Archiv der Kategorie: Katzenhaltung

Unheimliche Dinge geschehen: Wir hören Stimmen :-O

Seit drei, vier Tagen höre ich verzweifeltes Maunzen. Klar: Ich dachte, das wäre Moriah oder Tünn. Aber…

Meistens nachts, nun am Wochenende aber auch tagsüber höre ich hier in den letzten paar Tagen wirklich verzweifeltes Mauzen. Ich dachte erst, Tünn habe zu seinen Anfangszeiten zurückgefunden – und dachte: IGNORIEREN! Ey: Um 3, 4 oder 5 Uhr morgens.

Doch dann realisierte ich, dass Tünn ja bei mir im Bett schläft :-O

Dann konnte es nur noch Moriah sein, der ihr „Gefängnis“ oben langsam definitiv zu eng wird. Aber: Das ist nicht Moris Stimme? Ich rannte beim nächsten Mal um 5 Uhr morgens dennoch hoch: Einfach, um es zu verifizieren, woher diese Schreie aus der Hölle (ihr wisst, wie Katzen tönen können…) kommen. Doch die schlief friedlich.

Hm.

Und heute Abend wieder: Alle meine Zwerglis waren voll damit beschäftigt, ihr Puten-Barf aufzusaugen. Und dennoch diese Schreie 😦 Ich sah auf dem Dach nach, im Hausflur, auf der Strasse: Nichts.

Es ist sehr unheimlich – da ist ein Tier in Not. Aber ich weiss nicht, wo?

Ich habe meinen Nachbarn jetzt mal Zettel an die Tür gehängt, ob sie ne neue Katze haben und was wissen. Ganz lieb, natürlich ❤

Hm. Mal sehen…

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Nachtrag 30. 9.: Das Rätsel ist gelöst

Wie gut oder schlecht das ist, vermag ich gerade nicht zu sagen…

Ich hatte völlig vergessen, dass unsere Catsitterin Paula ja schon vom neuen „Mitbewohner“ geschrieben hatte, der ihr im Hausflur entgegenkam (→ Ferienbericht). Ihr erinnert euch vielleicht, der/die da:
amalfi_neuzugang

Auf meine Nachfrage bei Nachbarn stellte sich heraus, dass der kleine Gast öfter im Haus ist bzw. bei meinen Nachbarn, die auf derselben Etage wohnen, gern mal auf der Terrasse sitzt (da kann er von Hausflur aus hin, ich kann ihn dort aber nicht sehen). Diese Nachbarn sind öfter mal nicht daheim (jung & unternehmungslustig – aber goldnett).

Und heute als ich von der Arbeit kam, sass der kleine Fratz auch schon wieder im Hausflur:
kuhkatze

Ich gehe davon aus, dass dies die „Mauz-Quelle“ ist. Er/sie ist super zutraulich, sieht sehr gepflegt aus und alles prima. Einzig: Dass die Katze hier mitten im Rotlichtviertel mit reichlich Verkehr (… :P) frei draussen rumlaufen kann, macht mir Bauchweh 😦 Ich habe ihn (ich denke, es ist ein Kater, weiss es aber nicht) dennoch wieder rausgesetzt – hier im Haus hat er weder Futter noch Wasser noch sonst was. Hm. Es ist ja nicht verboten, Katzen an denkbar ungeeigneten Orten in den Freigang zu lassen 😦

Oder hättet ihr anders gehandelt? Und wenn ja: wie? Ich finde das gerade irgendwie ein bisschen aufwühlend – das Tier scheint eindeutig Besitzer zu haben, da gut gepflegt und alles. Aber warum will es dann immer bei uns ins Haus? Was könnte ich unternehmen – sofern ich was unternehmen soll? Hülfe 😦

Tierarzttraining mit Felize – Fortsetzung

Wir haben unser Tierarzttraining mit Felize wieder aufgenommen. Es gibt erste Erfolge.

Anfang Juni hatte ich mit Panikmaus Felize ein Tierarzttraining nach Anleitung des Buches → „Tierarztraining für Katzen“ von Christine Hauschild begonnen. Just in dieser Zeit mussten wir jedoch aufgrund ihrer → schweren Mittelohrentzündung so oft zur Kontrolle ins Tierspital, dass sie aufgrund der ewigen Eintüterei so verstört und ängstlich wurde, dass ich schon bald gar nicht mehr an sie herankam, um irgendwas zu trainieren. In meiner Gegenwart war sie nur noch ein zusammengekauertes Bündel Angst. Zudem dürfte ihr → wiederkehrendes Gehör weiter dazu beigetragen haben, dass sie einfach vollkommen überfordert war. Also unterbrachen wir das Training auch gleich wieder.

Nach der bislang → letzten Kontrolle Ende Juli haben wir auch auf Anraten der behandelnden Tierärztin das Training nun wieder aufgenommen, allerdings nicht „nur“ nach Anleitung des oben genannten Buches, sondern mit direkter Beratung und Begleitung durch Frau Hauschild, da Felizes Angststörung auch nach Einschätzung der Spital-Ärztin sogar für Katzen weit über das „normale“ Mass hinausgeht.

Phase 1
1. Clickern & Target
Da Felize durch die vielen Tierarztbesuche und ihr wiederkehrendes Gehör solche Angst vor allem und jedem insbesondere aber vor mir hatte, galt es zunächst, jede Annäherung ihrerseits zu belohnen: Immer wenn sie sich mir näherte, wurde geclickt und belohnt. Zudem sollte die Targetstab-Übung dazukommen. Allerdings zeigte sich, dass Felize vor Targetstäben und allem, was einem solchen ähnelt, Angst hat und panisch wegrast 😦

2. Drück-mich-Übung
Da Felize jede „Manipulation“ an sich als Angriff versteht und sich weder zwecks Behandlung festhalten noch in irgendeiner Weise versorgen liess (zB. Ohrentropfen, Augen putzen), übten wir ganz sachte, dass sie „Druck“ auszuhalten lernt: Wenn sie neben mir liegt und ich sie streichle, sollte ich zeitweise mit einer Hand leichten Druck auf sie ausüben und dann wieder nachgeben. Das wird jeweils mit einem Marker-Signal angekündigt, wir wählten naheliegenderweise das Wort „drück“:
→ Signal „drück“ → Druck → Gegendruck → Belohnungssignal („yes“) → Belohnung (Kraulen am Ohr – diese Belohnung verfolgte ebenfalls ein bestimmtes Ziel, später dazu mehr).

3. Bewegung aushalten
Da Felize äusserst schreckhaft ist/war, sprang sie jedesmal entsetzt auf und rannte weg, wenn ich mich nur schon bewegte geschweige denn aufstand und irgendwohin ging. Dass sie vor Bewegungen zB. meines Arms jeweils panisch flüchtete, machte eine Behandlung wie Ohren oder Augen reinigen natürlich besonders schwierig bzw. unmöglich. Also mussten wir auch das trainieren: Jedesmal, bevor ich mich in Felizes Anwesenheit bewege, kündige ich das mit einem Wort-Signal an („move“ – merke: Es ist wichtig, für solche Signale Wörter zu verwenden, die man sonst im Alltag nicht verwendet, damit keine Missverständnisse entstehen. Daher bieten sich hierfür fremdsprachige Begriffe an):
→ Signal („move“) → Bewegung → zur Belohnung kurzes Laserpointerspiel. Effekt: 1. Vorwarnung und 2. Gegenkonditionierung durch Belohnung (es passiert nix Schlimmes, im Gegenteil).

4. Telizen S bzw. Calmex
Die Ärztin im Tierspital war wie gesagt nach diversen Behandlungsrunden der Überzeugung, dass Felizes Angst vor Tierarztbesuchen und Behandlungen weit über das „normale“ Mass hinausgeht. Also „verschrieb“ sie uns → Calmex für Katzen, das ich erstmal aufwendig per Internetversand auftreiben musste. Bis das hier war, hat Felize darum erstmal → Telizen S bekommen, das ich schon hier hatte.

Das alles haben wir dann rund drei Wochen lang geübt, dann hatten wir Ende August einen neuen Beratungstermin mit Frau Hauschild.

Felize hatte sich in den drei Wochen wirklich sehr vielversprechend entwickelt. Sie scheint mir deutlich weniger schreckhaft, sie kommt wieder regelmässig zu mir, lässt sich streicheln, drücken und springt nicht mehr jedesmal panisch weg, wenn ich mich mal bewege.

Phase 2
Jetzt galt es, dass Felize unterscheiden lernt, wann ich Tierarzttraining mit ihr mache, und wann wir einfach nur so rumlümmeln und sie mit keinen „Attacken“ 😉 von mir rechnen muss.

1. Tierarzttrainingsankündigung
Hierfür dient ein Handtuch, das ich entweder mit aufs Sofa nehme oder eben nicht. Wenn das Handtuch da ist, heisst das, dass wir jetzt gezielt Behandlungen üben: zB. Ohr putzen oder Pfote drücken.

2. Ohren putzen
Da ich von der Tierärztin den Auftrag habe, Felize regelmässig das von der Mittelohrentzündung in Mitleidenschaft gezogene rechte Ohr zu putzen (höhö – ja, klar…), übten wir das als erste konkrete Behandlung. Hier sollte ich schrittweise vorgehen und Felize erstmal ganz sachte mit dem Reinigungsmittel und dem Wattebausch bekannt machen. Doch ich war zu ungeduldig (nicht zur Nachahmung empfohlen, auch wenns bei uns gut ging): Da eine unserer Belohnungen ja Ohren kraulen ist, missbrauchte ich diese eines Tages im Affekt, ihr gleich kraulenderweise das Ohr zu reinigen redface Wir hatten wohl mehr Glück als was anderes, dass ich Felize damit nicht erschreckte. Aber immerhin kann ich ihr nun problemlos die Ohren und auch die Augen (sie hat da manchmal so Zeugs im Augenwinkel, das ich da nicht haben will) reinigen 😀

3. Clickern & Target
Da Felize Angst hat vor Targetstäben und allem, was danach aussieht, soll ich nun ein Target nehmen, das nicht länglich ist: einen Spielball, mein Portemonnaie oder sonst was. Den Targetgegenstand halte ich ihr hin, und wenn sie mit der Nase draufzukommt, gibts „yes“ und Belohnung. Das klappt jetzt sehr gut 🙂

Zudem haben wir als Pfotentarget ein Stück Pappe dazugenommen, auf das sie sich mit den Vorderpfoten stellen soll.

Erwünschter Effekt: Statt Angst zu haben, wenn ein Mensch etwas in der Hand hält, soll Felize anfangen, den Gegenstand interessant zu finden.

4. Bewegungen aushalten
Auch das üben wir wie oben beschrieben weiter und es klappt immer besser: Ich kann jetzt auch mal was vom Tisch nehmen oder sogar aufstehen, ohne dass Felize panisch wegrennt – wenn ich es vorher angekündigt habe. Das Timing ist hier sehr wichtig.

5. Drück mich
Auch das üben wir wie oben beschrieben weiter. Klappt sehr gut.

6. Kartons und Taschen ins Laserpointerspiel einbauen
Felize hat an sich kein Problem damit, freiwillig in eine Transportbox zu gehen – allerdings tut sie das nie dann, wenn es für einen Tierarztbesuch nötig wäre 😛 Und sie ist auch immer sehr sehr misstrauisch – wenn ich dann auch nur gucke, rennt sie gleich wieder raus. Um ihr Behälter jeder Art also spielerisch vertrauter zu machen, werden Kartons, Katzentunnel und auch Transportkisten beim Spiel mit dem Laserpointer miteinbezogen. Tunnel und Kartons sind kein Problem – aber das mit der Tasche/Box durchschaut sie cool Ich glaube aber festzustellen, dass sie immerhin anfängt mit dem Gedanken zu spielen, doch mal reinzugehen, wenn der Laserpunkt darin verschwindet 😉

7. Telizen S und Calmex
Nachdem Felize rund vier (?) Wochen Calmex bekommen hatte, hatte ich den Auftrag stattdessen nochmal eine Woche lang Telizen S zu geben, um zu schauen, ob ein Unterschied in ihrem Verhalten festzustellen ist. Beschwören würde ich es nicht, aber ich hatte den Eindruck, dass Felize in dieser Woche mit Telizen eher wieder unsicherer wurde. Das ist sicher weit von einem wissenschaftlichen Beweis entfernt, aber mein Eindruck war, dass sie mit Calmex selbstsicherer und neugieriger ist 🙂

Ja. So üben wir hier. Ende September muss ich mit Felize nochmals zur Kontrolle ins Tierspital. Ich gehe nicht davon aus, dass sie mir dann freiwillig in die Box hüpft und in der Praxis freudvoll alles mit sich machen lässt 😉 Aber seit wir das Training wieder aufgenommen haben, stelle ich eine deutliche Entspannung der Gesamtsituation fest:

  • Felize vertraut mir wieder viel mehr als während der letzten Wochen – ich würde sogar sagen, mehr als sie es je zuvor tat.
  • Felize ist rundum neugieriger und aufgeweckter. Es ist nicht mehr jede Situationsveränderung (wenn ich zB. in ihrer Gegenwart etwas in die Hand nehme oder aufstehe) beängstigend.
  • Felize macht unsere Tierarzttrainings-Übungen wie „Drück-mich“ und Target nun mit Freude mit – es scheint ihr Spiel und Schule zugleich ♥
  • Und vielleicht das Wichtigste für uns in der aktuellen Situation: Ich kann kleinere Manipulationen an ihr vornehmen wie zB. Ohren reinigen. Das ist wirklich super, da medizinisch notwendig.

Alles in allem bin ich im Moment sehr zuversichtlich, dass es da noch sehr viel Potential gibt. Wir bleiben jedenfalls dran 🙂 ♥<

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FortsetzungDreierlei: Panikkatzen, Geisterkatzen und Kinderbücher

Katzen-Zusammenführungen: Wirklich so schwierig?

Katzen gelten ja im Volksglauben immer noch oft als Einzelgänger. Leider.

Aber ich will hier jetzt gar nicht ausufernd erläutern, was einem jeder katzenerfahrene Tierschützer sowieso erzählt, wenn man ihn nur liesse 😉 Zwei Links zum Thema sollen erstmal reichen:
→ Wohnungskatze in Einzelhaltung
→ Einzelhaltung von Wohnungskatzen

Aus diesen Gründen habe ich hier mehrere Katzen. Angefangen hat es auch mal mit zwei, warum ich dann (ursprünglich zumindest 😉 ) erweiterte, habe ich halbernsthaft hier beschrieben:
→ Wie mit den Kamikatze-Geschichten alles begann

So weit, so klar. Als ich heute die lieben Kommentare zu
→ Zusammenführung reloaded, Teil 3 beantwortete, fiel mir auf, dass wohl manch einer, der hier zB. zufällig über Google dazukommt, vieles im Zusammenhang mit Moriahs Eingewöhnung hier evtl. nicht ganz nachvollziehen kann, und ich vieles in den Kommentaren erläuterte, was eigtl. in einen eigenen Beitrag gehört, auf den ich künftig erläuternd verlinken kann. Noch schlimmer finde ich die Vorstellung, dass jemand glauben könnte, unser Prozess hier mit Moriah entspreche einer „normalen“ Katzenzusammenführung und so evtl. abgeschreckt wird, selber eine zu wagen 😦

Es gibt ja beim Thema Katzenzusammenführungen wie bei fast jedem Thema verschiedene Glaubensrichtungen:

  • Manche sagen, man solle die Katzen einfach machen lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass das meistens gut geht – vielleicht ein bisschen Fauchen und Brummen zu Beginn, und dann wars das. Die Kehrseite: Die Katzen mancher Leute müssen in der Folge manchmal damit leben, monatelang Angst im eigenen Zuhause zu haben, sich deshalb ständig zu verkriechen und nie zu wissen, wann der (noch) ungeliebte Katzenkumpel einem wieder eine überbrät. Manche sagen, das sei „normal“. Manchmal wird eine Katze dabei allerdings auch derart traumatisiert, dass sie – einst ein soziales Wesen – nie wieder mit anderen Katzen zusammenleben kann. Blut muss dafür nicht geflossen sein. Das ist ja immer so der Spruch, der in Katzenforen als Massstab rumgeht: „Solange kein Blut fliesst“. Sehr gefährlicher Unfug, wenn ich dazu mal meine Meinung sagen darf. Meine LouLou war so ein Fall: Sie wurde nie körperlich direkt ernsthaft attackiert, dennoch hatte sie solche Angst vor den Neuzugängen in ihrem alten Zuhause, dass sie sich nur noch verkroch und bei Begegnungen mit anderen Katzen einpieselte. „Normal“, dachte ihre Halterin 😦 Als LouLou dann nach dieser ein Jahr lang andauernden gescheiterten Zusammenführung zu mir kam, war schon fast nichts mehr zu machen, das arme Tier war dermassen verstört 😦 Wir konnten nur noch daran arbeiten, dass die 19-jährige Katze nicht im Glauben stirbt, sie hätte etwas falsch gemacht 😦 Ich hoffe, das ist uns gelungen :_(
  • Andere pochen ebenso störrisch darauf, man müsse ein solches Projekt zwingend per Separation und Gittertür angehen.

Meine Meinung: Ich nehme jeweils das, was für die Situation bzw. die betroffenen Katzen am besten passt 😀

Wir durchlaufen hier gerade die 9. Zusammenführung in der bestehenden Katzengruppe (sieben Zwerglis und vier Sternchen). Davon wurden:

  • fünf Neuankömmlinge nicht separiert, sondern direkt in die Gruppe gesetzt (Lucie, Shakti, Mogwai, Faramee und Tünn).
  • vier Neuankömmlinge wurden (teils auch wegen gesundheitlicher Abklärungen sowieso) separiert (Mathilde, LouLou, Felize und Moriah – Moriah dann erneut, nachdem die „Laissez-faire“-Zusammenführung in Einpinkeln und Angriffen eskalierte).

Und jedes Mal war es goldrichtig. Es gibt kein: SO ist es richtig – das hängt ganz allein von den beteiligten Wesen ab (damit meine ich vor allem die Katzen 😉 ). Es ist wichtig, dass man beim Entscheid, eine Katze in eine bestehende Gruppe aufzunehmen, ehrlich beseelt ist vom Wunsch, für die Katzen das Beste zu wollen (und nicht für sich, weil der Neuzugang so hübsch, so niedlich ist – oder einfach: Ich will ein Kitten, die sind so süss smiley_emoticons_ins-auge-stechen) Und dann klappt das auch 😉

Unsere Zusammenführungen sahen bislang in der Regel so aus:

Aber im Moment sieht es halt so aus:
→ Moriah

Dass Moriah solche Angst vor fremden Katzen hat, hat keiner geahnt. Unsere schwierige Situation soll aber bitte niemanden entmutigen, das Projekt Katzenzusammenführung anzugehen ♥

Katzen sind – genau wie wir Menschen – soziale Wesen – im Grundsatz. Wenn ich sehe, wie meine Zwerge hier die Bude gemeinsam toben, miteinander liegen und einander respektieren – dann muss ich manchmal fast heulen vor Glück ♥
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Omelize <3

Lucie mit ihrer grossen Liebe Omar

Sahib und Omar ein paar Jahre später

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Zusammenführung reloaded, Teil 3

Vor lauter → Kinderbuch komme ich ja zu nix mehr sonst *örks*. Da aber am Freitag der nächste Termin mit Frau Hauschild ist, bringe ich uns mal doch noch alle auf den neusten Stand.

Vorgeschichte: → Zusammenführung reloaded, Teil 2

Shakti und Moriah machen sich weiterhin ziemlich prima ♥ Naja. Grundsätzlich so. Shakti hat leider einen neuen Tick entwickelt 😦 Sie ist jetzt NOCH besessener von der Gittertür und betreibt da inzwischen echt teils Terror 😦

Meine laienhafte Interpretation ihres intensivierten Zombie-Gehabes (*will-will-will-jetzt!!!!-kopf-gegen-tür-schlag*): Sie erlebt natürlich jetzt jeweils da mit Moriah im Zimmer mit die intensivsten Momente an Zuwendung und Aufmerksamkeit. Kann es sein, dass sie das halt noch mehr anspornt, da reinzukommen?

Sobald ich die Gittertür öffne, ist nämlich Ruhe. Beziehungsweise läuft es eigtl. wie gehabt: Es wird viel geguckt, dann passiert gar nix, dann wird geguckt und durchs Zimmer geschlendert und so getan, als tät man sich üüüüüüüüüüüüberhaupt nicht für andere Katzen interessieren  smiley_emoticons_anmachen

Doch seht selbst. Dass ich in den Videos so viel plapper, ist Absicht (vielleicht auch nun zu viel des Guten?) – nachdem ich anfangs ungewohnt ruhig war, war der Tipp, dass meine Schweigsamkeit eben auch wieder Misstrauen schüren könnte, also plapper ich einfach frei raus, was mir grad so in den Sinn kommt. Man darf es getrost ignorieren 😛

Ich also auf die andere Seite rüber, um Shakti zu streicheln. Mit Kamera, Handtuch und plappernd unterm Tisch zu ihr durchzukriechen, war mir logistisch doch zu verwirrend 😛

Und dann ein kleines Showdown wiedermal 😦

Ach, würde Shakti das doch nur bleiben lassen. Mit den anderen Zwerglis läuft es inzwischen problemlos, wenn die auch mal dürfen (und Shakti seltenerweise mal grad nicht auch will… – weil: Alle auf einmal wäre dann doch (noch) too much smiley_emoticons_flucht).

Ja, mal sehen. Übers Training mit Felize gäbs ja auch noch reichlich zu berichten. Aber im Urlaub hat man immer so wenig Zeit (zumindest, wenn man gerade versucht, ein Kinderbuch druckfähig zu bekommen smiley_emoticons_motz)

Wir bleiben zuversichtlich! Bis bald ♥

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Fortsetzung: → Videobericht: Training mit Shakti
Fortsetzung2: Moriahs Training geht natürlich weiter

Zusammenführung reloaded, Teil 2

Nachdem unsere Katzen-Expertin ebenfalls zufrieden war, wie Shakti und Moriah sich einander annähern, haben wir natürlich gleich weitergemacht. Neues Video.

→ Vorgeschichte: Zusammenführung reloaded, Teil 1

Bei unserem zweiten «Shakti meets Moriah»-Event lief zunächst alles wie beim ersten Mal: Tür auf, Shakti guckt, Moriah guckt, Iwon tut so als wäre sie schwerst beschäftigt, guckt aber natürlich auch. Minutenlanges, ereignisfreies Gucken.

Dann meinte Moriah ein bisschen Action ins Geschehen bringen zu müssen und machte Anstalten vom Tisch zu hüpfen eek  Ich persönlich fand die Idee jetzt nicht soooooo klasse, habe aber mal gelernt, dass sich der Dokumentarfilmer nicht ins Geschehen einmischen soll. Also schnappte ich den Trennkarton (um den Sichtkontakt zu unterbrechen, falls nötig) und ging in total unauffällige Habachtstellung. Total beiläufig, damit keiner Verdacht schöpft 😛

Moriah sprang also vom Tisch, streckte sich und schlenderte dann ziemlich gemächlich zur Staffelei am anderen Ende des Raumes. Shakti guckte, ich guckte. Und ich glaube, unsere Blicke zeugten dabei gleichermassen von Verblüffung.

Dann passierte wieder gar nichts. Bis Shakti sich doch noch zur Annäherung entschloss, indem sie sich erstmal in der Mitte des Raumes auf ein Tuch schmiss und gestreichelt werden wollte. Was dann geschah:

In der Szene kurz vor Schluss hielt ich es nicht mehr aus und gab Shakti mehr intuitiv als wissend das Klopf-Zeichen zur Entspannung – nicht dass sie wieder hopps rauf auf Moriah, die dann quietschend und so weiter… rolleyes

Unsere Verhaltenstherapeutin ist so weit ähnlich angetan von der ganzen Entwicklung wie ich und gab mir aufgrund des neusten Videos noch einige Tipps, wie solche Zusammentreffen noch besser zu «steuern» wären:

1. Die Klopf-Intervention bei Shakti sei gut gewesen. Shaktis Anspannung solle ruhig öfter durch solche Klopf-Streichel-Einschübe unterbrochen werden. Hierbei soll uns ein Handtuch helfen. Das erklärt sich dann im nächsten Video 😀

2. Moriah soll während Shaktis Annäherung beclickert und belohnt werden (also: Moriah soll währenddessen keine Kunststücke machen, sondern wird dafür beclickert, dass sie ruhig und entspannt bleibt).

3. Ich lasse mir einen fünften Arm wachsen, damit ich Handtuch, Leckerli, Trennkarton und Kameraführung zeitgleich elegant koordinieren kann 😛

Wenige Minuten nachdem Shakti den Raum verlassen hatte, lag Moriah dann wieder so bei mir auf dem Schreibtisch – da sieht man auch mal schön ihre puschelige Pfotenbehaarung zwischen den Zehen, hihi:

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Kurz darauf gesellte sich Felize zu uns und liess sich auf dem Kratzbaum neben Moriahs (äh: meinem) Schreibtisch durchknuddeln und sogar in die Ohren fassen (Teil ihres Trainings) cool

Das Foto ist schon älter, aber etwa so sah das dann aus, als alles schlief, nur eine wachte:

Als Therapiekatz bei Moriah <3
Ich würde sagen, es läuft hier eigentlich ziemlich sehr prima gerade ♥ ♥ ♥

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Fortsetzung: → Teil 3

Happy Move-in-Day, kleine Felize <3

Heute vor genau zwei Jahren ist Felize-Süssmaus bei uns eingezogen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Ein Bild von gestern Abend – edel und anmutig, wie man Felize kennt:
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Felize, mein süsses Mäuschen smiley_emoticons_herzen02  Vor zwei Jahren haben deine Pflege-Dosis dich von Deutschland nach Zürich gebracht. Ich bin euch über die Grenze entgegengekommen und irgendwo im Outback an der deutsch-schweizerischen Grenze haben wir an einem gottverlassenen Pampa-Bahnhöfchen die Papiere für den Zoll ausgefüllt, damit du uns auch nicht beschlagnahmt wirst smiley_emoticons_panik4 (→ Einreisebestimmungen für Hund und Katze in die Schweiz)

Als kleines taubes Ataxi-Notfellchen mit «leichtem Hang zur Panik» cool  wurdest du mir vermittelt ❤ Hast dich hier aber schnell eingelebt und deine anfängliche Schüchternheit bald gegen neugierige Ausflüge zu den Nachbarn eingetauscht eek

Die letzten Monate hier waren schlimm für dich cry  Wegen deiner → Mittelohrentzündung mit Vestibulärsyndrom musstest du nicht nur notfallmässig einige Tage im Tierspital verbringen, sondern – fast noch schlimmer für dich – anschliessend regelmässig zur Nachkontrolle. Und Ohrentropfen hätte ich dir auch noch geben sollen, was du erfolgreich zu verhindern wusstest rolleyes

Doch seit einigen Tagen bist du wieder (fast) ganz die alte, süsse, zutrauliche, verschmuste Süssmaus wie eh und je. Wie es dazu kam, wird bald berichtet 😀

Nun feiern wir dich erstmal – von deiner Patentante hast du ja schon eine süsse Karte und Geschenke bekommen, die du bereits auf die Terrasse verschleppt hast 140

Ich bin sehr froh, dass wir heute ungetrübt von Angst und Stress deinen zweiten Move-in-Day feiern können – bleib wie du bist, mein Herz a_13_fa2278df  Naja, gut: Bis auf die eine oder andere Angststörung, die braucht echt kein Mensch, äh: Katz 😉

Diese Diashow benötigt JavaScript.

HAPPY MOVE-IN-DAY, FELIZE!  smiley_emoticons_fips_herzen01

Moriah: Zusammenführung reloaded <3

Es ist so weit: Panikmaus Moriah lernt nun, dass andere Katzen eigentlich nicht nur nicht schlimm, sondern sogar eventuell ein bisschen klasse sind ❤

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Meine liebe Moriah hatte ja seit ihrem Einzug hier (Weihnachten 2012) furchtbare Angst. Angst vor ALLEM. Es gab eigentlich NICHTS, was ihr KEINE Angst machte. Sogar Futter war beängstigend, Leckerli waren Monster. Licht war schlimm und Dunkelheit der Teufel. Menschen waren Scheusale und aber Katzen – Katzen waren das Allerschlimmste für sie. Kurz: Sie fand eigentlich alles ganz schrecklich 😦

Fleissige Mitleser hier wissen das ja alles schon, darum verweise ich für neue Besucher auf die Vorgeschichte: → Moriahs Training

Nachdem wir also seit Wochen mit fachkundiger Hilfe unserer Verhaltenstherapeutin Moriahs Selbstbewusstsein aufbauten, erwuchs sie zu einem aufgeweckten, freudvollen, ja schon fast herrlich frechen Dingelchen ❤

mori_sunshine

mori_zunge

Nachdem Moriah anfangs keinerlei Katzengesellschaft vertrug, führten wir sie dann seit einigen Wochen langsam daran heran, die absolut harmlosen Zwerge hier doch mal kennenzulernen. Erst Tünn, dann Faramee und Felize. Mathilde und Lucie sind eh sehr zurückhaltend und haben sich da nie gross „einmischen“ wollen. Umso mehr wollte aber Shakti genau das: Sie war so dermassen besessen von der Katze hinter der Gittertür, was Moriah natürlich erst recht schockierend fand :-O

Nachdem nun aber Moriah inzwischen ein so gesundes Selbstbewusstsein entwickelt hat, meinten unsere Verhaltenstherapeutin Frau Hauschild und ich übereinstimmend, dass es Zeit sei, einen Schritt weiterzugehen. Darum wurde heute die Zusammenführung offiziell wieder aufgenommen.

Zur Veranschaulichung einige Videos. In dieser Epik vor allem auch halt im Hinblick, dass Frau Hauschild sich das anschaut. Für die „Allgemeinheit“ wird das jetzt nicht alles soooo interessant sein – sorry ❤

Zunächst ein Eindruck, wie verschmust und zutraulich Moriah inzwischen ist:

Die Gittertür, der sie monatelang nicht traute und der sie immer auswich: Seit einigen Wochen kommt sie mir dorthin entgegen, obwohl sie weiss, dass andere Katzen in meinem Schlepptau sein könnten:

Und nun die Dokumentation des heutigen grossen Moments: Shakti durfte mit rein zu Moriah.

+++ breaking news: Zusammenführung reloaded +++

Tür wird geöffnet – öh.:

Gucken:

Noch mehr gucken:

Dann wurden alle beide schmusig ❤ Shakti entdeckte ein liegengelassenes Stinkekissen und zerwühlte sich darin ❤ Das wurde auch „beklopft“ und belobigt (so wurde es mir aufgetragen – glaub ich)

Moriah entspannte sich derweil auch sofort wieder und futterte ihre Leckerli. Ich arbeitete weiter und schielte nur so vöööööööööööllig beiläufig rum… Ca. 1 Stunde lang passierte gar nix weiter. Dann startete Shakti einen neuen Annäherungsversuch:

Was man vielleicht im Video nicht so hört: Moriah faucht einmal sehr scharf und legt mit einem ernst gemeinten Brummen nach (naja: die grosse Liebe hat jetzt auch keiner erwartet). Shakti geht daraufhin einfach stillschweigend weg, schmiss sich auf den Boden, wo sie gestreichelt werden wollte, was sie wurde. ❤

Dann war meine Speicherkarte voll und wir brachen eh ab, heisst: Ich knutschte Moriah, liess sie ihre Leckerli knuspern und ging dann problemlos mit Shakti runter ❤

Kein Eklat, keine Panik ❤ So weit ich verstand aus unserer Beratung ist es auch völlig ok, wenn gefaucht und geknurrt wird (in dieser Situation) – solange die andre Katze das dann auch respektiert und sich entsprechend zurückzieht, was Shakti ja vorbildlich tat.

Ich bin sehr sehr zuversichtlich! ❤ Und gespannt, wie unser Profi das einschätzt. Hui. Aber ist doch gut. Oder? ❤

Panik!!!! Nicht die Katzen – ICH!!

Moriahs Bewegungsradius wird mir eindeutig zu GROSS.

Gerade eben musste ich fast meine Katze Moriah vom Dach pflücken :-O Ich war hier unten bei den anderen Zwerglis, als ich oben etwas rummsen höre. Ich denke erst: Naja, es rummst schonmal. Dann rummste und rumpelte es nochmal und ich ging auf die Terrasse, um zu sehen, was auf meinem Dach rumrummst und -rumpelt. Und sehe: MORIAH :-O

Ich rase also wie ne Besengte nach oben, fummle die Gittertür auf und haste zum Fenster – da hockte Moriah inzwischen wieder auf dem schrägen Dachfenster, aber ausser Reichweite für mich. Ich überlegte mir, dass ich also von aussen aufs Dach steigen, ein Laken über sie werfen und dann mit ihr runterklettern werde. Ähm ja. Brillanter Plan mit einigen Logiklücken – aber das Beste, das grad zur Hand war. Ich also Felizes Eintüt-Laken geschnappt, runter auf die Terrasse – da rummst es wieder. Keine Katze mehr auf dem Dach zu sehen.

Da Moriah nicht auf die Terrasse runtergefallen war, gab es nur zwei Möglichkeiten: Sie ist bei den Nachbarn auf die (ungesicherte) Terrasse geplumpst oder wieder in ihrem Zimmer.

Ich also wieder hochgeschossen in ihr Zimmer. Da sitzt Moriah auf ihrem Lieblingsplatz und guckt mich an: „Wossn?“.
moriah-woss

Entschuldigt, dass es unscharf ist (kennt man von mir ja nicht anders), aber ich zittere immer noch so :-O

Gut, sie hätte zu keiner Zeit tiefer als zirka zwei Meter eben zu uns oder zu den Nachbarn auf die Terrasse fallen können. Oder aber über die Dächer Zürichs entschwinden :-O Aber meine Nerven….

Klar wünschte ich mir seit ihrem Einzug hier, dass sie unter der Staffelei hervorkommt und später dann auch mal aus dem Zimmer raus ins Nachbarzimmer, um die „Umgebung“ bisserl zu erkunden. Aber vom Dach war NIE die Rede! Heiderdaus.

Das ist übrigens unsere Fenstersicherungskonstruktion, die bisher von NIEMANDEM geknackt wurde. Mann.

Fenster damals vor der Sicherung (Moriah sass dann da auf der Fensterscheibe, die wenn geöffnet fast waagrecht steht):
Fenster_problem

Dann „gesichert“:
Fenster_gesichert

Von der Seite – die kleine Öffnung befindet sich rund zwei Meter über Boden und da passt nur mit Zwängen eine Hand durch:
Fenster_seite

Wie Moriah da rauskam, ist mir ein Rätsel. Eines, das ich schnell lösen muss. Aber zuerst brauche ich einen Schnaps.

Angst. Angst muss nicht sein <3

Ich habe ja zwei Panikkatzen hier. Nein. Ich meine nicht „schüchterne“ oder „ängstliche“ Katzen. Ich meine PANIK.

→ Felize
besuch-felize
→ Moriah
moriah

Gerade eben kam es zu einem Eklat: Shakti hatte sich durch die Gittertür-Absicherung oben zu Moriah gezauselt (ich sollte das aus Zombiefilmen besser wissen: Das hält auf Dauer NIE!). Normalerweise würde ich das jetzt beschämt verschweigen, mich grämen und das ganz heimlich mit unserer Verhaltenstherapeutin besprechen.

ABER: Ich bin so stolz auf meine Zwerge! Shakti war offensichtlich bei Moriah drin 😦 – es gab Gekreische :-O Früher hätte sich Moriah eingepinkelt und -gekackt und für drei Tage das Futter verweigert – oder: Shakti totgebissen aus schierer Panik. Doch grad raste ich selber in schierer Panik hoch: Shakti kam geduckt aus Moriahs Zimmer raus, Moriah sass stolz wie ne Königin auf ihrem Lieblingsplatz – keiner verletzt, alles wieder gut. Moriah hat entspannt ihre Leckerli aus dem Fummelbrett geholt und Shakti ging dann mit runter und jagte Schmetterlinge.

Langsam läufts hier auf ne völlig normale Katzenzusammenführung raus – wie banal *g* Wir wollten doch was EXKLUSIVES (<– Scherz!!!!)

Und Panikmaus Felize liegt gerade an meinen Rücken gelehnt und schnarcht ❤ Seit zwei Tagen schnurrt sie sogar wieder ❤

Ach mensch – ich kann nur nochmal appellieren: Wenn ihr Sorgen wegen eurer Katzen habt – holt professionellen Rat! Und zwar so früh wie möglich. Es muss nicht so krass werden wie bei uns (die Katzis kamen ja schon "vorgeschädigt" an) – rechtzeitig gegengesteuert wird oft schon ein Telefonat/Besuch reichen.

Kürzlich fragte ich jemanden, dessen Katze offensichtlich psychische Probleme hatte, warum eine tierpsychlogische Beratung nicht in Frage käme – ob sie bei einem körperlichen Problem auch nicht zum Tierarzt ginge? Sie meinte dann, dass man Medizin und "Psychokacke" ja wohl nicht vergleichen könne. Ich hatte vor 6 Jahren ein Burn-Out. Hätte mir die "Psychokacke" damals nicht das Leben gerettet, wäre ich nicht mehr da. Der Körper ist das Gefäss – in dem aber auch nur eine gesunde Seele sich wohlfühlt.

Ich gehe mal davon aus, dass keiner, der hier regelmässig mitliest, annimmt, Tiere hätten keine Seele/Psyche… Andernfalls können wir gern drüber reden 😉

Felize

Moriah

Moriah

Warum Kastration?

Je nach Quelle leben in der Schweiz zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Katzen. Nicht jede von ihnen hat jedoch ein Zuhause: Tausende Katzen warten in Tierheimen, täglich kommen neue hinzu – und längst nicht alle haben das Glück, wenigstens im Tierheim zu landen.

Katzenbabys sind so niedlich…

Benziad: «Unsere Hauskatzen haben ein Recht darauf, dass wir uns um sie kümmern. Die Frage ist, ob wir in der Schweiz die Chance ergreifen und das Problem angehen, bevor es uns über den Kopf wächst. Es ist ein gesellschaftliches Problem, das uns alle angeht.»

Benziad: «Unsere Hauskatzen haben ein Recht darauf, dass wir uns um sie kümmern. Die Frage ist, ob wir in der Schweiz die Chance ergreifen und das Problem angehen, bevor es uns über den Kopf wächst. Es ist ein gesellschaftliches Problem, das uns alle angeht.»

Die Vorstellung, Katzen hätten ein Sexualverständnis wie der Mensch, ist wohl häufig ein Grund, warum es vielen Katzenhaltern «widernatürlich» erscheint, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Andere finden ihre eigene Katze einfach so grossartig, dass sie unbedingt per Fortpflanzung «multipliziert» werden soll. Und noch ganz andere machen mit der unfachkundigen Vermehrung von Katzen ein dickes Geschäft, indem sie Rassemixtiere wild querbeet miteinander verpaaren und die niedlichen Maine-Coon-, BKH-, Perser- oder Bengalen-Mixe für Hunderte von Franken als «Schnäppchen»-Rassekatzen in Internet-Kleininseraten feilbieten. (Siehe dazu: → Unseriöser Tierhandel im Internet)

Je nach Quelle leben in der Schweiz schätzungsweise zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Katzen. Nicht jede von ihnen hat jedoch ein Zuhause: Tausende Katzen warten in Tierheimen, täglich kommen neue hinzu – und längst nicht alle haben das Glück, wenigstens im Tierheim zu landen: Zahlreiche Katzen werden nach Angaben des Schweizer Tierschutzes STS einfach ausgesetzt oder so vernachlässigt, dass sie von selbst das Weite suchen, oder sie vermehren sich unkontrolliert auf Bauernhöfen: So entstehen Populationen verwilderter, menschenscheuer Katzen, in Schrebergärten, auf Fabrikgeländen und in Stadtparks, wo das Elend von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt seinen Lauf nimmt. (Siehe Bildgalerie)

Der Schweizer Tierschutz STS und seine 70 Sektionen kastrieren jedes Jahr rund 10’000 Katzen, vor allem Bauernhofkatzen (rund 6500), aber auch verwilderte, herrenlose Katzen (rund 3500). Dennoch werden es immer mehr.

Wer seine Katzen sich fortpflanzen lässt, überschwemmt also nur weiter einen «Markt», der längst komplett übersättigt ist. Leidtragende sind die Katzen, die auf der Strecke bleiben: «Mitunter lassen Tierschützer aufgegriffene Streunerkatzen auch einschläfern, obwohl es medizinisch keine Notwendigkeit gibt – einfach weil man nicht weiss, wohin mit ihnen, oder die finanziellen Mittel fehlen», wie Anouk Benziad vom Tieschutzbund Basel sagt.

Ein Rechenbeispiel (Quelle: STS 1999):
Gehen wir von folgender Ausgangslage aus: 1 Katzenpaar, 2 x pro Jahr Nachwuchs und
2,8 überlebende Katzenjunge pro Wurf.
Nach 1 Jahr: 12 Katzen
Nach 2 Jahren: 66 Katzen
Nach 3 Jahren: 382 Katzen
Nach 4 Jahren: 2’201 Katzen
Nach 5 Jahren: 12’680 Katzen
Nach 6 Jahren: 73’041 Katzen
Nach 7 Jahren: 420’715 Katzen
Nach 8 Jahren: 2’423’316 Katzen
Nach 9 Jahren: 13’958’290 Katzen
Nach 10 Jahren: über 80 Millionen Katzen

Retten Sie Leben: Lassen Sie Ihre Katzen und Kater kastrieren.

«Wegwerfprodukt» Haustier?
Insgesamt 23’400 Tiere wurden im Jahr 2011 in Tierheimen von Sektionen des Schweizer Tierschutzes STS aufgenommen: 4027 Hunde und 12’928 Katzen, der Rest Nager, Vögel und Reptilien. Dazu kommen noch 1708 Fische, die die Fischauffangstation FAS in Embrach aufgenommen hat.

Allein das Tierheim des → Tierschutzbund Basel nimmt nach eigenen Angaben im Schnitt jedes Jahr 270 weitere Katzen auf – viele werden Dauergäste bleiben.

Anouk Benziad, Leiterin des Tierheims des Tierschutzbund Basel, berichtet von ihrem täglichen schier aussichtslosen Kampf gegen Krankheit, Elend und Tod:

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Gastbeitrag:
Alles spricht für die Kastration
Kastration beeinträchtigt die Würde eines Tieres nicht. Im Gegenteil: Bei der extrem hohen Katzendichte in der Schweiz beeinträchtigt es das Wohlbefinden und die Gesundheit einer Katze, wenn sie nicht kastriert wird! Die hohe Katzendichte ist menschgemacht, und so müssen wir auch die Konsequenzen ziehen und dafür sorgen, dass die vielen Katzen einigermassen miteinander leben können.

(Text: Dr. Eva Waiblinger, Zoologin, Fachstelle Heimtiere, Schweizer Tierschutz STS)

  • Es gibt in der Schweiz mehr als genug Katzen. In Tierheimen warten sehr viele auf einen Lebensplatz, auch Jungkatzen und Rassekatzen.
  • Kastrierte Katzen und Kater sind ebenso gute Mäusefänger wie vor der Kastration, und dick werden sie nur, wenn ihr Mensch sie übermässig füttert.
  • Kastrierte Kater streunen weniger, sind seltener verletzt durch Streitereien und werden weniger Opfer von Verkehrsunfällen, weil sie nicht für die Brautschau auf Wanderschaft gehen.
  • Kastration ist Gesundheitsvorsorge: Viele Katzenkrankheiten werden bei engem Körperkontakt zwischen Katzen übertragen, also bei Streitigkeiten und Sexualkontakt. Durch Kastration werden diese Übertragungsmöglichketen reduziert, kastrierte Katzen sind untereinander friedlicher.
  • Kastrierte Katzen vermissen nichts, da sie weder von den Hormonen noch von der Hirnentwicklung her je auf Fortpflanzung eingestellt wurden.
  • Kein Kind «muss» einmal die Geburt von Jungtieren beim eigenen Heimtier erlebt haben, es gibt genügend andere Möglichkeiten, Jungenaufzucht von Tieren zu beobachten (Zoo, TV-Dokus).
  • Kätzinnen müssen nicht Junge gehabt haben, bevor man sie kastriert. Am besten werden Kater und Kätzinnen im Alter von fünf bis sechs Monaten kastriert.
  • Unkastrierte Katzen und Kater in der Wohnung zu halten, hält wegen der fleissigen Urin-Markiertätigkeit kaum jemand lange aus.

Das Problem verwilderter Katzen
Bei verwilderten Katzen ist Einfangen, Kastrieren und am gleichen Ort wieder Aussetzen die weltweit als erfolgreich anerkannte Methode der Wahl. Erwachsene verwilderte Katzen können nicht in ein Tierheim gebracht und platziert werden, weil sie nicht sozialisiert sind und Angst vor dem Menschen haben, sie sind nicht zähmbar.

Manche Schweizer Behörden haben das Gefühl, das Problem verwilderter Katzen durch Abschuss lösen zu können. Dies ist eine fehlgeleitete Auffassung. Zwar ist es möglich, dass ein Jäger oder Wildhüter eine oder zwei Katzen einer Population verwilderter Katzen erwischt. Die anderen Katzen fliehen jedoch und suchen sich einen anderen Platz zum Leben. Es kann auch dazu kommen, dass eine Katze nur angeschossen wird und dann qualvoll stirbt.

Wenn die Katzen aber eingefangen, kastriert und am gleichen Ort wieder ausgesetzt werden, so besetzen sie diesen Lebensraum und verhindern, dass andere Katzen in ihr Territorium einwandern, sie agieren sozusagen als «Platzhalter», können sich aber dennoch nicht vermehren, und damit weitet sich die Population auch nicht aus. Wenn zusätzlich noch möglichst viele Katzenhalter und Landwirte ihre Katzen kastrieren lassen, so versiegt nach und nach der «Nachschub» an verwilderten Katzen. So kann das Problem nachhaltig und langfristig gelöst werden. (Text: Dr. Eva Waiblinger, Zoologin, Fachstelle Heimtiere, Schweizer Tierschutz STS)

Kastrationsaktionen
Wer eine Kolonie verwilderter Katzen entdeckt, sei es in einem Schrebergartenquartier, auf einem Fabrikgelände oder in einem Stadtpark, sollte dies schnell dem → nächsten Tierschutzverein melden. Dieser verfügt über spezielle Katzenfallen und die Erfahrung, wie man scheue, verwilderte Katzen einfängt, kastrieren lässt und nach dem Freilassen auch weiterhin überwacht, um allfällige Neuzugänge gleich wieder kastrieren zu können. Die beste Jahreszeit für Kastrationsaktionen ist der Herbst, Oktober bis Dezember, da die Katzen dann keine Jungen haben.

Durch Meldung bei einer Sektion des Schweizer Tierschutz STS können solche Kastrationsaktionen nicht nur schnell und effizient durchgeführt werden, sondern es können auch die Mittel aus dem Kastrationsfonds des Schweizer Tierschutz STS dafür verwendet werden. Landwirte, die ihre Katzen kastrieren lassen möchten, wenden sich ebenfalls an die nächste Sektion des Schweizer Tierschutz STS.

Der Schweizer Tierschutz STS und seine Sektionen finanzieren sich vollständig aus Spenden und Legaten und erhalten keinerlei staatliche Mittel. Auch Kastrationsaktionen bei verwilderten Katzen und Bauernhofkatzen werden durch Spendengelder finanziert. Spenden oder gar Kostenbeteiligungen an Kastrationsaktionen für verwilderte Katzen durch Gemeindebehörden wären daher sehr willkommen. Wichtig wäre auch, dass die Gemeinden die Bauern informieren und zum Katzen-Kastrieren anhalten. (Text: Dr. Eva Waiblinger, Schweizer Tierschutz STS)

Weitere Infos:
→ www.tierschutz.com > Sektionen
→ Kastration: Angewandter Tierschutz (PDF)

«Ein Tier zu retten verändert nicht die Welt,
aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.»