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Zusammenführung reloaded, Teil 2

Nachdem unsere Katzen-Expertin ebenfalls zufrieden war, wie Shakti und Moriah sich einander annähern, haben wir natürlich gleich weitergemacht. Neues Video.

→ Vorgeschichte: Zusammenführung reloaded, Teil 1

Bei unserem zweiten «Shakti meets Moriah»-Event lief zunächst alles wie beim ersten Mal: Tür auf, Shakti guckt, Moriah guckt, Iwon tut so als wäre sie schwerst beschäftigt, guckt aber natürlich auch. Minutenlanges, ereignisfreies Gucken.

Dann meinte Moriah ein bisschen Action ins Geschehen bringen zu müssen und machte Anstalten vom Tisch zu hüpfen eek  Ich persönlich fand die Idee jetzt nicht soooooo klasse, habe aber mal gelernt, dass sich der Dokumentarfilmer nicht ins Geschehen einmischen soll. Also schnappte ich den Trennkarton (um den Sichtkontakt zu unterbrechen, falls nötig) und ging in total unauffällige Habachtstellung. Total beiläufig, damit keiner Verdacht schöpft 😛

Moriah sprang also vom Tisch, streckte sich und schlenderte dann ziemlich gemächlich zur Staffelei am anderen Ende des Raumes. Shakti guckte, ich guckte. Und ich glaube, unsere Blicke zeugten dabei gleichermassen von Verblüffung.

Dann passierte wieder gar nichts. Bis Shakti sich doch noch zur Annäherung entschloss, indem sie sich erstmal in der Mitte des Raumes auf ein Tuch schmiss und gestreichelt werden wollte. Was dann geschah:

In der Szene kurz vor Schluss hielt ich es nicht mehr aus und gab Shakti mehr intuitiv als wissend das Klopf-Zeichen zur Entspannung – nicht dass sie wieder hopps rauf auf Moriah, die dann quietschend und so weiter… rolleyes

Unsere Verhaltenstherapeutin ist so weit ähnlich angetan von der ganzen Entwicklung wie ich und gab mir aufgrund des neusten Videos noch einige Tipps, wie solche Zusammentreffen noch besser zu «steuern» wären:

1. Die Klopf-Intervention bei Shakti sei gut gewesen. Shaktis Anspannung solle ruhig öfter durch solche Klopf-Streichel-Einschübe unterbrochen werden. Hierbei soll uns ein Handtuch helfen. Das erklärt sich dann im nächsten Video 😀

2. Moriah soll während Shaktis Annäherung beclickert und belohnt werden (also: Moriah soll währenddessen keine Kunststücke machen, sondern wird dafür beclickert, dass sie ruhig und entspannt bleibt).

3. Ich lasse mir einen fünften Arm wachsen, damit ich Handtuch, Leckerli, Trennkarton und Kameraführung zeitgleich elegant koordinieren kann 😛

Wenige Minuten nachdem Shakti den Raum verlassen hatte, lag Moriah dann wieder so bei mir auf dem Schreibtisch – da sieht man auch mal schön ihre puschelige Pfotenbehaarung zwischen den Zehen, hihi:

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Kurz darauf gesellte sich Felize zu uns und liess sich auf dem Kratzbaum neben Moriahs (äh: meinem) Schreibtisch durchknuddeln und sogar in die Ohren fassen (Teil ihres Trainings) cool

Das Foto ist schon älter, aber etwa so sah das dann aus, als alles schlief, nur eine wachte:

Als Therapiekatz bei Moriah <3
Ich würde sagen, es läuft hier eigentlich ziemlich sehr prima gerade ♥ ♥ ♥

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Fortsetzung: → Teil 3

Moriah: Zusammenführung reloaded <3

Es ist so weit: Panikmaus Moriah lernt nun, dass andere Katzen eigentlich nicht nur nicht schlimm, sondern sogar eventuell ein bisschen klasse sind ❤

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Meine liebe Moriah hatte ja seit ihrem Einzug hier (Weihnachten 2012) furchtbare Angst. Angst vor ALLEM. Es gab eigentlich NICHTS, was ihr KEINE Angst machte. Sogar Futter war beängstigend, Leckerli waren Monster. Licht war schlimm und Dunkelheit der Teufel. Menschen waren Scheusale und aber Katzen – Katzen waren das Allerschlimmste für sie. Kurz: Sie fand eigentlich alles ganz schrecklich 😦

Fleissige Mitleser hier wissen das ja alles schon, darum verweise ich für neue Besucher auf die Vorgeschichte: → Moriahs Training

Nachdem wir also seit Wochen mit fachkundiger Hilfe unserer Verhaltenstherapeutin Moriahs Selbstbewusstsein aufbauten, erwuchs sie zu einem aufgeweckten, freudvollen, ja schon fast herrlich frechen Dingelchen ❤

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Nachdem Moriah anfangs keinerlei Katzengesellschaft vertrug, führten wir sie dann seit einigen Wochen langsam daran heran, die absolut harmlosen Zwerge hier doch mal kennenzulernen. Erst Tünn, dann Faramee und Felize. Mathilde und Lucie sind eh sehr zurückhaltend und haben sich da nie gross „einmischen“ wollen. Umso mehr wollte aber Shakti genau das: Sie war so dermassen besessen von der Katze hinter der Gittertür, was Moriah natürlich erst recht schockierend fand :-O

Nachdem nun aber Moriah inzwischen ein so gesundes Selbstbewusstsein entwickelt hat, meinten unsere Verhaltenstherapeutin Frau Hauschild und ich übereinstimmend, dass es Zeit sei, einen Schritt weiterzugehen. Darum wurde heute die Zusammenführung offiziell wieder aufgenommen.

Zur Veranschaulichung einige Videos. In dieser Epik vor allem auch halt im Hinblick, dass Frau Hauschild sich das anschaut. Für die „Allgemeinheit“ wird das jetzt nicht alles soooo interessant sein – sorry ❤

Zunächst ein Eindruck, wie verschmust und zutraulich Moriah inzwischen ist:

Die Gittertür, der sie monatelang nicht traute und der sie immer auswich: Seit einigen Wochen kommt sie mir dorthin entgegen, obwohl sie weiss, dass andere Katzen in meinem Schlepptau sein könnten:

Und nun die Dokumentation des heutigen grossen Moments: Shakti durfte mit rein zu Moriah.

+++ breaking news: Zusammenführung reloaded +++

Tür wird geöffnet – öh.:

Gucken:

Noch mehr gucken:

Dann wurden alle beide schmusig ❤ Shakti entdeckte ein liegengelassenes Stinkekissen und zerwühlte sich darin ❤ Das wurde auch „beklopft“ und belobigt (so wurde es mir aufgetragen – glaub ich)

Moriah entspannte sich derweil auch sofort wieder und futterte ihre Leckerli. Ich arbeitete weiter und schielte nur so vöööööööööööllig beiläufig rum… Ca. 1 Stunde lang passierte gar nix weiter. Dann startete Shakti einen neuen Annäherungsversuch:

Was man vielleicht im Video nicht so hört: Moriah faucht einmal sehr scharf und legt mit einem ernst gemeinten Brummen nach (naja: die grosse Liebe hat jetzt auch keiner erwartet). Shakti geht daraufhin einfach stillschweigend weg, schmiss sich auf den Boden, wo sie gestreichelt werden wollte, was sie wurde. ❤

Dann war meine Speicherkarte voll und wir brachen eh ab, heisst: Ich knutschte Moriah, liess sie ihre Leckerli knuspern und ging dann problemlos mit Shakti runter ❤

Kein Eklat, keine Panik ❤ So weit ich verstand aus unserer Beratung ist es auch völlig ok, wenn gefaucht und geknurrt wird (in dieser Situation) – solange die andre Katze das dann auch respektiert und sich entsprechend zurückzieht, was Shakti ja vorbildlich tat.

Ich bin sehr sehr zuversichtlich! ❤ Und gespannt, wie unser Profi das einschätzt. Hui. Aber ist doch gut. Oder? ❤

Videobericht: Training mit Shakti

Im Zusammenhang mit Moriahs Katzenphobie trainiere ich ja nun mit Shakti seit einiger Zeit, ihre Fokussierung auf Moriah zu lösen. Es läuft sehr gut.

Während das → Training mit Moriah wie gewohnt weiterläuft, hat unsere Verhaltenstherapeutin mir zusätzlich unter anderem geraten, an Shaktis Fixierung auf Moriah zu arbeiten. Salopp gesagt: Shakti soll lernen, dass es ihr Entspannung und Wohlgefühl einbringt, wenn sie von Moriah ablässt.

Trainingsablauf: Wenn Shakti jeweils – vor allem zur Fütterungszeit – an Moriahs Gittertür rumrüttelt, warte ich erstmal ab. Wenn sie Anzeichen zeigt, von der Gittertür abzulassen, gebe ich ihr unser antrainiertes Zeichen (in unserem Fall ein Klopfen auf den Boden), dass genau das erwünscht ist und sie sich Streicheleinheiten abholen kann. Wichtig ist dabei, dass ich im richtigen Moment klopfe, damit sie das erwünschte Verhalten (Interesse an Moriah verlieren) mit dem Zeichen und der Belohnung (Streicheln) verknüpft. Wichtig ist weiter, dass sich dieser Ablauf während einer Trainingseinheit mehrmals wiederholt, damit sie wirklich lernt, dass Abwenden erwünscht ist.

Versteht man das? Hier mal ein Video, wie das abläuft:

Wer sieht, wo im Video ich eine Klopf-Gelegenheit verpasse? 😀

Fortschritte: Anfangs dauerte eine solche Trainingseinheit gut und gerne 10 bis 15 Minuten, eh Shakti das Interesse an der Gittertür verlor und nach der letzten Streicheleinheit von selbst wegging. Inzwischen – nach rund 10 Tagen – dauert eine Trainingseinheit noch rund 5 Minuten, eh Shakti das Interesse gänzlich verliert.

Im Video sieht man auch, dass sie sich zwischenzeitlich vor der Tür zu putzen beginnt, das hab ich da das erste Mal beobachtet. Das sei gut, weil ein Zeichen für Entspannung.

Moriah guckt uns derweil immer interessierter zu 😀 Statt sich wie früher fast sofort dem Blickfeld zu entziehen, sitzt sie nun meist auf dem Schreibtisch oder neben ihrem Stuhl vor der Tür und guckt mich an, guckt Shakti an, guckt mich an und scheint sich so ihre Gedanken zu machen 😉

Auch Tünn konnte inzwischen ins Training involviert werden. Das verlief bislang sehr unspektakulär: Moriah guckt zwar jeweils kurz, wenn Tünn mal ins Arbeitszimmer kommt, döst dann aber einfach weiter, während Tünn entweder das Zimmer inspiziert oder mit mir schmust. Etwa so:

Leider musste ich am Ende des Videos ob seiner Ruderbewegungen albernerweise so kichern, dass er sich erschreckte. Er kam dann aber gleich wieder an ❤

Tja, uns so basteln wir hier an unserer allgemeinen Harmonie 😀 ❤ Für mein Empfinden läuft es ziemlich hervorragend 🙂 Oder was meint ihr?

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Fortsetzung: → Moriah erobert ihr Reich – und mag andere Katzen ❤

Moriahs Training, Teil 2

Nach dem Gespräch mit unserer Verhaltenstherapeutin treten wir nun mit jeder Menge neuen Inputs und Hausaufgaben in die zweite Phase von Moriahs Training.

→ Ausgangslage
→ Moriahs Training, Teil 1

Gestern Abend telefonierte ich ja wie gesagt wieder mit Frau Hauschild, um das weitere Vorgehen für Moriah und auch Shakti zu besprechen. Wie der eine oder andere von euch in den Kommentaren auch schon empfahl ❤ muss aufgrund der Entwicklungen hier nun auch Shakti aktiv in die Therapie miteinbezogen werden.

1. Shakti konditionieren: So wie ich Moriah belohne, wenn sie den Anblick anderer Katzen aushält, wird Shakti nun belohnt, wenn sie sich von Moriah/der Gittertür abwendet und nicht maunzt. Shakti ist nicht der Typ, der sich mit Leckerli fangen lässt – ihre Schwäche sind Streicheleinheiten. Da sie inzwischen Klopfen auch schon als Ankündigung für Streicheleinheiten kennt, soll uns das als Markersignal dienen (also analog wie beim «normalen» Clickern der Click, der eine Belohnung ankündigt, wodurch die Katze mit der Zeit lernt: Wenn ich dieses Geräusch höre, habe ich gerade etwas ganz prima gemacht :D).

2. Bachblüten (BB) für Shakti: Ich werde für sie folgende BB besorgen: White Chestnut (zur Auflösung mentaler Fixierungen), Verveine (gegen das Sich-in-etwas-Reinsteigern), Holly (löst Wut, Frust) und Impatians (fördert die Geduld). Eine wichtige Anmerkung am Rande für stille Mitleser ohne BB-Erfahrung: Für Tiere bitte immer Bachblüten ohne Alkohol drin! 🙂

3. Tünn kommt ins Spiel: Moriah soll sanft an andere Katzen herangeführt werden. Tünn ist der harmloseste und argloseste kleine Kerl, den man sich vorstellen kann. Moriah hatte ihn damals auch nie angefaucht. Wie ich die Zusammentreffen gestalten soll, wurde auch besprochen, aber das wird dann zu spezifisch, das interessiert ja keinen in der Theorie, das schildere ich dann ggf. aus der Praxis 🙂

Ich habe auch noch weitere Hausaufgaben bekommen und Hinweise, was ich wobei unbedingt beachten muss, aber das alles zu schildern, führte jetzt ebenfalls zu weit 🙂

Nach dem Gespräch gestern bin ich jedenfalls wieder sehr zuversichtlich und habe das schöne Gefühl, einen Plan zu haben 😀

Also starten wir somit frohgemut in Runde zwei ❤

Moriahs Training, Teil 1

Wer schon einmal mit einer Katze eine professionell begleitete Verhaltenstherapie absolviert hat, machte vielleicht auch die Erfahrung, dass man anfangs – und teils auch zwischendrin – denkt: Oh Gott – da liegt soooooo viel Arbeit vor uns. Dies soll eine Ermutigung sein, sie anzugehen.

Nachdem Neuzugang Moriah bei der Zusammenführung Felize attackiert und massiv verprügelt hatte (→ Ausgangslage), bat ich Ende März endlich unsere Verhaltenstherapeutin um Rat. Diese riet mir in einem beruhigenden und zugleich sehr motivierenden Telefonat Folgendes:

1. Zusammenführung abbrechen: Die sowieso schon völlig verängstigte Moriah war bzw. ist mit den anderen Katzen total überfordert, was sich dann unter anderem in Aggression äusserte. Darum galt es, erstmal ihr Selbstbewusstsein grundsätzlich aufzubauen.

2. Ummöblieren: Moriah wohnt gewissermassen in meinem Arbeitszimmer, das durch eine Gittertür vom Rest der Wohnung abgetrennt ist. So kann sie die anderen Katzen sehen, hören und riechen, aber es kann nicht zu körperlichen Konfrontationen kommen. Ihre Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten wurden so umgestellt, dass sie mindestens zwei Ausgänge haben. Weiter gab es zu viele freie Flächen im Zimmer: von einem Rückzugsort zum nächsten waren die Distanzen zu weit. Darum wurden strategisch sinnig Stühle und Cubes mitten in den Raum gestellt, damit Moriah bei Bedarf von einem zum nächsten huschen kann, um sich darunter, darauf oder dahinter zurückzuziehen.

3. Konditionierung: Moriahs Begegnungen mit den anderen Zwerglis finden nur noch durch die Gittertür statt und wann immer sie positiv reagiert (zB. nicht faucht, sich nicht entzieht), wird das belohnt. Geclickert wurde darüber hinaus auch zur Beschäftigung, Stärkung des Selbstbewusstseins und zum Vertrauensaufbau zwischen ihr und mir.

4. Pflanzliche und homöopathische Hilfsmittel: Moriah bekommt verschiedene, auf sie abgestimmte Bachblüten und Telizen S, was ihr Selbstbewusstsein stärken soll.

5. Tagebuch: Ich führe Tagebuch, damit ich Veränderungen welcher Art auch immer besser nachvollziehen kann und nix vergesse. Leider verpasse ich es dennoch manchmal, auf die wirklich wichtigen Dinge zu achten rolleyes

Ergebnis: Diese Schritte wurden wie gesagt Ende März eingeleitet – und erwiesen sich als goldrichtig. Moriah hat sich von einer verängstigten, freudlosen, scheuen Katze zu einer aufgeweckten, neugierigen und zutraulichen Mietz entwickelt ❤

Zeit also für weitere Schritte, da wir ja doch immer noch eine Zusammenführung anstreben 😉

Ausgangslage aktuell: Wenn meine anderen Katzen zu Moriahs Gittertür kommen, interessiert Moriah das im Moment nicht weiter – weder positiv noch negativ. Sie faucht auch nicht mehr. Nur bei Shakti ist es anders: Shakti ist inzwischen dermassen besessen von Moriah bzw. der Gittertür, dass ich ein Zusammentreffen der beiden im Moment echt fürchte 😦 Wobei Moriah auch Shakti nicht (mehr) anfaucht – es ist mehr Shaktis Fixierung auf Moriah, die ich inzwischen unheimlich finde… Damit man das nachvollziehen kann, hier die Videos.

Zur Erklärung vorab: Ich sollte idealerweise alles auf EIN Video kriegen – also: Moriahs Reaktion, wenn Shakti an der Gittertür hängt, Shaktis Verhalten/Körperhaltung und vor allem auch das Mauzen der beiden. Klappte natürlich nicht rolleyes Darum also drei Videos, die man sich bitte im Kopf als ein und dieselbe Situation zusammensetzt 😀 Man soll Phantasie ja fördern *g*

Video 1: Moriahs Reaktion (inkl. ihr Piepsen – evtl. Ton lauter stellen), wenn ich mit Futter komme und Shakti zombiemässig an der Gittertür ruppelt:


(Die Madonnenfigur im Vordergrund hab ich übrigens in einer Ich-bin-künstlerisch-kreativ-grad-fixiert-auf-religiöse-Symbole-Phase selbst gemacht 😀 und nun steht sie da, um die Gittertür bei Shaktis Dranrumgezuppel zu verstärken, weniger aus – öhm – klerikalen Gründen ;-))

Video 2: Shaktis Besessenheit, die Gittertür aufzubrechen (ich rufe hier nach Moriah nicht um sie anzulocken, sondern weil sie dann normalerweise mauzt, und dann auch Shakti, damit ich das aufnehmen kann – klappte aber nicht):

Video 3: Shaktis Mauzen (evtl. Ton lauter stellen) – sogar bei geschlossener Zimmertür 😦

Mir scheinen beide in Verhalten und Mauzen einander nicht unfreundlich gesonnen (oder?), nur Shakti halt deutlich zu aufdringlich – aber was die Freundlichkeit angeht, kann ich total falsch liegen 😦

Zusätzlich sollte ich Frau Hauschild unter anderem noch folgende Frage beantworten (die ich im Tagebuch natürlich nicht festgehalten hatte :P):

Ruft Shakti manchmal andere aus der Gruppe, wenn sie weit weg sind? Mauzt sie, wenn sie auf die Terasse will und die Tür zu ist?
Shakti ist kein Plappermaul in dem Sinne, aber sie mauzt, wenn sie was will – meine Aufmerksamkeit, Futter… manchmal auch, wenn sie von den anderen Katzen was will, dann kommen zwei, drei der anderen Katzen auch angedüst, gerade so als habe sie sie gerufen, dann leckt sie deren Köpfchen und alles ist wieder gut.

Detaillierter möchte ich die Korrespondenz mit Frau Hauschild nicht wiedergeben – ich hoffe, ihr versteht das ❤ Meine Schilderungen hier dienen ja lediglich der Anschauung, wie sowas alles abläuft, und vor allem was bei uns hier gerade abläuft 🙂

Uff – ganz schön viel, nicht? Das ist hier unser Alltag… Ich hoffe, wir haben euch nicht gelangweilt 🙂 ❤

Morgen um 19 Uhr habe ich den nächsten telefonischen Termin mit ihr (telefonisch, weil ich in Zürich wohne und sie in Hamburg – dies nur am Rande für allfällige Neueinsteiger :-))

Ich bin sehr gespannt, was sie zu all dem meint 🙂 Es darf derweil gern auch spekuliert werden 😉 ❤

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Nachtrag: Hier gehts weiter → Moriahs Training, Teil 2

Blühende Phantasie

Als ich mich kürzlich in einem Gartencenter zu Giftpflanzen beraten liess, bekam ich alles Mögliche zu hören – ausser korrekte Informationen.

Mitsamt den todbringenden Pflanzen wurde ich beim Kundendienst des Gartencenters vorstellig und erklärte, was sich zugetragen hatte: Wenige Tage zuvor hatte ich, beseelt vom Wunsch, meine Terrasse aufzuhübschen, in just diesem Gartencenter vertrauensvoll die Beratung eines Mitarbeiters in Anspruch genommen. In Sachen Botanik völlig ahnungslos, hatte ich extra betont, dass die Pflanzen ungiftig sein müssen, da sich meine Katzen auf der Terrasse frei bewegen dürfen. Nach einem längeren Beratungsgespräch erstand ich schliesslich zwei sehr hübsche und nicht ganz billige Exemplare von Euonymus japonica, die der Fachmann in toxikologischer Hinsicht als absolut unbedenklich einstufte.

Nachdem ich die Sträucher zu Hause eingepflanzt hatte, gab ich mehr der Form halber «Euonymus japonica» bei der Online-Giftpflanzendatenbank der Universität Zürich ein – und war wenig erbaut festzustellen, dass die Pflanze dort nicht nur als giftig, sondern als stark giftig eingestuft wird. Diese Angabe wich so eklatant von jener des Gartencenter-Mitarbeiters ab, dass ich beschloss, die beiden Sträucher vorsichtshalber umzutauschen.

Während ich die Gewächse unter Fluchen und Schimpfen wieder ausbuddelte, gingen mir Auszüge des Beratungsgesprächs durch den Kopf: Der Verkäufer hatte mir zum Beispiel dringend von Bambus abgeraten. Wenn Katzen Bambus anknabbern, könnten sie die Pflanzenteile nicht verdauen, die dann für immer im Magen blieben, weshalb die Katzen denken, sie seien satt, und in der Folge verhungern – hatte er behauptet. Die einzigen Tiere, die Bambus verdauen könnten, seien nämlich Koalas. Vielleicht hätte ich spätestens da misstrauisch werden müssen, als er Koalas und Pandas verwechselte.

Beim Kundendienst stiess mein Umtauschbegehren zunächst auf Widerstand: Die Angestellte mochte nicht an die Giftigkeit der Pflanzen glauben. Siegesgewiss schlug sie ein dickes Pflanzenkundebuch auf, tippte triumphierend auf den entsprechenden Eintrag – und blickte beschämt auf. Ich bekam den Kaufpreis zurückerstattet plus einen Gutschein als Entschuldigung.

Im Bemühen, alles wieder gutzumachen, begleitete mich die Dame beschwingt in die Gartenpflanzenabteilung und meinte: «Buchsbäume sind komplett ungiftig, das weiss ich ganz sicher. Oder Thuja, auch ganz unbedenklich.» Was die gute Frau offensichtlich nicht wusste, ich inzwischen aber schon: Wenn man in der Datenbank für Giftpflanzen «Buchs» eingibt, geht so eine kleine, schrille Sirene los – bei «Thuja» stürzt vor Schreck das System ab.

Nachdem ich die Dame freundlich, aber bestimmt abgeschüttelt hatte, gönnte ich mir schliesslich zwei Rosenbäumchen, einen Bambus für meine Koalas und einige Küchenkräuter, die ich wiederum unter Ächzen und Stöhnen nach Hause schleppte. Endlich konnte der Aussenbereich katzenverträglich hergerichtet und die Terrassensaison eröffnet werden.

Zwei Tage später vernichtete eine apokalyptische Gewitterfront jedes pflanzliche Leben auf meiner Terrasse.

→ Online-Giftpflanzendatenbank

Terrasse reloaded:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

So sah es zumindest aus, als 2013 hier mal einen Tag die Sonne schien. Jetzt fände ich es nach einem triefend nassen Frühling wirklich schön, wenn ich nicht nur auf Fotos sehen könnte, wie unsere Terrasse trocken aussähe…

Katze eintüten? Katze eintüten.

Heute morgen musste ich mit Katze Shakti zur Gebisssanierung zum Tierarzt. Es geht uns gut. Ich meine: uns beiden. Das war nach Tierarztbesuchen nicht immer so.

Früher, wenn ich Shakti in eine Transporttasche packen musste, ging das nicht ohne Blutvergiessen. Mein Blut wohlgemerkt. Das lief jeweils etwa so ab:

Meine Katze Shakti schätzt es nicht, hochgehoben zu werden. Normalerweise respektiere ich das. Aber wenn ich sie in eine Transportkiste setzen muss, geht es nunmal nicht anders. Zumal sie Transportkisten noch mehr hasst, als hochgehoben zu werden, und daher im Leben nicht freiwillig in so ein Ding reinlaufen würde. Den ersten Tierarzttermin hatte ich denn auch absagen müssen: Ich bekam die Katze einfach nicht transportfähig. Also schickte mir der Tierarzt vor dem zweiten Termin eine Beruhigungstablette, auf dass ihr Widerstand auf ein brechbares Mass reduziert werde. Die Katze ist aber nicht doof – als ich am fraglichen Tag mit der Pille ankam, merkte sie sofort, dass da was läuft.

Da stand ich nun mit meiner blöden Tablette vor einer finster blickenden Katze, die beschlossen hatte, das Teil unter gar keinen Umständen zu schlucken. Der Tierarzttermin rückte unerbittlich näher. Ich überdachte Alternativstrategien: Trichter? Durchs Nasenloch hochschieben? Ins Ohr werfen? Als die Zeit langsam richtig knapp wurde, besann ich mich auf das Recht des Stärkeren (ha-ha): Ich beschloss, sie halt doch ohne Betäubung in die Kiste zu packen. Was folgte, war wenig ruhmreich für mich.

Ich – leicht gebückt – gehe langsam auf Shakti zu, flöte dabei in meiner zuckrigsten Stimmlage etwas, das ich für beruhigend halte. Shakti sieht darin jedoch eine Aufforderung zum Kampf: Ihr Blick fixiert den meinen. Vorerst geht sie auf Halbdistanz, weicht Schritt für Schritt zurück, gleichfalls leicht geduckt. Ich breite in Zeitlupe meine Arme aus, will sie in die Zimmerecke drängen. Shakti bleibt kurz stehen – macht eine Finte nach rechts, um dann pfeilschnell links an mir vorbeizuziehen. Ich – ZACK – werfe mich ihr in den Weg, schlage dabei unsanft auf dem Boden auf. Shakti zuckt zurück, springt dann über mich drüber und rast über den Parkett schlingernd in ein anderes Zimmer.

Ich rapple mich auf, justiere meine ausgerenkten Knochen und folge ihr. Shakti hat sich nicht etwa verkrochen: Breitbeinig steht sie mitten im Raum, wiegt sich leicht hin und her wie ein Boxer, bereit für den Infight. Wieder gehe ich langsam auf sie zu, wieder weicht sie Schritt für Schritt zurück. Als sie realisiert, dass direkt hinter ihr die Wand ist, guckt sie erst mich an, dann die Transportkiste neben der Tür – und entschliesst sich zur Attacke: Sie macht einen grossen Satz direkt auf mich zu, ich bekomme sie kurz zu fassen, sie aber windet sich aus meinem Griff, hackt mit einem wuchtigen Rechtsausleger ihre Krallen in meinen rechten Arm, zieht sich – sehr zu meinem Leidwesen – daran hoch, um über meine Schulter auf den Türrahmen zu springen. Der aber bietet nicht genug Halt, sie fällt herunter – direkt in die oben offene und glücklicherweise weich gepolsterte Transportkiste. Noch bevor sie wieder auf die Beine kommt, hechte ich zur Kiste und klappe den Deckel zu.

Nach Atem ringend betrachtete ich das Ergebnis meiner Bemühungen: Die Wohnungseinrichtung verwüstet, mein rechter Arm hing in Fetzen, als hätte ich in einen Aktenshredder gefasst, auch mein Gesicht hatte einiges abbekommen, und in der Transportkiste miaute meine Katze in Todesangst. Letzteres brach mir fast das Herz. Als ich blutüberströmt in der Praxis ankam, blickte die junge Dame hinter dem Empfangstresen auf, ihr Gesichtsausdruck verblüfft: «Sind Sie sicher, dass Sie hier richtig sind? Geht es Ihnen gut?» Ja, nein, also doch, erwiderte ich etwas überfordert, das sei schon richtig, ich hätte vor einer Woche einen Termin vereinbart. Als die Tierarzthelferin beim Anblick der blutverschmierten Katzentransportkiste ganz blass wird, beruhigte ich sie: «Keine Sorge, das ist alles meins, dem Tier geht es gut.»

Für solche Auftritte waren Shakti und ich in unserer Tierarztpraxis schon bekannt – Verbandszeug lag stets bereit, wenn Shakti einen Termin hatte.

Heute ist das nicht mehr so. Irgendjemand erzählte mir nämlich irgendwann, dass man panische Katzen durchaus zu handzahmen Patienten umpolen könne. Aha?

Also fingen wir an zu trainieren.

Heute hebe ich Shakti hoch, trage sie zur Transportbox, setze sie rein und mache den Deckel zu. Kein Problem. Ich weiss inzwischen auch, dass das jeweils klappt. Doch wer unsere Eintütvergangenheit nun kennt, versteht vielleicht, warum ich trotzdem jedesmal vorher scheissnervös bin 😛 

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Buchtipp
→ Tierarzttraining für Katzen von Christine Hauschild