Ostersonntag in der Notaufnahme des Tierspitals verbracht, sehr liebenswerte Anteilnahme anderer Tierhalter in der Wartehalle sowie vom Personal erfahren. Tünn konnte leider dennoch nicht gerettet werden.
❤️
Tünn kam seit zwei oder drei Tagen nicht mehr zum Futtern runter. Aber das war halt Tünn: Mal so, mal so.
Heute Mittag kam er aber angekrochen und der ehemalige Katzenblitz sah aus, als hätte ihn jemand aufgeblasen. Ich stand unter Schock: Das so schlanke Tier so zu sehen 😳 Und er röchelte.
Also habe ich das schnappfauchende um sich beissende Tier todesmutig eingepackt und ab ins Tierspital, nachdem ich dort zuvor angerufen hatte, um sie bestmöglich auf Tünns sogar für Laien wie mich offensichtlich lebensbedrohliche Symptome, aber auch seinen typischen Umgang mit Menschen, die ihn anfassen wollen, vorzubereiten: Tut das nicht ohne Handschuhe. Bissfeste Handschuhe. Sie taten es dennoch. Prompt wurde die arme Tierarzthelferin herzhaft gebissen. Für weitere Untersuchungen musste Tünn sanft sediert werden.
Sie waren aber im Tierspital nicht erbost deswegen, sondern betonten, ich hätte sie ja vorgewarnt. Der Tierarzthelferin meine herzlichsten Genesungswünsche! Sie standen auch sofort am Eingang mit einer Sauerstoffbox parat, um sein Leben nach Möglichkeit zu retten.
Mir war auf der Hinfahrt zur Notaufnahme eigentlich schon klar, dass ich ohne Tünn zurück nach Hause kommen werde.
Solche Symptome wie massive Flüssigkeitsansammlung im ganzen Körper mit offensichtlicher Atemnot verursachen meiner Erfahrungen mit Mathilde, Max, Moriah und Malik nach nur letale Krankheiten an Herz oder Lunge, ein Lymphom oder FIP. Nur für Letzteres gibt es inzwischen eine Behandlung mit Chance auf Rettung. Allerdings wäre eine Behandlung gegen FIP bei Tünn anders als bei Malik aufgrund der Intensität der Behandlung und Tünns Scheu auch schier aussichtslos gewesen.
Aber natürlich wollte ich eine Diagnose abwarten.
In der Wartehalle im Tierspital. Die ich inzwischen genauso gut kenne, wie mein eigenes Wohnzimmer.
Herzerwärmend ist im Tierspital Zürich immer wieder, wie mitfühlend mit verzweifelten Tierhaltern umgegangen wird. Sowohl vom Personal wie auch von anderen Tierbesitzern in der Wartehalle. Es werden Kaffee oder Erfrischungsgetränke angeboten, Taschentücher gereicht, nach Erlaubnis Umarmungen grosszügig gegeben. Es gibt keinen besseren Ort, auf Scheissdiagnosen zu warten, als in der Wartehalle des Tierspitals Zürich.
Es war das Herz. Diese Krankheit (den Namen habe ich schon wieder vergessen) sei kaum rechtzeitig zu entdecken, da sie oft erst von jetzt auf gleich Symptome zeigt: Massive Flüssigkeitsansammlung im ganzen Körper, Atemnot. Tünns Herz war offenbar bereits komplett verdickt. Keine Chance auf Rettung, höchstens noch ein paar Wochen.
Die Ärztin und ich waren uns schwersten Herzens einig, dass bei Paniker Tünn ein paar Wochen mit Medis und regelmässigen Entwässerungen und Kontrollen das Gegenteil von Lebensqualität sein werden.
Also liessen wir ihn weiterschlafen. 😢
Natürlich bin ich wahnsinnig traurig. Zugleich war das wohl alles, was ich für Tünn noch tun konnte: ihn nicht leiden lassen.
Tünn. Jedesmal, wenn ich nach Hause kam, hast du mich angeschaut, als hätten wir nicht seit 12 Jahren zusammengewohnt. Und doch hast du dich manchmal angeschlichen, wenn du meintest, alles an mir sei ausser Betrieb, ausser die Hand, die dich streicheln sollte. Du musst nie wieder Angst haben, mein Schatz. Ich liebe dich von ganzem Herzen. Das tat ich immer.





Seht auch ihr den heute besonders hellen ✨ am Nachthimmel? ❤️
