Trauer. Du seltsam Ding.

Letzten Donnerstag war es genau 4 Wochen her, dass ich meine geliebte Katze Mathilde gehen lassen musste. Es geht mir gut damit. Ich bin nicht sicher, was ich davon halten soll.

Am 17. April kurz nach 11 Uhr musste ich meine so → sehr geliebte Katze Mathilde nach zwei Tagen stationärem Aufenthalt im Zürcher Tierspital gehen lassen.

thillieurne

Ich liebe alle meine Katzen gleichermassen. Aber zu Mathilde hatte ich schon eine besonders innige Beziehung. Sehr innig – sie war mein Herz, mein Pulsschlag, mein Alles. Zeit ihres Lebens war ich mir sicher: Wenn sie stirbt, geht meine Welt unter.

Doch. So war es nicht.

Was Mathilde betrifft, bin ich ehrlich gesagt selber ein wenig irritiert: Seltsamerweise fühlt es sich „ok“ an. Sozusagen. Manchmal frage ich mich, ob ich langsam mit 5 toten Katzen in nur 4 Jahren irgendwie abgestumpft bin? 😦

Ich bin traurig, dass sie nicht mehr da ist, natürlich.  Aber irgendwie weniger als mir selber angenehm ist sozusagen. Es ist ok. Ich verstehe das irgendwie nicht ganz.

Ähnlich war es schon nach → Omars Tod – er war ja mein erster eigener Kater und ich dachte, wenn er stirbt, sterbe auch ich. Zumindest ein bisschen. Aber so war es nicht.

Ich vermute, es hängt damit zusammen, dass ich jene meiner Katzen (und auch die Menschen in meinem Umfeld, die starben), die aufgrund ihres hohen Alters und/oder schwerer Krankheit starben, auf ihrem Weg begleiten durfte – und wir wussten immer, wohin dieser Weg letztlich führt, und dass wir nicht mehr alle Zeit der Welt haben.

Ihr Tod war jeweils Teil des Lebens sozusagen – er kam nicht überraschend, sondern war einfach nur die logische Konsequenz des Kreislaufs.

Anders war es bei meiner → Mogwai damals, die für mich völlig überraschend im Alter von nicht einmal 3 Jahren starb. Das konnte ich kaum akzeptieren, weil es so plötzlich kam, ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte, im Gegenteil davon ausging, dass wir noch viele schöne Jahre zusammen haben würden – und dann war sie plötzlich weg. Weil ich nicht aufgepasst hatte. Das hat mich total unter Schock gesetzt und ich kann noch heute nicht begreifen, was überhaupt passiert ist 😦

Kurz: Ich bin irritiert. Einerseits bin ich natürlich irgendwie schon erleichtert, dass mich nicht jeder Tod eines geliebten Wesens (ich könnte das alles analog zu geliebten verstorbenen Menschen der letzten Jahre schreiben – da wars genau so) jedesmal komplett in die Tonne haut. Zugleich – komme ich irgendwie nicht so richtig damit klar, dass ich mit dem Tod klarkomme. Unter bestimmten Umständen zumindest.

Nachdem Mogwai starb, war ich emotional in einem so unvergleichlichen Ausnahmezustand – über Wochen, wenn nicht Jahre. Und ich sagte mir immer: All deine Trauer, deine Wut, deine negative emotionale Energie – die ist doch nichts anderes als die dunkle Seite der Liebe. Irgendwie muss sich aus dieser Wucht der Emotionen doch irgendwie etwas „Gutes“ ziehen lassen – es ist doch „nur“ eine Frage der Sichtweise bzw. Wahrnehmung.

Und nun, da es mir zu „gelingen“ scheint – find ichs unheimlich.

Über Tod und Trauer wird in unserer Gesellschaft kaum je gesprochen, jeder ist auf seine Art allein damit. Wäre es nicht besser, wir würden uns mit diesen unvermeidlichen Themen bewusst auseinandersetzen? Was meint ihr?

Vielleicht interessant zum Thema: 5 Phasen der Trauer Ich kenne diese Phasen – so ging ich früher egal ob Mensch oder Tier mit Trauer schön regelkonform um. Aber spätestens bei Omar und nun bei Thillie trat direkt Phase 5 ein.

Ich weiss nicht genau, was ich davon halten soll. Aber ich weiss, dass meine Sternchen – egal ob Mensch oder Tier – für immer in meinem Herzen weiterleben, auch wenn ich nicht am Boden zerstört bin ❤ Aber verstehen kann ichs irgendwie nicht 😦 Bin ich einfach nur kaltherzig geworden?

Alles, was ich aus diesen Erfahrungen im Moment für mich selber schliessen kann – einmal mehr in aller Klarheit: carpe diem. Lebe jetzt. Und geniesse es, solange du kannst.

Versteht mich jemand – hat ähnliche Erfahrungen mit Trauer gemacht?

So wie du warst, bleibst du hier

28 Gedanken zu „Trauer. Du seltsam Ding.

  1. Cornelia

    Liebe Iwon
    Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen. Wie Du bei Omar und jetzt bei Mathilde fühlst, ist es „richtig“. Wenn man kein kaltblütiger Verbrecher ist, dann stumpft man nie ab, auch nach hunderten von Todesfällen nicht. Es ist kein Abstumpfen.
    Mit dem Tod eines geliebten Wesens umgehen zu können, damit LEBEN zu können, ist eine der größten Gaben, die wir uns als noch auf dieser Welt weilenden wünschen können.
    Sonst könnten wir nicht leben.
    Jesus sagte: lasst die Toten die Toten begraben.
    Jesus war nicht brutal und auch nicht herzlos.
    Die Toten sind nicht weg, nur woanders, wie Du selbst schon sagst.
    Wir haben ihnen viel zu verdanken, und sie leben.
    Wenn wir nicht mit dem Übergang eines geliebten Wesens leben können, sind wir tot.
    Wenn wir die Gnade bekommen haben, so wie Du mit Omar und Mathilde, dann leben sie und leben wir.
    … äh, ich weiß nicht, ob ich mich nun verständlich ausgedrückt habe…..
    Auf alle Fälle: sei froh. Sei froh, und nicht verwirrt und habe kein schlechtes Gewissen. Es ist nicht, dass Du Mathilde nicht „genug“ lieben würdest oder geliebt hättest. Im Gegenteil.

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    1. kamikatzezwerglis Autor

      Liebe Cornelia ♥ Doch ja – ich verstehe sehr gut. Was du schreibst, klingt wundervoll und wahrscheinlich ist es genau so. Ich konnte Zeit meines Lebens mit Trauer nie umgehen, ich war immer wochen-/monatelang ein emotionales Desaster. Und nun… Das ist verwirrend. Nicht „schlecht“ – im Gegenteil. Aber verwirrend. Worte wie deine helfen mir, mein emotionales Chaos zu sortieren – Danke dir dafür ♥

      Heute stand ich wiedermal auf den Bus wartend an einem Ort, an dem ich so oft mit Mathilde auf dem Weg ins Tierspital vorbeikam. Ich war traurig, aber ich musste auch unwillkürlich lächeln. Es war, als wäre sie da. Wie all die vielen Male zuvor sie immer da war. Und immer da sein wird ♥

      Ich verstehe es irgendwie, aber ich begreife es noch nicht so ganz. Aber es fühlt sich „richtig“ an ♥

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  2. Cornelia

    .. und: Du hast völlig Recht: eine Sache ist es, ein geliebtes Wesen plötzlich und unerwartet in jungem Alter (aber auch im fortgeschrittenen Alter) zu verlieren. Das ist schwer, schwer verdaulich und schwer erträglich.
    Anders ist es, wenn man den Weg, egal ab wann und für wie lange, zusammen gehen konnte bis zum verständlichen Ende. Das ist ganz anders.
    Genau, wie Du schreibst.
    Das ist „ok“. Das ist das Leben. Der Weg.
    Nur das heraus gerissen werden. Das ist irgendwie nicht wie den Weg gehen…. damit dann umgehen zu können ist natürlich viel schwerer. Einzusehen, dass auch das ein Weg war, ist in manchen Fällen unmöglich…

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    1. kamikatzezwerglis Autor

      Genau das – wie so oft, bringst du genau auf den Punkt, was ich meine. Ich glaube, es ist wirklich ein Segen, wenn man um das nahende Schicksal weiss – es ist schwer, aber dennoch kann man sich darauf vorbereiten, sich damit „versöhnen“, sich darauf einlassen. Das Plötzliche – das ist meiner Erfahrung nach das Schlimmste 😦 Man dachte, man hätte noch Zeit… wir gehen zu oft davon aus, viel zu oft. In unserer Familie haben wir von langer Zeit ein ungeschriebenes Gesetz beschlossen: Nie gehen wir im Streit in bösen Worten auseinander. Nichts kann so wichtig sein, dass man geliebte Wesen im Zorn verlässt. Denn sollte das durch Schicksals Hand das Letzte Gemeinsame gewesen sein – das kann man sich kaum verzeihen. Wir sollten die gemeinsame Zeit niemals als Selbstverständlichkeit missverstehen ♥

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  3. Yola

    Cornelia hat das wunderbar geschrieben ❤ Und ja, in unserer modernen Gesellschaft wird der Tod verbannt, weggesperrt. Das ist umso unverständlicher, weiss man doch, dass er die letzte Konsequenz allen Lebens ist. Jeder trauert für sich, zeigt sich in dieser Phase nicht mit all seiner Schwäche und unkontrollierter Emotionalität. Schwach sein. Unendlich verletzt und verletzbar sein. Unsere Erziehung hat uns beigebracht das zu verstecken. Dabei hilft es so sehr darüber zu sprechen. Es nimmt so viel von der Angst, Wut, Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Nicht stark sein zu müssen. Sich nicht seiner Tränen und seiner Trauer schämen zu müssen. Sich zu zeigen in all seiner Ohnmacht. Darüber sprechen zu können ist ein Geschenk. Es stumpft einen nicht ab. Aber es holt den Tod aus seiner Verbannung. Macht ihn sichtbar, präsent und auf eine Art vertrauter. Er wird akzeptiert als Bestandteil des Lebens. So wie es sein muss. Sein müsste. Sprechen wir also darüber. Zeigen wir offen Schwäche, Tränen, Trauer, Angst. Haben wir keine Angst ihnen zu begegnen.

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    1. kamikatzezwerglis Autor

      Liebe Yolanda ♥ Du beschreibst genau, was ich empfinde. Den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren, fällt unserem Kulturkreis vielleicht auch darum mitunter so schwer, weil er wie du schreibst immer „weggeschoben“ wird – genau wie die Alten und Kranken schon zu Lebzeiten 😦 Unsere Gesellschaft tut so, als wären sie und unsere „Kultur/Zivilisation“ unsterblich. Doch das sind sie nicht, das sind wir nicht – im Gegenteil. Aber dann müsste man sich ja mit den Konsequenzen des eigenen Tuns auseinandersetzen. Ich habe schon so grauenhaft beherrschten Trauerfeiern bei Menschen beigewohnt – man durfte nicht weinen, ein Kühlschrank zu sein schien erstrebenswert. Erst unter Tierfreunden lernte ich, mich Trauer zu stellen, sie als Teil meines Lebens anzuerkennen und – nicht mehr zu verabscheuen. Frieden zu schliessen ♥ Das ist doch keine „Schwäche“ – im Gegenteil, nicht? ♥ Danke dir!

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  4. Brigitte

    Liebste Iwon! ♥

    Nein – es ist keine Abstumpfung – keine Kaltherzigkeit, wenn Du beim Gedanken an Mathilde Frieden und Ruhe empfindest! Es ist nur ein Zeichen, dass es „richtig“ ist – Thillie ist in Frieden und Liebe gegangen. Ich hatte vor Dexters Krebs-Tod unendliche Zweifel, ob ich den richtigen Zeitpunkt erkennen würde: Zu früh? Zu spät? Ich hatte panische Angst – aber als es dann soweit war, wusste ich plötzlich ganz sicher, dass es wirklich „in Ordnung“ ist – und ich fühlte neben der schmerzlichen Trauer auch so etwas wie tiefe Ruhe und tröstenden Frieden!

    Vertraue Deinen Gefühlen – sie sind nicht falsch – lass‘ es zu und sei Dir sicher, dass unsere Seelen tief drinnen manchmal viel besser wissen, was für uns gut ist, als unser ach so rationaler Verstand! ♥

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    1. kamikatzezwerglis Autor

      Liebe Brigitte – genau was du schreibst von „zu früh“/“zu spät“, genau davor hat man natürlich die grösste Angst, wenn man die vollumfängliche Verantwortung für uns Menschen bisweilen „stumme“ Lebewesen übernimmt, deren Sprache zu verstehen, wir meist nur hoffen können. Und doch: Da ist sie, die Stimme, die einem sagt, was richtig ist. Diese Erfahrung muss man aber machen, um zu verstehen. Und leider kommt sie nicht von selbst, diese Stimme: Ich hörte sie bei Sahib nicht, und bei Mogwai auch nicht 😦 Aber man kann lernen zuzuhören – über die eigenen Ängste und Vorstellungen hinauszuhören. Das ist verwirrend, aber wahrscheinlich kann man nur so wirklich von ganzem Herzen seinen Frieden mit dem Schicksal schliessen ♥

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  5. Britta

    Liebste Iwon ♥ , ich sehe es auch so: vertraue deinen Gefühlen, sie sind genau richtig. Das Schönste, was wir nach dem Tod eines geliebten Wesens empfinden können, ist innerer Frieden und gleichzeitig der Gedanke an die vielen schönen Stunden, die wir mit demjenigen verbracht haben, nur das zählt, das ist Teil unseres Lebens, denn eines Tages müssen wir alle diesen letzten Weg gehen.

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    1. kamikatzezwerglis Autor

      Liebe Britta ♥ Gerade kürzlich schriebst du mir aus leider aktuellem Anlass, wie sehr du fürchtest, eins deiner zauberhaften Fellnasen mal gehen lassen zu müssen 😦 Und ja: Wir müssen, dieser Tag kommt immer. Und ich habe ihn auch immer so sehr gefürchtet, aber selten bedacht. Früher. Als ich das über meine „multipelmorbiden“ Katzen lernen musste und auch wollte – das war schwer. Aber auch schön ♥ Es hilft, sich mit dem Tod zu Lebzeiten auseinanderzusetzen, sich bewusst zu sein, dass der Tag kommt. Ich hätte nie geahnt, wie sehr es hilft – und bin deswegen eben irritiert. Aber ich durfte lernen: Der Tod ist kein „Ende“ – er ist eine Verwandlung. Ich dachte handkehrum auch schon bisweilen: Das Mädchen, das ich zB. mit sechs Jahren war – das ist ja auch fort, das gibt es nicht mehr. Aber es ist nicht „tot“, nur: woanders. Erleben wir im Leben selbst nicht schon unzählige „Tode“ – aber weil wir physisch noch da sind, wird es nicht so empfunden? Oder so ähnlich – vielleicht eine krude Theorie. Tut mir leid, ich verliere mich gerade in solchen Überlegungen.

      Kurz: Habt keine Angst vor dem Tod. Der Tod ist nicht schlimm. Nur das Sterben könnte es sein – und das ist auch alles, was wir als liebende Wesen für unsere Lieben allenfalls beeinflussen können. Ach, verzeih – ich drifte ab.

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  6. Gudy

    Liebste Iwon,
    du kannst dich, glaube ich, glücklich schätzen, die Phase 5 erreicht zu haben ♥
    Ich vermute, deine letztendliche Akzeptanz von Omars und Mathildes Reisen ins Regenbogenland und dein Friede damit, hat auch mit der Tatsache zu tun, dass sie ein hohes Alter erreicht haben und du nichts an notwendiger Hilfe für sie ausgelassen hast. Es blieben keine Wenns, keine Hätte, keine Schuldgefühle, sondern am Ende nur die Liebe. Nein, du bist nicht abgestumpft, sondern dein Herz ist voll von Liebe. Das kann man nur allen Menschen wünschen, dies einmal wirklich fühlen zu können.

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    1. kamikatzezwerglis Autor

      Liebe Gudy ♥ Genau wie du schreibst. Denke ich. Wahrscheinlich ist das genau das „Glück“, das ich nach all meinem Versagen zuvor mit Trauer anstrebte: Frieden zu schliessen, ohne zu verdrängen. Ich war nicht sicher, ob das geht. Und bin nun verblüfft irgendwie. Ich müsste mir die Augen ausheulen wegen Thillie – aber ich muss immer lachen, wenn ich an sie denke oder wenn ich sehe, dass hier ein anderer Zwerg nun macht, was sie tat. Weil ich sie so liebe und auch gelernt habe, dass Trauer nicht Selbstmitleid ist, das bedauert, dass es nie mehr so wein wird, wie es war. Selbstmitleid habe ich natürlich – denn ich vermisse sie. Aber die Trauer – es ist nicht dasselbe. Schwer zu erklären. Aber ich denke, du verstehst ♥

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  7. Tanja

    Liebe Iwon,
    der Umgang mit dem Sterben und der folgenden Trauer möchten die Menschen aus ihrem Leben verdrängen, weil ihnen die eigene Sterblichkeit dadurch so Bewusst wird.
    Die eigene Angst vor dem Tod äussert sich so.
    Was hab ich nicht alles erlebt mit Angehörigen. Von bereits in Trauerkleidung aufschlagen zur „Sterbebegleitung“, als auch tränenreiches stilles neben dem Bett sitzen und warten auf den letzten Atemzug war alles dabei. Ich hab die Angehörigen dann aus dem Zimmer gebeten und ein Gespräch mit ihnen geführt, mit der Bitte sich Umzukleiden , die Trauer auf später zu Verschieben und für eine gelöste Stimmung zu sorgen. Sich normal zu Unterhalten (der Sterbende ist kein Alien), auch miteinander lachen.
    Meistens war man erleichtert ob meiner „Anleitung“ und konnte es wirklich umsetzen.
    Das Thema sterben ist so aus unserem Leben negiert worden, so dass die Menschen einer Anleitung bedürfen.
    Früher war dies selbstverständlich und die Toten wurden im Haus Aufgebahrt.
    Ich hab selbstverständlich mein Schnattchen auch mit nach Hause genommen so dass der Mösjö wusste und sie nicht suchte, und selbst Abschied nehmen konnte.
    Er hat für sie zum Abschied geschnurrt.
    Es war sowas von richtig ihm dies zu Ermöglichen. Tiere fühlen sogar viel viel tiefer als wir Menschen.
    Du Liebe Iwon hast eine gute Stufe der Trauer erreicht, ihr Wesen erfasst.
    Zudem sind nicht viele Menschen zur Sterbebegleitung fähig.
    Es ist nicht kalt wie du fühlst, du fühlst wissend.
    So Liebe Iwon, wir die noch für die Dauer eines Wimpernschlags auf der physischen Welt verweilen, hätten dringend ein neues Foto von Lucieschatz verdient. Am besten eins mit einer aktuellen Tageszeitung bei der das Datum erkennbar is, zum Beweis das du Lucie nicht verbasselt hast. Is lange her wo sie zu sehen war:-).
    Liebe Grüße noch vor Mitternacht Tanja&Mösjö

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    1. Cornelia

      Das hast Du großartig geschrieben, Tanja. „Es ist nicht kalt wie du fühlst, du fühlst wissend.“ hat in wenigen Worten zum Ausdruck gebracht, was viele Umschreibungen nicht zu erklären vermochten.

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    2. kamikatzezwerglis Autor

      Liebe Tanja ♥ Was du aus Erfahrung schreibst, ist besonders interessant für mich, zumal ich noch nie Angst vor meinem eigenen Tod hatte. Im Gegenteil… aber das ist eine lange Geschichte. Aber was du beschreibst, habe ich in gewisser Weise auf Trauerfeiern mehr oder weniger auch so erlebt. Man hat den Umgang mit ihr in unserer Kultur verlernt – und macht es sich dadurch so schwer.

      Und Auftrag erkannt und angenommen: Es gibt demnächst extra für dich (und alle anderen) ein Lucie-Special 😀 Wir werden hier eh mal wieder zu freudvollen Berichten zurückfinden, zumal wir in vieler Hinsicht von Glück gesegnet sind ♥

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  8. vegan50plus

    Hallo Iwon,

    ich habe dieselbe Erfahrung gemacht. Meine letzte Katze, die gegangen ist, war Maya und was habe ich an ihr gehangen (und umgekehrt).
    Natürlich habe ich um sie getrauert, aber meine Welt ist nicht zusammengebrochen, wie ich befürchtet hatte.
    Ich habe das letztendlich auf zwei Dinge zurückgeführt: Zum einen wusste ich seit langem, dass sie krank ist und das Ende absehbar war.
    Zum anderen hatte ich das Gefühl, ich habe alles getan, was ich tun konnte.

    Wie Du schreibst: Wenn man nicht mit dem Tod rechnet, dann ist der Schock unheimlich groß und man hat Probleme, den Tod zu verarbeiten.
    Und wenn man sich im Nachhinein Vorwürfe macht, weil man sich vorab nicht genügend über eine Krankheit informiert hat oder nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, dem Tier zu helfen.

    Gewöhnen werde ich mich an den Verlust eines Tieres wohl nie und Du bestimmt auch nicht. Aber mit der Zeit lernt man es zu akzeptieren, dass der Tod zum Leben dazu gehört.
    Noch dazu empfinde ich es immer als sehr hilfreich, wenn man mehrere Tiere hat, so dass man immer noch einen „Aufgabe“ hat und die Leere nicht so allumfassend ist.
    Noch dazu ist es ja oft so, dass man sich um todkranke Tiere etwas mehr kümmert (kümmern muss). Wenn sie dann gehen, verlagert sich das Kümmern wieder etwas mehr auf die anderen, die zuvor vielleicht etwas zu kurz gekommen sind.

    Ich denke, Du musst Dir keine Gedanken darüber machen, dass Du zu wenig leidest. Nur die Leute, die ein Tier leiden sehen und dadurch nicht berührt werden, die sollten sich Gedanken machen.

    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. kamikatzezwerglis Autor

      Liebe Christiane ♥ Ja, genau wie du schreibst – alles. Es geht wohl tatsächlich viel auch darum, dass man nicht das Gefühl hat, etwas verpasst zu haben – Möglichkeiten. Zu helfen, mehr Zeit füreinander, was immer – kein „hättewärewennundhättichdoch“. Darum sollten wir – sollte ich zumindest – im Alltag wirklich den Fokus aufs Wesentliche legen und nichts auf später verschieben: Ein „später“ könnte es womöglich nicht geben.

      Und ja: Wenn man mehrere Tiere hat, wiegt ein Verlust allein dadurch „weniger schwer“, als dass der Alltag nicht SO krass verändert wird – es sind Details (6 statt 7 Futternäpfe, keine Medis mehr etc.) – aber wenn man nur ein oder zwei Tiere hat, ist der Verlust natürlich sowohl für Mensch und Tier viel krasser spürbar im Alltag. Oder so – ihr versteht mich, oder?

      Und ja – wie du auch schreibst: Mathilde und ich hatten eine so enge Bindung, dass bisweilen andere Zwerglis vielleicht auch zu kurz kamen. Sie haben es in der Zeit aber auch nie eingefordert – als hätten sie die Situation so akzeptiert. Ich glaube, meine Zwerge wussten um Mathilde – schwer zu beschreiben. Und nun buhlen sie viel aktiver um die Plätze bei mir. Es ist auch wirklich „schön“, mich nun wieder auch bewusster um die anderen Zwerge kümmern zu können.

      Ja. Es hat fast alles immer zwei Seiten oder mehr, nichts ist „schwarz-weiss“ – und je mehr man lernt „bunt“ zu sehen und zu fühlen, desto mehr nimmt man vielleicht auch wirklich wahr? ♥

      Danke dir – du hast auch so vieles gerade auf den Punkt gebracht, was es mir ermöglicht, besser zu verstehen ♥

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  9. vlexigaga

    Zu lange war ich nicht hier….. ich habe Deinen Beitrag zwar gelesen, konnte aber nicht die richtigen Worte finden. Eigentlich kann ich es immer noch nicht….. Ich möchte Dir nur sagen, sei dankbar, dass Du jetzt dort bist, wo Du mit Deinen Gefühlen bist. ♥ ♥♥
    Wer Dich deswegen als herzlos bezeichnen würde, weiß einfach nur Nichts. Nichts über das Leben im Allgemeinen, Nichts über Dich und Deine unfassbare, unerschöpfliche Liebe und Hingabe an Deine Zwerglis. Und „Nichts“ ist ein schlechter Berater.
    Sei einfach dankbar. Die Zwerglis sind es sowieso. Das sie Dich haben. ♥♥♥

    vlexigaga- ehemals DivaPlavalaguna. Du sollst ja wissen, wer hier schwallt, gell?

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    1. kamikatzezwerglis Autor

      Liebe Vlexigaga 😀 ❤ Ja, ich bin auch "dankbar". Irgendwie. Aber auch noch immer irritiert. Menschen, die Mathilde kaum kannten, schreiben mir, dass sie sie vermissen. Und ich weiss, was sie meinen, und muss dann weinen, weil es mich so sehr rührt – aber ich selber fühle es nicht so. Ich lese in Foren oder bei FB, dass Menschen so zerrissen werden vom Tod eines geliebten tierischen Wegbegleiters – Wochen, Monate, gar Jahre später noch. Und ich kenne das selber. Aber diesmal nicht.

      Natürlich wünschte ich von ganzem Herzen, Mathilde wäre noch hier – physisch hier bei uns ❤ Aber so unfassbar es klingt: Ich vermisse sie nicht. Ich könnte nur vermissen, was "weg" ist – aber sie ist nicht weg. Ihr bezaubernder kleiner Körper ist nicht mehr hier, aber sie schon. Und ich bin nicht die Bohne esoterisch veranlagt. Aber dennoch fühle ich so.

      Manchmal bin ich nicht sicher, ob ich überhaupt kapiert habe, was los ist. Ob ich einfach gerade zu viel um die Ohren habe, um überhaupt noch etwas zu fühlen.

      Es ist sehr sehr seltsam – zumal für jemanden wie mich, der bis anhin bei Trauer stets die Segel einklappte und erstmal auf U-Bootstation ging.

      Aber ganz ehrlich: Eigentlich fühlt es sich schön an. Friedlich. Sanft. Und hell ❤

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      1. vlexigana

        Man muss nicht esotherisch veranlagt sein, man muss nur ein offenes Herz haben, um zu spüren, was Du spürst. Ich habe die Esotherik verlacht, aber das Leben wollte wohl mehr von mir. Im Übrigen muss man ja auch nicht alles benennen. Der Begriff Esotherik ist ja nun auch wertend und eingrenzend, irgendwie. Ich sage lieber: Leben ohne Scheuklappen. Was hab ich mich anfangs dagegen gewehrt, lach…. Wenn Du weißt, Mathilde ist bei Dir, dann ist das auch so.

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        1. kamikatzezwerglis Autor

          Genau, wie du schreibst ❤ Egal, ob nun "esoterisch", gläubig oder sonstwie – ich meinte damit nur, dass ich eigtl. keine Vorstellung davon habe, was über unsere physische Welt hinausgeht und in Glaubenslehren (nicht wertend gemeint!) welcher Natur auch immer daher auch keinen Halt finde.

          Genau, wie du schreibst: Egal, wie mans nennt ❤

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      2. Cornelia

        Du hast mal geschrieben, dass Mathilde Dich viel gelehrt hat. Ich glaube, hier ist grad noch was, was sie Dich gelehrt hat: Du vermisst sie nicht, sie ist nicht weg. „… fühlt sich schön an. Friedlich. Sanft. Und hell“. Ich glaube, Mathilde hat Dich die wertvollsten Dinge gelehrt, die man überhaupt nur lernen kann, und wofür man nur dankbar sein kann… Ich finde es großartig.

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        1. kamikatzezwerglis Autor

          Liebe Cornelia, ja – da hast du wohl recht. Ich sass heute nach dem Büro auf der Terrasse und sah all ihre ehemaligen Lieblingsplätze, wo sie jetzt gelegen hätte, wäre sie noch da. Ich sah sie nicht, ich versuchte, sie zu vermissen – aber es gelang nicht. Ich sah sie nicht, aber sie war da. Einfach da. Genau wie Omar. Und auch Mogwai, Sahib und LouLou. Sogar die, um die ich so sehr weinte, weil ich Fehler machte – sie sind alle wieder da, seit ich mir langsam verzeihe, weil ich weiss, dass ich dieselben Fehler nie mehr machen würde. Seither sind sie alle wieder „da“ – ich vermisse sie nicht (mehr). Ich verstehe es nicht, aber ich finde es so unglaublich schön ❤ Auch wenn ich keine Ahnung habe, ob das nur in meinem Kopf stattfindet oder auf einer anderen Ebene tatsächlich. Mathilde ist einfach nicht weg.

          Ich kann das irgendwie noch immer nicht begreifen. Aber ich begreife langsam, dass Mathilde mich weit mehr lehrte, als ich je für möglich gehalten hätte. Sie war nicht "einfach nur ne Katze" – nein, das war sie nicht ❤

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          Antwort
        1. kamikatzezwerglis Autor

          Ich wollte nicht fies sein! :-O Ich dachte, du meinst das ernst. Du weisst doch, wie ich bin: Call me Dschini – dein Wunsch ist mir Befehl 😀 (soll ich dich hier wieder umbenennen? 😀 ) Wobei ich den Namen halt schon auch sehr sehr schick finde ❤

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