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Wer ist schlauer?

Wer ist intelligenter: Katze, Hund oder gar Mensch? Eine schwierige Frage – doch unser IQ-Test für Haustiere kann helfen, sie zu beantworten.

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Vor einiger Zeit las ich eine Meldung, die mich ein wenig nachdenklich stimmte: Britische Forscher haben eine der zentralen Fragen des Universums geklärt, indem sie ein für allemal bewiesen, dass Hunde intelligenter seien als Katzen.

Diese Erkenntnis ist auf eine Reihe von Tests zurückzuführen, bei denen Hund und Katze verschiedene Hindernisse zu überwinden hatten, um an Lob und Leckereien zu kommen, wobei sich die Hunde sehr bemühten und auch reüssierten, während die Katzen mehrheitlich desinteressiert abwarteten, bis sie irgendwann sowieso gefüttert wurden.

So ehrenwert solche wissenschaftlichen Bemühungen sind, so aufwühlend sind die Fragen, die sie aufwerfen:

1. Was macht die Welt nun mit diesem Wissen?
2. Warum wohl wurden schon vor dieser Studie Lawinenhunde eingesetzt, aber keine Lawinenkatzen?
3. Ist es ein Zeichen von Intelligenz, für Anerkennung und Belohnung fast alles zu tun? Oder eher nicht? Man beachte dazu Frage 4 →
4. Werfen Sie in Anwesenheit eines Hundes und einer Katze mal ein Stöckchen aus dem Fenster eines Hochhauses: Wer springt hinterher?
5. Was ist Intelligenz?
6. Was ist das Gegenteil?

Zur Veranschaulichung der Komplexität der beiden letzten Fragestellungen sei folgende klassische Situation geschildert, die vermutlich viele Katzenhalter kennen: Kürzlich war schlechtes Wetter, es war recht kalt und vor allem nass. In meinem Wohnzimmer hingegen war es warm und trocken. Katze wollte aber trotzdem spazieren gehen, was sie mich wissen liess, indem sie sich vor die Balkontür setzte und mauzte.

Ich: «Nö, du: Es ist kalt und regnet.»
Katze mauzt.
«Du willst doch sowieso nicht raus, du bist wasserscheu – vergessen?»
Katze mauzt lauter.
«Aber wenn ich die Tür jetzt aufmache und du dann doch nicht rausgehst, sondern nur wieder doof rausguckst, während ich hier friere und der Parkettboden anfängt Wellen zu werfen, weil es reinregnet, wars das, ja?»
Katze mauzt.
Ich stehe auf, öffne die Balkontür und mache es mir wieder auf dem Sofa gemütlich.
Katze guckt nur doof raus, während ich friere und der Parkett anfängt Wellen zu werfen. 
Dann sieht sie mich vorwurfsvoll an und mauzt.
Ich stehe auf und schliesse die Balkontür.
Katze leckt sich trocken.
Ich kuschle mich wieder auf dem Sofa ein.
Katze kratzt an der Balkontür und mauzt.

Ich fragte mich nicht, ob die Katze eventuell ein bisschen bescheuert ist. Fesselnder schien mir die Frage, wie blöd ich bin, dass ich dieses Spielchen immer wieder mitmache…

Kamikatze-Zwerglis hat für Sie einen bahnbrechenden Test erarbeitet – finden Sie heraus, wie schlau Ihr Liebling ist: IQ-Test für Haustiere

Finden Sie darüber hinaus heraus, ob Ihr Haustier schlauer ist – oder Sie: IQ-Test Mensch vs. Haustier

Tierpsychologie? Ja, is klar…

Kennen Sie das: Sie haben von einem Thema null Ahnung, aber dafür eine umso klarere Haltung dazu? Als Journalistin bin ich mit solchen Kenntnis-Meinungs-Unvereinbarkeiten immer wieder konfrontiert. Besonders entsetzt bin ich, wenns bei mir selbst ist…

Bis vor einigen Jahren hatte ich keinen Schimmer, was Tierpsychologen den ganzen Tag so tun – aber ich war mir sicher: Bei denen tickts doch nicht richtig. Ich meine: Tierpsychologie – aber hallo? Das brauchen vielleicht Leute, die nicht mehr wissen, welchen neuen strassbesteinten Schnickschnack sie ihrem überzüchteten Handtaschen-Wauwau kaufen könnten, weil sie schon alles haben, aber um jeden Preis Geld ausgeben möchten. DIE brauchen vielleicht Tierpsychologen – aber doch kein normaler Mensch. Ts.

Heute ist mir diese schlecht informierte Denkweise äusserst peinlich. Denn heute weiss ich vergleichsweise sehr viel mehr über Tierpsychologie bzw. Verhaltenstherapie und meine Meinung hat sich analog zu meinem Wissenszuwachs radikal verändert.

Der Weg zur Erkenntnis ist bekanntlich beschwerlich. So war es auch bei mir. Als ich erstmals mit einer meiner Katzen an einem Punkt war, an dem ich keinen anderen Weg mehr sah, als einen Katzenflüsterer beizuziehen, machte ich einige – öhm… – spezielle Bekanntschaften mit Tierpsychologen, die meine Vorurteile nur bestätigten. Doch wo Verzweiflung, da ein Wille: Ich suchte weiter.

Meine ersten wirklich positiven – oder präziser: geradezu erleuchtenden – Erfahrungen mit Verhaltenstherapie/Tierpsychologie machte ich, als ich Hilfe für mein damals 17-jähriges Mobbing-Opfer LouLou suchte: Wir fanden die Fachfrau Christine Hauschild. Sie vollbrachte nicht nur an meiner Katze LouLou Wunder (LouLous Geschichte können Sie hier nachlesen) – sondern auch an mir: Ich öffnete mich für ein Thema, das ich fast 40 Jahre lang vollkommen grundlos für Humbug gehalten hatte.

Verhaltenstherapie ist kein Hokuspokus, sondern eine sehr praxis- und situationsbezogene Herangehensweise Menschen- und Katzenverhalten in schwierigen Situationen aufeinander abzustimmen – oft sind wir Menschen in einer Problemsituation betriebsblind und sehen gar nicht, warum ein Tier um Hilfe ruft (es ist nie «Protest», der ja auch eine gewisse negative Grundhaltung voraussetzt – Tiere haben so etwas nicht). Manchmal helfen schon kleinste Änderungen im Alltag: Manchmal werden Katzenklos, Kratzbäume oder Schlafplätze neu platziert, manchmal das Verhalten (der Tierhalter ;-)) überdacht. Es ist meist gar nicht so schwer – wenn man mal bereit ist, sich in das Tier hineinzuversetzen, das nicht aus seiner Natur heraus kann.

Heute bin ich der Meinung, dass jeder Tierhalter Grundkenntnisse über Verhaltenstherapie haben sollte. Wirklich JEDER. Vor allem aber Katzenhalter. Vermeintlich katzentypische Ängste (Tierarzt, Türklingel, Feuerwerk) sind oft mitnichten katzentypisch: Wir Katzenhalter haben den Katzen diese Ängste allzu oft überhaupt erst anerzogen. Und vielleicht fände es dann endlich mal ein Ende, dass immer noch arme Katzen zu Erziehungszwecken mit Wasserpistolen malträtiert werden (eine Massnahme übrigens, die ich persönlich schon allein vom gesunden Menschenverstand her ganz ohne Grundkenntnisse über Konditionierung zu keiner Zeit jemals auch nur in Betracht gezogen hätte – geht’s noch?). Meine Katzen haben heute jedenfalls keine Angst mehr vor Besuchern, Staubsaugern, Feuerwerken oder Tierärzten. Eine huldvolle Verneigung an die Tierpsychologie!

Aktuell werden wir ja auch wieder tierpsychologisch betreut wegen meiner Katze Moriah.

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Sie wurde mir als menschenscheu, aber absolut katzensozial vermittelt. Der Scheiss ist: Es ist genau umgekehrt. Moriah hat null Probleme mit mir – aber sie hat panische Angst vor anderen Katzen. Das Problem: Hier leben ausser Moriah sechs davon. Doofe Situation.

Als ich diese Ausgangslage in Katzenforen schilderte, vermisste ich ehrlich gesagt teils ein wenig das Verständnis für Moriahs Situation. Es hiess oft: Ja, sie ist halt scheu, die taut schon noch auf, nur Geduld, gnägnä…. Aber: Sie findet ihr Leben hier bei uns nicht einfach ein bisschen gruselig. Sie lebte 24 Stunden am Tag in schierer Panik. Ich erkläre es jeweils gern so: Moriah muss sich hier gefühlt haben wie ich mich fühlen würde, wenn ich plötzlich in ein Haus voller Zombies gesetzt würde – ohne zu wissen, dass das alles Veganer sind. Und natürlich ginge ich auch mit allem, was ich habe, auf einen Zombie los, wenn der sich mir nähert – und so tat es Moriah auch bei meinen anderen Katzen. Das geht so nicht. Weder für Moriah noch für die anderen Zwerglis. Zumal Moriah FIV+ ist – und FIV wird über Bisse übertragen…

Uns wurde nun von fachkundigster Seite geraten, die Zusammenführung komplett abzubrechen, und erstmal an Moriahs Selbstvertrauen und Zuversicht zu arbeiten. Sie wohnt in einem separaten Raum, der durch eine Gittertür vom Rest der Wohnung getrennt ist. So bekommt sie zwar alles mit – aber keiner kann sie dabei stören, selber herauszufinden wie neugierig sie damit umgehen möchte. Zusätzlich praktizieren wir positive Konditionierung und sie bekommt auch diverse chemiefreie Hilfsmittelchen (Bachblüten & Co. – ist doch egal, ob ich dran glaube).

Und siehe: Ich habe Moriah seit ihrem Einzug hier vor dreieinhalb Monaten noch nie so neugierig, aufgeweckt und vor Freude strahlend erlebt wie die letzten Tage. Mein Herz hüpft, wenn ich sie heute sehe: eine glückliche Katze. Die heute das allerallererste Mal ganz freiwillig aus schierer katzentypischer Neugierde ganz von selbst das an ihren Raum angrenzende (dafür extra für die anderen Katzen unzugänglich gemachte) Zimmer erkundete.

Moriah entdeckt sich selbst – und ihre Welt. Und irgendwann wird sie sehen, dass moderne Zombies vegan leben und keine Katzen fressen 😉 Jep. Wir sind zuversichtlich!

Katzenerziehung
Finger weg von der Sprühflasche!

Buchtipps
Katzenhaltung mit Köpfchen. Christine Hauschild, 2012. Meines Erachtens ein Meilenstein fürs Verständnis von Mensch fürs Katz.
Tierartztraining für Katzen. Christine Hauschild, 2013
Tricktraining für Katzen. Christine Hauschild, 2013
Clickertraining – mehr als Spass für Katzen. Birgit Laser, 2. Auflage 2012

Was macht ein Tierpsychologe eigentlich genau?
Interview mit Tierpsychologin Gloria Isler

Tierpsychologinnen meines Vertrauens
Christine Hauschild (D): Mobile Katzenschule Happy Miez
Gloria Isler (CH): Animalsense
Berufsverband tierpsychologischer Beraterinnen 
und Berater (CH): www.vieta.ch
Suche nach Tierpsychologen/Verhaltenstherapeuten international: Verband der Tierpsychologen und Tiertrainer

Klicker-Tutorial
Wer mehr über Klickertrainig erfahren möchte, findet im Katzentraining-Blog Schritt für Schritt alles leicht verständlich erklärt: Klicker-Tutorial

LouLous Geschichte
Der Wahnsinn hat Methode