berichtet 😀

Nun feiern wir dich erstmal – von deiner Patentante hast du ja schon eine süsse Karte und Geschenke bekommen, die du bereits auf die Terrasse verschleppt hast 140

Ich bin sehr froh, dass wir heute ungetrübt von Angst und Stress deinen zweiten Move-in-Day feiern können – bleib wie du bist, mein Herz a_13_fa2278df  Naja, gut: Bis auf die eine oder andere Angststörung, die braucht echt kein Mensch, äh: Katz 😉

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HAPPY MOVE-IN-DAY, FELIZE!  smiley_emoticons_fips_herzen01

Moriah: Zusammenführung reloaded <3

Es ist so weit: Panikmaus Moriah lernt nun, dass andere Katzen eigentlich nicht nur nicht schlimm, sondern sogar eventuell ein bisschen klasse sind ❤

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Meine liebe Moriah hatte ja seit ihrem Einzug hier (Weihnachten 2012) furchtbare Angst. Angst vor ALLEM. Es gab eigentlich NICHTS, was ihr KEINE Angst machte. Sogar Futter war beängstigend, Leckerli waren Monster. Licht war schlimm und Dunkelheit der Teufel. Menschen waren Scheusale und aber Katzen – Katzen waren das Allerschlimmste für sie. Kurz: Sie fand eigentlich alles ganz schrecklich 😦

Fleissige Mitleser hier wissen das ja alles schon, darum verweise ich für neue Besucher auf die Vorgeschichte: → Moriahs Training

Nachdem wir also seit Wochen mit fachkundiger Hilfe unserer Verhaltenstherapeutin Moriahs Selbstbewusstsein aufbauten, erwuchs sie zu einem aufgeweckten, freudvollen, ja schon fast herrlich frechen Dingelchen ❤

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mori_zunge

Nachdem Moriah anfangs keinerlei Katzengesellschaft vertrug, führten wir sie dann seit einigen Wochen langsam daran heran, die absolut harmlosen Zwerge hier doch mal kennenzulernen. Erst Tünn, dann Faramee und Felize. Mathilde und Lucie sind eh sehr zurückhaltend und haben sich da nie gross „einmischen“ wollen. Umso mehr wollte aber Shakti genau das: Sie war so dermassen besessen von der Katze hinter der Gittertür, was Moriah natürlich erst recht schockierend fand :-O

Nachdem nun aber Moriah inzwischen ein so gesundes Selbstbewusstsein entwickelt hat, meinten unsere Verhaltenstherapeutin Frau Hauschild und ich übereinstimmend, dass es Zeit sei, einen Schritt weiterzugehen. Darum wurde heute die Zusammenführung offiziell wieder aufgenommen.

Zur Veranschaulichung einige Videos. In dieser Epik vor allem auch halt im Hinblick, dass Frau Hauschild sich das anschaut. Für die „Allgemeinheit“ wird das jetzt nicht alles soooo interessant sein – sorry ❤

Zunächst ein Eindruck, wie verschmust und zutraulich Moriah inzwischen ist:

Die Gittertür, der sie monatelang nicht traute und der sie immer auswich: Seit einigen Wochen kommt sie mir dorthin entgegen, obwohl sie weiss, dass andere Katzen in meinem Schlepptau sein könnten:

Und nun die Dokumentation des heutigen grossen Moments: Shakti durfte mit rein zu Moriah.

+++ breaking news: Zusammenführung reloaded +++

Tür wird geöffnet – öh.:

Gucken:

Noch mehr gucken:

Dann wurden alle beide schmusig ❤ Shakti entdeckte ein liegengelassenes Stinkekissen und zerwühlte sich darin ❤ Das wurde auch „beklopft“ und belobigt (so wurde es mir aufgetragen – glaub ich)

Moriah entspannte sich derweil auch sofort wieder und futterte ihre Leckerli. Ich arbeitete weiter und schielte nur so vöööööööööööllig beiläufig rum… Ca. 1 Stunde lang passierte gar nix weiter. Dann startete Shakti einen neuen Annäherungsversuch:

Was man vielleicht im Video nicht so hört: Moriah faucht einmal sehr scharf und legt mit einem ernst gemeinten Brummen nach (naja: die grosse Liebe hat jetzt auch keiner erwartet). Shakti geht daraufhin einfach stillschweigend weg, schmiss sich auf den Boden, wo sie gestreichelt werden wollte, was sie wurde. ❤

Dann war meine Speicherkarte voll und wir brachen eh ab, heisst: Ich knutschte Moriah, liess sie ihre Leckerli knuspern und ging dann problemlos mit Shakti runter ❤

Kein Eklat, keine Panik ❤ So weit ich verstand aus unserer Beratung ist es auch völlig ok, wenn gefaucht und geknurrt wird (in dieser Situation) – solange die andre Katze das dann auch respektiert und sich entsprechend zurückzieht, was Shakti ja vorbildlich tat.

Ich bin sehr sehr zuversichtlich! ❤ Und gespannt, wie unser Profi das einschätzt. Hui. Aber ist doch gut. Oder? ❤

Panik!!!! Nicht die Katzen – ICH!!

Moriahs Bewegungsradius wird mir eindeutig zu GROSS.

Gerade eben musste ich fast meine Katze Moriah vom Dach pflücken :-O Ich war hier unten bei den anderen Zwerglis, als ich oben etwas rummsen höre. Ich denke erst: Naja, es rummst schonmal. Dann rummste und rumpelte es nochmal und ich ging auf die Terrasse, um zu sehen, was auf meinem Dach rumrummst und -rumpelt. Und sehe: MORIAH :-O

Ich rase also wie ne Besengte nach oben, fummle die Gittertür auf und haste zum Fenster – da hockte Moriah inzwischen wieder auf dem schrägen Dachfenster, aber ausser Reichweite für mich. Ich überlegte mir, dass ich also von aussen aufs Dach steigen, ein Laken über sie werfen und dann mit ihr runterklettern werde. Ähm ja. Brillanter Plan mit einigen Logiklücken – aber das Beste, das grad zur Hand war. Ich also Felizes Eintüt-Laken geschnappt, runter auf die Terrasse – da rummst es wieder. Keine Katze mehr auf dem Dach zu sehen.

Da Moriah nicht auf die Terrasse runtergefallen war, gab es nur zwei Möglichkeiten: Sie ist bei den Nachbarn auf die (ungesicherte) Terrasse geplumpst oder wieder in ihrem Zimmer.

Ich also wieder hochgeschossen in ihr Zimmer. Da sitzt Moriah auf ihrem Lieblingsplatz und guckt mich an: „Wossn?“.
moriah-woss

Entschuldigt, dass es unscharf ist (kennt man von mir ja nicht anders), aber ich zittere immer noch so :-O

Gut, sie hätte zu keiner Zeit tiefer als zirka zwei Meter eben zu uns oder zu den Nachbarn auf die Terrasse fallen können. Oder aber über die Dächer Zürichs entschwinden :-O Aber meine Nerven….

Klar wünschte ich mir seit ihrem Einzug hier, dass sie unter der Staffelei hervorkommt und später dann auch mal aus dem Zimmer raus ins Nachbarzimmer, um die „Umgebung“ bisserl zu erkunden. Aber vom Dach war NIE die Rede! Heiderdaus.

Das ist übrigens unsere Fenstersicherungskonstruktion, die bisher von NIEMANDEM geknackt wurde. Mann.

Fenster damals vor der Sicherung (Moriah sass dann da auf der Fensterscheibe, die wenn geöffnet fast waagrecht steht):
Fenster_problem

Dann „gesichert“:
Fenster_gesichert

Von der Seite – die kleine Öffnung befindet sich rund zwei Meter über Boden und da passt nur mit Zwängen eine Hand durch:
Fenster_seite

Wie Moriah da rauskam, ist mir ein Rätsel. Eines, das ich schnell lösen muss. Aber zuerst brauche ich einen Schnaps.

Angst. Angst muss nicht sein <3

Ich habe ja zwei Panikkatzen hier. Nein. Ich meine nicht „schüchterne“ oder „ängstliche“ Katzen. Ich meine PANIK.

→ Felize
besuch-felize
→ Moriah
moriah

Gerade eben kam es zu einem Eklat: Shakti hatte sich durch die Gittertür-Absicherung oben zu Moriah gezauselt (ich sollte das aus Zombiefilmen besser wissen: Das hält auf Dauer NIE!). Normalerweise würde ich das jetzt beschämt verschweigen, mich grämen und das ganz heimlich mit unserer Verhaltenstherapeutin besprechen.

ABER: Ich bin so stolz auf meine Zwerge! Shakti war offensichtlich bei Moriah drin 😦 – es gab Gekreische :-O Früher hätte sich Moriah eingepinkelt und -gekackt und für drei Tage das Futter verweigert – oder: Shakti totgebissen aus schierer Panik. Doch grad raste ich selber in schierer Panik hoch: Shakti kam geduckt aus Moriahs Zimmer raus, Moriah sass stolz wie ne Königin auf ihrem Lieblingsplatz – keiner verletzt, alles wieder gut. Moriah hat entspannt ihre Leckerli aus dem Fummelbrett geholt und Shakti ging dann mit runter und jagte Schmetterlinge.

Langsam läufts hier auf ne völlig normale Katzenzusammenführung raus – wie banal *g* Wir wollten doch was EXKLUSIVES (<– Scherz!!!!)

Und Panikmaus Felize liegt gerade an meinen Rücken gelehnt und schnarcht ❤ Seit zwei Tagen schnurrt sie sogar wieder ❤

Ach mensch – ich kann nur nochmal appellieren: Wenn ihr Sorgen wegen eurer Katzen habt – holt professionellen Rat! Und zwar so früh wie möglich. Es muss nicht so krass werden wie bei uns (die Katzis kamen ja schon "vorgeschädigt" an) – rechtzeitig gegengesteuert wird oft schon ein Telefonat/Besuch reichen.

Kürzlich fragte ich jemanden, dessen Katze offensichtlich psychische Probleme hatte, warum eine tierpsychlogische Beratung nicht in Frage käme – ob sie bei einem körperlichen Problem auch nicht zum Tierarzt ginge? Sie meinte dann, dass man Medizin und "Psychokacke" ja wohl nicht vergleichen könne. Ich hatte vor 6 Jahren ein Burn-Out. Hätte mir die "Psychokacke" damals nicht das Leben gerettet, wäre ich nicht mehr da. Der Körper ist das Gefäss – in dem aber auch nur eine gesunde Seele sich wohlfühlt.

Ich gehe mal davon aus, dass keiner, der hier regelmässig mitliest, annimmt, Tiere hätten keine Seele/Psyche… Andernfalls können wir gern drüber reden 😉

Felize

Moriah

Moriah

Omar – ein Jahr schon.

Der Kalender sagt, es sei genau ein Jahr her, dass ich dich gehen lassen musste.

omar_warten
† 28. Juli 2012 im Alter von 23 Jahren

Es scheint mir so viel länger her und doch wie gestern, dass du hier bei uns nach dem Rechten geschaut und auf deine Mädels aufgepasst hast.

Zeit ist nicht mehr wichtig.

Wir fuhren ein letztes Mal zur Praxis, wo wir die letzten Wochen deines Lebens so oft waren. Ich kämpfte schon lange nicht mehr um dein Leben, ich wusste, dass es palliativ war. Aber wir konnten deine Lebensqualität bis zuletzt hoch halten. Doch dann ging es nicht mehr.

Die letzten Stunden hatte es leicht genieselt – du hast dieses Wetter so sehr geliebt und es auf der Terrasse in deiner Palme sitzend noch einmal ausgekostet. Als es Zeit war, hörte es auf zu regnen und die Sonne kam vor, als wollte sie dir einen letzten Abschiedsgruss schicken.

Du warst ganz ruhig. So müde. Also liess ich dich schlafen.

Du bist nicht fort. Nur woanders.

Ich liebe dich und werde dich immer lieben. So wie du warst, bist du immer bei mir.

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Felizes Mittelohrentzündung, Kontrolle Nr. 3

Heute war ich wieder mit Felize im Tierspital zur Kontrolle des Genesungsverlaufs ihrer Mittelohrentzündung. Es sieht in verschiedener Hinsicht gut aus.

Zunächst zum medizinischen Befund: Alles ist wunderbar verheilt so weit. Felizes Trommelfell, das durch die otitis media bzw. Mittelohrentzündung schon ziemlich schwer vorgeschädigt war, und dann beim Absaugen des Eiters von den Chirurgen weiter aufgeschnitten werden musste, ist nun fast komplett zugewachsen 🙂 Gemäss der Spital-Tierärztin muss nicht mit bleibenden Schäden gerechnet werden.

In zwei Monaten müssen wir zur Schlusskontrolle (hoffentlich SCHLUSSkontrolle…).

Zum psychischen Befund: Die uns betreuende Tierärztin ist auch der Meinung, dass Felizes extreme Angst sogar für kätzische Verhältnisse weit über der üblichen Norm liegt und behandelt werden sollte. Ob Felizes momente Verstörtheit mit dem Wiedererlangen des Gehörs zusammenhängt, konnte sie auch nur spekulieren: Denkbar sei es. Sie empfahl uns jedenfalls Calmex Tropfen für Katzen sowie – tataaaaa: Klickertraining 😀 Somit werden wir in den nächsten Tagen unser → Tierarzttraining wieder aufnehmen. Und ich werde auch unsere Verhaltenstherapeutin Frau Hauschild auf Felizes Probleme ansprechen 🙂

Das Eintüten heute verlief sozusagen fast schon routiniert: Ich wusste, was ich zu tun habe – und Felize auch: Sie gab auf 😦 Das machte es alles in allem relativ problemlos, das Bettlaken über sie zu verbringen und sie dann ohne Gegenwehr in die Transportbox zu schieben.

Der Haken: Felize hat immer noch extreme Angst. Aber: keine Panik. Immerhin. Sie geht nicht mehr die Wände hoch oder kratzt und beisst wie ne Irre um sich. Auch auf der Fahrt verhielt sie sich relativ ruhig und bei der Behandlung waren keine Zwangsmassnahmen wie Handtuchwickel mehr nötig.

Ich möchte das gern als Fortschritt betrachten – irgendwie. Sie ist nun behandelbar. Aber was meine Freude darüber beträchtlich trübt, ist der Umstand, dass sie wie gesagt gewissermassen aufgibt und zugleich extrem um ihr Leben fürchtet. Das darf natürlich nicht so bleiben, daran werden wir jetzt wirklich konsequent arbeiten. Aber im Vergleich dazu, wie unser erster Tierarztbesuch verlief, bei dem sie mich sozusagen krankenhausreif biss und kratzte, die Praxis zerlegte und schlicht nicht untersucht werden konnte, ist das jetzt schon irgendwie für alle angenehmer… 😉

In diesem Sinne versuche ich, Felizes → Mittelohrentzündung und dem daraus folgenden Vestibulärsyndrom irgendwas Positives abzugewinnen.

Und eines Tages – ganz bestimmt – wird mein Mäuschen auch wieder so traumselig vertrauensvoll neben mir dösen:

felize_zunge

Oder keck aufm Sofa fläzen, OBWOHL ich existiere:
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<3<3<3

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Fortsetzung: → Tierarzttraining mit Felize, Fortsetzung

Lieber Besuch aus Köln – und die Reaktionen der Zwerglis

Am Wochenende hatten wir sehr lieben Besuch aus Köln. Wie die Zwerglis darauf reagierten, verblüffte mich teils gar sehr.

Letztes Wochenende hatte das Kamikatze-Zwerglis-Land die unaussprechlich grosse Ehre, meine liebe Freundin Nadja und ihren Mann Kai bewirten zu dürfen. Es war ein rundum tolles Wochenende, das mir eher wie ein Kurzurlaub vorkam. Als ich meinen Freunden unsere kleine, aber feine Stadt Zürich zeigte, fiel mir mal wieder auf, dass die wirklich ziemlich hübsch ist und man sich nicht schämen muss sie herzuzeigen 😉

Nach dem kleinen Stadtrundgang machten wir einen Mini-Ausflug mit dem Schiff, um uns dann im See abzukühlen. Anschliessend ging es zurück ins Zwergenland und abends dann spiesen wir gemütlich auf der Terrasse. Ich fands sehr sehr schön und von den Gästen kamen auch keine Klagen 😀

Einige Impressionen:

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Es war wirklich ein zauberhaftes Wochenende ❤

Die Katzen reagierten ganz unterschiedlich auf den Übernachtungsbesuch. Normalerweise zeigen alle ausser Tünn nach einiger Zeit nur noch wenig Scheu gegenüber Besuchern, was ich toll finde, da ich ja auch nicht möchte, dass die Zwerglis verängstigt unterm Bett hocken, während ich Spass mit Freunden habe.

Tünn zeigte sich jedoch erwartungsgemäss das ganze Wochenende nicht. Nadjas Mann Kai sah ihn ein-, zweimal pfeilschnell weghuschen, wenn wir heimkamen – ansonsten ward er nicht gesehen. Was ich schon schade fand, da es ja Nadja war, → die ihn mir vermittelt hat. Sie selbst war weder überrascht noch sonderlich enttäuscht, aber ich fands halt bisserl schade.

Die anderen Zwerglis waren eigentlich ziemlich aufgeschlossen. Ausser Moriah, die definitiv auch alles sehr unheimlich fand. Aber ansonsten waren die Zwerglis sogar eher erfreut ❤ Kai scheint sowieso ein heimlicher Katzenflüsterer zu sein: Der streichelte hier ganz unbekümmert auch jene Katzen, die sich sonst von Besuch nicht ohne Weiteres anfassen lassen – alles ganz entspannt ❤

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Felize hingegen verblüffte mich auf unschöne Weise: Sie zeigt sonst bei Besuch keine grosse Scheu, aber an diesem Wochenende verkroch sie sich nicht nur komplett, sie zitterte zeitweise sogar vor Angst :-O

besuch-felize

Die Süssmaus war komplett durch den Wind und hatte einfach nur riesige Angst 😦 Dabei war sie meist oben bei Tünn unterm Bett – sie sah uns also gar nicht wirklich. Hat sie uns also gehört? Sollte es wirklich so sein, dass ihr → mutmasslich wiederkehrendes Gehör sie dermassen verstört?

Hm.

Morgen um 17 Uhr müssen wir wieder → ins Tierspital zur Kontrolle. Die Eintüterei wird zweifellos unter diesen Umständen wieder ein Gewaltakt 😦 Ich hoffe wirklich sehr, dass es das dann war und für meine kleine Maus wieder Alltag einkehrt.

Felize war früher – zumindest mir gegenüber – so zutraulich, so arglos, so aufgeschlossen. Und nun hat sie hier daheim, wo sie sich sicher fühlen sollte, einfach nur noch Angst 😦

Ich hoffe, dass Felize ihr Vertrauen in mich, ihr Zuhause und die Welt mit der Zeit wieder herstellen kann – und auch wieder entspannt sein wird, wenn wir nächstes Mal hohen Besuch haben, auf den ich mich jetzt schon sehr freue! ❤

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Fortsetzung: → Felizes Mittelohrentzündung, Kontrolle Nr. 3