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Rosa, Pipi und die Schnupfenbabys

Hallo ihr Lieben! Hier wiedermal ein Zwischenbericht zu den Notfellchen in Italien, denen auch dank eurer grossartigen Unterstützung so schnell und effizient geholfen werden konnte. Nochmal allerherzlichsten Dank dafür!!!

Ich wollte mit einem weiteren Zwischenbericht warten, bis Stefania uns auf den neusten Stand bringt, aber da sie gerade sehr sehr viel zu tun hat, dauert das wahrscheinlich noch ein wenig. Aber damit ihr seht, was eure Hilfe bewirkt hat, gebe ich mal meinen aktuellen Wissensstand an euch weiter.

Unser aller Sorgenbaby Rosa – die letzte Überlebende der Container-Kitten – macht sich prächtig (Stand: 15. August) und «frisst wie ein kleiner Wolf» (oder eher wie ein kleines Schweinchen, würde ich sagen) 😀

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Und wenn man so brav futtert, kriegt man ein kleines Kullerbäuchlein 😀
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Von den Schnupfenkitten habe ich keine aktuellen Neuigkeiten – aber es gilt ja: no news are good news. Einige (schon etwas ältere) Bilder:

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Seit dem letzten Bericht hier im Blog sind nochmals 100 Euro angekommen, die ich in diesen Tagen überweisen werde. Auch dafür nochmals ALLERHERZLICHSTEN DANK!!!

Cornelia schrieb mir: «Es sind bisher an Spenden (einschl. der aus D exklusiv für Esther und Franz) 915 Euro eingegangen!!! Damit sind die Operation von Pipi und unsere Medikamente Zylexis und Immustim abgedeckt. Geld wird auch in der Zukunft gebraucht, aber DIESE BEIDEN Notfälle sind abgeschlossen

Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen smiley_emoticons_herzen02  smiley_emoticons_blume

Natürlich reisst es nicht ab, inzwischen kam der süsse Sorgenkater Osvaldo bei Stefania an.
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Alt, müde, mit gebrochenem Bein und FIV- und FeLV-postiv, der arme Kerl 😦 Jetzt ruht er sich erstmal nach einem Leben auf der Strasse aus. Hoffen wir, dass er doch noch sein Zuhause findet ❤ → Osvaldos Geschichte (PDF)

Und hier noch der kurze Bericht über die Ereignisse bei MilleVite allein im Juli 2013:
→ Monatsbericht (PDF)

Ich bin ja dabei, für MilleVite eine neue Website zu erstellen, wer möchte, kann schonmal einen Blick drauf werfen: https://associazionemillevite.wordpress.com. Das ist noch eine Rohversion bzw. Baustelle, wo vieles noch nicht funktioniert (zB. PayPal-Spendenbutton), aber wir sind dran, das aufzubauen, geplant ist auch eine Version auf Deutsch (damit ich verstehe, was ich da mache 😛 ). Interessierte können dann direkter mitverfolgen, wie es dem Verein und Katzenheim MilleVite und seinen Sorgenfellchen ergeht ❤ Was ich jetzt schon schön finde in der Rohversion, wenn man schaut, wie viele Katzen allein 2013 schon gerettet und in ein Zuhause vermittelt werden konnten: → gattini adottati

Nochmal vielen herzlichsten Dank an alle, die helfen, diese Welt zu einem etwas schöneren und sichereren Ort für notleidende Wesen zu machen! ❤

Notruf aus Italien: Katze von Ast aufgespiesst und Schnupfen-Kitten

Liebe Freunde, liebe Besucher. Ich möchte euch um Hilfe bitten ❤

Ich hatte vor, hier in den nächsten Wochen mal in Ruhe die Arbeit einer befreundeten lieben Tierschützerin und Künstlerin aus Italien vorzustellen: Stefania Re. Doch nun ereilen mich gleich zwei dringliche Notrufe aus Italien, weshalb ich diese nun erstmal vorziehe.

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Portrait einer Katze von Stefania Re. Weitere ihrer Werke: → www.illustrations.it

Die Kunstmalerin Stefania Re hat nicht nur ein ausserordentlich grosses Talent als Malerin, sondern auch ein ausserordentlich grosses Herz für Tiere. Doch wo sie lebt, kann man als Tierschützer nicht auf die Hilfe von Behörden oder grösserer Vereine setzen: Wenn man notleidenden Tieren helfen will, muss man es selbst tun. Und Stefania und ihre Freunde haben täglich alle Hände voll zu tun.

Stefania lebt mit ihrem Mann in einem alten Landhaus im «Nirgendwo» 😉 zwischen Turin und Mailand – wirklich wunderschöne Gegend, aber leider auch sehr arm. Das einzige, was es dort im Überfluss gibt, ist Platz – und den stellt Stefania beinahe vollumfänglich ihren Notfellchen zur Verfügung: Es gibt in ihrem Haus verschiedene Katzenzimmer mit Quarantänestationen sowie ein Extrahaus mit Auslauf für ihre aus einem Labor «entlassenen» ehemaligen Versuchskatzen. Bei ihr finden unzählige Notfellchen Unterschlupf, wo sie aufgepeppelt und nach Möglichkeit dann vermittelt werden.

Ich werde euch demnächst Bilder von meinem Besuch bei ihr zeigen, hier nur mal ein erster Eindruck:

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Und das Laborkatzen-Haus:
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Notruf 1: Katze von Ast aufgespiesst
Ein mit Stefania befreundetes Ehepaar, das sich selber auch aktiv im Tierschutz engagiert, hat vor einiger Zeit zwei Katzen von einem Mann übernommen, der erst seine Arbeitsstelle und dann seine Wohnung verlor, weshalb er wieder zu seinen Eltern ziehen musste. Doch seine Mutter wollte die Katzen nicht, so dass sie bei Stefanias Freunden landeten.

Nun hatte eine dieser beiden Katzen bei Stefanias Freunden einen Unfall: «Pipi» fiel so unglücklich auf einen Stapel gelagertes Brennholz, dass sich ein gut 2 Zentimeter dicker Ast rund 12 Zentimeter tief in ihren Körper bohrte. Wie durch ein Wunder wurden keine Organe verletzt, so dass der Ast in der Notfallklinik entfernt werden konnte und «Pipi» beste Aussichten hat, wieder ganz gesund zu werden. Doch die OP-Kosten von rund 550 Euro frassen die Ersparnisse des tierlieben Ehepaars auf, das nun nicht weiss, wovon es eigene lebensnotwendige Bedürfnisse bezahlen soll (etwa einen dringend benötigten Heizofen für den nächsten Winter).

«Pipi» nach der OP:
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→ Beleg OP-Rechnung (PDF)

Mag jemand den Leuten helfen? ❤

Notruf 2: Kranke Kitten
Auch bei Stefania selbst herrscht wiedermal akuter Notstand: Allein in den letzten Wochen kamen 40 Kleinkatzen in ihr kleines privates Katzenheim, davon 10 Flaschenkinder, 6 aus einem Mülleimer in Alessandria, die das Veterinäramt an Stefania übergab. Auch 7 an Katzenschnupfen erkrankte Kätzchen, die in einem Hundeheim in Tivoli abgegeben und dann an Stefania übergeben wurden, brauchen derzeit besonders viel Pflege – und Medikamente. Im Moment fehlen dafür rund 500 Euro.

Tivoli-Schnupfen-Kitten:
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Hier findet ihr weitere Fotos der → Tivoli-Schnupfen-Katzen
Fotos der → Alessandria-Mülleimer-Babys

Spendenkonto
Spenden für «Pipi» oder Stefanias Katzenkinder können auf das Konto von Stefanias Verein «Mille Vite» überwiesen werden:

Ufficio Postale Mortara
Via Vittorio Veneto 7/9 – 27036
Mortara

Intestatario Associazione Millevite
c/c n. 1022802126
IBAN:IT43U0760111300001022802126
BIC/SWIFT: BPPIITRRXXX

Selbstverständlich erhält jeder wenn gewünscht eine Spendenquittung.

PayPal: Wer gern über PayPal eine Kleinigkeit überweisen möchte, kann das gern über mich tun – Stefania hat leider kein PayPal, sie ist froh, wenn ihr Computer bzw. ihre Internetverbindung überhaupt funktioniert. Bei PayPal bitte die gewünschte Summe mit gewünschtem Betreff (Pipi, Katzenschupfen, Stefania allgemein) an iwon(at)ameise.com überweisen – Gebühren übernehme alle ich! Ich verspreche, dass jeder von euch hart verdiente Cent den Katzen zugute kommt ❤

Ich selbst werde natürlich auch überweisen. Es muss ja nicht viel sein – wirklich jeder Euro zählt. Lieber viele wenig, als keiner viel 😉

Ja, ich weiss: Man könnte ständig und überall spenden und es wäre doch nie genug, um das Leid zu beenden. Aber lasst euch davon bitte nicht entmutigen, jenen zu helfen, die sich auch nicht entmutigen lassen und sich weit über ihre Möglichkeiten hinaus und unter grossem persönlichen Verzicht für notleidende Wesen einsetzen.

Danke! <3<3<3

Stefanias kleiner → Tierschutzverein «Mille Vite» bei Facebook
Homepage von «Mille Vite»: → www.millevite.it

Mittelohrentzündung – Felize ist wieder daheim

Ich hab mein Felize-Mäuschen wieder. Sie sitzt grad mit Tünn unterm Bett und hasst mich.

Was ist passiert: Felizes Mittelohrentzündung führte zu einem → Vestibulärsyndrom, das sich in Schwindelanfall, Hinfallen, Speicheln und Krampfen zeigte. Die Kopfschiefhaltung war ja vorher schon – erkennen könnte der Katzenhalter so etwas genau an der Kopfschiefhaltung, was bei Felize halt als Früherkennung nicht möglich war 😦 Als sie am Dienstagabend stark speichelte, umfiel und krampfte, fuhr ich mit ihr in die Notaufnahme des Zürcher Tierspitals.

Wie entsteht eine Mittelohrentzündung? Es ist wohl so, dass Bakterien aus dem Rachen durch die Eustachische Röhre ins Mittelohr wandern können, wo sie nicht hingehören und eben zu einer Entzündung führen. Im Eiter, den sie aus Felizes Ohr abgesaugt haben, wurden denn auch Bakterien gefunden, die sonst im Rachen heimisch sind.

So sah das aus:

Im roten Kreis sieht man den Eiter im Mittelohr. Der Eiter wurde dann eben gestern rausgesaugt und ausgespült.

Prognose: Mit den Medikamenten (Ohrentropfen (juhu), AB und Cortison) sollte die Entzündung innert zwei Wochen komplett abheilen. ABER: Es sei möglich, dass noch Eiter drin ist – etwas weiter innen, wo man mit dem Saugdings nicht hinkommt. Dann müsste operiert werden.

Blindheit: In der Notaufnahme am Dienstag wurde ja vermutet, dass Felize blind sein könnte, da sie auf optische Reize keine Reaktion zeigte. Die Neurologen haben diesen Verdacht nun genauer abgeklärt: Aufgrund der bisher erfolgten medizinischen Untersuchungen gebe es keinen Grund anzunehmen, dass Felize blind sei. Dass sie auf Sehreize (Finger, Wattestäbchen, Blickkontakt) nicht reagierte, könne zwei Ursachen haben:
1. Sie hat kurzzeitig tatsächlich nichts oder schlecht gesehen, weil der Eiter im Mittelohr auf Nerven drückte, die für den Sehsinn relevant sind.
2. Sie war aufgrund des Krampfanfalls und der Stressituation so ausser sich, dass sie im wahrsten Sinne keinen Sinn für Sehtests hatte. Ich soll ihre Reaktionen hier zu Hause in der gewohnten Umgebung beobachten.

Fest steht – behaupte ich Laie jetzt mal – dass sie mich heute im Krankenhaus beim Abholen angeblinzelt hat, dass sie Blickkontakt mit mir hatte und sie hier zu Hause den Bewegungen der anderen Katzen mit ihren Blicken folgt. Also ich – als Laie – behaupte jetzt mal ganz vorlaut: Sie kann sehen 🙂

Taubheit: Ich fragte die Ärztin, ob man bei den Untersuchungen feststellen konnte, ob Felize wirklich völlig taub sei (aufgrund einer früheren lange unbehandelten Mittelohrentzündung als sie noch in Deutschland war). Die Ärztin sagte, dass es zumindest fürs linke Ohr keinen Grund für Taubheit gebe, da dort alles intakt sei. Beim rechten Ohr werde man das in den kommenden Tagen/Wochen besser beurteilen können, wenn alles verheilt ist. Die Neurologen werden mir das genauer erläutern und mit Felize auch nochmal Tests machen. Es ist also – sofern die Dermatologin und ich nicht alles falsch verstanden haben – zumindest theoretisch möglich, dass Felize gar nicht komplett taub ist. Mal abwarten, was da noch kommt…

Felize: Sie hat im Krankenhaus offenbar alle Untersuchungen total kooperativ mitgemacht. Sie liess sich vorhin sogar von der Helferin ganz ohne irgendwas in die Transportbox umsetzen und hat auch auf der Fahrt null gemuckst oder sich wieder die Nase blau gehauen, vielmehr guckte (!!!) sie interessiert umher. Ich bin mal gespannt, wie kooperativ sie dann bei mir und ihren Ohrentropfen ist 😛 Im Moment ist sie sauer auf mich und sitzt wie gesagt unterm Bett. Ich lasse sie einfach mal in Ruhe. Die anderen Zwerglis reagieren sehr interessiert auf sie, keiner faucht oder brummt sie an, vielmehr wird genasbusselt ❤

Problem: Sie hat all die Tage im Krankenhaus nichts selbständig gefressen 😦 Das Allerwichtigste sei nun, dass sie spätestens bis übermorgen wieder selber Futter aufnimmt – andernfalls muss ich mich sofort wieder im Spital melden und sie zur Not zwangsernähren, weil sonst → Leberschäden drohen. Aber ich bin jetzt mal zuversichtlich, dass sie sich in der gewohnten Umgebung beruhigt und dann Appetit und Hunger siegen.

Und nun wünsche ich der kleinen Motte einfach mal gute Besserung ❤

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Update: Felize hat mich wieder lieb 😀

Sie frisst auch wieder mit gutem Appetit – nur die Ohrentropfen findet sie grauslich 😉

Felize ist in der Notaufnahme :_(

Heute am frühen Abend sah ich wie meine Katze Felize von der ersten Etage die Treppe runterkommt – aus ihrem Mäulchen hing ein Speichelteppich wie ich so etwas noch nie gesehen habe :-O

Dann torkelte sie, fiel um und krampfte. In meinem Schock rannte ich erst zu ihr statt zum Telefon – als ich bei ihr war, war mir klar, dass ich jetzt sofort in der Notaufnahme des Tierspitals anrufen und mit ihr losfahren musste.

Sie schleppte sich derweil auf die Terrasse, fiel wieder um, krampfte erneut. Noch nie hatte ich eine Katze so schnell in die Transportbox gesetzt – vor allem nicht Felize.

Und noch nie musste ich so lange auf ein Taxi warten. Kam mir jedenfalls so vor. Als wir endlich in der Notaufnahme waren, kümmerte man sich sehr gut um uns. Ich verstand dann aber auch, warum die Dame am Telefon noch mehr als wir gehofft hatte, dass wir doch keinen Notfall hätten: Es wimmelte nur so von Leuten mit Notfalltierchen (es war ja schon 19.30 Uhr als wir dort waren – keine reguläre Behandlungszeit mehr). Sofern etwas „schön“ sein kann in der Notaufnahme, dann die Solidarität unter den wartenden Leuten – man kommt ins Gespräch, bringt einander Kaffee vom Automaten mit, tröstet einander.

Vor uns waren noch dringlicher eine Katze, die vom Mähdrescher erwischt worden war, und ein angefahrener Hund. Zuvor vergewisserte man sich aber, dass die Reihenfolge nach Dringlichkeit auch stimmt. Eine seltsame „Zwischenwelt“, so ein Wartezimmer im Tierspital… So weit ich mitbekam, leben zurzeit noch alle, die in dieser Zeit dort eingeliefert wurden. ❤

Das ist jetzt rund vier Stunden her. Ich bin inzwischen wieder zu Hause. Felize muss zur Notversorgung und Überwachung im Spital bleiben. Es zeigte sich, dass sie offenbar auch blind ist. Ob bleibend oder vorübergehend, wird sich zeigen. Die Tierärzte tippen im Moment auf etwas Neurologisches, es wird aber nichts ausgeschlossen und Felize eingehend untersucht. Falls heute Nacht etwas wäre, ruft man mich an. Sonst morgen Vormittag. Je länger ich nichts höre, desto besser, sagten sie.

Meine kleine Panikmaus hat sich nicht einmal gegen irgendwas gewehrt, hat alles mit sich machen lassen – ein klares Zeichen, dass es ihr elend geht :_(

Sie muss wieder heimkommen. Sie darf doch nicht denken, dass ich sie im Stich gelassen habe. Sie muss gesund werden. Muss.

Meine kleine Krummnase, mein kleines Guck-in-die-Luft – komm heim. Bald ❤

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Tödliche Gefahren im Katzen-Haushalt

Im Haushalt lauern allerlei Gefahren für Katzen. Gerade Jungtiere entwickeln bisweilen eine erschreckende suizidale Kreativität.

Was Ihrer Katze zum Verhängnis werden kann:

  • Offene Fenster, ungesicherte Balkone, Kippfenster
  • Offene Toilettendeckel, Badewannen
  • Waschmaschinen, Wäschetrockner
  • Heisse Herdplatten, offenes Feuer (zB. Kerzen, Kamin)
  • Pflanzen
  • Ätherische Öle
  • Putzmittel, Chemikalien, Medikamente
  • Schokolade
  • Krimskrams

Ich hörte ein leises Zischen, drehte mich um und sah gerade noch, wie sein weisses Hinterteil über das Balkongeländer im Nichts verschwand. Fassungslos starrte ich auf das zerfetzte Katzennetz und wähnte meinen Kater Omar vier Stockwerke tiefer zerschmettert auf der Strasse liegend. Gerade als ich mich aus der Schockstarre lösen und hinunterschauen wollte, sah ich zwei Pfoten auf dem Geländer und kurz darauf erschien Omars Gesicht: Die Augen schreckgeweitet und in der Schnauze festgeklemmt der erste selbstgefangene Spatz seines Lebens.

Kein Strassenverkehr, keine Revierkämpfe mit anderen Katzen, keine fiesen Tierquäler: Viele Besitzer reiner Wohnungskatzen glauben ihre Tiere in absoluter Sicherheit – zu Unrecht. Ungesicherte Balkone, heisse Herdplatten, giftige Pflanzen und vieles mehr können zu tödlichen Fallen für die neugierigen Raubtierchen werden. Ein Überblick, was vor allem unerfahrene Katzenhalter bedenken sollten:

Offene Fenster, ungesicherte Balkone:
Tatsächlich können Katzen sehr geschickt balancieren, auch auf noch so halsbrecherisch schmalen Balkongeländern – bis: «Oh, ein Vogel!» Und schon sind die Vorsicht vergessen und das Gleichgewicht verloren. Die möglichen Folgen eines Sturzes sind je nach Höhe klar – und nein: Katzen fallen nicht immer auf die Pfoten. Doch sogar wenn die Katze den Sturz unverletzt übersteht, besteht die Gefahr, dass sie panisch reagiert und auf Nimmerwiedersehen wegrennt.

Sowohl für Fenster als auch für Balkone gibt es spezielle Netze, die Ihre Katze vor einem Sturz bewahren. Und vergessen Sie nicht: Kontrollieren Sie die Netzinstallation regelmässig auf ihre Stabilität.

Kippfenster:
Durch das gekippte Fenster erhascht die Katze einen Hauch der grossen weiten Welt – und kann womöglich dem Lockruf der Freiheit nicht widerstehen. Beim Versuch durch den Spalt hinaus zu gelangen, kann sie jedoch leicht in den nach unten enger werdenden Spalt rutschen und sich kläglich festklemmen. Innere Verletzungen, Lähmungen und ein qualvoller Tod können die Folgen sein.

Der Tierfachhandel bietet Sicherungen für Kippfenster an, die zum Schutz der Katze in den Spalt eingesetzt werden können.

Offene Toilettendeckel, Badewanne:
Viele Katzen verstehen offene Toiletten als Einladung, ihre triebhafte Neugierde auszuleben: Da kann man so schön reingucken und sich im Wasser spiegeln. Das muss die Katze sich natürlich genauer anschauen, sie springt also auf den Toilettenrand, hält den Kopf in die Schüssel – und schon rutscht sie aus und hängt kopfvoran im Klo. In Panik findet sie am glatten Porzellan keinen Halt und ertrinkt schlimmstenfalls jämmerlich.

Ähnlich gefährlich sind volle Badewannen: Katzen können zwar zur Not schwimmen, aber auch am Badewannenwand findet sie keinen Halt und kann ertrinken.

Toilettendeckel also geschlossen halten und beim Badewasser Einlassen die Tür schliessen.

Waschmaschinen, Wäschetrockner:
Waschmaschinen oder Wäschetrockner sind für Katzen spannende Miniuniversen: Wenn die Türen zum Auslüften offen stehen, können viele Katzen gar nicht anders als in die Geräte zu krabbeln – einige Katzen schlafen sogar gerne darin. Wird das beim Befüllen nicht bemerkt und das Gerät eingeschaltet, hat das für die Katze ausgesprochen fatale Folgen.

Kontrollieren Sie darum bitte vor Benutzung immer, ob die Geräte auch wirklich gerade unbewohnt sind!

Heisse Herdplatten:
Eigentlich haben Katzen auf der Küchenanrichte und auf dem Herd nichts verloren – typisch für Katzen ist allerdings, dass sie sich um Verbote gern foutieren, was in diesem Fall bei eingeschalteten oder noch heissen Herdplatten zu schlimmen Verbrennungen führen kann. Auch Töpfe mit heissem Wasser können zu schrecklichen Verletzungen oder gar zum Tod führen, wenn die Katze etwa den Topf vom Herd reisst und sich mit dem heissen Wasser übergiesst.

Am besten hält man die Katzen während des Kochens von der Küche fern und deckt anschliessend die noch heissen Platten ab. Achten Sie auch darauf, dass der Griff der Pfanne nicht über den Herd hinausragt, damit die Katze ihn nicht als Spieleinladung missverstehen kann.

Offenes Feuer:
Brennende Kerzen oder ein Kaminfeuer können der Katze im wahrsten Sinne brandgefährlich werden. Wenn sie zu dicht herangeht, kann sie sich versengen – und womöglich wirft sie im Schreck noch die Kerze um und schon brennt die Wohnung lichterloh. Darum sollte offenes Feuer nie ohne Aufsicht gelassen werden.

Giftige Pflanzen:
Obwohl Katzen Karnivoren – also reine Fleischfresser – sind, knabbern die meisten ab und an gern auch Grünzeug an. Da Wohnungskatzen selten Zugang zu freiwachsendem Gras haben, nehmen sie alternativ Vorlieb mit Zimmerpflanzen oder Blumensträussen – was tödlich ausgehen kann, da viele beliebte Topfpflanzen und Schnittblumen giftig sind. Je nach Art des Giftes und Menge der gefressenen Pflanzenteile kann es zu den verschiedensten Vergiftungssymptomen von Durchfall und Erbrechen über Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod kommen.

Einige besonders gefährliche Giftpflanzen sind:

  • Amaryllis
  • Azalee
  • Dieffenbachie
  • Efeu
  • Gummibaum
  • Hyazinthe
  • Lilien
  • Maiglöckchen
  • Narzissen
  • Weihnachtsstern

In der → Giftpflanzendatenbank der Uni Zürich kann man prüfen, ob eine Pflanze als giftig aufgeführt ist. Es findet sich dort auch eine Liste ungefährlicher Pflanzen.

Eine weitere Gefahr sind Schnittblumenwasser oder überschüssiges Giesswasser, das sich in Topfuntersetzern sammelt. Katzen trinken gerne von diesem Wasser und können sich dabei vergiften, wenn es Düngemittel oder andere Chemikalien enthält.

Wenn den Katzen ungiftiges Katzengras zur Verfügung steht, ist die Wahrscheinlichkeit etwas kleiner, dass sie sich an Blumen oder Topfpflanzen bedienen – aber ausgeschlossen ist es nicht.

Putzmittel, Chemikalien und Medikamente:
Um Vergiftungen vorzubeugen, sind Putzmittel und Chemikalien für Katzen unerreichbar, am besten gut verschlossen aufzubewahren. Achten Sie auch darauf, dass Ihre Katze den Eimer mit Putzwasser nicht als Trinknapf missversteht.

Lebensgefährlich sind auch Medikamente, die unverpackt herumliegen. Etwa Acetylsalizylsäure, die zum Beispiel in Aspirin enthalten ist.

Teebaumöl, ätherische Öle:
Noch immer findet man im Internet den Tipp, Teebaumöl aus Mittel zur Flohbekämpfung einzusetzen oder als Erziehungsmassnahme gegen Markieren zu verwenden. Tun Sie das um Gottes Willen nicht! Durch den Gehalt an Terpenen und Phenolen ist Teebaumöl für Katzen hochgiftig. Ebenso viele andere ätherische Öle. Folgen einer solchen Vergiftung sind Taumeln, Zittern, Unruhe und Schwäche bis hin zu Koma. Bei solchen Symptomen zählt jede Minute und die Katze gehört sofort zum Tierarzt.

→Ätherische Öle sind für Katzen giftig (PDF)

Schokolade:
Schon kleine Mengen an Schokolade können wegen des im Kakao enthaltenen Stoffes Theobromin für Katzen (und Hunde) stark toxisch wirken.

Herumliegender Krimskrams:
Viele Katzen haben den Tick, auf kleinen Gegenständen wie Reissnägeln, Gummiringen und Ähnlichem herumzukauen. Dabei kann es passieren, dass sie diese verschluckt, was zu inneren Verletzungen führen kann. Achten Sie auch beim Kauf von Spielzeugmäusen darauf, dass diese keine Augen und Nasen aus Plastik haben – beziehungsweise entfernen Sie die Plastikteile, bevor Sie das Spielzeug Ihrer Katze überlassen.

Langjährige Katzenhalter wissen in der Regel, dass die kätzische Phantasie in Bezug auf die Herstellung von Lebensgefahr schier grenzenlos ist – und werden doch immer wieder vom Einfallsreichtum der kleinen Spinner überrascht. Beugen Sie vor und ersparen Sie sich und vor allem Ihrer Katze solche Erfahrungen.

Warnung vor Swiffer-Tüchern: ein Hoax
Bereits seit Jahren kursiert im Internet die Warnung, Haustiere – insbesondere Hunde – seien durch Reinigungstücher der Marke Swiffer gefährdet. Es wird behauptet, die als «Swiffer Wet» vertriebenen feuchten Bodenreinigungstücher seien für Haustiere giftig und das Abschlecken des damit gereinigten Bodens könne zum Tod durch Organversagen führen. Wesentliche Inhaltsstoffe sollen giftigen Frostschutzmitteln sehr ähnlich sein. Lesen Sie hier den → Originaltext.

Die Technische Universität Berlin (TU-Berlin) sammelt seit Jahren solche «urban legends» und schreibt zur immer wieder auftauchenden Swiffer-Warnung: «Dies ist ein Hoax, eine Falschmeldung. Bitte verbreiten Sie den Text nicht weiter.» Lesen Sie mehr dazu bei der TU-Berlin: → Hoax-Liste

Fallen Ihnen weitere Gefahrenquellen im Haushalt ein? Dann nutzen Sie die Kommentarfunktion, um die Liste zu erweitern.

«Happy Birthday», Mathilde!

Genau heute vor einem Jahr zitterte ich um das Leben meiner Katze Mathilde. 

Normalerweise gehöre ich zu den Menschen, die ihren Geburtstag mit Inbrunst und viel Trallala begehen. Doch heute vor einem Jahr stand ausgerechnet an jenem Tag Mathildes schwere Herz-OP an. Die Chancen für sie standen schlecht. (→ die Vorgeschichte)

Sollte sie all das aber überstehen, würden wir künftig gemeinsam «Geburtstag» feiern. Zum ersten Mal darf ich ihr damit heute gratulieren.

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Die Operation sollte gegen Mittag beginnen. Den ganzen Tag sass ich vor dem Telefon und wartete Fingernägel knabbernd auf eine Nachricht von den Tierärzten.

Am späten Nachmittag dann endlich die erlösende Nachricht: Es wurde ein Tag zum Feiern. Mathilde hatte auch diese Operation mit Bravour überstanden. Meine tapfere kleine Kampfkatze.

Jetzt wird alles gut.

Weit gefehlt.

Mein Nervenkostüm sollte noch einmal auf die Probe gestellt werden.

Bei der Nachkontrolle eine Woche nach der OP erklärte mir ein offensichtlich sehr zerknirschter Kardiologe: «Die Operation hat leider nichts gebracht: Die Atemnot auslösende Flüssigkeit ist wieder nachgekommen.»

Und dann dieser niederschmetternde Satz: «Wir können nichts mehr für Mathilde tun.»

Da stand ich nun in meiner Fassungslosigkeit und kapierte einfach nicht, was das alles sollte. Wir hatten doch alles getan! Aber Mathildes Herzentzündung schritt also weiter voran und würde sie in wenigen Wochen töten. Das ist nicht fair.

Es gab nun nur noch eine allerletzte schwache Chance: Kortison, das wiederum ihre Immunschwächekrankheit zum Ausbruch bringen und sie damit umbringen könnte. Herrgott nochmal: Langsam konnte ich das einfach nicht mehr hören, was meiner Katze alles zum Verhängnis werden könnte.

Viel Hoffnung machte man uns nicht. Zum Abschied meinte der Kardiologe aber noch: «Unterschätzen Sie niemals eine Katze! Diese erstaunlichen Wesen haben mitunter die wundervolle Gabe, sich um medizinische Prognosen zu foutieren.»

In den Monaten nach der OP bekam Mathilde bis zu viermal täglich ihre Medikamente, mehrmals am Tag kontrollierte ich ihre Atmung – liess sie nachts nie allein. Und siehe: Dieses erstaunliche Wesen interessierte sich tatsächlich nicht die Bohne für medizinische Prognosen – und wurde wieder putzmunter.

Vier Monate später, Kardiologie-Kontrolle im Tierspital: Rund 40 Minuten lang untersuchte der Kardiologe Mathilde schweigend – ich hatte inzwischen gelernt, dass es gut ist, wenn ein Kardiologe während der Untersuchung schweigt: Denn wenn etwas alarmierend ist, machen sie gern «Hmmm» oder «Ououou» oder sie seufzen. Und dann kommen sie mit irgendwelchen Hiobsbotschaften.

Doch diesmal sah mich der Kardiologe nach der Untersuchung freudestrahlend an: «Ihrer Katze geht es gut – ich kann nichts Auffälliges mehr entdecken. Ich würde sagen, sie hat es überstanden.» Mir war danach, auf die Knie zu sinken und ihm die Füsse zu küssen.

Die Herz-OP ist nun genau ein Jahr her – mehrfache Kontrolluntersuchungen zeigten, dass Mathilde vollkommen genesen ist. Ihre Narben sind längst verheilt, ihr Fell ist nachgewachsen, ihre Atmung so wie sie sein soll und nichts erinnert an die dramatischen Momente damals vor einem Jahr.

Ach so, doch: Mein Bankguthaben wurde empfindlich getroffen. Allein Mathildes medizinische Versorgung kostete letztes Jahr alles in allem rund 8000 Franken. Sie ist damit wohl eine der teuersten – äh: wertvollsten ❤ – Katzen der Schweiz 😉 Doch Geld kann das Glück nicht bezahlen, das ich empfinde, wenn ich heute meine Mathilde anschaue und sehe, wie sehr sie ihr Leben wieder geniesst. Gerade jetzt sonnt sie sich auf der Terrasse als wäre nie irgendwas gewesen.

Happy Birthday, mein kleines graues intergalaktisches Kampfschiffchen! ❤ Ich liebe dich mehr als Worte sagen können ❤

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Erste Hilfe

Wenn ein Haustier einen Unfall hatte oder akut lebensbedrohlich erkrankt, ist der besorgte Tierhalter selbst in einem Ausnahmezustand und weiss oft nicht, wie reagieren. Als Erstes sollte man sich auf solch eine Situation vorbereiten.

Speichern Sie bitte die Notruf-Nummer einer Klinik in Ihrer Nähe im Handy oder notieren Sie die Nummer und stecken den Zettel ins Portemonnaie (je nachdem, ob Sie eher der digitale oder analoge Typ sind) – im Notfall werden Sie womöglich keine Nerven/Zeit haben, eine Notrufnummer herauszusuchen.

Schweiz:
24-Std.-Notrufnummer des Zürcher Tierspitals: 044 635 81 11
Tierrettungsdienst Kanton Zürich 24-Std.-Notfallzentrale: 044 211 22 22
24-Std.-Notrufnummer Tierspital Bern: 0900 900 960 (CHF 1.50/Min (für Anrufe ab dem Festnetz)
Weitere Tier-Notdienste in der Schweiz

Deutschland:
Bundesweite Tierrettungsleitstelle
24-h-Notruf: 0700 – 952 952 95 (12 Cent/Min.)
oder
01578 – 49 952 95

Österreich:
Österreichische Tierrettung Notrufzentrale: 0662 / 83 07 45 11

Merkblatt «Erste Hilfe für Hund und Katze»:
Was jeder Tierhalter verinnerlicht haben sollte. Idealerweise vor dem Notfall.
Direkt zum PDF: kostenlos herunterladen
Quelle: Website «Susy Utzinger – Stiftung für Tierschutz»: Erste Hilfe für Hund und Katze

Blutspendedatenbank für Katzen (CH, D, A):
24-Stunden NOTRUF-Hotline
1. Silvio Fuchs 0178 / 136 43 83
2. Susan Hülsmann: 0160 / 979 54 64

Noch eine kleine Anmerkung: Wenn Ihr Tier in akuter Not ist (das muss nicht immer dramatisch aussehen – es kann auch einfach apathisch in einer Ecke liegen), googeln Sie bitte nicht oder berichten in Internetforen darüber. Nein. RUFEN SIE BITTE DEN NÄCHSTEN TIERARZT/NOTDIENST AN. Wenn das Tier medizinisch versorgt ist, dann berichten Sie in einem Forum/Blog oder sonstwo.

Mathilde: Todesangst

Wie eine Aprilnacht für Katze Mathilde und mich zum ultimativen Alptraum wurde. In 12 Stunden ist das genau ein Jahr her. Doch der Horror ist mir noch sehr präsent – wir erinnern uns:

«Schnell, kommen Sie schnell, das ist ein Notfall!», schrie ich ins Telefon, stürmte ins Bad, zog mich an, schnappte mir Mathilde und rannte auf die Strasse. Dort stand tatsächlich schon das Taxi, das uns durch die Nacht in die Notaufnahme des Tierspitals raste.

Im Spital angekommen, hämmerte ich auf den Notfallknopf und rief in die Gegensprechanlage: «Hilfe, meine Katze erstickt, helfen Sie uns bitte!» Sofort kamen vier oder fünf Menschen in den leeren Empfangsraum gerannt, öffneten die Tür und nahmen mir Mathilde ab. Als die Notärztin in die Transporttasche auf Mathilde blickte, wurde sie kreideweiss. Sie sah mich an und meinte: «Ich weiss nicht, ob wir noch was tun können», dann rannte sie mit ihr ins Behandlungszimmer.

Ich bezahlte den Taxifahrer und setzte mich ins Wartezimmer. Völlig verdattert.

Inzwischen war es ein Uhr nachts. Eine halbe Stunde zuvor hatte ich gerade ins Bett gehen wollen, als ich bemerkte, dass Mathilde seltsam verdreht auf dem Sofa lag und sich wand. Als ich zu ihr ging, sah ich, dass Augen und Maul weit aufgerissen waren – in ihrem Blick schiere Verzweiflung. Es dauerte einen Moment, ehe ich begriff, dass ich genau jetzt etwas unternehmen musste. Dann rief ich das Taxi.

Nun sass ich da im leeren Wartezimmer des Tierspitals. Schon wieder. Mathildes Lungen-OP war gerade mal einen Monat her. Eine Ewigkeit schien zu vergehen, ohne dass ich wusste, ob Mathilde noch lebt.

Gegen zwei Uhr kam die Notärztin, meinte, dass Mathilde noch lebe – es aber nicht gut aussehe. Sie wollte von mir wissen, wie weit sie gehen sollen, was sie alles unternehmen sollten, um ihr Leben zu retten. Ich sah sie an und meinte etwas perplex: «Einfach alles?» Sie antwortete, dass aber alles vergebens sein könnte. Ich bat sie, einfach alles zu tun, was medizinisch sinnvoll sei und Mathilde kein unnötiges Leid verursache – und es mir scheissegal sei, was das kostet.

Gegen vier Uhr morgens kam die Ärztin erneut zu mir und erklärte, dass Mathilde nun stabil sei. Ob sie die Nacht überlebe, hänge nun allein von ihr ab – man könne in den nächsten
Stunden nicht mehr tun als sie zu überwachen und abzuwarten…

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Da lag meine kleine graue Katze nun also zwischen unzähligen Schläuchen, Maschinen und Gerätschaften auf der Intensivstation des Tierspitals – aber sie atmete.

Gegen fünf Uhr morgens war ich wieder zu Hause. Noch immer wie betäubt. Als wäre das alles nur ein Alptraum. Kann mich bitte jemand kneifen? Ich möchte gerne aufwachen und feststellen, dass das alles nie passiert ist.

Kurz vor Mittag kam der erlösende Anruf: Mathilde sei weiterhin stabil, müsse aber noch einige Tage auf der Intensivstation bleiben. Sie hatte Flüssigkeit in Brust- und Bauchraum, die auf Herz und Lunge gedrückt hatte, daher die akute Erstickungsgefahr.

Es stellte sich schliesslich heraus, dass sie eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) hatte. Eine Krankheit, die bei Katzen offenbar äusserst selten – also wirklich sozusagen eigentlich überhaupt nie – vorkomme. Na grossartig. Mathilde, was soll denn das?

Die Fachärzte des Tierspitals meinten, dass Mathilde ohne erneute Brustkorböffnung in Kürze ersticken werde. Ob eine OP sie tatsächlich retten würde, konnte man mir jedoch nicht sagen. Auch nicht, ob eine erneute OP ihren eh schon geschwächten Körper nicht endgültig umhaut. Wenn sich bei der OP zeigen sollte, dass alles schon zu spät ist, würde man Mathilde gar nicht mehr aufwachen lassen. Mit anderen Worten: Es gab wenig Grund, so richtig zuversichtlich zu sein.

Da der Verzicht auf eine OP sie aber so oder so umgebracht hätte, entschied ich mich für den Eingriff – immerhin eine Chance. Die einzige.

Weil die letzte Operation erst wenige Wochen zurücklag, wollte man noch etwas warten – doch allzu viel Zeit hatten wir nicht, denn die Flüssigkeit konnte sie jederzeit wieder in diese lebensbedrohliche Lage bringen. Und so verbrachte ich die Tage bis zur OP damit, Mathildes Atmung zu kontrollieren und zu hoffen, dass wir mit dem Eingriff nicht zu lange warten…

Die Operation wurde auf den 25. April angesetzt. Meinen Geburtstag.

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